Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVI (1915)
- Issue
- Heft 24 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Baku 1× ep/1000527
- Taganrog 1× ep/1000958
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mmmamsm ßWV^WWW €eht 6. ״SSW* •iMifflHRt•* Nr. 24. Wirdet Ihr die Jammergestalten sehen, die Dow überhaupt nicht zu finden; kein em-ziger sich bei uns zur Verteilung drängen, frierend in, Jude ds-Äorfes Kushi wurde -gehängt «noch füsiabgetmgenen Sommerkleidern, die Schuhe uhne'liert, noch überhaupt wegen Verrates vor ein Sohlen, Ihr würdet den! Mahnruf Eures guten,Gericht gestellt; der russische Truppenteil mit dem Herzens folgen und, ohne viel zu überlegen, ein befehlsl)aben.d>en Offizier und dessen Gehilfen Paket niachen und es der Brockensammlnug für jüdische Arme (Lerchenfelderstraße 71 senden. Nächsten Dienstag um! 2 Uhr findet wieder Verteilung statt. Werden wir recht viel zmn Verteilen haben? Ich skizziere einige der Bedürftigen, die auf Hilfe rechnen, aber bei der lebten Verteilung nicht mehr bedacht werden konnten. Nie werde ich den Jammerblick eines alten Lehrers vergessen, der •um einen Nock bat, da er .imi seinigen versetzt hatte, um für d. Kinder Brot ^zu schaffen; der viel zu enge Rock, den er trug, gehörte einem Leidensbruder, der ihu. ihm geliehen. Ein Kind auf dom Anne, zwei an der Hand, /sehe ich eine junge Frau, deren gramverzerrte Züge eine nur zu deutliche Sprache rede!:. Ihr Mann ist seit Kriegsbeginn in Feindesland; ihre jfüuf ältesten Kinder sollen morgen eingeschult werden; ״aber", gesteht sie weinend, ״ich kan>u sie nicht zur Schule schicken, sie haben keine Kleider; vier waren Vorzugsschülcr. Es tut mir in der Seele Weh, wenn, ich sie jetzt zurückhalten muß!" Ja, wem! täte das Elend dieser armen Frau nicht auch in der Seele Weh? Wer,, der helfen kann, würde nicht gerne helfen wollen? Solche Fälle könnte ich in endloser Zahl ׳neunen; aber der diesen Zeilen zugeinesscne!Raum verbietet die Anfzählnug. Mögen edle Menschen es uns ermöglichen, bei der aim Dienstag ׳stattfindenden Verteilung viel Gutes zu tun! Jda Barber. Runllfchau. An die nationale Jndenschaft! Zuin drittenmale ve'vnehmen wir den dringen.den Nus des. Staates zur Zeichnung der Kriegsanleihe. Juden! Euere Pflicht habt Ihr beim gleichen Anlaß schon zweimal getan: tut diesmal mehr! ״Gut österreichisch" ist von jeher jüdische Tradition; ein׳ starkes Oesterreich ist auch zur Entwicklung des nationalen Judentums notwendig. Juden! Arbeitet mit aller Energie an den: Erfolge der .Kriegsanleihe! Das Exekutivkonlite der Zionistischen Partei Oesterreichs. Ein russisches Kultur-Dokument. Als die russischeil Truppen die erstell Nieder- .lagen im. Gouvernement Kawn-o und iui Weichsel- Vyebil't erlitten hatten, veröffentlichte die russische Negierung nachfolgende Bekanntmachung über ließen sich int Hause des Juden Kibart nieder, der .shnen die genauesten Angaben über die Deutschen machte, die dort vorher eingedrungen waren Mid sie auch vor einem lleuen Einbruch der Deutschen warnte, der ׳mich seiner Meinung nahe bevorstand; tatsächlich hatteil die Deutschen kurz nach Ankunft der Nusseil die Beschießung des Ortes erneuert, wobei das Haus des Juden Kibart m Brand geriet; auf Befehl des Chefs des russischen Truppenteils halfen die Soldaten bctit Juden Juden, daß die Rundverfügungen des Ministers des Jnnevu nicht befolgt würden. Befouders in Taganrog und Baku 'würden weder jüdische Faibri kanten noch jüdische Arbeiter geduldet, bä die Runderlässe für diese dem Goncralstab unterstellten Provinzen angeblich nicht maßgebend seien. Vom russischen Jndenelend. Njetsck nleldet: Die Regierung hat die Verbreitung