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Jüdische Volksstimme · 1915-02-04 · Heft 5 (4.2.1915) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVI (1915)
Issue
Heft 5 (4.2.1915)
Date
1915-02-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. »Stopft «eMKiMWe.» 9H 5 Büchertisch. ״Jenseits". Aus der jüdischen Lebenstragödie im Zarenreiche Seelsorgerwache. Bei Prag existiert ein Vorort mit Namen Zizkow, in welchem sich der größte Teil der in Prag angekommenen jüdischen Flüchtlinge nie- Verließ. An dem ersten Samstag fanden sich natüvlich die hier ansässigen Juden im Tempel ein und der in demselben fungierende Seelsorger hielt seine Predigt in tschechischer Sprache. Nachdem die Flüchtlinge kein Wort von derselben verstanden, verließen sie insgesamt den Tempel, in dem bloß einige Personen zurückblieben. ״Der tschechische Seelsorger" mußte deshalb seine Predigt gleich zu Beginn unterbrechen und beschloß sein Mütchen an den polnischen Juden in der Weise zu kühlen, indem er von einem Arzt feststellen ließ, daß der Tempel für die Anzahl der täglich betenden Juden zu klein sei und der Aufenthalt der vielen Juden im Tempel gegen die Hygiene und Sanitätsgesetze verstoße. Der Zweck war natürlich der, den polnischen Juden den Besuch des Tempels, der erwähnten ״Taktlosigkeit" wegen, behördlich zu untersagen. Ich will nicht viel Worte darüber verlieren und überlasse die Beurteilung dieses Falles der Oeffentlichkeit. Alle weiteren Kommentare halte ich für überflüssig. Flüchtlingsausspeisung. Der Wiener Humanitäre Verband der galizischen Flüchtlinge hat am 7. d. M. eine Ausspeisehalle auf streng ritueller Basis, 2. Bez., Schifpamtsgasse 20, unter Aufsicht des orthodoxen Wiener Nabbinates für arme Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina eröffnet. Durch diese Einrichtung ist nicht bloß den strenggläubigen Flüchtlingen Gelegenheit geboten, eine kräftige, warme Kost zu erhalten, sondern auch jeder arme Flüchtling kann daselbst gegen Entrichtung von bloß 12 Hellern sich sattessen. Neben dieser Ausspeiseaktion wird der gedachte Hilfsvcrband seine bisherige Hilfsaktion durch Gewährung von Kleidern, Wäsche und Schuhen, durch Varunterstützungen an würdige Flüchtlinge, durch Gewährung von unentgeltlicher Rechtshilfe und ärztlicher Hilfe nach Tunlichkeit aufrechterhalten. Dümit all diesen Anforderungen auf die Dauer im Interesse der notleidenden Flüchtlinge nach jeder Richtung entsprochen werden kann, appelliert der Verband an die hochherzigen Wohltäter, sich an dieser Hilfsaktion durch gütige Einsendüng von Spenden (Scheckkonto Nr. 1-49.900) beteiligen zu wollen. Kleider, Wäsche und Schuhe beliebe inan abzugeben im Verbandsloknle, 2. Bez., Novaragasse 41. Für den Humanitären Galizischen Verband in Wien: Dr. Moritz K o h a n e, Hof- und Gerichtsadvokat, Schriftführer. Dr. Max I a c o b s o h n, Hof- und Gerichtsadvokat, Obmann. Granat-Splitter. Von Malvinc Grüilwald, Wien. Dem Feinde Böses wünschen? — Nein! Sein Name leucht' im gold'nen Schein Recht bald auf seinem —Leichenstein. ׳ * Variante. Wenn dich die Schrapnellkugel streift, So laß dir dies zum Tröste sagen: Gar viele hat sie ganz gesteift, Du kannst ein Signum laudis tragen. * Zeitgemäße Metamo r P h o s e. Die deutschen Kugeln machten aus Frankreich ein — Krankreich. * Wodurch unterscheidet sich ein Gemälde von bcn Russen? Das erstere wird eingerahmt, die Russen aber ausgerahmt. * Extraausgaben sind in Kriegszeiten doppelte Extraausgaben für den Beutel. * Im Sommer hagelt's Eis aufs Feld, Im Winter Eisen in dein Feld. 1914—15. * Mit ersten: Morgengrauen Sind uns're tapfern ״Grauen" Ten: Feinde ״Schrecken