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Jüdische Volksstimme · 1916-01-07 · Heft 1 (7.1.1916) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 1 (7.1.1916)
Date
1916-01-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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*glfctn• A»Mßp»«r.^ Nr. 1 Gelte 6. durch viele Jahre, nicht nur für den Sabbat, für die ganze Woche war immar Geld da. Es blühte .lmd gvimte in dem Hause des Dorfgehers, sichthar ruhten die Fittige des Segens darüber. Er, her arrne verachtete Mann, der nicht einmal das WochelMld für den Rabbi aufbringen konnte, schickte ihm nun je dein Feiertag mehr als jeder andere, und Perl, die in einen: versteckten Winkel der ״Weiberschnl" gestanden, wo sie von Pein, was in der Mämierschnl vorging, nichts erfuhr, hatte ihren ״Ständer" jetzt oben, den dritten von der Vorsteherin. Am Totenbette Josel Kozandas stand die ganze Gesellschaft der Kabbronim und sagte mit ihm die letzten Gelbete. Er hieß sie sämtlich hinausgehen, bis auf sein treues Weib Perl, die ihn: näher treten mußte. ״Ich geh' jetzt aus der Mlt", sagte er, ״soll ich nichts reden?" ״Schweig lieber", entgegnete sie, ״bis du drüben bei Gott bist, da kannst du dich bedanken." Also schwieg er, aber ei!: Lächeln konnte er sich nicht versagen, nnd sie lächelte auch, .gönnte es sich da glänzender offenbaren, daß der Degen über sie gekommen war? Oüekerbe8pre<A«ng. Dr. N. Breuer, ״Das Buch Josna", übersetzt .und -erläutert. Verlag von Sänger und Friedberg, Frankfurt a. M. Preis 4.50 M., geb. 3.50 brasch. — Das vorliegende Buch, durch ein sehr zeitgemäßes Vorwort sowie durch gediegene Erklärungen gleich Ausgezeichnet, ist aufs Angelegeistlichste zu empfohlen Salamon Dembitzer: Aus engen Gaffen. — Deutsch von Stefania Goldenring. Preis clclg. kartoniert 1,50 M. — Nummer. Luxusausgabe 8 M. — Der durch seine bisherigen Veröffentlichnngei: aus den: Ghetto wohlbekannte Verfasser bringt eine Anzahl von Skizzen aus dem Leben der Juden. Tie Schilderungen beginnen in seiner galizischcn Heimat, führen über die deutsche Stadt K. nach Berlin und endigen in: ״diamantenen" Antwerpen, das :ms kn: Taumel und Schrecken des Kriegsausbruchs Attgnst 1014 gezeichnet wird. Wir erhalten ebenso fesselnde wie ergreifende Bilde!:׳, ausgenommen mit den: Herzen eines mitfi'ihlenden Jude!: und gezeichnet von der Feder eines Poeten. — C. A. Schwetschke u. Sohn Verlag. Berlii: W. 57. Den 13. Jahresbericht versendet die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentuins. Des in: November v. I. erstorbenen Hern:. Prof. Dr. L. Cohn—Breslau, der ein verdientes Mitglied des Ausschusses war, wird in ehrenden Worten gedacht. Die Arbeiten der Gesellschaft und ihre VerLffentlichunge:: hatten naturgemäß unter den Wirkungen des Krieges zu leiden; nicht nur, daß die wissenschaftlichen Kräfte teilweise sich andern, dringendere:: Aufgaben zuwenden mußte::, auch der Mangel an geeigneten: Setze:׳personal für den teilweise sehr schwierigen Druck hat das Erscheinen vollendeter Arbeiten nniuög-lich gemacht. Daß die Arbeiten der Gesellschaft in diesen: Kriegsjahre dennoch nicht geruht haben, zeigen die ansführlichen Berichte der ein-?einen wissenschaftlichen Unternchhnuigen. Recht beachtenswert sind auch die Ausführungen des Berichtes Wer die Ausnahme, welche die Werke der Gesellschaft bei berufenen Beurteiler:: finde::; ihre Urteile verzeichnet der Bericht mit ״Genugtuuiig". Denn sie geben hem Vorstande der Gesellschaft die Zuversicht, daß sie auch die Schwere dieser Feit überwinden werde. Der Bericht schließt :nit einen: warmen Ausruf zun: Beitritt zu der Gesellschaft, um ihr die Mittel zuzuführen, ״in einer hoffentlich nicht mehr fernen,friedlichen Zeit sich den gröberen