voll Pogromliteratur der echtrnssischen Leute in b־cn Lazaretten verboten, um die Gemüter!licht gegenctuander!auszureizen. Die jüdischen Flüchtlinge lnüssen trotzdem in den Lazaretten die schlechteste BelMdlung erleiden׳ und Beschimpfungen und Mißhandlnugen erdulden. Kibart uuddessen Angehörigen,^ sich aus dettt^ Wohlhabende Juden baten um Entlassung aus brennenden Hause zu retten; bt׳c Juden des Dor- Lazarett, weil die Behändluug unerträglich fes Kushi flüchteten vor den! deutschen Artllle- ^i. Die KrMlkeupflegeri׳nu.eu wenden für Juden rieseuer zusaunuen mit dem russischen Trüppcn- ,״״x Schimpfnamen und niemals den richtigen teil; sie wurden den ganzen Weg von befehlsha- Narneu an bendcn Offizieren in Schlitz genommen und auch ' . die Mannschaften leisteten ihnen jegliche Hilfe Die Not der galizischen Inden in Sibirien^!für die den! Truppenteil während seines Aufentist unbeschreiblich groß, schreibt das ״Berl. Tag- Haltes im Dorfe erwiesen Dienste. n | bl." Die jüdische Gemeinde tu Tom!sk hat eine Die Untersuchmlig wurde van den Militär-, Bittschrift an das Jrkutsker Hilfskomite gerich- Uuterfuchungsbehörden unter Aufsicht des Mili-, tet, worili gesagt wird, daß Tausende von Juden, itär-Stiaatanwaltes durchgeführt. Der bic 1111111 auf administrativem Wege ans Galizien rat, der in privater Sitzung vom offiziellen Er-nnd Russisch-Polen zur Internierung bis Mit) gebnis der Untersuchung Kenntnis nahm, faßte: Kriegsende nach Sibirien gebracht habe, halb beifolgcilden Beschluß: | kleidet und unbeschnht angekommen seien. Mit Uin kein Mißtrauen, zu den. Behörden zu Verzweiflung im Herzen und flehenden Bitten erwecken, die Angelegenheit auf sich beruhen um Hilfe äüf.den Lippen haben diese Tausende Wissen, auf privatem! Wege jedoch (nicht vermit-, Tomsk, passiert Unbefriedigt hätte inmi sie weitels eines Rundschreibens Maßnahmen ergreifen^terpassierci! lassen müssen, kaum daß msau das die Pcmichiden (Trauergottesdienst) einzustellcn, -,Nötigste für den Weg hätte verschaffen können.׳ die überall im Reiche für die Seele des ״Obersten, Diese Tausende von Unglücklichen flehen uni Miwilow" veranstaltet werden, des ״Sklaven Hilfe. Jetzt kommt der ׳strenge Winter und sie Gottes, der durch Verrat der Juden dien Märtyhaben nichts, womit sie sich der bitteren Kälte srertod erlitten hat". (! widersetzen könnten. . Es erübrigt sich! Wohl, diesem Dokmnent!auch!nur ein Wort hinzuzufügen. Das Bairamfest der Mohammedaner. Meinem im ״Berliner Tagblatt" Nr. 40g Horrefpontlei^m. Jüdischer Turnverein ״Makkäbi" in Brünn. )er Turn,rat bringt zur Kenntu׳is, daß der regetjb. I. veröffentlichte und in der ״Jüdischen Volks-, mäßige Turnbetrieb am 20. September 1915 bestimme" Nr. 28 reproduzierten Aufsiutz unter ginnt. diesem Titel ergänzend, werden wir nicht fehl-, Olmütz. Die jüd.-akad. Ferialverbiudung _ . . , ״.״ Kadettaspirant in den Kämspfen in Osthen. Denn auch dieses Wort, welches in der jüdlgalizien den Heldentod erlitt. Ein überaus kluger kchen Literatur der nach mohammedanischen Zeit ^nd .charakterfester Mensch ist mit ihm dahingesich Nachweisen läßt, bezeichnet ebenfalls das erste gangen. Die Eltern verlieren durch seinen Tod Hervorbrechen des Mondes oder den. Neumond. cju anhänglich zärtliches Kind, die Verbindung Wenn niau bedenkt, daß ״Baimm" (vom Psxst-.'einen treuen Bundesbruder, das jüdische Volk kchen Biram gleich Bohrer) das Erscheinen des einen verheißungsvollen Sohn. Mondes nach Ablauf des letzten Tages i!nj Wien. (Auszeichnung.) Der k. k. Hof- und Ehrenzeichen ׳^W'vruug mwijif.uifleuw weran.nrmamun!g uoer nicht der Annahme verschließen, daß auch Oie,■ <tr.״^,.