Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1915-09-07 · Heft 22 (7.9.1915) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVI (1915)
Issue
Heft 22 (7.9.1915)
Date
1915-09-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2621806-2621945-2621967--3297-2624475
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

mfcü. 4m Xi» 28 »S»»rW Sette. 5 einsetzenden deutsch-österreichischen Patriotischen Fluche nur zur Hälfte gebracht. Das ist so als Aufklärungsarbeit zu dienen. Die Zuschriften würde jemand sagen: ״Du zitierst aus Göthes stehen einer geschätzten Redaktion jederzeit zur Faust und zitiert nicht den ganzen Faust". Man Verfügung . Daß der Artikel bis jetzt von vier inführt eben nur das zu״, Gegenstand Nötige an. und ausländischen Zeitschriften und Tageszeit״״-; Uebrigens kommt diese Parabel zweimal vor und denen wir wissen, Tausende, die wir nicht finden können, -in den Karpathen und an der See, in den Höhen und in den Niederungen. Nicht umsonst dürfen wir sie geopfert haben. Wir dürfen nicht verzweifeln ob der Fülle der Opfer, wir müssen gen abgedruckt wurde sei nur nebenbei bemerkt. I dabei einmal in so kurzer Weise wie ich sie bringe.' Kraft und Mut an ihnen gewinnen, einen neuen .. inn in die Welt des Geschehens, des Tuns und zu legen. Aufersteheu soll daraus kräfti- Wenn jemandem gesagt werden muß, daß Wer im Midrasch Bescl-eid weiß, weiß es ohnehin . Sinn ii dessen Ausführung ״bei denen mit der biblischen! und weiß auch, daß die Fortsetzung dem von wir׳ Leidens Geschichte vertraut sind nicht geblieben ist" so ist es Herr Dr ohne Widerspruch! angewendeten Sinne durchaus nicht widerspricht.' ger der deutsche Geist, der da einsieht, daß ein . K. Die Bibel be-> Auf die Pauschalanschwärzung, als enthielte Anhauch neuer Kraft auch von den Gräbern der Prophet Michaja warnend voraussagte, ein kläg-! famose Ton sei,!es ״Eingesendet" nicht 1m geliches Ende fand. Daß Ben-Hadad ein sonst, ringsten an, da er von einer Selbstverherrlichnng treubrüchiger, " ' י ׳ ׳ ׳'י..י׳ ^.י die weil In meinem Vergleich mit der Geschichte des iw-, liegt׳ mir die Bibel von einigen Kapiteln früher lienischen Krieges gegen Oesterreich wird denn ׳ "wz,,sehen oder vielleicht bei Grätz nachzulesen. auch gar nicht die Nolle Oesterreichs mit Ben- Hadao aus Ara,״-Damaskus, sondern nur das scheint Herrn Dw K. ii, der Aufregung entgan- UN zu still — das Vorgehen Italiens in seiner Sündhaftigkeit und Verblendung, mit dem des Achab veriglichsn. Dabei tut es durchaus nichts und ,nacht das Geschrei des Herrn Dr. K. ganz Überflüssig, daß da als der gottvergessene und lügenbetörte Teil gerade der König des da-maligen Israel erscheint. Jeder in der Bibel sich wirklich Auskennende weiß, daß der götzendienerische, Israel verleitende Achab, der Gatte der ruchlosen Jsebel, derselbe ist den, Elia das gegen ihm gebrauchte Wort ״Ancher jisroel" ״Verderbebringer Israels" zurückschleuderte und das kein Grund porliegt ihn von Seite eines Rabbiners besonders iit Schutz zu nehmen. Zwar hat er auch einmal Neue u. Butze gezeigt, allein das Verderben, das er ׳angerichtet, war doch gar zu groß und konnte nur ׳mit der Ausrottung seines ganzen Hauses gesühnt werden. Es ist nicht einz,,sehen weshalb man mit dieser offenen Tatsache der heiligen Schrift hinter den Berg halten soll. Gerade in der objektiven Offenheit liegt die Größe der Bibel und nur historisch sehr naive und kindisch angstliche Gemüter können hieraus befürchten, daß ״es ausschaue, als könnten nur noch die Könige von Juda und Israel so treulos handeln". Eine geradezu lächerliche Auffassung. Als ob die Bibel nur von jüdischen Königen solcher Art berichtet. Sie brandmarkt das Schlechte bei Jedem bei dem es sich vorsindet und eben auch bei den Bekenner״ Israels. Jeder ehrliche Nichts ״de muß gerade hierüus den erzieherischen Wert, die Treue und Ehrlichkeit der Bibel und ihrer ältesten Beken- ״er, d. h. der Juden ersehen. Bei etwas mehr geschichtlichen, Sinn und etwas weniger wortklauberischer Bess-erwisserei hätte '־'־ Was soviel heißt: ״Tn hast von der Bibel keine Ahnung, lies sie oder wenn