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Jüdische Volksstimme · 1915-02-17 · Heft 7 (17.2.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVI (1915)
Issue
Heft 7 (17.2.1915)
Date
1915-02-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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^SWNNWWW HW Beit* 0. «M»M V.M»l»»e.' M* 7 a&atf■—mm**•.■! ■■■—■!■.!!. .— itumifcftau. Die Bedrückung der Inden in Rußland. i,Rjetsch" enthält einen heftigen Ärtikel £i£>dc oas schwere Los der Juden in Rußland. Seit Ausbruch des Krieges wurde nichts getan, um das Los der Juden zu erleichtern, mit Ausnahme des Zirkulars, wonach Verschickungen von Juden einstweilen nicht stattfinden sollen. Im übrigen ist nichts geändert-.. Eitle jüdische Mutter kann ihren verwundeten Sohn nicht sehen, der irgendtvö krank im Lazarett liegt. Jüdischen Verwunbeten werden Anträge auf einen Aufenthalt zur Kur abgeschlagen. Die geplante Aufhebung der Pässe soll für Juden nicht gelten. Die Juden werden also nach wie vor rechtlos behandelt. Aus Warschau. Ein Komitee hat^die Speisung der armen UüchtliW, zuüwist Juden, und der unteren Bevölkerung unternommen. Die Stadt stellte 700.000 Rubel zur Verfügung. Man hat 40 Verkaufsstellen eröffnet, wo billige Lebensmittel abgegeben werden; ebenso werden täglich 26.000 Portionen Mittagmahl zu 86 Kopeken verteilt. Eine Kalamität bildet jedoch der verworrene Früchtenverkehr. Von den bestellten 600 Wagtzons Salz sind zwei t!ttgekm!line!1, von 600 WaggüNs Mehl bloß 800, von 120 Waggons anderer Lebensmittel bleiben 0 für die Bürgerschaft. Doppelt-Minjan im Schützengraben. Jtü ״®ctiw erzähli ein russisch-jüdischer Schriftsteller von seinem Besuche in einem — koscheren Hospital, von dessen 07 Patienten 00 religiöse Juden sind, welche sich koscher verköstigen. Ein verwundeter Soldat, ein hervorragender Talmudgelehrter, saß über einen mächtigen Folianten. Er erzählte, daß er einmal 20 jüdische Soldaten mit Tallis und Tefillin bekleidet zu einem Morgengebet im Schützengraben versannnelte. Der Rottenführer war sehr zufrieden und sagte, solches Gebet müsse erhört werden. . Die öst.-ung. Zionisten in Newyork haben einen ״roten Mögen Dovid"- Tag zugunsten der Wiener galizischen Flüchtlinge veranstaltet. Mädchen verkauften auf der Straße das rote jüdische Abzeichen. Der Reingewinn beträgt 6600 Kronen. Gang der Verhandlung der FrieRmskütiferenz nicht verfehlen wird. Hier wird jetzt für die Entente Stimmung .)U machen gesucht, indem schlimme Nachrichten über die Zerstörung der Kolonien in Palästina und Answeisüttg der Kolonisten verbreitet werden. Man bedenkt aber nicht, daß es gerade die jüdische-Presse der Entente ist, welche' die zionistische Sache bei der. türkischen Regierung durch die litr. Nätlietk dt׳r jnngjüdischen Idee getriebene Agitation verdächtig macht. Die englischen Juden tüten gut daran, die Palästina-Sache nicht zum politischen Instrument herabzuwürdigen. Die Lage der Inden in Rumänien. Tie rumänische Kammer hat den Gesetzent- Wurf über die Kontrolle der Ausländer mit mehreren Modifikationen angenommen. Eine dieser Modifikationen entspricht der von den rmnänischeu Juden vorgebrachten Bitte, daß das Gesetz ans die eingeborenen Juden keine Anwettdüng finden möge. Auf Antrag des Ministers des Innern, Mortzun, wurde nämlich eine Modifikation angenommen, welche besagt, daß das Gesetz nicht angewendet werden könne auf jene im Lande ansässigen Fremden, die nicht unter dein Schutze eines ausländischen Staates stehen U'ijb die die Militär- und Zivilbehörden als rumänische Untertanen betrachten. In diese Kategorie fallen auch die in Rumänien geborenen Juden. Ein blutiger Schlüsselbrief. Die ui Newyork erscheinenden ״Jüdischen Gazetten" veröffentlichen eine Postkarte, die