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Jüdische Volksstimme · 1916-03-30 · Heft 5 (30.3.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 5 (30.3.1916)
Date
1916-03-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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״SIMM« 09ff0fHR«t*. ftiti I. Rr. 5 die Feldrabbiner und Seelsorger, die wir gerade hierin im weitesten Maße unterstützen konnten. Unseren Mitgliedern sandten wir ferner Chomuschm! zu. Neben dieser geistigen Fürsorge sandten wir vielfach Konserven!!sw. ins Feld. Besonders ausgiebig war dieses aus Pessach 1915 der Fall. Solveit es möglich tva-r, pflegten wir mit der: einzelnen Soldaten persönliche Beziehungen standen denselben dauernd in Dingen religiöser und ׳allgemeiner Natur mit Ra-t und Auskunft zur Seite. Soweit die Arbeit der Zentrale. In heiligem Wettstreite ׳mit ihr arbeiteten die 40 JugendbeM. Mädchengruppen int Reiche. In ihnen wurde in Schiurin! weiter die Jugend mit der Thora vertrant gemacht, in Vorträgen unterrichtet über die großen jüdischen Tagesfragen. Uebevall nahmen die minderjährigen mannlichen Mitglieder an den militärischen Ausbildungskursen teil. Unsere weiblichen Mitglieder stellten sich allerorts in weitesteiu Maße m den Dienst der öffentlichen Liebestätigkeit. Im April wurde ein eigenes Organ in den ״Blättern von der A. I. I. O." geschaffen, das seither monatlich erscheint. Zum Schlüsse sei bemerkt, daß zahlrei unter den Fahnen stehende Mitglieder mit Aus- Zeichnungen kämpften und befördert wurden. — Leider hatten wir auch int abgelaufenen Jahre schwere Verluste zu verzeichnen. Die Vorsitzenden dreier Gruppen (Marburg, Hamburg und Freiburg) fielen auf dem Felde der Ehre. Dauernd wird ihr und der anderen Mitglieder Anenken, die ihr Leben auf tat Schlachtfelde ließen, hoch von allen Gruppen in Ehren gehaltcn werden, ihr Eifer und ihre Hingebung an die heilige Sache wird allen ein Ansporn sein. Diese kurze Ueberstcht möge ein Bild geben von der FiMe der Arbeit, die von der nur 8 Monate vor Kriegsausbruch!geschaffenen Jugend-! wenen i 0.י Kriegsgefaugeuon befanden. Diese organisation im Laufe des Jahres 1915 geleistet armen Leute befanden sich in größten! Elend, zer wurde, und die auch in diesen! Jahre noch in gerissen und zerlumpt, barfuß und von! Hunger u ״Auch religiöser Kultus ist nach Möglichkeit zu berücksichtigen." Interessant ist die Einzelheit, daß in! Iivilgefangenenlager für Engländer, in Ruhleben, die' Frage der ritualgentäßen Verpflegung der Moha׳n!n!eda-ner dadurch gelöst wurde, daß man sie der Sonderküche für Israeliten zuwies. J׳nt übrigen ist rituelle Sünderverköstigung in Jivilgefangen-enlagern durchgcführt in Holzinin'deu (Russen und Franzosen), Ruhleben (Engländer), Skalmierschütz (Polen), Tranenstein (Russen). Was die Tienstbefreiung an den Fe'iertaMN betrifft, so wurde allgemeine Arbeitsruhe für das Versöhn nngsfest angeordnet. Für die übrigen Feiertage wurderi die jüd. Gefangenen von! inneren Dienst und auf ihren Wunsch von sonstiger Arbeit befreit. Hinsichtlich der Sabbatfciier sind bisher die entiMenstehendenSchvierigleiten nur in den seltensten Fällen überwunden worden, zumal die Gefangenen ja 41t zahlreichen Arbeitskolnmmtdos nuherhälib der Lager tätig sind. Die Juden iit Serbien. In! Nahinen eines größeren Aufsatzes über die Juden in Serbien bringt das ״Israel. Wochenblatt" in Zürich folgende erschütternde Schilderung von!den Wirkungen des Krieges: Solange die serbischen Waffen den! Feinde Halt ,gebieten konnten, mochte von einer Hilfe noch die Rede sein. Sie war auf allen Seiten nötig. Ganze Fainilien der Glaubensgenossen fielen den! Gemeinden zur Last, und beide, die askenastsche wie auch die sephardi sche, suchten durch eigene und durch Mittel der einzelnen Mitglieder das Elend zu lindern. Zu der Zahl der in Serbien lebenden unglücklichen Glaubensgenossen kamen noch 1500—2000 kr Ms gefangene feindliche In den, welche sich unter den dom! Feinde abgenon! steigerteml Maße fortgesetzt