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Jüdische Volksstimme · 1916-01-27 · Heft 2 (27.1.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 2 (27.1.1916)
Date
1916-01-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr 2 ,äß%m «tlYlfHiWC9. «eltt 5. ll'nb ebenso lixmic: hm־f sie sich in der blaßen Fülle des patriotischen Klanges ergehen. Es ist bezeich- -ncnd, best eine Rode dieser Art meist nur! ganz geringen Eindruck machte, auch bei! den einfachsten und bildungsärmsten unter den Soldaten; auch sie e)1np finden, das; die Baterlandsliebe sich von selbst versteht. Dagegen wirkt immer stark ein offenes ernstes Wort, ein Wort, das begründen und erklären, das einen: Gedanken geben will, welcher in di!e Tiefe.der Wjirklichkmt hinabzustoigen suchte, ein Wort, wie! es ein ernster Mann zu ernsten Männern, welche das Leben kennen gelernt haben, spricht. Nur dadurch wird der Respokt vor der Predigt und ddmit ein. bleibendes Bedürfnis nach ihr gewonnen. Es zeigt sich auch hier im Felde, das; die Predigt nicht hinunter steigen darf, sondern emporheben soll. Vielleicht hat jeder hier draußen eines vor allen: gelernt: -allein zu sei,::׳ und zu schweigen. Wer das gelernt hat, der fiirchtet sich vor djen: bloßen klingenden Wort, sei es, daß er es anhören ober daß er es sprechen soll. Ansiedlung jüdischer Familien ans Galizien in Bosnien. Herr!: Dr. Heinrich Fast in Wien wurde vo.11׳ einen: jüdischen Großgrundbesitzer in! Vosnie:: der Vorschlag geinacht, durch den Krieg um ihre Eristenz gebrachte jüdische Fapnitien aus Galizien 1(1׳: Bosnien anzusiedeln. Der Initiator dieser Idee erklärte sich selbst bereit 60—00 jüd. Familien auf seinen: Besitze in Bosnien landwirtschaftlich zu beschäftigen. Jede Familie würde 6—fi ha Grund uu!d die Mittel zur Bewirtschaftnug desselben erhalten. Die Erwerbung des Eigentumsrechtes wird in: Vertrage in Aussicht gestellt. In Betracht kommen natürlich nur Familien, die sich freudig der Landwirtschaft widmen wollen. Verfallene Soldatenfriedhöfe in Galizien. Der FiNanzkoinmüssär i. N. Josef Vaczy richtet an den ״Pest!׳ Hirlap" die folgenden boachkenswerten Zeilen: Vor kurzen: war, ich iw der galizischen Gemeinde Jablonki, um das Grab meines ׳einzigen Sohnes aufzusuchen, welcher auf dein Kriegsschauplätze den Heldentod gefnnden hat. In der Gowarkniig der Gemeinde sind , mehre re Soldatenfriedhöfe,;in dem einen Fried- Hof ruhen 40 Soldaten, aber blos auf 24 Gräbern fand ich ::׳och das Holzkreuz und ,auch unter diesen konnte ich nur von acht Kreuzen mit einen: Vorgrößeruu'gsglas bli!e Aufschrift herausbuchstabiiereu. Der Einsender erklärt, daß diese Soldatengräber dem Verfallen Preisgegeben siich-, daß er den einen Friedhof auf eigene Kosten einzännen ließ, Vielmehr den dort befindlichen Lentmnt und Feldwebel ersuchte, die Umzäunung auf seine Kosten vornehmen zu lassen, bisher jedoch ohne Nachricht darüber sei, ob dies auch wirklich ausgeführt :vorden i,st. Er sah sich daher gezwungen, in dieser Angelegenheit an die Gendarmerie, und an die politische Kreisbehörde sich zu wenden. Die dort ruhenden Helden — so meint Herr Baczy — würden es Wohl verdienen, und er veröffentlicht die Namen der in diesem Friedhöfe ruhenden Soldaten mit der Bitte, daß diejenigen welche hiezu beitragen wollen, ihn hievon in einen: Briese nach Besztorce (Ungarn) verständigen mögen. In den: Friedhofe in Jablo-nbi ruhen unter anderen: auch die nachfolgende:: jüdischen Soldaten: Moses Wolf Jankelowics, 86. Inf.-Neg. David- Mayrowies, 86. Jnf.-Neg.;ltathan Moses, 26. Jnf.-Neg. Josef Gottfried, 84. Jnf.