du sie nicht i׳m Original zu lesen vermagst, lasse dich aus einer Uebertragung belehren". Ob bisher Wohl schon bei uns in Oesterreich ei׳n Rabbiner seinen, Kollegen so etwas zugerufen hat! Ich habe zuviel Achtung vor dem Nabbinatssitz in Salzburg, den ich viele Jahre zu bekleiden die Ehre hatte, um da noch ein Wort hiuznzufügen. ״Wehamevin jovin" lautet ein hebräischer Spruch. Mit Hochachtung und Tank für die freiindliche R a u mbe r e i t s chaf t ze ich,, e t Dr. Adolf Altmann Rabbiner in Meran. vielleicht nur von ihnen kommt: Gräber gibt, gibt es Auferstehun- Aufruf! Für nachbenannte Personen aus Amerika von ihren Verwandten und Freunden Geldsendüngen eingelaugt: Für Johann Aguitsch, Lienfeld, Nr. 05, Post Gottschce Unt. Krain von Henry Gergoleit, Oueen Av. Glen Morris P. O. Wood- Häven; für Meier Haloti, Zborow bei Zloczow (Galizien) von Sign,und Heller, 81. Union Squaro New-Uork; für Frieda Davidmann bei Wolf August, Boryslaw, (Gal.)-von Alex. Hammermann, 817 Cromnius Avenue New-Bork; für Chana Muschkatenblut, Chokowa Jenjaif von Abraham Muschkatenblut 2821 Colerein Av. Ciucinati, Ohio; für Moses Lipschütz, Waschkontz a. Czeremosch Bukowina von Salomo״ Lazor, 1888 Brook Av. für Herrsch Sanowicz, Gurahumora Bukowina vod I. Stein, 210 E 18 Th Str. 9tew-Z)ork; für Ernestine Menczel bei P. Pecher W/iznitz a. Ezeremosch, Bukowina, von Alfred Menczel, c. o.?). Folk 44 E 28 Str, New-?)ork; sich mein werter Gegner nicht zu den erkün-'i״r Shia Zuckerbrod, Wloczlawek Gouv. Warstelten ״heiligeifrigen" Worten verstiegen: ״Ich'schau von S. Schneidermann,!718 Henry Street kann eine solche Verkennung der biblischen Ge schichte nicht ruhig mitansehen". Auch den ״Prolest" den er dagegen einzulegen meint, daß die biblische Geschichte in den ZeitmMn und Artikeln zu polemischen Zwecken geändert wird" hätte er sich bei etwas mehr Bescheidenheit ruhig in der Tasche behalten können. Alle Achtung vor Tr. K. aber seine Leistungen auf geschichtlichen, Gebiete haben ihn, gewiß noch kein Recht zu Protesten gegeben und gegen Verkennungen und Veränderungen heiliger Werte sollte sich jederman erst selber Prüfen. Ob er es mitansehen kann oder nicht ist und bleibt die Bibel dennoch auch dazu da. in frohen und in schweren Tagen unter die Menschen getragen zu werden. Durch Beispiel u. Gleichnis.aus ihr geschöpft kann die edelste Erziehung und Standhaftigkeit für die wechselvollen Situationen des Lebens erhielt werden. Auch in Zeitungen gehört sie so. Das hat gerade unsere große, schwere Zeit in, schönsten Sinne wieder erkannt. Freilich geändert darf nichts in der Bibel werden und auch nichts an Allen, was mit ihr zusammenhängt. Wenn sich das nur jeder inerken wollte und zwar nicht blos wenn es sich blos um Worte handelt. Das in einem Zitat .aus der Bibel bedauerlicherweise zwei Morte fehlen, wird jeder Fach״,an als äußeren Zufall erkennen. In meinen, Manuskripte fehlen sie nicht, das hat die Maschinenschreiben״ in S. auf den, Gewissen. Zu einer mit soviel Pathos vorgebrachten ״evnstlichen" Richtigstellung liegt aber durchaus kein Grund vor». An, ergötzlichsten finde ich die ich hätte die Parabel von der Lüge u. den,! Brooklyn. ן Anspruchsberechtigte!vollen sich unter Beib'rinaung von Jdenlntät-i-papieren persönlich täglich (mit Ausnahme von tag) von 11—1 Uhr vorm, oder schriftlich au oen Unterzeichneten wenden. Auch werden dritte Personen, die um den Aufenthaltsort einer der genannten Personen!visseu, um Nackwicht ersucht. K. k. Reichsratsre-visiir Rudolf Taussig, Zionistisches Zentralbüro, Wien, U, Zirkusg. 