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Jüdische Volksstimme · 1916-05-26 · Heft 8 (26.5.1916) · page 7

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 8 (26.5.1916)
Date
1916-05-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nt. 8. *SKtif* *•!flfhR««.” Seite 7 Nitnalmord in Ungarn- Jüdische Tragödie!ich, moralisch immer minderwertiger wird, je in fünf Aufzügen von Arnold ftnwin. 2.H0 M. in reichen׳, angeseltner, eiiifkrißreicher es noch außen Leinwand gebunden ‘».50 M. •סיt>i>cvinn 1־01יIן1די,, ist, einerseits nud wahrein seelischen Reichtum Berlin. Die Hnuidlnng des Dramas folgt im wesentlichen den historischen Begebenheiten des und hingebender Liebe andererseits. Schon bei Besprechung des Romanes ״Unr den Sohn׳" kann- Nx'ltbe kannten Prozesses von Ti׳sza Eszlar- Wohl! ten wir an diestir Stelle s>a!gen, daß man einen hauptsächlich für diese Tragödie die sich doch als Roman zn losen glaubt und znnl Schüsse sieht, eine Angelegenheit von allgemeinster Bedeutung daß cs eigentlich Moral war — Im vorliegenden erweist, erhielt der Verfasser im vorigen Jahre Werke, welches in ganz Deutschland berechtigtes den Kleist — Preis. Die germanische Verbindung Aufsehen erregte und nach dem Kriiege Wohl auch von mhstischer Pliantastik und wuchtig gestalten-, in׳ England erregen wird, schildert L. das äußere dem Realismus, der dies Gedicht ״außerhalb und innere Schicksal eines Deutsch-En gläiiders der irdischen Zeit und von April 1882 bis Mai 1888" spielen .läßt, zeigt Zweig als ein drainatisches Xakttt von ganz urgewaltiger Kraft und Eigenart. Einen ähnlichen Furor urdramatischer Leidenschaft hat es in der deutschen Dichtung innere Ter Staatsanlvalt v. Stoelping, nxlcher über ginen englischen Franktireur den Schuld sprach fällt, nimmt das Kind desselben als Eigen an, da dasselbe auch seine Mutter durch einen Straßenkamipf verloren hat. Das Kind wächst unter vielleicht fest Georg Büchner nicht gegeben. Beil der Obhut und strengdeutschen Erziehung des dom Interesse, das gegenwärtig für das Problem de.r osteuropäischen Juden wieder in Europa und in Amerika aufleibt, wird das Werk sicherlich zunächst als Buchdrama Aussehen erregen. Die ge^- schmackvolle äußere Ausstattung des Buches derdient hervorgehoben zu werden. vermeintlichen Vaters auf und ergreift gleichfalls den Beruf eines Staatsanwaltes. Es entwickelt sich nun am spannender Aufbau des Geschickes des jungen Staatsanwaltes,bis auf dem Höheprmbt seines Lebens der Schleier seiner Abstamilng fällt. Er bfinW sich nun in einen! äußerst Manschclprcdint eines Fanatikers von Abra-! M«zlichen Dilennna »wüchen^dcm aufriDiMn Ham Schwadron. Ein neu u. eigenartiges Schrift-^ ^5!^ trotz,g-ogoistischen ^lll>sch^n lein, eine Laien- und ״Wüstenpredigt" an und Bolkscharakter, die beide in ihm Wurzel g ßß gegeii jüdische Unjuden. Doch nicht mit Religion EMben dw nun יוו lhin kämpfen fuchtelt der Prediger, nicht mit Nationalität, mit Idealen oder •mitt ״Fragen"; er spricht ׳nirgends ntürben. Er verzichtet auf Karriere und auf die Frau, welche, ihm das Jedal eines deutschen Wei 'C.^ o tL . 1.^ 1.. ** ^v« l CL VVTÄ./1 ** <vff Vvrvt*!rVt rtri־ schaunng; keine befrackte ״sittliche Entrüstung",'^.^״enden aber tiefer, konvulsiver sittlicher Ekel. Der. lkerpshchologischen Begabung, Welcheßch schwingt bald die WortgeHel ״im Namen von". Nirgends Begriffe, nur An-' bedeutete. Der ^buran ist überall von!einer - •VI׳׳ r-.״Sk.״ cn^j...