-Neg. Ausweisung der Juden aus Archangelsk. Minister d>es Innern Chwostow verordnete, daß alle jüdischen Flüchtlinge innerhalb 24 Stuuden die Stadt Archangelsk zu verlassen habe::. Zum Kapitel: ״Wohnrecht". Die erste Konferenz des ״Zentralen Kriegsindustrielten-Komites" in« Rußland faßte, :vie in russischen Blättern berichtet wird, u. a. eine Reihe gertichen Rechten der Hanptbevölkerung Rußlanjds gleichzustellen. Dieses Gesuch ist unbeantwartet geblieben. — Es stellt sich überhaupt hemus, daß das Ministerinm des Innern sich Gesuchen dieser Art gegenüber grundsätzlich ab-;lehnend verhält. Aus diesem Grunde! hat der Mini'ster zahlreiche ähnliche Gesuche ׳des ״Zentralen Krigsindustriellen-Komites" bezüglich des Nochtes der jüdischen Fabriksbesitzer, ihre ״evakuierten" inb'nstri,ollen Betriebe an Orten außerhalb des Ansiedlnngsvayvns einzurichten, rundweg labgewiesen. Die Gebetbücher des letzten Sabbatäers. Wie den Tagesblättern bereits gemeldet wurde, ist dieser Tage in der siebenbürgischen Geme.inde Bozodnjfaln der letzte Sabbatäer namens Joseph Saltos gestorben. Es ist nun bezeichnend, daß der römisch-katholische Pfarrer der Gemeinde da er wuchte, daß der Sabbatäer ׳nur formell der katholischen Kirche augehörte, die Beerdigung desselben erst dann vornahm, nachdem der Ortsuabbilner Isaak Hirsch die! schriftliche Erklärung abgab, das; er auf den Lei chm: m keinen Anspruch erhobt. Saltos war im Besitze dreier alter Handschriftlicher Satzklatä-erbsicher. Jetzt nach seinen: Tode erhielt eines derselben,, welches in: Jahre 1810 geschrieben wurde, über letzwilligo Berfügnng des Sallos der Rabbiner der Gemeinde׳, während die ׳anderen zwei! seinen: Wunsche gemäß ihn: in den Sarg mitgegben wurden . Ein Judenpogrom in Astrachan. In: Bndgetausschuß der Duma :nachte! lder Abgeordnete Vinogradow aufsehenerregende Mitte:!lu::gen über den bisher geheimgehaltenen Astvachanar Judenpogrom. Darnach wurde .Ende September von der dortigen Polizei ein Pogrom inszeniert, der zwei Tage dauerte. Die jüdischen Geschäfte wunden ge-pländert und niehrere Juden ׳erschlagen. Obwohl die Stadtbehörden von Astriachan den Minister Chwostow ersuchten, die schuldi,gen Politzeiorgane zu bestrafen, wuirde gegen die Pol;i׳ziften nicht nur keine Untersuchung oingeleitet, sondern sie wurden׳, wie die Polizisten in Moskau, sogar noch belohnt. Minister Chwostow, gegen den diese Anklage im Budgetausschusse gerichtet war, gestand, daß d-iePolizeii durch ein ministerielles Rundschreiben aufgefordert war, keine Schritte zur Aufhaltung von, Pogromen zu unternehmen. Er fügte zur Beruhigung hinzu, daß jenes ministerielle Rundschreiben jetzt außer Kraft gesetzt wurde. A::s russischen Armeebefehlen. Folgende Dokumente beweisen den ,amtlichen Charakter der im russischen Heere betriebenen antisemitischen Hetze. ״Der Hauptbefehlshaber für Proviant und Transpo:!tangelegenheiten der südwestlichen Front: 31. März 1016. Lublin. Infolge der großen Anzahl jüdischer Soldaten, die sich im Tvansportdien ste und in Mil i tärainstallen hinter der Front befinden und in Vevbindüng mit den örtlichen galizischen Juden stehen, erhalten die österreichischen Spione, wie uns initgeteilt wird, Nachrichten über das Leben an der Front und hinter ihr. Diese Nachrichten gehen ihnen entweder durch die galizischen Inden odHr von den russisch-jüdischen Soldaten (direkt) zu. Unter dem Vorwände von Dienstangelegenheiten (?) mißbrauchen die jüd. Soldaten ihr Recht, nach Rnßland zu fahren, und führen Pakete und Briefe mit sich, tvobei sie Zensur und Kontrole tadtcn keinen Zucker, weder in den Verkaufslüden nach bei der Intendantur. Es wird daher den Kommandeuren der Rotten empfohlen, für die Mannschaften dünnen Zucker zu Saufen. Ist auch dieser nicht erhältlich, ׳müssen Konfekte von den einfachsten Sorten zum Preise von Zucker gekauft werden. Die Konfekte dürfen