ein Leser des Blattes aus einem Städtchen in Nussisch-Polcn erhalten hatte. Sie trägt den Vermerk ״Mit Erlaubnis der Zensur" und hat folgenden etwas rätselhaften Text: ״Lieber Bruder! Ich kann Dir nicht viel schreiben, aber wenn Du jedes Wort recht verstehst, dann weißt Du genug. Neamis Schwiegertochter hat hei uns Einkehr gehalten . . . Alle Mädchen im Städtchen find schon gut versorgt . . . Elf Juden sind erhöht worden . . . Ueberall, wohin Neamis Schwiegertochter kommt, gibt es ein großes Lachen . . ." Dem gestrengen russischen Zensor ist es doch entgangen, daß Neamis Schwiegertochter im Mischen Volksmunde Ruß (Ruth) heißt, von der die Amerikaner wohl wissen, wie sie die Juden .,erhöht" und Frauen und Mädchen "versorgt".. Mazzossendungen der amerikanischen Inden. Nach Newyorker Blättermeldungen haben die angesehenen jüdischen Großkaufleute Meneschewis Brothers in Cincinnati 40.000 Pfund Mazza für die jüdischen Kriegsnotleidenden gespendet. Die Spender beschlossen, hiervon 20.000 Pfund nach Palästina und 20.000 Pfund nach Russisch-Polen, Galizien und dein übrigen Oesterreich-Ungarn zu versenden. Es gilt als sicher, daß noch von anderer Seite derartige Stiftungen gemacht werden. Allgemeiner jüdischer Kongreß. Newyork, 28. Jänner. Das älteste jüdische Journal ״Tagblatt" hat die Idee eines allgemeinen jüdischen Kongresses aufgegrifsen und sie sehr eindrücklich propagiert. Es soll damit ein Forum geschaffen werden, das die jüdische Frage behandelt und die Forderungen des Gesamtjudentums formuliert. Die gesamte Oeffentlichkeit begrüßt diese Aktion mit Begeisterung. Die meisten führenden Persönlichkeiten Haben ihre Mitwirkung zugesagt. Rabbiner Dc. Klein, ein Ungar und Führer der konservativen ung. Juden in Newyork, schließt sich ebenfalls der Sache an. Die Palästinafrage sott ein wichtiger Gegenstand des Kongresses sein u. hat daher die -Zionistische Organisation zur Mitwirkung ein- " י Dieser Kongreß wird von historischer zeläde... '״׳׳. Bedeutung 1ן>.. ' indische Kongreß wird die Der allgemein^ "-י■ für den Friedens- Ansprüche des Judentum^ streben, daß In der letzten Nummer Ihres gesch. Blotkongreß vorbereiten, wird^ dahu* "'״rtreter tes beschäftigt sich ein Anonymus mit!»einer ms diesem Kongresse der legitimierte ׳־' .Person. Es ist nicht meine Gewchnheü aus ano- >es Judentumes hervorgehe und, selbst wenn am., ' ' Zuschriften zu reagiereil. Jü-dieseui Falle )er Ausspruch auf einen besonderen Vertreter! rrylm "111fy ^cr bin, )es Judentums bei der Friedenskonferenz nicht! fühle ich ... “'v mit ׳rfüttt wird, zumindest in dem Kongreß selbst!die Leiden mein. "׳1ך men Ausdruck des Willens des jüdischen Volkes allen Kräften zn lium. nrngemhm berührt,;^schaffen Haben, der seine Wirkung auf den ziehuug entstellten Worts Ein jüdischer Held in der Dankl-Armee. Der jüdische Zugsführer des 18. Honved- Jllfanterie-Otegiments, Nathan Vacha, erhielt für sein heldenmütiges Verhalten bei Rettung sehr bedeutender Munitionsvorräte, die von den Otussen außerordentlich stark bedroht waren, uachstehendes von General Dank! und dessen Stabe gezeichnetes Handschreiben: ״K. u. k. 1. op. Armeekommando E. Nr. 1268. An den k. ung. Zugssührer Nathan Vajda. des k. ung. Hon- Ved-Jnfanterie-Negimentes Nr. 18, Standort des 1. O. A. K. am 4. Jänner 1016: ״Sie haben zu wiederholten Malen im heftigen feindlichen Feuer den Munitionsersatz mit großer Tapferkeit und Umsicht dnrchgeführt. Ich belobe Sie hierfür im Namen des Allerhöchsten Dienstes." Die Drangsalierungen der algerischen Juden. Nach ״Guerre Sociale" sind 60.000 Juden in Algerien fortdauernden Unterdrückungen ausgesetzt wie in den schlimmen Tagen des Antisemitisml's. Zahlreiche indische Familien, die aus diesen׳ Grunde Algerien ver-Lassen mußten sind nach