Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 9 (9.6.1916)
- Date
- 1916-06-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Aavra. XVII, Nnmmer 9 ZOjslhe jlsllrsßime. Ve»«»»pretse: Für Oefterreich.Ungarn, halbjährig . Kionen 6 20 ganzjährig.Kronen 12 — Deutschland, ganzjährig.Mark 12 — Rußland, ganzjährig.Rubel 16 — Balkan, Frankreich ........ Frank» 4׳— Redaktion und Administration: Brünn, Adlergaffe S. Buchhändlerische Vertretung: Otto Klemm, Leipzig. Inserate: die Sspaltige Petitzeile 30 h. Unverlangte redaktionelle Beiträge werden nicht hono« riert. — Manuskripten ist Rückporto beizufügen. Wien—Budapest. Brünn 9• 3ü«i 1916 ׳°l״״w5676 0411)$1 .6 ׳ Prag—Lemberg. Ein häßlicher Kamps. Von Dr. F. K. -Z. Das Züricher isv. Wochenblatt bringt folgenden!Artikel: Mitten ׳im heißesten Kampfe der Völker und NcvtlMpen,Qiuf einer Schlachtfront, wie sie in der Mltgcfchichte ohne Wichen ist, lobte im Schatze!des Judentums ein. innerer Kampf. Und häßlicher Karnpf dazu. Häßlich schon Wegen der Wohl der Waffen, die jdstrchicms ׳nicht eiimwamdfrei genannt werden können. Ein! Kampf m der Wiener Knltus,gen:e׳in׳de Men ׳den in! Ansisicht!genommenen Obwrc1bbin!er.׳dieser Gemeinde. WohlMmerkt: nicht wegen ׳des Oberrabbiaers, sondern.gegen den Obermbbineir. Das ist ein hiimpnelweiijer Unterschied, und dieser Umstand sachlichen Argumenten gegen Dr. Nabel aufznkneten, sondern sie verschmähte ׳es nicht, ihn! persönlich auzugreifen. Sie zog seine Wissenschaftkiche Qualifikation in Zweifel, machte ihn: versteckt -den Vorwurf de!r Jukvnfequenz i!n bezug auf seine religiöse Uoberzengung, da er Oberrabbiner ei,n!er solchen Gemeinde werden wollte, in d!er sich auch Synagogen mit Orgel befinden, und sie nahm es ihn: sehr übel, daß er eist Jabresgjehalt von! ׳sage und schreibe fünfzehn tauseno Kronen beanspruchte. Und n,u>n! War ׳her Kchnpf entfesselt. Er tobte, in׳ der jüdischen Presse, i׳n den klai!nevn imd größer::! Bethäusern m:!d Vereinen, u!nd um meisten dort, wo jüd. AiMlegenheiten, gewöhnlich besprochen z,1: werden pflegen:, in den Kaffeehäusern. Und doch steht es fest, daß die Wiener Kultusgemeinde keine glücklichere Wahl hätte troffen können, als durch Berufung jdesje!- in der Zeit der Papiileirknappheit, sonder:: selbst in Friedenszeiten nicht genug Papier und Druckschwärzv geben, ׳um all diese Publikationen ans?Tageslicht zu fördern!. Von eiiucn: christlichen Theologen wird!etwas ganz arideres verlangt!als iU dir Tat war. zu «.!״«>, HMchpn Kamp ftU N>»,.b-r' "d«!M״ert wurde. Em Vorstand dcr Divser K«nrpf D fcwits zu Ende. Nach sÄl®«״“ Kul us»1״«m,de «hob «ge» Dr. Nobel km« der .,Oiskir. Wochenschrift" vom 5. Mal d°",Z?««rf, wrt Nüssenhat tüqr President der Wiener Knltusgeniemdeh^^^ Dr. AIfvqA <B׳tem in der lebten Wvnnrsitzmrg fl 001^ noef) Wiflen־ m KnItnZvoastwndes eb Schreiben Do NZbels' W*״ Mrken schmachte «nd Whze, rmbszur Vorlchumig gobvacht, m ׳wslchqm dieser erklärfe""'! 01 י^*“׳ ® fjjW&w i«e« ®!