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Jüdische Volksstimme · 1915-04-10 · Heft 12 (10.4.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVI (1915)
Issue
Heft 12 (10.4.1915)
Date
1915-04-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6. »SIMM* Rr 12 Psalm 13, ein Anerkennungs- und Dankschreiben zukommen lasten. Mannheimers Ansicht über die Mesiiashofsnung des Judentums. Von Dr. M. Friedländer, Wien. (Schluß.) Ungefähr 14 Monate später, am 18. März 1866 wurde Mannheimer, dieser allgemein gefeierte Lehrer in Israel vom Schauplatze seiner langjährigen überaus segensreichen Tätigkeit ins bessere Jenseits abberufen. Mannheimer wurde stets seines kristallreinen biederen Charakters, seiner hohen Begeistevung für die Lehre und Ehre Israels, seiner großen Bescheidenheit, Friedfertigkeit, Anspruchslosigkeit, unvergleichlichen Herzensgüte und Uneigennützigkeit wegen nicht nur in liberalen, sondern auch in streng conservativen Vorurteilsfreien Kreisen hochgeehrt, geschätzt, gewürdigt und gefeiert. Seme Großmiut war grenzenlos. Es kam nicht selten vor, daß er selbst fanatischen Chastidim — die ihn hinterrücks verketzerten — so oft sie nach Wien kamen und an seine Munificenz appellierten, mit Rat und Tat hilfreich zur Seite stand. Die größte Freude bereitete es ihm, wenn er Gelegenheit gefunden, strebsame Jünger der Wissenschaft fördern zu können. Mit einem Worte, er war ein edler gottbegeisterter Lehrer in Israel, ein echter und rechter Priester ohew scholom werodew scholom׳, er liebte den Frieden Wer alle Maßen und vermied sorgfältig alles das, was geeignet war, Zerklüftung im Innern der Gemeinde Gottes hervorzurufen. Ich spreche hier aus eigener Ueberzengiung, denn während meiner Studienjahre in Wien hatte ich Gelegenheit genug, mit den Chochme Wma, damaligen Wiener jüdischen Gelehrten, besonders mit Mannheimer, häufig in Berührung zu kommen. Aiuf sein Verlangen besuchte ich ihn fleißig und jedesmal konnte ich nicht genug seine Geistesschärfe, seine Herzensgüte, wie überhaupt seine echt Priesterlichen Tugenden bewundern.*) Es kann aber auch nicht geleugnet werden, das; dieser gottbegnadete Lehrer in seiner Gemeinde, die er zu einer Mustergemeinde gestaltet hatte, stets wie ein Heiliger verehrt und gefeiert wurde. Heute, nach fünfzig Jahren, wird sein Name in Wien mit der höchsten Ehrfurcht genannt und sein Andenken hoch in Ehren gehalten. Als elf Jahre nach seinem Tode, am 26. März 1876, das fünfzigjährige Jubiläum des israel. Tempels der inneren Stadt Wien gefeiert wurde, hielt Mannheimers Nachfolger, der weltberühmte hochgelehrte Prediger Dr. Jellinek, s. A., anläßlich dieses Jubiläums die Festrede. Vor *) Als ich im Jahre 1860 Wien verließ erich heute noch als eine Reliquie bewahre. Dashielt ich von ihm ein Empfehlungsschreiben, das selbe lautet: ״An meine Freunde! Herr Dr. Max Hermann Friedländer, aus St. Georgen, Sohn des dortigen Rabbiners, hat sich eine Reihe von Jahren hier in Wien mit allem Fleiße und Eifer den jüdischen Studien und Wissenschaften gewidmet und neuerlich durch Herausgabe der Schaalot uteschubot von Jsak de Lates ein Verdienst um die Literatur erworben und in den mit Umsicht gearbeiteten ausführlichen Erklärungen zu diesem Werke von seinen Kenntnissen entschieden Proben und Belege gegeben. Da er nun eben im Begriffe ist von hier abzugehen um sich in seinem engern Vaterlande Ungarn einen Wirkungskreis zu suchen, der dem jungen, fleißigen, strebsamen Manne zu wünschen ist, so kann ich nicht umhin, auf seine Bitte ihm diese Zeilen zur Empfehlung mitzugeben, mit dem Wunsche, daß sie