Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 22 (22.12.1916)
- Date
- 1916-12-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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aattq. Ml. ' < Rrumner 22. 3---- Vez «,»preise: Für Oesterreich-Ungarn, halbjährig 20׳6 Kronen . ׳ ganzjährig . . . . /. —׳12 Kronen . Deutschland, ganzjährig. Rußland, ganzjährig ...... . Mark 12 — —׳16 Rubel . Balkan, Frankreich....... —׳4 «Frank . T- Redaktion: Wien VIII. Lerchengaffe 6 a. vmt Redaktion und Administration: Brünn, Adlergaffe S. Buchhändlerische Vertretung: Otto Klemm, Leipzig. Inserate: die Sspaltige Petitzelle 30 h. Unverlangte redaktionelle Beiträge werden nicht honoriert. — Manuskripten ist Rückporto beizufügen. Wien—Brün«. rr. veremver 1916 27. ftMtW 5677 Prag—Lemberg. Kaiser Karl l. ״Wsesomch -haschemesch nwo ha-schejmjesch" Die überaus segensveicho Tätiigkeit, die -der hochseliige Kaiser Frajnz Josef 1. wahremd semer achtundsicchztMähvigen Negiiemungszei-t auf allen Gebieten!des staatlichen Lebens entwickelt und entfaltet hatte, hat ׳vorzügliche, menschenerfre-uende und Menschenboglückende und erquickende Früchlje gezeitigt, die noch die spätesten Geschlechter mit Freude u. Wonne genießen werden. Sein׳ ,glorreicher Nachfolger, Kaiser Karl 1, der hpute schon sich, sieiner seltener Herzensgüte, seines Heldenmutes, wiie überhaupt seiner vortrefflichen Herrschertugenden Wegen einer -ungewähnilichen Popularität erfreut, wird zweiifellos in seine Fnßtapfen treten, in siöinem Sinnie und Geiste leben, wirken und schaffen, und sorgfaltig darüber Wachen, daß ׳die Staatsgrundgesetze, die sämtlichen Bewohnern dieses großen, mächtigen Reiches, ohne Unterschied -der Klasse und Nasse, des Glaubens, Nan׳ges und Standes, die vollständige Freiheit und GleichberechtiMnig .gewähren, hoch und heilig gehalten und in keiner Weise verletzt werden dürfen. Kaiser Karl 1. - wird umsoweniger Verleunl!dun,gen Gehör geben, als er selber als Feldherr vom Beginn des Weltbrandes bis zu seiner Dhronlbesteigung Gelegenheit ׳genug gefunden sich Persönlich von den: Heldenmute, den: Patriotismus ׳und der großen Opferwilligkeit der Juden aufs innigste zu überzeugen. _Au wiederholten Malen hat der hochherzige Kaiser sich über die hohen Verdienste, die sich die Juden während dieses Weltbvandes 11111 das Vaterlmtd erworben, sehr lobenswert und anerkennend ׳ausgesprochen. Wir Juden dürfen daher in dieser furchtbaren, stürmisch bewegten und aufgerlegten! Zeiit nicht verzweifeln und nicht verzagen, sondern frohen Mutes der Zukunft eutgegenschen, fest uird un׳erschütterlich auf die Allmacht Gottes vertrauen, auf jene Macht, die erhöhet und erniedriget"; fest und unerschütterlich sollen wir auf Gott vertrauen, den Schöpfer aller Wesen d, Vater Mer Menschen u. Lenker allr Geschicke der uns verrejißen hat WehojnM!el!ochi1n omnajijch ״Edle, -hochherzige, human denkende und human fühlende Fürsten werden dich leiten, sichren׳ und erziehen, bewachen und beschützen," ferner: Bcschj.lrzef kezef histarti Ponai rega m׳imech", ״In der Glut der Zovnflut habe ich einen Augenblick mich vondir weggewendet, aber mi-t ewiger Gnade will ich mich dem -erbarmen.'