Aufgaben und Zielen widmen zu können, die dann ihrer harren." Die Gesellschaft stellt zu Beginn des neuen Jahres ihren Mitgliedern gegen eine!geringe Versandgebühr ein wertvolles Werk völlig umsonst zur Verfüguna; hierübr ist näheres aus den: Bericht zu ersel:-׳::, der von Herrn Syndikus Dr. Nathan, Hamburg, Werderstraße 30, kostenlos zu bezie- Heu ist. Hriefknsten. Lehrfreiheit. An den Hochschulen herrscht gesetzlich Lehr- und Lernfreiheit, weil man bei den Hochschullehrern den wissenschaftliche:: Ernst voraussetzt nnd den Hörern die nötige geistige »vcifc .׳,::tränen darf. An der Mittelschule gibt es v׳eder Lehrnoch Lernsreihcit und es ist geradezu Mißbrauch der Amtsgelvalt, :venu der Neligions- Professor seinen kleineren Schülern die Ergebnisse seiner eigenen oder fremder voraussetzungsnnd bodenloser Bibelkritik als Wahrheit beibringt. Von einer Anzeige raten wir aber entschieden ab, denn! es würde dabei ׳nichts herauskoininen als ein Chilul Haschen:. — Dr. I. N. in B. Eine verläßliche Statistik über die Berufe unter den Inden liegt uns nicht vor. Jedenfalls ist die Zahl der in: Handel beschäftigten Juden sehr groß, was Sie aber keineswegs als beschämend beirachtcn dürfen. Der Handel ist weit entfernt davon, mühelosen Genuß zu gewähren; er :::::faßt vielinehr e:ne Unmenge schwerer geistiger Und körperlicher Arbeit, welche selbst für die Priinitivste Erhaltung dys Menschengeschlechtes nnerläsilich ist. Nur (Gedankenlosigkeit — die allerdtngs sehr verbreitellist — kann den Handel für überflüssig oder als :1:inderwertige Arbeit anse- Heu. — Abraham F. Sie wundern sich über den ״koscheren Barzilai" der Ostdeutschen Rundschau? Be: den teueren Bier- und Mein,preisen, sollte :inan glauben, :Verde:: auch!die Recken von׳ der Ostdeutschen sich weniger wasserscheu benehme::, aber wahrscheinlich ist ihr ״Geschäft" innnerbin! noch einträglich genug, daß sie sich zur Nüchternheit iiicht gezwungen sehen. Wenn die ״Ostdeutsche" Excellanz Barzilai mit Rücksicht auf seine Abstamnumg als Seinitcn — als Juden bezeichnen würde — Habcat sibi — aber ihnals ״koscher" das soll Wohl heißen als religiösen Juden zu stempln — das sieht der Ostdeutschen Rundschau ähnlich. — Norbert H. Es ist wohl Privatsache jedes Einzelnen, :vcjim er in seiner Wohnung einen Christbann: anfstellt, aber Sie sehen ja, daß «sich nicht nur ״fro:n!me" Juden darüber aufhalten, wenn! Juden das Christfest feiern, sondern daß sich Christen!und antisemiiische Zeitungen noch viel energiWe: anssprechen. Wir haben!unsere Anschauung diesbezüglich schon öfters ausgesprochen. Es ist jedenfalls verächtlich, Wenn Inden, die ihre eigenen durch Jahrhunderte und die Religion geheiligten Gebräuche und Fainilienfeste achtlos übergehen, sich zun! Aerger van Jnd und Christ zu christlichen Festen dränjgen. — ״Grasl." In Brünn und in: größten Teil Mährens steht das Wort Grast allgeinein in Gebrauch, wann auch die Geschichte des großen Räubers weiniger bekannt ist. Nun hielt vor kurzem irgend jemand einen Vortrag über ״Grasl und seine Gesa:: gennah ine" und das antiseinitische ״Deutsche Volksblatt" berichtet ziemlich ausführlich darüber. Nachdem die Behörden trotz militärischen Aufgebotes den gefürchteten großen Räuber nicht unschädlich machen konnten, wurde der Preis von 4000 Gulden auf seinen Kopf gesetzt. Der ״Brunner Jude" David Meyey (vielleicht ans der Ilmgckstlinig Brünns. Anm. der Red.) bewarb sich um diesen Preis und seiner Schlauheit sowie seinen: Ajagemnt gelang es, Grasls habhaft zu werden. In einer einsamen Schenke hatte Meyer die verhängnisvolle Znsainmenknnft mit Gvasl verabredet. Mehrere Jäger nnd einige handfeste Kanoniere in Zivilkleidnng waren hi::beordert worden, um den nnglaublich starken und verwegenen Räuber