Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 3 (18.2.1916)
- Date
- 1916-02-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Ter armen Bevölkerung j.n. bayerischen Spessartgebirge ebenso wie im badischen Schwarzlvalde brachte er g!rof;a Berdienstmöglichkevten n'nd infolgedessen Helnnrg ihrer Wikrtschaftsstellung, indeut er sie im Walde Schwarzbeeren sammein׳ l iest, di-o er du rch Begrün 0n>ng von Hei desbeerwei'nfabriken viel höher, als dies früher möglich war, verwerten konnte. Durch diese Tätigkeiilt kam er häufig mit de nt im L passart a!mtieron!den Pfarrer Frank, späteren bayerischen Landtags- Abgeordneten, in Berührung, n>n,d enge Feundschaft vpvbcmid die beiden hochgesinnten Män>ner. Als dann während der Hochflut des Antisconitismns ׳ctsit.f deren׳ schmnhigen Wogen mich das Bliitniärcheli atiftauchte, schrieb Pfarrer Fvmik auf Fromms Anregn!n!g ׳ein Buch gegen diese nnsinnigen Beschuldigungen,!das namentlich in kathotischen Kreiselt sglir gute Wirkung hatte. War es doch gerade diie! Zeit, da der Kanonikns Rohling in Prag mit seH<n!c!n grauenvollen und lügenhaften AiNlklagen heavortrgt. Auch die Frainkfurter Bür- Barschaft verliert in Fromm einen ihrer fleistigsteil und hi>ngebe!n>dsten Lachwalter. Seine Derdien'ste mn diie soziale H׳cbu׳ng der arnien Spes- .sartbevölkerung lohnte derKönig von Bayerii diiltch beit St.-Michael-Orden, a,nisterdem hatte Iromlm. den Pr en st i! scheu Kronenorden und viele OrdNii ansländischer Staaten. — Von! der Bet'iebtheilt utild Wertschätzung des Verstorbenen zeugte die groste Schar der Leidtragenden, die I. Fromm das lebte Geleite zur Ruhestätte gaben. Von den städtischen Behörden waren Obew-Bürgermeistar Dr. Voiigt, Bürgermeister Dr. Luppe, Stgdtrat Ziehen, die Vorstänidedes Jugendamtes unb ,zahlreicher gemeinniütziger utild Fürsorgeor- >gan!isa>tilo1len erschienen, denen der Brrstorbene «׳«׳!gehört hatte. Der Vorstand der Ltadtverord- ׳ngtenversaiiniiltliiiig erwies mit den meisten Stadtverordneten dem Toten die lebte Ehre. Die Tmanerfeier fand >i!n! d.׳»r Halle des isr. Friedhofes statt: die Grabrede hielt Nialbbinler Dr. Nobe!l, der das tiefe soziale Enipfinden des Verstorbenen, seine stete Hilfsbereitschaft u,nd sein Ausgehen in den Warten der Gcl1n«ein!nütz1'igkgit und dar Nächstenlrebe schilderte. Geheimer Iustihrat Dr. Friedleben, der Vorsitzende des Stadtverordnetenkollegiinns, schilderte in bewegten Worten dile iriairwharzige Persönlichkeit Fromms, sein! u,ner- »tüdlnches Interesse in: Dienste der Bürgerschaft, die Biddorkeit seines Charakters und sjeine gläu- Kendo Beredsamkeit. Durch seinen Tod sei eine iveite Lüche in die Körperschaft der Stadtverordnieten gerissen, die ihrem liebeii treuen.Kollegen a׳>n ohrviiides A!nde>n!ken bewahren werde. Stadtgeiiüberzustellen. In׳ Verfolgung dieser Erkenntdorten sein darf, inetbet er sich als Freiwilliger nis hat ׳der genannte Verlag auch den grössten für sein deutsches Vatetland. Wie uns Ltly Teil der Werke Sören Kilerkegards hemusgege-' Bra-m hier deutlich zeigt, wie dar Krl-eg aus dem ben. Kierkegard (1813—1855) gehört zu jenen! tändelndem Geniester über Nacht einen ernsten tiefen und doch unsteten Geistern, welche sich imI M.