nicht-bei hieß jüdischen Firmen angeschafft werden, fonder:: bei bekannten reellen Handelshäusern, BormanN, Einem, Sion, Landrin und bei den hieß Christen, weit die Konsette der jüd. Fabriken gesundheitsschädlich sind, gez. Oberst Godsewsky." Vom Kriegsschauplätze. Auszeichnung. Dem k. u. k. Chefarzt Dr. Gustav Jellinek ans Stadt Kanitz, Chefarzt des Feftnngs-Spitales inTvebinje, Neffe des Kantors und Neligionslehrers Herrn Siign:n!n!d Jellinek ■in, Oberhvllabrnnn wurde iii AnerkennnN'g vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstljeistung vor dem Feinde, das goldene Verdien stk re uz mit der Krone an: Bande der TapferkeAsmedaille ver- Goldene Tapferkeitsmedaille. Advokat Dr. Sigmund Horn ging als Kadett ,auf den Kviegsscha-upiatz. An der Front zeigte er sich, obgleich sein Gesnndheitszustand zu wünschen übrig ließ, wie der Oberst persönlich hervorhob, -als einer der ersten Offiziere des Regimentes. Fü s-eiin, tapferes Verhalte:: vor dem Feind wurde er mit der großen goldenen Tapferkeitsmedaille ׳ausgezeichnet. Dreimal ausgezeichnet. Feldwebel Architekt Adolf Siodjniak des Lan,d,w.-Jnfa.nteriereg,i>:nentes Nr. 10 steht sei>t 7 Monaten im Feld und wurde für sein:, tapferes und erfolgreiches Verhalten dreimal ansgezeichnet. Das erstemal während der Karpathenkämpfe, wo er mit seinem Pioniierzncp in: heftilgen Flanke ufener eine Brücke baute (bronzene Tapferkoi!tsn:edaille); fernjer beider Wiederewbernng von Przeyupsl wo!er m!it seinem Zuge nach Durchschngidunig der Drahtverhaue zuerst indas Fort Iwanowa Gora eindrcrng (silberne Tapferkeitsniedalille 2. Klasse); dieselbe! Anszeichming wurde ihm kurz darauf von einen: anderen Kommando verliehen. Der tapfere Unteroffizier weilt gegenwärtig als Rekonvaleszent in Krakau urjd soll schon i!n den nächsten Tagen zu seinen: Truppenkörper oinrücken. - Vor dem Feinde gefallen. Die jüd.-akad. Ferialveirbindung ״Hatikwah" hat durch den Heldentod ihves Mitgliedes cand. jur. Richard Staingl, LenthaiAs ׳ei'nes Jnfanterievogimentes, dev auf dem nördlichen Kriegsschauplatze am 3. d. fiel, eiinen, schmerzliichen Vertust erlitten. Leutnant Stangl, der auf dem südwestlichen .Kriegsschauplätze bei einer Sanitäts-!aibteilnng Dienst machte, meldete sich fveiüvilliig zun: Jnfanterie׳mg>i>nen!te I^r. ... -an die Front. Eine feindliche Kugel bereitete diese!:: hoffnunlgsvollen Leben ein jähes, voMitiges Ende Dem Bruder in den Heldentod gefolgt. umgehen. Damit in Zukunft derartige m:er<- Vor kurzem lvnrde berichtet, daß der ältere wimschre Erscheinungen nicht mehr Vorkommen, Ach!: des Dampfmühlen,besitzers Moriz Holzer hat der oberste Befehlshaber ungeordnet, daß j,::׳ Sarbogard, Nagdor Holzer, den Heldentod alle ji'n ischeu Soldaten, die zum Frontdienst gefunden hat und daß dessen Tochter das Ehrentauglich sind und sich hinter der Front aufhalten, zeichen des Noten Kreuzes eyhielt. Wie jetzt ungesäumt niach den 8reservc׳bataillonen gebracht ״Egyenlöseg" berichtet, hat Herr Moriz Holzer imrdeu. Tort haben sie zur Justruktioi: sechs,n׳u1׳.׳n:-eh.r ׳auch seitnen >i,hn: nach gebliebenen ein- Wochen zu veMeibeu und sind alsdann in die zigeu Sohn, Josef Holzer, Fähnrich des Honved- Ategi men׳te׳r abznschicken, wo sie unter besondere Jnfa::ter׳iereg-imentl.׳s Nr.durch den Helden- Aufsicht gestellt :Verden müssen. Generalmajor! tob verloren. Er lvar als Kviegsfr'eiwjilliger in: Sevslwlvsty (noch zwei unleserliche Unterschrif-'^ Oktober 1014 e׳.::,A׳rückt u׳n:d kam anfangs Jul-i teil.)״ Ferner aus einem Befehl an den ״mittleans den italivn׳i׳schen KrivgsschculPlatz. Hier er-!ren Bezirk" der 18. Armee: 0״. Mai 1016.... .'wirkte er die Liebe sowol feite Kameraden als

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