wird. (Erläuternd sei an gefügt, daß auch Nicht!nitglieder völlig kostenlos von allen Eiurichtungen ״A. I. I. O." Gebrauch!nachen können, man sende nur die Adresse an das Frankfurter Büro, Tiergarten 8). lkunäfcüau. Hohe Auszeichnung. Das Ungarische Amtsblatt veröffentlicht folgende allerhöchste Entschließung: ״Auf Vor- ׳schlag Meines ungarischen Ministers a latere verleihe Ich dem Oberrabbiner der Pester israel. Religionsgenteinde Dr. Samuel Kahn in Auerkoivimug seiner um! das Glaubeuslebe!!, sowie auf deu! Gebiete der Kultur und der Wissenschaft erworbeneu Verdienste taxfrei den Titel eines kön.j ngarischeu Hofmtes. i Jüdische Krankenschwestern. Von der Kran kenfchwestern - Institution der Grvßloge für Deutschland VIII 11. O. B. B. stehen achtzehn Schwester!! in! Dienste des Vaterlandes; davon sind bisher elf mit der Roten Kreuz-Medaille ausgezeichnet worden. Ein Amtsblatt in jiddischer Sprache. Die seit längerer Zeit bestehende ״Grodnoer Zeitung hat eine durchgreifende Reorganisation erfahren. Sie erscheint seit kurzen! in Deutscher, polnscher und jiddischer Sprache. Sie ist soutit zurzeit oas einzige Amtsblatt in jiddischen! Dialekte. Auch der jiddische Teil bringt an der Spitze den amitläM Tagesbericht, sodann Artikel politischer Utatur und Nachrichten ans aller Welt. In der jüd. Bevölkerung von Grod'no und Umgegend findet die Zeitung eine freundliche Aufnahme. Jüdisches aus deutschen Kriegsgefangenenlagern. Au! besten ist die religiöse Fürsorge für die jüd. Kriegsgefangenen in Bayern organisiert, wo die strenWläubigen Gefangenen in zwei Lagern, GerinerShei-n! und Friedrichshofen, konzentriert und Sonderküchen für sie eingerichtet sind. Auch in dem allgemeinen Erlaß des preußischen Kriegsmiutsteriums von! 24. April 1915 über die Ernährung der Kriegsgefangenen heißt eS:! den Strapazen ganz erschöpft. Mit den! Siege kan! aber eine andere Geisel. Die Kriegsgefange ncn brachten die schreckliche Flecktyphusepidelnie in unser Land. Zirka 12.000 Soldaten und gegen 200.000 Einwohner, etwa 160 Geuzte fdie Hälfte des ganzen serbischen Aerztekorps) fielen d!ese Epidemie zun! Opfer. Ganze Familien, ganze Dörfer wurden von ihr ausgerottet. Selbstredend fie/l auch eine Anzahl unserer Glaubensgenossen dieser Gxisol zum Opfer.Jedoch k!,m> das ganze Unglück erst nrit der neuen Offensive der vereinigten Deutschen, Oesterreicher und Bulga ren. Der erste Übergang dar vereinigten deutschen 11|mb österreichischen Truppen erfolgte bei Belgrad gerade an einer Stelle, welche als unzugänglich erschien und als solche betrachtet wurde. Die kleine Ebene vor der unteren Festung Belgrads, welche sich Livischen dieser und den! Judenviertel aus breitet, wurde als der geeignetste Ilebergangs- Punkt ausgesucht. Die ganze Umgebung wurde einen! schrecklichen Kreuzfeuer aus über 100 Kanonen ausgesetzt, und dieses hatte zur Folge, das ganze Judeuviertel zerstört und eingeäscher ׳ wurde. Noch heute ist!!licht bekannt, wie viele Opfer dieses Bombardement gefordert hat. Alles was nur Mittel hatte, flüchtete sich vor den! Feinde!, die Armen blieben. Diejetinigen, welche früher für unsere Glaubensgenossen i׳u Serbien sorgten, sind außer Landes. Die Bedürftigen bliebe!! alleiu, ohne Hilfe, ohne Möglichkeit, sich au einen Bekannten zun! Schutze und! un! Unterstützung zu wenden...... Um!!!!!seren Glabensganossen zu helfen, wäre es ratsam, eine besondere Hilfsäktion ci'nzuleiten. Die staatsbürgerlichen Interessen der Juden im okkupierten Gebiet Rußlands. In kp letzten Tagen wurde von! Feldiuarschall Erzherzog Friedrich eine Abordnung des osterr. Zentralkoinites zur Weihung der staatsbügerlicheu Interesse!! der jüdischeu Bevölkern/ng in! nördlichen Kriegsgebiet elirpfangen, die den! Erzherzog mehrere die politischen und kulturellen Interessen der Juden in! Okkupationsgebiet betreffende Wüsche!Unterbreitete. Der Herr Ar- ׳m,eeoberko!!!mou.daut, der die Abordnung in Huldvollster Weise empfing und im Perlaufe der Audienz lebhaftes Interesse auch für alle