י Es mögen wohl Berge Weichen, Hügel Wanken, Um- Wälzungen maniigfacher Art stat finden, meine Gil-ade soll vondir nicht weichen und der Bund des Friedens nicht Wanken, so spricht dein erbarnheUder Gott." Auch die Flüchtlinge und Gefangene,, die sich in bitterster Not und Elend befinden und ein erbärmliches Daseiin fristen »uüssen, sollen nicht verzweifeln und nicht verzagen, sondern ihr hartes Geschick geduldig-, gottergÄen ertragen und die Worte, die einst desr klagende Prophet Jeremias den Exulanten im Namen Gottes zugerufen, beherzigen insbosoudors beachten: ״So spricht der Ewige: ״Eine Mvaltis Stimme ertönt ans Rama, welch ein JamimtsrN,, welch ein bitteres Weinen. Mutter׳ Rachel weint jämmerlich ihrer Kinder wegen, die in- Gefangenschaft geraten sind, sie «ist untröstlich! Der Ewige aber sprach': ״Laß ׳ab vom Weinen׳, laß das Klagen, denn sichenein׳ Lohn verspricht die Allmacht deinem Streben, sie kehren wieder aus Feindesland zurück. Hofsmnngsvoll darfst du deiner Zukunft entg-egensehen, spricht der Herr, denn, deine Kinder werden wieder in ׳ihr Gebiet, in ihre Heimat zurückkehren und sich!des dauernden Friedens u. Glückes erfreuen." Dr. Fr. Ein Heldenlied. Das Leben Kaiser Franz Josefs I. Won.Professor Dr. Wolf Kurvsin. Ein schwarzer WolkenhimiM breitet sich über Oesterreich aus, eindüstieveir Traueirschlieier verhüllt das Vaterland. Heiße Tränen strömen reichlich in׳ den Palästen der Vorne,hinten, wie in den ärmsten Hütten. Die Völker Oesterrseiichs, Wie ׳eine einzige Trauorfatniilie, beweitten, beklagen und betrauern den HeiNtgang des allgeliebten, hochverehrten edlen Kaisers, des wahrhaften Vaters des Vaterlandes, den Gottes ׳un-erforschlicher Ratschluß von- Thron und Reich abberipf. Unser unv>erg!eßlicher Kaiser Franz Josef l. ist nicht nqehr! Weinet n.m ihn Feuilleton Erinnerungen an den Gardasee.'^ Musikalisches. — lWobotyfje Berger. (Nr. 1. und 2. siehe ״Jüdische Volksstiinme von: 15. Oktober 1916 und 6. Juli 1010.) HI. Herrliche Stunden der Anregung und Asrstvemlng boten ben Kurgästen in Gardonie die lnnsikalischen Daribietungen im Kaisiiw, unter Ngudo Benve-n-utis künstlerischer Leitttnig. Diese Nachmjittagskonzerte fanden jeden zweiten Talg üm schönen Weißen Konzeivtsaale statt, dessen Hintergvimd und Galerien dem Publikum zugleich Gelejgenheit boten, die Jause behaglich zu nehmen. Eiu sehr aufmerksame Bedienrvng sorgte für dip Unlgestörtheit der nm.sikalis.chen Vorträge denen sich die Hörer also nrit doppeltem Genüße hingeben kan-utan,. Vorwigeud klassi-ßhe Ton- .Werke enthielt das jedesmal sechs Nummern uin- Fassende Programm!, das mit feinfühligem Ver- MnÄniisse zusantmeUMstM, zmneist tttit eiuettl Modernen!, flotten Walzer ausklang. Daß der inusikalischs Leiter die Tönschöpfungen kolfnationaler Meister besonders liebevoll pflegte, erschien «imr allzubegvei-flich, aber die . Gerechtigkeit zwingt zur Konstatierung, daß auch! jedes Programm mit den Nanren Mozart, Wieder, Mendelssohn und unseres Schubert geschmück! war und daß die aus ungefähr 60 Musikern bestehende Orchestervevsinig-ng bk Schönheiten deutscher Musik erfolgreich zur Geltung zu bringen verstand. Eine besondere Anziehungskraft übten jene Konzerte aus, die nach der Abendmahlzeit