zu überwältigen. Im entscheidenden Augenblicke aber fanden sie nicht den Mut dazu; so groß und allgemein war die Angst vor dem berüchtigten Grast. Erst nachdem Meyer ihn gefaßt und zu Boden geworfen hatte, griffen die Jäger und Kanoniere zn und fesselten den gefürchteten Mann. David Meyer forderte nun außer den 4000 Gulden nach einen namhaften Betrag für seine Auslagen während der Verfolgung Grasls und ״war noch so nnbescheiden, eine Auszeichnung zu erbitten, welche aber Kaiser Franz ״solbstverständlich" verweigerte." — Wäre David Meyer nicht Jude gelvesei:, so hätte das ״Dentsche Volksblatt" die Anszeichnnng für die Entwicklung von so viel Klugheit, Ausdauer und persönlichen Mut Wohl nicht so lächerlich gefunden. SM■■■■■■!■■■■■■■■ Offerte Wegen Einrückung und Reduzierung des Waren- Lagers, werden alle die Wr angeführten Bücher nnd Werke! un: 50"/,, billiger, wto ans den einzplnen Preisen ersichtlich, im ״Jüdischen Buchnnd Kunstverlag, Brünn, Adlcrgaffe 0, verkauft. Äkgenstadt Loise. Ihn( Land der Väter IC 2.00 Asch Schal mn. SU. Ge sch. aus der Bibel IC 4.20 Apel Dr. Max. Konnnentar zn Kants Prologen:,na. Einführungen in die kritische Philosophie IC —.00 Achteittner Art. Jagdparadiese IC 3.50 Bock. Ans d. Tagebuche eines Renegaten IC —.00 Bäck Dr. Das Wesen des Judentums IC 1.00 Barchardt R. Das Buch Jordan IC 1.20 Bonediktus Lewita. Der König von Juda, Geschichte, die einmal wahr werden könnte IC 3.— — Von^ Judentum K 3.20 Breuer Js. Lehre, Gesetz, Nation, eine hist. Untersuchung des Judentums IC —.00 Bardwvicz. Die Abfassungszeit der Baraitade der 32 Namen für die Auslegung der heil. Schrift IC —.00 Bollag Mark. Benjamin Stöhn, oder die Seel'e des Geschäftes, Schwank ׳n 1 Akt IC -.00 Blum Hei-nr. Saloinons Breiers Werdegang, ein Lebensbild IC —.00 Bambus B. Tie jüdischen Dörfer in Palästina IC — .80 Brabant Dr. Art. Das heilige Rom. Reich tentscher Nation im Kampfe mit Friedrich!den Großen * K 5.— B uchner EHe rh a rdt. K u l t u rgoschi ch tl i che interessante Dokumente aus alten deutschen Zeitungen K 0.— Blumcnthal. Jünglingsjahre IC 2.10 Bette:׳ S. AnsJ sraels Geschichte IC —.05 Bube:׳ Marti::. Drei Reden über das Jndentttn: K 2.40 Bern seid Dr. I. An: Ende des Jahrhunderts Juden nnd Judentum in: 10. Jahrhundert- K 3.— Braun Felix. Till Enlenspiegels Kaisertun: K 2.— Brücke Ernst Th. v. Der Säuget:crorganisinus K 3.— Berg Beugt. Der Secfall IC 3.— Braun Dr. Heinrich. Annalen für Soziale Politik und Gesetzgebung IC 2.00 Bausch Otto. Varuch Spinoza K -I.— Barchardt N. Das Gespräch über Formen K—.00 Constable Jon. Eine Selbstbiographie aus Briefen und Tagbuchblätterr: und Vorträgen K 3.00 Cajpori W. Die isr. Propheten K 1.20 .Coblenz Dr. F. Die jüd. Neligioin K 1.20 Chad Gadja. Das Peffachbnch IC 3.00 Delf Dr. Hugo. Die Geschichte des Rabbi Jesus von?!azareth K 3.— Dnlvid Gedichte K 1.30 Deinbitzer Salomon. Verlorene Welten IC —.SO Tie: 1)1 W. Bilder ans der hessischen Vergailgenheit IC 1.50 Dahlke Paul. Buddhismus als Weltans:Hauung IC 3.80 Dauthendy. Der Geist meines verstorbenen Vaters, Aufzeichnungen ans einem begrabenen Jahrhundert IC 2.50 Funk Dr. S. Die E::tsteh:«1:g d. Talmuds K—.80 Fischt Hans Dr. Mareschal Nstel K 3.50 Fichte Gottlieb, lieber den Gelehrten IC 2.— Froimnier Jakob. Ghettodämmernng IC 2.10 — Dr. Jakob. Salomon Maimonides LebenSgeschichte K 3.— Frankl Grün. Geschichte der Inden in Kremsier K 2.— Friedmann Elias. Der Zionismus im Geiste des Judentums IC 1.— Friedländer Dr. M. H. Das Leben und Wirken der Juden in Oesterreich in vormärzlicher Zeit K 1.00 Felix SSait* Prof. Haniurap: und das salomon.Recht K 3.20 Feilchenseld Dr. Alfr. Denkwürdigkeiten der Ollückel von Hanffmeln IC 5.—

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