88. Geopferten, ״Nur wo es gen". Im Verlage Georg Müller, München, ist •eine treffliche Biographie Salamon Maiinons erschienen. (Lebensgeschichte Salamon Maimons von Tr. Frömmer.) Frommer entwirft in den, Buche teils nach zeitgenössischen Berichten, teils ״.ach autobiographischen Aufzeichnungen Salainou Maimons selbst ein ausführliches und getreues Lebensbild dieses Hervorvagenden Mannes, welcher zu den interessantesten Erscheinungen des jüdischen Lebens der Neuzeit zählt. Maimons unfreiwillige Flucht aus Berlin, seine Bekanntschaft mit Moses Mendelsohn, vor allen, aber sein-eminenter Wist sensdurst und seine Vielseitigkeit werden hier treffend gewürdigt. Das Buch ist die erste ansführliche Biographie Salamon Maiinons, *des ׳Juden, Gelehrten, Philosophcr, und Zweifler, welcher zu den revolutionären und sich durchsetzenden Naturen gehört, wie sie das Juden tun, von Zeit zu Zeit hervorbringt. ״Der Krieg und die Frauen" von Thea von Harbou. Preis Mark 1.80, Verlag I. Cvtt.a, Stuttgart. In den, recht empfehlenswerten Buch gibt ״ns die Verfasserin in acht Erzählung״, die stilistisch sowohl als inhaltlich sehr gediegen sind, ein anschauliches Bild von dem stillen, ober umso größeren Heldentum, welches die Frauen heute durchmächei, und trotz der nationale״ Gesiuuuug, vor, der das Buch getragen ist, n,uß ״,an beim Lesen desselbcn nicht nur mit unseren Frauen, Müttern, Töchtern, welche ״in ihr Liebstes baugen, wahres Mitgefühl bekommen, sondern auch •mit alt den Frauen in Feindesland, welche vom Kriege so hart betroffen werden. Aber nur die deutsche Frau wwmag es, nicht nur zu verzichten und zu sorgen, sondern auch de״ oft bitteren Verzicht und die bange Sorge hinter einem Lächel!n zu verbergen, welches umso schmerzlicher nach innen ist, als es nach außen heiter sein inuß. Wenn man von den schlichten und doch so innige״ Novellen, die durch den Krieg tausendinal verwirklicht werden, wie Verallgeniei.iiung wacht, dann ergibt sichein ergreifendes, ja überwältigendes Bild von der großen Kraft, die einem Frauen- Herzen innewohne״ kann. Treffend sagt d. begabte Autorin in der Einleitung: Die Frau von heute, die sich ״ach großen!Aufgabe״ sehnt — hier findet sie die größte: Trägerin der Zukunft soll sie sein. Denn der seelische Einfluß dev Frauen ist der Boden, auf den, unsere Jugend herauwächst. Das!Volk, dessen Mütter ihre Söhne zum höchste״ ״-•mnmn n,w! PZichtbewußtsein gegen das Vaterland erziehen, -fliimmi II"» MrE״ zu jeder Stunde bereit sind. Hi,״ das Liebst^ das sie haben, zum Opfer zu brin- Jtacfter&cspvicfiung. Staaten 1 Mark. Friedrich Nietzsches Meinungen über und .Kriege. Von Tr. Mar Bvahn. Preß Verlag M. Kröner, Leipzig. Eine ebenso interessante als gehaltvolle Broschüre, in der der Autor an der Hand von Aussprüchen Nietzsches den Beweis zu erbringe״ versucht, daß dieser gewaltige Krieg nicht unnütz geführt wird und zur Volkes beitragen wird. Erhöhung des deutschen gen, das darf der Zukunft stark und getrost cntgegen scheu. Es ist gerüstet. In der Einleitung zu der vortrefflichen Gedichtsammlung ״Seele, die du unergründlich" hevausgegeben von Floskamp (broschiert 4 Mk.), Verlag Josef Kösel, München) sagt der Verfasser: Diese Anthologie sollte das Reifste an Seelenoffenbarung, das die deutsche Lyrik birgt, vermittel״ allen denen, deren Seele verlangt nach solcher Zwiesprache, die nicht Genuß ׳nur sein wird, sondern auch Wirkung aufs Leben, die der Lyrik fälschlich abgesprochen wird von jenen, die noch nicht erfaßt haben, daß echte Lyrik nichts anderes ist als Offenbarung derjenigen seelischen Momente, die im Leben die tiefsten Wirkungen haben, unter deren Einfluß sich geradezu die feinsten seelischen Wandlungen vollziehen! — Und Mr können die Lektüre! schon ״ach kurzer Lektüre erkennt man, daß das dieses ausgezeichneten, geistreichen Essays Jeden,ן Buch auch hält, was es verspricht. Es sind .200!!,.׳ empfehlen, welcher diesen Krieg auch von, anderen, mit auserlesenen, Geschmack zusammenaestellte als materielle״ Gesichtspunkte ans beurteilt.,-Gedichte fast-aller größeren deutsche״ Dichter und Sehr schön sagt Brahn -an, Schluffe seiner Aus-,!vir können das Buch welches man oft n. immer führungen: ״Ringsherum liegen in ganz Europas mit Vergnügen zur Hand nehmen wird, Jedem *1, Tausenden deutsche Helden begraben, der Gräempfehlen, der sich inmitten des Lärmes und der ber gibt es schier unendlich, an denen wir stehen Brutalität der Gegenwart!,ach einer reinen und in hoffnungsvoller Trauer. Der frischen dentzu Herzen -gehenden künstlerischen Erholung sthen Gräber gibt es gar viele Tausende, von sehnt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.