׳,n׳u macht, so ist auch der gange Roman,, der ewigen Suchen li'ich eilneni geistigen Lebensinhalt'aber auch für sich allein betrachtet ein Meisterverzehren. Das Werk ״Entweder-Oder", welches' Werk darstellt, als Parallolle zu deii Fuständeli dieser nordische Mephistopheles als Nechtfertiin Deutschland in deii letzten Jahren gedacht, begnng eines voit ihin gelösten Liebesverhältiitsses vor der schrecklichste aller Stüviiie, welche je die schrieb u. das er selbst als ״Lebensfvagni-cnt" be-' Erde dnvchbro>nst lxrben,!das Volk aus der bcgiiizeich»i!e׳t, (zwei! Bände zu je 5 Mark) verdient die neiiden Sorglosigkeit mid bent Wohlleben jäh aufciiilgehoMte Würdigjtmg weitester Kreise. Ju rüttelte. Zeigt sich die Dichterin schon auf den diesem vorzüglich ansgcstpttetem und st'hr ansersten Seiten auf der Höhe!ihres Schaffens, so führlichen, Werke setzt sich K. in meisterhaft kla-, wächst sie in den letzten Kapitelln ׳des Romans, rer, verständlicher und doch tiefsinniger Weise mitj in denen die ersten Kriegsmonate in grellen und den beiden wichtigsten Problemen des Lebens: präzisen Strichen gezeichnet werden, vollends zur Religion und Liebe auseinander tm׳d es erübrigt tragischen Heldin! empor. Wir können diesen Roein! näheres EitMh.en, wenn Wir sagen, dast e-s' man, der in» der Tat ein Zeitroman׳ grasten Stils Büch.'t׳ gibt, welche ein Hoheslicld der Religion, 'ist, Jedom wär»mstons empfohlen halten, oder der Liebe sind, dast wir aber da ein׳ Buch ge- L. G. funden haben, welches das HoWied des innigen Zusajn'imenfassens voln׳ Religion und Liebe dar- Die talmndische Pädagogik als Wegweiser stellt. Ob K. i'N den» Briefen in einer fast weiblich^ für Schule und Haus von I. Ster, Breslau 1015. sanften Melancholie spricht oder ob er in tiefem Eiin lehrreiches Werk ist das von, Ster, Breslau Ernst Wiahrlieiten ausspricht und die ^iauheiten des Lebens hervorzuheben sucht, überall bleibt er der gereifte, begnadete Dichter, der seine Zuhörer in dem Maste von den Zwetfetn befreit, als ׳er sich selbst im» dieselben stürzt. Wir können diese Smnntlung geistreicher Essays, die" immer eine herau.sgiejgebene^ 400 Saiten starke Buch über die talmndische Pädagogik. Mit gewissenhaften Fleist hat der ehrenltreirte Verfasser ׳alles zusgnnnangetragen, was von nnserety Weisen auf diesen,׳ Gebiete.׳ gesagt wurde, und werden jedesmal Pava,lbellen gezoMin lv,ie sich der betreffeinde Ausspruch, Fundgrube menschlicher Erkenntn>i!s und mcnschitnnL'ir Witz natürlich das Produkt l׳a1n!ger Stulicher Wahrheiten bilden worden. Jedem aufs^ dien, Erfahrnngetr ulnd Beobachtungen des bewärmste empfehlen und werden in! den nächsten traf senden Tanaiten oder Ttnoräors zn de׳u Er- Nnmnrevn, dieses Mattes auf ein anderes Hauptgebuissen der neueren und modernen Pädagogik litt thmU allen Zweigen verhält. Und da wird uns wie wohl i!n> traditioneller Weise und Geiste aber trotz,d».»m nicht nrindev wissenschaftlich nachgowiewerk Kiekegards zu sprechen