und Grauen". von 3. Schachnowitz Verfasser von ״Merlaika" und ״Lustmenschen." Dieser neue Roman des beliebten Erzählers und guten Rußlandkenners gewährt uns einen tiefen Blick in die tragischen Verhältnisse, unter denen die Juden im Kosakenlande leben In spannender Handlung und anschaulichen lebenden Bildern lernen wir den Koloß auf tönernen Füßen in seiner ganzen Ungeheuerlichkeit kennen. Rußland mit seinem Judengesetz, mit seiner Tschcrta, mit seiner Prozentnorm, mit seinen verzweifelten, in die Arme der Revolution getriebenen Jünglingen, m,it seinen finnischen Teuflingsfabriken, Rußland mit seinen Pogromen, Nitualnwrdhetzen, seinen unterirdischen Gelassen, in denen Verschwörungen und Attentate vorbereitet werden, mit feinen korrupten Beamten und zweischneidigen Polizeispitzeln, dieses Rußland zieht an unserem Auge so lebendig vorüber, daß unser Interesse an dem Kampf gegen dieses Barbarentum höchlichst gestärkt und die Hoffnung auf die baldige Niederwerfung dieses letzten Stückes finsteren Mittelalters gesteigert wird. Das Buch ist unentbehrlich zur vollen Erschließung des Verständnisses für das, was jenseits der weißblau-roten Grenzpfühle jetzt des göttlichen Strafgerichtes harrt. Das Buch ist zu beziehen durch alle besseven Buchhhandlungen oder gegen Voreinsendung des Betrages direkt beim Verlag des ״Israelit". Preis geb. Mk. 2.50, drosch. Mk. 2.00. Dr. Jakob Spira, Rabbiner, Mähr.-Ostrau. Zwei Reden in schwerer Zeit. Preis K 1.—. Dr. M. Rosenmann, Wien. In schwerer Zeit. Zwei Predigten über den Krieg. Preis K 1.40. Vermißte. Moses Graf aus Lublinec, Post Cecauow, sucht seiuen Sohn Moses Graf. Sücharias Schmaja und sein Vater Salamon Schinaja werden von Frau Hela Schmaja gesucht. Sabina Klausner sucht ihren Schwager Salo- :non Klausner aus Blazawa. - Jda Winsucht die Eltern Hersch Ber Wind und s Rosa Wind aus Rozdal, Galizien. Perl Wind sucht ihren Mann Osias Wind ans Chodckrow. Angaben an Jda Wind, wohnhaft ׳ bei Singer in Gaya (Mähren). Abesch Freilich sucht seinen Sohn Chajim Hirsch Freilich und dessen Schwiegervater Aron Gutwillig aus Litowisku. Ferner Moses Fuchs und seine Tochter Dwaure aus Smorza. Etwaigc Zuschriften an Rabbiner Dr. Kanter in Zwittau (Mähren). Wer hilft rasch? Für einen durch Krankheit in Not geratenen jüdischen Gewerbetreibenden, dessen Sohn ihn bis znm Ansbruche des Krieges unterstützte und derzeit in russischer Gefangenschaft ist, übernimmt Herr Rudolf Meisl, Kaufmann, Krapfengasse, Spenden, welche in unserem Blatte veröffentlicht werden. Rasche Hilfe tut not! * Spende. Für den verarmten alten, jüdischen Gewerbetreibenden und Frau sind zuhanden des Herrn Rudolf Meisl folgende Spenden eingelaufen und ihrer Bestimmung zugeführt worden: Ungenannt 10 Kronen, Matatia Coß, Triest, Piazza Cafernia Nr. 1. 5 Kronen Dr. M. H. 5 Kronen, B. R. 5 Kronen. 1914 Wochenkalender 5670. שבש Jänner Festtage דפטדה M יש 3 D ב 4 F .בא & בשנת מות T בב 6 יתרו המלך S כג 7 M כד 8 D כה 9 M כו 10 D כז 11 יום כפיר קטן(מוקדם) F כח 12 מיטטיילונג! ווי ר בעעדרען אונס היעמיט: דיא מיטטיילונג צו מאכען׳ דאסם וויר אונטער אופזיכט שטרענג ארטאד. רבנים אונד אונטער לייטונג דעם סופר מוהרד׳ אהרן בראקער אוים נאראל איינע אייגענע ערציינונג פאן: פערגאמענט אונד אין פערבינדונג דיעטיט דיא פערטיגשטעללונג פאן: ספרי תורה - מזוזות מגילות - תפלין רצועות - בתים לתפלה גירטעל - עטרות - »ונד טלתים בלעך. גלאז איני טעטאל בתים למזוזות ערעפפנעט דאבען. זעמטליכע כלי קדש זאוויא דרכת אונד תורד. מענטעל מיט נאלד־ שטיקעריי צו בילליגען פרייזק. י■׳—■ —< רעפאראטורען פאן ספרי תורד! אוגד תפלין ווערדען איבערנאמען. ■י ■ Jüdischer Buch- und Kunstverlag in Brünn,

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