״r.x*״.t ״״K von einer an die Seite einles Schnitzler stellen darf- An dein grollenden Verzicht am Ende des Buches erkennen wir den Inden. Das Buch wird!nicht nur den verwöhntesten Lesern vollauf befriedigen, sondern auch den Politikern und den Psychologen zu denken geben. L. G. über >.schminkgebeizte" Gesichter, bald sagt er zornig überschnappt ctnett Kindervers auf. Dann wieder lugt ein Pllbigcherbes Gleichnis hervor, oder aber es wird in Verzweiflung dem Heuchler eine Lehre a-n den Kopf geworfen eine Lehre, die über den Nahmen des Jüdischen hinaus sich weit in das Menschliche verfliegt. Und mag die äußere Attitüde an Nietzsche erinnern, die Leidenschaftlichkeit der Stiuiniung an einen mönchischen Eiferer, im Ton iiiid in» der modernen Wiesensform hat dieser weltliche Ppediger kein Vorbild- Detin die Pro pheten und Evangelisten predigten Schlechten u. Schlichten, Kierkegaard Schwankenden Philiströ sen, Nietzsche Verführten rlind Verführern, Rabbiner und Pfarrer Gläubigen und Ungläubigen er aber Heloten, Reffenden Verschniinkten, Oualligen, Eklichten. Die will er nicht bessern, nur geißeln:.mit Worten von Klang und Bild und Zorn und ״heißer, weher Galle". Doch aber ist der derbste Ausdruck noch voll keuscher Resonanz: ein kiiidhaft natver Fanatismus, gestählt durch verantwortungsvollen Ernst. Unsere antiafimila־ torisschen Schriften bis jetzt waren auf Uelberzeugeit eingestellt oder Erfühlenlassen. Was aber für ueuzettlich nervierte Menschen, auf die Leitartikel und Feuilleton nicht wirkt und kein Ruf des Blutes? Das will der Fanatiker: mit vergiftetenr Hammer in Köpfe eine Bresche schlagen,^ die geistig vrschmalzt sind, oder, objektiv und abgeklärt, für ״nichts Kleineres zu haben Mid als Menschheit Allheit". Auch wie er sich zu den Indenfemden stellt, wird bei den Anti-, aber auch bei den Anti-Anti Widerspruch wecken- Doch mit den zwei hebräischen Versen aus Jeremias, die er der Predigt voranstellt, neigt er sich bekennend zum altjüdischen Ursprung und auch seine 2 letzten Worte rufen: ״zunt Ursprung!". ״Haß" Roman eines Deutsch-Engländers aus dein Jahve 1950 von Artur Landsberger, Verlag Georg Müller, München. Hanns Heürz Evers sagte gelegentlich des Erscheinens eines «neuen Buches von Landsberger, daß derselbe beim Schreiben ferner Merke über sich selbst hinauswachse. Und in >dje!r Tat scheint kein Ausdruck so aus L. zu Passen. Wie Karl Kraus bent literari schen und finanziellen Wien einen Zerrspiegel vorhielt, )reicher die Verhältnisse viel geiianer und schärfer spiegelt als ein norntaler Spiegel, so schildert, oder besser gesagt, zerfasert Ljenen über lauten Teil Berlins, welcher sich mit seinen nicht iininer auf ehrbarein Wege! geschaffenen Milionen auch Moral und Kunst aineignen zu können glaubt. Beim Lesen der Bücher Landbergers fasziniert zunächst die wuchtige Darstellnugsart, die umso romantischer wirkt, als L. sich sichtbar bestrebt, nüchtern und prosaisch zu bleiben. L. Ersteht es wie vielleicht kaum ein Zweiter, durch unaufdringliche, aber äußerst wirkungsvolle Hervorhebnng des Kontrastes den Leser zu Packen; des Kontrastes zwischen Protztum׳, welches innerifcicfiWfIten. Herrn Sigm. Baß, Brriinn. Wir bestätigen den Erhalt von 1 Krone für den Nationalfond, ׳ als Ablösung einer Glückwunschdopcsche zur Hochi zeit des Herrn Ing. Spitzer._ Aufruf! Für eine unglückliche Mutter von drei Kindern die sich in größter Not befindet, und überdies eine alte Mutter zu ernähren hat werden edle Menschen um Unterstützung, eventueil Kleider und Wäsche, gebeten. Wäsche und Geldsendungen übernimmt für die arme Familie Max Schwager WIEN, II. Zirkusgasse 50. SBBBEäflBBflBBBBBBBB Anerkannt verlässliche koscher Weilte liefert billigst Weingrosshandlung JOSEF VAMBERA Ung-Brod BBBBBBBBBBBBBBBWB Soeben erschienen: Sammelwerk zeitgenttssisch8r Kanzelrednur Band 1- Preis inkl. Porto K 310 Eigene Erzeugung von Pergament, Torarollen, Tefillin, Mesusos, Talessim in reichlichster Auswahl. — Sämtliche jüdische Kultusgegen־ stände, Bücher, Schriften zu beziehen durch den MM-I. Brünn. Adlergasse Nr. 9 11. Stock. K. u. k. Hoflieferant Di! AM, Appretur 1. iln. UM für Garderoben, Uniformen, Vorhänge und Stoffe aller Art. Spezialität: Chemische Trockenreinigung und Färberei feinster Seidenkleider und Straussfedern. 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