Frankreich gekommen, wo sie jedoch nicht die Hilfe fanden, auf die sie Anspruch haben, sondern weiter wie Ausgestoßene behandelt werden. (״Franks. Ztg.") Sehr geehrte^ Herr Redakteur! Ich erkläre, diese mir in den Mund m nicht gerade freundschaftlicher Weis-e gelegten Worte Nicht gebraucht zu haben. Im Gegenteile, ich wünsche und will nach meinen Kräften außer den bereits Volk mir für die galizischen Flüchtlinge gespendeten Sachen weiter bemüht bleiben, nach allen meinen Kräften die Lage meiner Brüder zu verbessern. Jakob Federmann, Boskowitz. Die Erklärung des geehrten Herrn Einsenders bereitet uns eine besondere Freude und betrachten wir diese Sache als erledigt. Die Red. Korresponllenzcn. Brünn. Jüd. Toynbechalle. Sonntag, den 21. Februar d. I. hält im Saale der Jüdischen Lese- Halle, Krautmarkt Nr. 7, .Herr Dr. Eckstein einen Vortrag über ״Der Weltkrieg in der Dichtung" mit Rezitationen. Beginn um 5 Uhr nachmittags. Budapest. Ungarischer israelitischer Handwerks- und Ackerbanverein. Der Direktionsausschuß hielt unter Vorsitz des Präsidenten Barons Dr. Adolf Kohner eine Sitzung. Vor der Tagesordnung widmete der Präsident Worte der Pietät dem Andenken der dahingegangenen Präsidentin des Pester israelitischen Frauenvereins Frau Witwe Anton Herzl, dem verdienstvollen Sekretär der israelitischen Landeskanzlei Dr. Josef Simon und dem eifrigen Ausschußmitgliede Moritz Lindenbaum, ferner den Vereinsmitgliedern Baron Peter Herzog, Armin Sandor und Michael Mauthner, deren Andenken im Protokoll verewigt wurde. Sodann beglückwünschte der Präsident mit herzlichen Worten den Vereinsdirektor David Kemenyi aus dem Anlasse seiner nach Vollendung eines vierzigjährigen Staatsdienstes erfolgten Allerhöchsten Auszeichnung durch die Ernennung zum königlichen Rate. Hievauf wurde dankbarst zur Kenntnis genommen, daß der Handelsminister zur Erhaltung des Vereins- Lehrlingsheimes einen Unterstützungsbeitrag von 8000 Kronen Angewiesen hat. Weiter sind folgende Spenden eingegangen: von der Ersten Ofen-Pester Dampfmühlaktiengesellschaft 200 Kronen, von der Fonciere Pester Versicherungsanstalt 100 Kronen; für die Gärtnerbildungsanstalt: von Baron Dr. Adolf Kohner als letzte Rate seiner 80.000 Kronen-Stiftung 10.000 Krolien, von Karl Gomperz als dritte Rate seiuer 10.000 Kornen-Stiftnng 2000 Kronen, von der Baronin-Klara-Hirsch-Stiftung eine Schul- Unterstützung von 600 Kronen und vom Großgrundbesitzer Eugen Jakobffy eine Jahresspende voll 100 Kronen. — Die Mitglieder des Damenkomitees haben anläßlich des Chanukafestes 1708 Kronen gespendet und auch die Anschaffmigskosten von Weißwäsche für die Zöglinge bestritten. — Auf Antrag des Finanzkomitees wurde — im Hinblick auf den Kriegszustand und die zunehmende Teueruiig — vorläufig nur ein halbjähriges Budget festgestellt. Laut dessen beträgt der ersthalbjährige Kostenbedarf 61.800 Kronen, für dessen Deckung gesorgt wurde. Aus der Meldung des Direktors wurde zur erfreulichen Kenntnis genommen, daß mehrere der zahlreich eingerückten ehemalgen Vereinszöglinge für ihre auf dem Schlachtfelde betätigte Tapferkeit dekoriert wurden. Schließlich wurden die letzthin sreiaewordenen Zöalinge verabschiedet, deren Jreianzüge aus besonderen Sveuden der Ausschußmitalieder angeschafft wurden. Im.Namen dieser Zöglinge hielt der Zimmeraehilfe Jszo Szirmai eine schwungvolle Abschiedsrede, gelobend, daß sich die Vereinszöalinae des Ver- -uns stets würdig zeigen und als .Ungarn und Juden sowohl in der Friedenszeit wie auch im Kriegsdienst getreu ihre Pflicht erfüllen werden. טיכמיגע בתים מאכער *אדמעוטםאכעד אוגד מזוזות-בתיס אום דאלצ אונד טעטאל עיצ״נעי finden lehnende Beschäftigung. Jüd. Buch» u. Kunstverlag, Brünn. * V r v W

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