«net lUiKnäfleiieo je. von sejmer iklamdidadur auf den Posten MM ®A« gar wcht M «,!Pschlcn. DMer Wiener dberrabbmates MÄckzuwaten un-Ä btt- ^ovwnrf kl««t «nso nngkiMcher und ,st dahr-r «. van seiner Berr«f»mg nach Wen. »stand *((!11"י«“ un«ovcchtf«rk>-1ter. Ms «,.v°>n> En Mannehmen. Der Kanrpf ist also zu Ende, und dä-'« l/errulM. dein ,mm sch-»,, em «seves Urta,» lMlb dürfte es jptzt Mstnttet svm, -ruhitz liind fach- ',Wtrmlen durfte, van «>mom Mchtscmwaät. Hier lich di« gmiM Affäre zu bebichten. ohne Seichrs^«x Warum vellanWii zu Imiifen, der, PwvtsMchkeit geziehcn zu werden. ihren Geist- Es ׳ist sehr hcizeichnend, daß gleich nach Anftau-! Qutiftkatmnen, wairmn rhen der Kandidaltur Dr, Iiobels sich im Schoße! lforkmMn nicht die ProtUstaniten und die ׳der KnlduSgAnemde eine Opposition biLtote, ^elsovgevv. Wurde den MMHaftcn Ruhu, in Anspruch nehmen! l°d°r n'Mudifch, GaMche. der ,n o«r große,, ,darf, rtnen glLiMndcn (!) Sieg errungen zu ^S§e,!0׳ *5״ $ e״ bcn. Diese Opposition, die n«rkwüMMrweis«!!f'?!ff,.!f!'!!!f^^^^^? Qualiftklati»» nnd Proviele. Kvedsio der Gsmem,dom׳dW'i«Ler, Lch die «kHitzü,b da» Matz» tiefem, wie,man s« von MÄi'ffeventesten .umfaßte, bWnügte sich ׳n»:!cht nM Feuilleton Wenn ich Rothschild wär'! Bon Schalem-Aleichem. ״Wiive ׳ijchi ÄkothschNd", spekuMevte dsr Kasfr,iiel1iwke;v MelanM Reb Eti-Mehir vor s!e.Men Schülonu, als saiino F,rM Donnerstag machmKtags eumgiisch Geld forbevte, um idiiie CiinkärM für ׳den Sabbat zu besä Wen: wäre ich RotbschtD׳, Nun, vntejt, was!ich täte? (Mb Eli-Msüeir führte »iilches aijne tüchtijgs MbakprAs-e zu s-eilner Nast).) Vor allen: sorgte ich dafür, daß main Weib stets Mn ״Dyeiijgvl" Bargeld ׳be!t sich hat, daimt s!id mich an: Donnerstajg chr Rnhje läßt. ZweiiEens möchte iich meilnen versetzten SialbibatAftan auslösen, ׳Ne!ijn — Mbor ״ihren" Pelz, diamA fite <eimmal ׳cmfhövt W׳ brummen und über Kälte zu klagen. Danu kaufte! -ich idii'vsts MW Ha!us, mi.t allen drei Stuben, mi!ks,amt der Kamn^er u:O dem Keller und djetm Boden — s!i!e soll mir Ham:׳ Nicht übetr ׳den engen Rann: klagen! Da hast du zwei JÄnnwv, koch, back, wasch, soviel «'s dijr betiM, nmch ahelv Aß schön ija R!uh'; ich lebe dann ruhtg nWitnem Bemfjejl KeiW Sorgen mehr, kein׳ Gvübeln, wolM ״auf Schabbes" nehmen — Wie schön wäw Wses Leben! Die Töchter verhoinaitet, befwitt von den drückendsten Äst, was fehlte mi!r den Rabbiinevn verlangt, ׳es würde ׳Nicht nnr jetzt?von ׳e:!n!en: jüdischen Rabbi«. Jener soll ganz uiuib gar Geistlicher Äijestr -npch aber nolens volens ׳eiin Gelehrtz.׳sr sei!:: und Proben seiner wissenschjaftlichen Qualifikationen liefern!. Je öfters, desto besser. S!e!ibst auf Kosten seines Amtes u.nd isemPs Berufes, selbst z-u!m NAchteiil seiner Gemeinde und her ihm obliegenden Pflichten. Ei,n gnte!r und tiichtiger. christlicher Geistlicher ift der dor sei!:: Amt gut und ,gewissenhaft velrsieht, se!!::!.i:n se!e.ls0Werischen Pflichten gelvissenhaft!!:lachkommt, s!e!ilne ganze Zeit und seliine ganze Kraft sienem Mirufe widmet und in seinen:: Berufe! Erspvietztiches leistet. Unter eit:ejn! tüchtigen 9iabbn:e.r versteht mm einen Mm:׳::׳, der!grcKi und gelehrte Bücher schreibt, oft über The!- men, die das Judentum weinig oder gar nicht tangieren, i!n der Wissenschafttichen Wellt sich einenNamen zu erwerben sucht, k::rz ei nen Man!::, der vi!el arbeitet, d> h. viel schreibt. Ein tüchtiiger Strafrichtzeir braucht nach l׳a::!ge keimtüchtiger Strafrechtsgelehrter zr: siciiu. Unter einem tüchtigen 9techtsa!rwa.lt stellt n:an sich keineswegs eiMen Gelehrten vor, der Bücher schvoibt und die j»uristische Literatur beiveichert. Ein tüchtiger Rabbiner ׳— das 'st etwas anderes. Ein Radöiner, der seinen Beruf ernst nimmt, wird schwerlich Zeit finden, sich wisseirschaftlich zu betätigen, und