«aeunchneh Herr Hosvbatoaravb di° B°d.utüW di-kesDM kannte» »ffiziellen Orga׳n der Heeresleitung westlichen Front ״Unser Bote" nnd im Regie- Vnngsan!zeiger erschien und alsdann überall im ^Reiche neben den neuesten Kriegsdepeschen ,als A׳nschlag ausgchängt wurde: ״Die Juden des Dorfes Kushi versteckten in /ihren Kellern deutsche Soldaten, die in dieses Dorf eiugedruugen waren; vor. dem Chef dies l'llssischeu Truppenteils, Obersten Wawilow, hatlteu die Juden diesen Umstand geheimgehalten. In der Nacht führten sie die deutschen Soldaten laus den Kellern und der ganze russische Truppen- ,teil mit dem Obersten Wawilow an, der Spitze -vur.be von den Deutschen meuchlings niedergemacht. Mit den Juden dieses Dorfes, die direkt an Hochverrat beteiligt w^ren. wurde aus Grund des Kriegszustnudes rücksichtslos nach Gesetz perßahren, die übrigen wurden zur Verbannnng verurteilt." Mitgliedern der sozialdemokratischen Frakt>on der Neichsduma gelang es nun vor Kurzein, etne offizielle Untersuchung dieser Angelegenheit herbeizusühren. Hier das Ergebnis der Untersuchung, sowie es in den offiziellen Akten buchstäblich lautet: ״ ׳Im Dorfe Kushi gibt es blos drei Häuser, deren Eigenti'nner Juden sind; im ganzen Dorfe gibt es lveder bei Juden noch bei Christen irgendwelche Kellerräume; in! Verzeichnis der Offiziere der nordlvestlichen Truppen sowie auch in den! betreffeuden Verlttstlisten ist ein- Oberst M,lvilwte Friedmanu von allen Seiten Klagen der gogen eiuführten. Denn der syuagogale Ritus übernahm aus dem, arabischen eine ganze Gruppe pan Begriffen und Ausdrücken, die ich in!neiueit diversen Arbeiten zur Genüge auseinandersetzte. Hier mögen vorläufig zwei Beispiele, statt vieler Platz fiuden. So erkenneil wir im Worte שמש ״Schaums" das arabische Wort Schamos-.Kirchendiener und im Worte ״Chasan" חזן das arabische Mort ״Chasiu״ "׳Wächter" wieder. Jede andere Deutung (von schomesch-bedienen, jbzw. chasa-sehen) ist unzutreffend?) *) Talmud, Traktat Josna 87 b, erwähnt ״Chasan" als Tempelwächter. Auch das Wort ״Schaums" ist in der mohammedainischen Literatur nachweisbar. Dr. I. Eisenberg. Ein jüdisches Schwarzbuch. Das Orgauisationskomite für den geplanten amerikanischen jüdischen Kongreß will für diesen xin sogenanutes schlvarzes Buch zusainmenstellne, in den!! alle Leidn, die die Juden Rußlands lvährend der Kriegszeit erlitten haben, registriert werden sollen. Dies Schoarzbuch soll, so sagen die Einbornfer, mehr als alle anderen Weiß-, Blau- und Grünbücher die gesittete Welt erschüttern und Tus Gelvisseu Europas Wecken. Die Jndengesetzgebung. zufolge erhält der jüdische Abgeordmeiner Beliebtheit und Wertschätzung. Der k. k. priv. Gisela-Verein, Lebens- und Allsstelier-VelßcherlUlgs-Anstalt aus Gegeuseitigkeit, hat in Oesterreich und Ungarn-viereinhalb Millionen Kronen gezeichnet und insgesamt für sämtliche Kriegsanleihen in Oesterreich, Ungan! und Deutschland 12 Millionen Kronen. Oücbeck»e8pr^cbung. Die schöne patriotische Rede die Rabbiner Hirsch Horowitz am 18. August 1914 iu der Synagoge zu Dukla anläßlich des Goburtskiges Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. vor einem zahlreichen Publikum und im Beisein der Herren des k. n. k. Kriegspressequartiers n׳ud dereu Komniandanten Seiner Excellenz General- Major Max Ritter von Hoen, gehalten, und in sämtlichen Zeitungen des Inu. Auslandes von deren Inhalte seinerzeit mitgeteilt wurde verläßt jetzt die Druckpresse. — Die Rede wird vom Verfasser Seiner Excellenz Gen.-Major von Hoen gelvidmet. — Am Eingänge der Rede wird das frolvndl. Schreiben au Rabbiner Horowitz, in welchem Seine Excellenz die Widmung auuimmt veröffentlicht. — Die Rede ist durch den Buch- und Kunstverlag Max Hickl Brünn, zu beziehen.