ihm förderlich sein mögen. Wien, dm 10. Juni 1860. Mannheimer, Prediger." allem gedachte er in derselben jener Männer, die sich als Begründer der Gemeinde und des Gotteshauses Verdienste erwarben. In erster Linie wies er auf den sel. Prediger Mannheimer hin, indem er sprach: ״Nur einem dieser Väter, welcher vor elf Jahren, am 18. des Monates März, von der Erde geschieden ist, habe ich in das weitgeöffnete Auge geschaut und acht Jahre lang vereint mit ihm in dieser Gemeinde gewirkt. Seht Ihr ihn noch dort oben vor der Bundeslade mit dem weitzschimmernden Zeichen des ehrwürdigen Greisenalters? Geist, sprudelnder Geist durchströmte sein ganzes Wesen, der in lebensfrischer Beweglichkeit noch im hohen Alter sich offenbarte, Mut und Unerschrockenheit redeten aus seinem Antlitze, streng und ernst, wie das alte Prophetenwort, floß die Mahnung und Zurechtweisung von seinen Lippen, bald dmnpf grollend wie der Donner mit der tiefsten, bald hell aufschreiend in: Tone der Entrüstung mit der höchste Stimme, bald klagend wie Jeremias über den Verfall der alten guten Sitten, bald aber auch weich und sanft klingend mit der Rede Jesiaias, um sich selbst und seine Zuhörer über die Zukunft seines Volkes zu beruhigen." Zum Schlüsse will ich nur noch bemerken, daß der sel. Prediger Mannheimer, als der sel. hochgelehrte äußerst fromme Samson Raphael Hirsch, gew.. Landesrabbiner in Emden, am 80. Mai 1847 als neugewählter mähr.-schles. Landes- Rabbiner seinen feierlichen Einzug in Nikols- 'bürg hielt, von der altehrwürdigen Nikolsburger Gemeinde berufen wurde den neuen Landes- Rabbiner zu installieren. Hieraus ist doch klar und deutlich zu ersehen, daß Mannheimer auch in streng conservativen Kreisen sich der größten Achtung und Beliebtheit zu erfreuen hatte. Vermißte. Sender Nenmann, Tischler aus Kolomea, Mokregasse, sucht seine Frau Anna und ihre Kinder Chana und Tewel. Briefe an Rudolf Beck Schulleiter in Neu-Rcmßnitz, Mähren. AusMthmsofferte. ' Zu beziehen durch den ״Jüdischen Buch- und Kunstverlag" in Brünn, Adlergasse 9. Back Jg. Will). Gyula, Wohin Wieso, Wozu, Antrittspredigt, Parsche Theruma 1867 0.80 Bernfeld Dr. S. An: Ende des Jahrhunderts III. Juden und Judentum im 19. Jahrhundert, anstatt K 8.60, K 1.80. Biach Dr. Ad., Brüx, Rede an der Bahre Dr. I. Grotte, Brüx 0.30 — Grabrede an der Bahre der Frau Karoline Spitz 0.30 — Erinnerung zum 700jähr. Todestag des Moses Maimonides 0.60 /Larlebach Dr. S. Lübeck, 4 Predigten zum Wochenfeste 0.60 Cohn Dr. Emil, Berlin, Mein Kampf ums Recht 0.80 Eisler Leop. Eiwanowitz, Beiträge zur rabbinischen Sprache und Altertumskunde 0.80 Frankl-Grün Dr., Kremsier, Der Weg zu Gott, Festrede bei der Einweihung des Jubilämnstemp^l in Kremsier 0.60 Friedländer Dr. M. H., Die hervorragensten jüd. Neligionsphilosophen und Dichter im Mittelalter 1.60 Funk Dr. S., Boskowitz. Das Grundprinzip des biblischen Strafrechtes nach Maimonides und Hofrat Müller 1.— Geyger Dr. Abrah. Unser Gottesdienst. Eine Frage, die dringend Lösung verlangt 1868 1.— Grünwald Dr. M., Jungbunzlau, Ueber den Einfluß der Psalmen auf die kath. Lithurgie 1.20 Guttnlann Bela, Oberkarltor, denr Andenken gewidrnete!Nachrufe 0.60 Hillel Dr. F., Leipnik, Festpredigten, 1. Tag Pessach, Die wahre Freiheit, Das Licht in der Finsternis, 7. Tag Pessach, 1. Tag Schewuos, Weiherede 0.80 Hirsch S. N., Schriften 3 Bände 16.— Hirsch Samuel, Dessau, Sechs Predigten1889, Antrittspredigt, Das geistliche Arnt ein Friedensamt, Pessach ein Schöpfungsfest d. Geistes Israel, Einheit der heil. Schrift, Der Name Israel, Israels Mission, Schebuothpredigt 1.30 Hoffmann Jak., Koste!, Die Bedeutung des Sabbat im jüd.