kontmen. L. G. Im Verlage I. G. Cotta in Stuttgart, welchem wir e!i׳ne vollstündiM׳ und vorzüglicher Aus-j fett, welche tiefpsychologische Kenntnisse unsere chcm Wir eine vollständige und vorzügliche Aus- Dalmndist-en schon in» solch grauer Vorzeit hatten, in diesem Rahmen das hervorragende Werk die-! Nicht u!ur stehen sie der uieneren Erziehungsses begnadeten Dichters ״Menschen und Schick- Wissenschaft ׳nicht nach, sie haben austerdem ihr gMMÜbcr nicht noch einen Vorzug. Zerstreut hier hnjd dort, fällt es nietnaudem so a!uf, zusamtnen- ׳getr׳a!gc>n! dagegen ׳gibt es ׳dirnic Fülle von ob geitmmten Ausichiten von dem» was man einst bei ävns uniter Pädägo!gik verstand. Das zeigt uns Zeder., welcher die vornehme, geistreiche und gesühlswarmo Schreibweise di!cses Dichters fcimnit (und wer kennt sie nicht?), weist, welcher Gemist es ist, Heyse, der seit Goethe, der am ineiisten harmonisch veriamlagte deutsche Dichter gilt doppelt und dreifach für unsere Zeit, welche auch in der Literatur ansschliietzlich in, blutigroten Farben zu malen sich ׳gewöhnt hat, so das; man nicht einimal beim Lesen aus der düsteren Gegenwart hemusküinmt. Da kommt uns dieses Werk, verordneter Berneittzr tvidmete dem verstobenen! welches u,ns -einmal wieder die verblaistten Ideale Fren'nde und Parteigenossen herzliche Wjorte dar edlen tmd friedlichen Löbens ׳i'!n! Erinnerung ruft, war, auf seinen oft verschlungenen Pfaden, die ^wiederum welche uu!gohobe׳ne Schätze wir im Talaber immer eine natürliche und besriedigeude Lö-j nmd besitzen. Mit Recht beklagt es also der Versung finden, zu folgen. Auch ftn. diesem Werke 'sassier, dast nwn dieses Werk noch iminer bei jüversteht es Heyse meisterhaft, die Lcbeusschicksale diischen ForschuuMn sogar so stiefmütterlich besei!ne׳r Darsteller i.n anim-utiger, fesselnder rmjd handelt. — Dieses Werk zeigt, das; wir vor uns wajlirhei'tsch'treuer Weise zu schildern. Und das einen gründlichen Kenner unseres alten Schrift- A.ne!rko11<nnn׳g u!n,d Dankbarkeit für die Fortschrittspgriei und 'blic Fortschrittsfmktion! des beso!n,ders willkommen. Wtr möchten es auch Jedem aufs beste empfehlen. Es bildet eine blü- ׳schrittsparte׳! und die Fortschrittsfvaktioui des hende Insel ijmwildbewegten Meere der Litera- Ttadtvorordnetenkollegünins. Auch er hob rühinond die lautere Persönlichkeit des Heilmgegangenen und dessen 'Hi!ngabe> an die Jn!teressen der Bürgerschaft hervor, die in Fromm einen ׳ihrer besten Vertreter verloren! Habe. Zahlreiche Wolzltätigkeitsanstalten 'und Vereine legten ainder Bahre Kränze nieder. Oücüeebesprcc^ung. Feldmnrschall von Mackensen. Ein Lebens- und Eharat'terbild von Wilhelm Renner, Verlag Aug. Scherl, G. m. b. H. in Berlin. — Ditzse Schilderung des Familien- und Soldatenlebens Äürckensens, die, in leichter dabei aber a׳ussührlicher Weise geschrieben, uns den Befreier Galiziens uud Bezwingers Serbiens, n׳äherbri,n>gt, würde auch ohne des ihm jetzt besonders entgeoeng.'brachte Interesse fesseln tnr, welche der Krieg hervorgiebrächt hat. Wer möchte sich nicht, und sei׳ es auch -nur für wenige Stunden, auf