in den,größten Hotels ihren Gästen geboten wurden; es waren- Darbietungen! intimeren Charakters, so recht darnach angetan, die gesellschaftliche Stimmung unter den Hotelgästen zu beleben und diese einander vertraulich näher zu bringen. So konnten wir uns jeden zweiten Wend an den Vorträgeneines kleinen Orchesters, bestehend aus Harmon׳mm, Geige, Cello mrd Flöte ersveuM und in -der Trösterin Musik, ׳ein befeeligendes Geleits zur Nachtrrihe ge- Winnen. In dalnikbarer An erkenn rbn-g für diesen Knnistgen-uß, widln׳ete ich den! ״Boten vom Gardns!ee" einen Bericht, den diese in Salo allwöchentlich -erschienene Zeitung unteren 11. Februar 1912, m׳ erster Ste,-e brachte und den ich als Echo ans jener holden Fvi^denszeit in folgendenr reproduWere:. ״Einstweilen sorgt neben dern berühsnsten, unter der Leitung Nando Benvenutis stehenden Kasinoorchester ein kleineper albwechsel-nd inden hiesigen größeren- Hotels konzertierender Musikverband, bestehend aus den Herren Pietro Mggi, aris Pe-saro (Di׳r!igent imd Pianist), Enrico Canneli aus Mailand(V!oliue), Otta-Vio Bastian in!ians Parma- (Flöte) und Eirma Matly aus Bologna (Cello), nicht nur für angenehmie AerftvommV der Kurgäste, sondern auch für hohe Besriediigng verwöhnter musikalischer Anforderungen. Diese vier Herren, hervor- . ״? Se0en in.tüm״(^er Weglassung des Schlusses gegagsn aus erstklassigen italienischen Musikim Nr. 20, nun wlederholt und ergänzt. (Die Red.), schulen, von denen -ein jeder sein Jnstrunlent mi>t vollendeter Te>chni-k ha-n-dhabt, bildeil im ihrein Zli-samni-enspiel ciine wahre Spezialität. Rühmend ist des urnsichtigen. Dirigenten zu gedenken, der zugleich als Pianist wirkt und das Parkett zu begeisteril versteht. Sein ab- Wechslungreiches Pr-ogranyn, bringt jedem etwas. Wir hörten bisher die klassischen Werke deutscher, italimii-scher u!nd französischer Meister, daun auch inodevnie Koinpositiouen, wie z. B. s. v. Pucoini׳, MascWni-, Leo-ncavallo usw. — alles in gelungenster Ansführung. Eines ganz besonderen׳ Beifalles erfreuten sich' SchmnMn's ״Reviere" und Goltermanns 3״l׳ndan׳te per Cello et Piano," worin -der Cellist mit warmer Ton!- gebung und feiu,fühlig».׳ul Ernpfiuden hervortrat. Mer auch das l-rrstiig hei'tere Genre kommt nicht zu kurz. Lehar,-Leo FM, Offenbach, f-ehl-eiu fast bei k׳eiu<er Darbietulil-g 11-n.b zuletzt, doch nicht zum letzten, ertönen die alle .Herzen beschwi׳ngenden rythnuschen Klänge Johann Strailiß. die das Andi.torkml zu lebhaften Bei-fallsku.ndgebmU-e-u hinri-ssen und schwärrnerisches Entzücken van. den Ufern der schöllen Miauten Donau zu jenen des Benmus hinübrrleiten...." Dieses 9tef-erat bedarf ״.l.u.1l heute, eitles aktuellen BeOe>i׳tlllllsta׳tldos wegen, ei-tter Erg-änzung. Eines ganz aus-erordelltlichen Erfolges unter ben Aufführungen d-'--.׳ses i-tt; der Tat künstlerisches Quartett erfreute sich nätnlich auch ein Walzer ״Antoure>use" -voll Berger, herrlich gsspirlt und von eineut in-ü׳rn׳at׳1.׳- > - Publikum nrit stüntlischem Jubel ztt Wied- - holungen begehvt. Was erklärte diesottntagischeu Jcvubcr? Ein glücklich- -.?i׳lkschlll!ni-chetilldes Leitiltotiv lllit zuneihnlender Steigerung, von allerliebsten Bariationen abgelöst, die Löbens-