-relig. Leben 0.60 \ Hoff Dr. E., Proßnitz, Die Empörung Korachs und die der großen Nation Sabbat Korach 1878 0.80 Horowitz Dr. I., Frankfurt a. M., Agudath Jisroel, Rede arn 2. Tag Sukkoth 0.60 Jellinek Dr. Adolf, Wien, Israels Sprache, Predigt Parsche Schoftim, 1869 0.80 — Predigten, 3. Teil 3.60 Jung Dr. Mar, Ung.-Brod, Rede zur Zeit der Reichsratswahlen 1911 0.60 Jüdische Gedanken. Es möge im Judentnme bald besser werden 0.40 Jirku Dr. Ant. Materialien zur Volksreligion Israels, anstatt K 4.30, K 2.15. Karpeles E, Eiwanowitz, Predigt zum 1. Tage des Wochenabschnittes 1862 0.80 Klotz Dr. W., Krankenbesuch und Trauergebräuche nach Bibel und Talmud 0.80 Lazarus Dr. Ludwig, Göding, Patriotische Reden gehalten an vaterländischen Festtagen 1.20 Lewin Dr. M., Nikolsburg, Gedenkrede bei der Enthüllung eines neuen Grabsteines für den Landesrabbiner Rabbi Mordechai Benet 0.70 — Patriotische Festreden 0.60 Lerner Dr. M., Altona, Der Leuchter, Festpredigt anläßlich des Negicrungsjubiläums Kaiser Wilhelms II. 0.60 — Festpredigt zur Erinnerung an die im Jahre 1863 erfolgte Emanzipation der Ju- Juden in Holstein 1913 0.60 Lipschitz Dr. Herm., Sieben Predigten, Antrittspredigt, Der Vermählungsabend, Schabes Schuwah, Sukkoth, Parsche Bereschiß, Chanuka, Parsche Schmoth, Parsche Schoftim 1.60 Löw Leopold, Szegcdin, Rede gehalten anläßlich der Rettung Sr. M. des Kaisers Franz Josef 18. Februar 1866 0.60 Löwy Dr. Gustav, Löcse, Worte der Trauer an der Bahre eines armen Buchbinders, 6668 0.60 Lucas Dr., Glogau, Die Wissenschaft des Judentums 0.60 Maybaum Dr. S. Jüdische Homiletik nebst einer Auswahl von Texten und Themen, anstatt K 10.50, K 5.25. Marken Markus. Die neue Religion. Ein moderner Roman, anstatt K 5.40, K 2.70. Markus Ahron, Hamburg, Die moderne Entwicklungslehve in der jüd. Wissenschaft 0.60 Maybaum Dr. S., Jüdische Homiletik 10.60 Meise! Dr. W. A., Pest, Die Brunnen Jsaks, Parsche Toldoth, deutsch-hebräisch 0.80 — Die Himmelstöchter und ihre Freier bei der Einweihung des neuen Tempels zu Pest 1869 0.80 Nachrufe für Dr. E. Adler 1.— Neuda Abraham, Loschitz, Auswahl gottesdienstlicher Vorträge, 1845 2.60 — Das Jahrhundert nach seinem Licht und Schattenseiten, Roschhaschono, Die Sterne, Sabbat Nachamu, Der Mond, Sabbat Elul, Wie erziehen wir unsere Kinder 2.— Niemrover Dr. I. Chassidismus und Zaddikismus, anstatt K 3.—, K 1.50. Placzek Dr. B., Brünn, Die Parteien in Israel, Predigt am 1. und 8. Pessachtage 1898 0.60 — Die Wächter der Lehre 0.60 Sellin E. Einleitung in das alte Testament, anstatt K 4.—, K 2.—. Sor Wilh., Wien, Trauerrede nach weiland Krön- Prinz Rudolf 0.60 Schiller M. S., Die erste Konfirmationsfeier im. Tempel zu Eperies 1846 1.— Schwartz Dr. Em., Prag, Wenn du in den Krieg ziehst. Predigt gehalten am 29. August 1914 0.60 — Predigt bei der Trauerfeier für den Oberrabbiner Dr. Nathan Ehrenfeld 0.60 — Predigt am 1. Neujahrstage 6668 0.60 — Büßpredigt 1908, Worte der Trauer für Herrn Rabbiner Dr. -Jak. Mühlfelder, Chemnitz 0.80 Tänzer Dr., Hohenems, Die Stellung des Judentums innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Menschheit 0.60 Thein Sal., Prag, Der Talmud 1874 1.— Walter Dr. G., Bromberg, Rede bei der Einweihung des jüd. Altersheimes in Bromberg im Jahre 1912 0.60 — Festpredigt bei der gottesdienstlichen Feier zur hundertjährigen Wiederkehr des Geburtstages Kaiser Wilhelm I., 0.60 Werner Dr., München, Rede bei der Trauerfeier für die Opfer der russ. Judenverfolgung im Jahre 1906 0.80

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