wenn schon, da::,n werden seiiue Arbeiten sich in: Rah- :neu seines Berufes und A»n:tcs bewegen. Ausnahmen gibt es natürlich überall, aber diese können doch keineswegs als Norm Ailten. Und es ist weder schön noch rtchtiig, wenn a׳׳:r Vorsteher einen: Rabbiner zun: Vorwurfs macht, daß er i׳n seiner Genre iude als Ra׳bbil::er ׳ amtieren will, obgleich sich in, dieser Genwin'djS Synagogen mit Orgel und Chor befinden. Hier bann ׳noch? . . . Nun bsgilnne ich Mich für die Gemeiijn!bei zu -imteves,stieren. Zn ׳allererst spende ,sch ein NMes Dach für ׳das alte BMaus, damit der Regen nicht mehr ans die Köpfe de-r Mtenjden tropfe. Auch das Bad muß nletn r!estauri>evt werden, denn heute, morgen kann, mutz dort ein Un- Mick geschahen, wer:?::! es gerade iim Momente zusamlnenstürzt, wo Juden dviin baden. Und wenn schon?bas Bad hergestejllt Wird, so mutz ja auch die Krankenstube von Grund a!us iin Sii::׳ schönes Spital unMöbaut werden, aVsr in oitv wirkliches Spital, mit ardentlichen Betten, einem Arzte, Modikanrenten, täglichen Suppein für die Kranken, wie as ׳:?n an,stö)1Mgen Säidten M sein Pflegt. Urid ejist Vsrsorgnngshaus soll entstehen, da:ni!t alte, gelehrte Gveiise sich picht in: Bsth-Hami-!drasch herumquälen, und ׳ein Verein zur Bekleipuirg arnwir Kijnjdpr, <Ü1ß s!iv nicht n:«hr entblößt ist den Straßen lMumlungern, und eist Kreditcklmitn, wo sowohl e-n! Mielanwd, als eint Kauf- :npn oder Handwe«rker keÄ:p Wucherzjistsen nuel)׳r zu zatrlen brauchen, ׳Nicht Pas letzte Hemd versolche schöne .Eistrichtungen ׳eist, überall ist der ganzen Welt! Da/mit abjer alles im׳ OMmmg geführt wende, 'Mtet ׳einmal, was ich täte? Ich goüiride einen grotzen Barjchrr, ׳dom dio Aufsicht über -alle lokalen Vereist zukänre, über alle J׳uden, damit alle Juden überall ihr Bwt haben amd i.n! Eintracht Wen ׳und ist den Lehrhäusepn, sitzen n. Chumosch n:!it Raschi! -und Gemora mid Tosafotti u>nd M'harscha und alle -anderen sieben Woishenten mich?'iebzist Sprachen lornen. UM über allje Lohr- Häuser soll ein großes Lehrhaus, natürlich in Wi-llna, seiin, wohitr »die größten Gelehrten der Milt konunen sollen. Und alles sott ::!ueliitgeMch sein ׳auf Kosten!dies G'wiir; alles sott ist Ordnimg .-und Plaflunäßig geführt worjden. Es soll jedes ״Jch-gobo-diir-gib-:uir" ׳aufhören, alle sollen auf das Ge>!:׳pil:vwohl bedacht se!ia, nur auf das Ge- :uearwohl! .... Dan:-i!t man aber für -das Genwijnwohl sorgen kaiym, n:utz für den einzelnen gcsorgt waMn. Und wiie Wird für den oistzelnen gchvvgt? Mitürlich so, daß er seist Brot Kat. Don,n setzen müssen. U>:ck ׳ein Verpist zur Ausstattstiug^Brot, sage ich auch,!ist ׳das erste nnd wichtigste: av:uor. Mädchen, tarnt alle airmen, erwachsenen «ohne Brot kein Eiiuigkoit. Dos M'ssen Brotes Mädchen mit Ausstjattuag gohürijg verheiratet wegen verfolgt ׳Änor ׳den aach0M, schlachtet ihm werden (dabei stjiptz Reb ElstMieiar einen tiefen «üb, sticht ihm bist Augen aus! . . . Seufzest aus, während ov astf soistje dreißigjährige! So ift es bei ׳den Juden, so auch bei! den Tochter PeMo blicktp!) und!noch viele, viele ähnauderen, überall auf derganzen Welt. Uebeimll kiche Bereiste und Stiftungen gründe ich bet urrs Mid, Haß ujM dal-ev jedes Leid, jMs Unglück. An KasfnWiwke ... Doch warum gevajde Kassrio-' alle Vvfotgutngen. RäuMvien. Mörd.׳!ve>ien und üwke? Uebeimll. wo Juden wohnen, führv ich Schlachtgemwtzä. ...