diese Insel flüchten? L. G. Ll!v Braun., lrelche sich durch ilire beiden Werke ״Memoiren" u>nd ״Schatten der Titanen" in, ganz Deutschland nnd Deutsch-Oesterreich den R'Nf ei'Nar erstklassigen Schriftstellerin erworben iKiit, befestigt unid erhöht diesen durch ihren neuen bet Albert Langen, München, erschienenen Roü>!a,n ״Lebenssucher". De׳n!u hier zeigt sich, das; Lily Braun nicht nur eine!erstklassige Schriftstelleri'N, seaidern auch und vor A llem eine» erstklassige Künstlerin, ei!n!e hellsehende ׳und an Empfindung reiche Dichteri!n ist. Rur aus der Tiefe ׳ihrer begnadeten Franennatur konnte Lily Braun diesen Roman, der eine« treffliche Photogria-phie der Fehler des deutschen, Volkes vor dem Kriege darstellt, schreiben. In der Gestalt des feudalen Konvad von Hochfest enstvirft hier die Dichterin ein getvanes Bild jcim’T reichen Klasse, welche vor dem K riege die i׳n׳nere Lebenskraft Teutschtanlds ernstlich bedrohte, da die»s׳e!l!be mit der Zunahme der Der Verlag Engen Diederichs in- Jena ist geistigen Güter die geistigen n!n»d seelischen vervielleicht das einzige Unter den deutschen VerlagsnachlüMigte. Nach einem Leben voll ahenteinrliinstituten, welches schon vor Jahren erkannt hat, cher Schwankungen, durch we!lche Kon-rad von dast eine Zeit kommen must, in der die klare, nüch- Hochfest seinem Dasein vergeblich Sin'n und Zweck tevne und doch gedamkentiefe nud leben-sinnige zu geben sucht, bekennt er dir׳- allzu Wahren Worte, Art der neueren nordischen Dichter aus dem Bowelche bet Kriegsausbruch viele Tausende gedacht den deutschen Lesegeschmackes den' Sieg lvird da-^oder gesagt tMen mögen: Wir sind reich gelvevontragen über die Phyafenhafte, unechte Dich-'sen, eher nicht glücklich, klug, aber nicht weise, getu'ins haben, der nach damii das groste Können verbindet, diesen ׳spröden, nicht leicht zu bewältiigeuden Stoff zu meistern. — So gelang -es ihm uns wirklich ein ׳gediegenes Werk zu bieten für das w'iv ihm Dank wissen werden!. — Zum Schlüsse wivd n»och über das Systeim, des Talm udstudiums gesprochen. Auch «da si׳njd beherzigensweite Ansichten zu lesen. Das Buch wind also nicht '01)1110 Nutzen ans der Hainjd pjelegt, und ist -es überhaupt Lehrern׳ ,׳aiber auch sonst für di-.ses Mat-eri-al Interesse habenden wärmstens zu en!-ps-rh-len. Abraham Kohane, derzeit Prag. Offerte Wegen Einrückung und Reduzierung des Waren- Lagers, werden alle die hiikr angeführten Bücher und Werke um 40°/״ billiger, wie aus den einzelneu Preisen ersichtlich, im ״Jüdischen Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergasse 9, verkauft. Algenstadt Loise. Ums Land der Väter K 2.90 Asch Schalom׳. Kl. Gesch. aus der Bibel K 4.20 Achleittner Art. Jagdparadiese K 3.50 Böck. Aus d. Tagebuche eines Renegaten K —.60 Bäck Dr. Das ZVesen des Judentums K 1.60 — Vom Judentum K 3.20 Breuer Js. Lehre, Gesetz, Nation, eine hist. Untersuchung des Judentums K —.60 Bardowicz. Die Abfassungszoit der Baraitade der 32 Namen für die Auslegung der heil. Schrift K -.60 Bollag Mark. Benjamin Kohn, oder die Seele des Geschäftes, Schwank in 1 Akt K —.60