Einzel- Heiken der einschlägigen Fragen bekundete, auerkannte iu warmen -Worten׳ den Patviotisnms, den die iüdifche Bevölkerung Galiziens und der und unterließ auch nicht, ihrer Leiden tvährend der russischen Okkupation in herzlicher Teilnahme 'zu gedenken. Der Erzherzog erklärte, daß, obgleich!!!! Sinne der Haager Konvention das okkupierte Gebiet auf Grund der russischen Gesetze verwaltet werde, der Grundsatz der Gleichberechtignng.aller i׳u Oesterreich-Ungarn anerkannten Neligiousbekenn tu isse von! Arinee-ÖberkoN!!!!and׳o kurz nach AktiviruNg der k. u. k. MilitürverUxiltung nnt der Verordnung von! 7. März 1915 vroklainiert worden sei und seither in voller Geltung stehe. Hieinjit sei entgegen allen anderweitigen Vchanptungen der feindlichen, sa sogar der nenträlen Presse vonder in. der Haager Landkriegordnnng'(Artikel 49) gebotenen Eriuächtigung Gebrauch gentacht worden, in! Falle uu,bedingter Umuöglichkeit von der Anwendung der Gesetze des Landes im okkupierten Gebiete Abstand zu nehmen. Eine solche!!!!bedingte Unntöglichkeit habe eben die österreichisch-ungarische Misitärver- Wal tu na in der Anweuduug von Ausnahlnsgcsetzen gegen eine bestinünte Religionsgesellschaft erblickt. Die Mitglieder der Deputation, die der Mittagstafel bei!!! Erzherzog 'zugezogen wurden, hasten auch Gelegenheit, sich im Hauptquartier deu maßgebenden, n!,it der Militärverwaltung Russisch-Polens befaßten Funktionären vorzustellen. Auch diese Persönlichkeiten haben den Bestrebungcn des Komites in! Sinne des .Rechtsschutzes, der Gleichberechtigitlng u. der kulturellen Hebung der jüdischen Bevölkerung des Okknpationsgebietes die Förderung der Organe der k. u. k. Militärverwaltung zugesagt und in Aussicht gestellt, die informative Mitwirkung des Komites nach Bedarf in Anspruch zu nchnteu. Unsere Toten in russischer Erde. Laut einer Liste des ״Jüdische!! Hilfskom-it.es in Leinberg" sind nachstehende jüd. Krieget der österr.-uug. Armee in russisckfer Gefangenschaft in Kiew in! Iahe 1914—15 bis zun! 10. Februar russ. Stils, d. i. bis zun!) 1. März 1915 gestorbcu und auf dem dortigen jüd. Friedhofe bestattet worden: I. Apfelfchnitt Abraham, 92 Jahre alt, Aist, an! 2. Oktober 1914 (19. Tischri) an Dysenterie. 2. Haber Jfachar Ber, an! 2. September 1914 (11. Elul) aus Lemberg. 9. Esner Michel, an! 29. September 1914 (7. Tischri) an SchusMmde. 4. Erich Nuchim, au! 24. Februar 1915 a.» Piäiuie. 5. Kleiu Leusch (Leibusch?) am 1. Oktober 1914 <18. Tischri) an Pneuinotoraz. 6. Miller (Müller) Hersch, am 10. Nove׳!.׳,!- ber 1914. 7. Petschenik Leo, (Peczeuik) an! 4. Noveinber 1914. 8. Frata Eno, an! 20. September 1914 (0. Tischri) an Piäinie, 98 Jahre alt. 9. Chazins Moritz, am 2. Oktober (19. Tischri) an Tetanus. 10. Zeichner Jsak Maer, an! 9. Nov. 1911. II. Steren (Stern?) Urei! Johaun (Aron vohann?) an! 11. September 1914-, (20. Elul) an Tetanus. Jlorrejponclenjcn. Wien, 19. März. <M i l l t ä r i sch e r G o te s d i e n st.) Heute hat ein solcher anläßlich der Puriiufeier in! Leopoldstädter großen Teuspel dL^Tentpelgasse un! halb 10 Uhr vorntittags stattgesnndeu., zu welchen! die hier befindlichen jiid. Soldateu beföhle!! wurden uud sich in Der Anzahl von -!!!ehreren Tausend Mann uuter Führung höherer Chargen eingefu>deu haben. Die svlenue Feier eröffnete die Aushebung der Thora, aus welcher der Abschnitt von Anialek und sodann die Megillah verlesen wurde — Funktione!! vom Ober kaut or Herrn Josef Morgenstern init Chor- und Harn!oniun!begleitung (Chordirigent Herr HeiliWiu!)!oeihevollst ausgeführt. In den!nachher gehaltenen Predigten der ehrw Herren Feldrabliuer Dr. Frankfurter u. Dr. Deutsch— Ersteuer prach deutsch, der Letztere ungarisch — kan!) das Theua von Ainalek mit Bezug auf die Kriegszeit reffend z!st Behänd!nug, und die zuversichtliche , .. .... .,Entartung D<׳r geistlichen Redner, daß auch der .Bukowina während des Feldzuiges bewiesen hat, uns heute aufgenötigte lange Kautpf kvaft des

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