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Jüdische Volksstimme · 1914-12-30 · Heft 47 (30.12.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 47 (30.12.1914)
Date
1914-12-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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... <v^ *'.'•” •‘ •>'; <;;;■*?־'־' '• י-'*- '־’־•.'•ז^ל■'v‘<_ Nr. 47. "’ . » Veite & der Res. Hermann Springer, Landw.-Jnf.-Reg. dir. 15; Richard Hoffmann, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 31: Adalbert Lederer, Jnf.-Reg. Nr. 38: Dr. Jakob Schönfeld, Jnf.-Reg. Nr. 65; Heinrich Gans, Jnf.-Reg. Nr. 49: Isidor Büchler, Feld-Kan.-Reg. Nr. 17: dem Stabsarzt Dr. Gustav Stein, Landw.-Jnf.-Div. Nr. 22, dein Negimentsarzt Dr. Karl Sternbach, Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 16; dem Oberarzt Dr. Karl Fischer, Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 38: dem Assistenzarzt der Res. Dr. David Turnheim, Jnf.-Reg. Nr. 55; dem Regimentsarzt Dr. Jakob Scherer, Jäg.- Baon Skr. 13; dem Landsi.-Assistenzarzt Dr. Karl Schwarz, Inf.- Ncg. Nr. 40. Der Kaiser hat dem Leutnant Maximilian Bardach Edlen von Chlumberg, Hus.-Reg. Nr. 4, zugeteilt dem 1. Äav.-Truppen-Div.-Komm.. für tapferes Verhalten vor dem Feinde die Allekhöchste belobende Anerkennung (Signum laudis) ausgesprochen. Leutnant von Bardach ist ein Sohn des verstorbenen Majors Wolf Edlen von Bardach, der sich während des Feldzuges von 1866 als Unteroffizier für besondere Verdienste die Goldene Tapferkeitsmedaille erworbcn hatte und nach Absolvierung der Kadettenschule zum Offizier ernannt wurde. Es ist erfreu! ich, daß sich nunmehr auch bei den Juden die Offizierskarricre vom Vater auf die Söhne fortpslanzt, wie dies auch bei dem jüngst gefallenen Hauptmann R. v. Eiß, einem Sohne des Generalmajors Eiß, der Fall war. s Der Kaiser hat dem Rechnungsunteroffizier Leo Ettinger, Feld-Kan.-Reg. Nr. 29, das Silberne Verdienstkrcuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse: Kadett in der Res. Julius Schauzer. Feld-Jäg.- Baon. Nr. 13: Kadett in der Ales. Adolf Ehrenstein, Jnf.-Reg. Nr. 52: Einj.-Freiw. Jugsführer Jsak Wicselberg, Laudw.-Jnf.-Neg. Skr. 20. Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse: Feldwebel Simon Breuer, Jnf.-Neg. 91 v. 93; Fähnrich in der Res. Hermann Salzer, Inf.- Reg. Nr. 2: Rcchnungsunteroffizicr Moriz Goldcnzweig, Jnf.-Reg.- Nr. 55; Rechnungsunteroffizier Josef Groß. Feuerwerker Ignaz Roth. Zugsführer Samuel Sandbcrg, Korporal Siuwn Schieb, Zugssührcr Mordchc Ztubinger recte Kap, Kanonier Towe Richter, alle sechs vom Feldkcm.-Rcg. Nr. 36; Infanterist Isidor Adlersfliigel, Jnf.-Reg. Nr. 28: Kanonier Josef Freudcnstcin, Jnf.-Munit.-Kolonne Nr. 3: Sanitätssoldat Mcndl Riedl, Brig.-San.-Anst. Nr. 18: ferner Landst.-Zugsführer Rudolf Löwy und Landst.-Gefreiter Siegfried Pottak. Unserem Mitarbeiter, Gcsiimungsgenosscn, .Rcchiumgsunteroffizier Paul Braff, wurde für seine vorzügliche Dienstleistung der Ausdruck der vollkommenen Zufriedenheit seitens des Bataillonskommandanten ausgesprochen. Ignaz Munk. Mitglied des Budapesier Jübischen Sportklubs (Vivo cs Atlcltikai Klub), ein 40-jähriger Landsturmmann, erhielt bei der ersten Belagerung von Przcmysl die goldene Tavferkeitsincdaillc und wurde zugleich zum Feldwebel befördert. Leutnant Dr. Julius Munk, Boskowitz, erhielt das Goldene Verdienstkrcuz. Jüdische Dramatik. Jüdische Dramatik. Wir beabsichtige» .-die Herausgabe einer Broschüre, welche, ähnlich den bekannten Führern durch das deutsche Drama, eine Zusammenstellung der bislzer existierenden Dramen mit jüdischem Milieu bieten soll. Tie Dramen werden in Inhaltsangaben von ungeführ dreißig Zeilen beschrieben und charakterisiert. Wir ersuchen höflichst jüdische Mittelschüler und -Schülerinnen, welche sich dieser ebenso interessanten als mühelosen Mitarbeit unterziehen wollen, irm gcfl. Angabe ihrer Adressen, tvorans das Material verteilt wird. Die einzelneu Autoren werden namentlich angeführt und erhält jeder bei Erscheinen zwei Exemplare zugesandt. Ein Teil des Reinertrages wird Wohltätigen Zwecken zugeführt. Die Redaktion der Volkstimme. Verbreitet die ״Jüdische Bolksstimm?" Ä daitsches Kriegslied. Von Joseph Jafse, Wein nischt, wein nischt, liebe Mutter, Ich geh verteedigen inein Land: Dich mein Seede') is gestorben Mit dem scharfen Schwerd in Hand! Sog nit, as ich bin zu jung nach. Um zu gehn in Flamm un Noich). Daitschland. Daitschland iber alles, Iber Kindesliebe oich! Hei, ihr kleine Hans un Michel Kukt mich nit derschrocken on. Nat') aich jedem zu') a Kichel''), Hebt nur nischt zu weinen on: Weinen paßt nit far Soldaten, Un dos wet") ihr weren oich — Daitschland, Daitschland iber alles, Iber alle Pflichten hoich! Henriette, .Heißgeliebte, Sei gesund, ich geh in Krieg — Küß dein Liebsten ein viel .streiten An far Daitschland bet Gott Sieg! Alle Belker vun Europa Messen sich mit uns in Koich') — Daitschland, Daitschland iber alles, Iber unser Liebe oich! Un es steigt der junger Kempfer, Oif sein hoiches Ferd gewandt, Nit kein Pintel") mit die Oigcn, Wie sein Seede. Schwerd in Hand! Un er flieht schon:") Pfeil vun Boigen Zum gedichten'") Flamm un Roich — Daitschland. Daitschland iber alles, Iber alle Belker hoich! Korrespondenzen. Wien. Im großen Konzertsaale in Wien fand ein großes patriotisches Channkafest statt. Ter Andrang war groß, viele mußten ohne Kartcn nach Hause gehen. Im Saale war die Stimmung eine weihevolle. Ter bis an den Rand gefüllte, prachtvoll beleuchtete Saal bot ein glänzendes, gesellschaftliches Bild. Oberkantor Fuchs zündest׳ die Chanukalichter mit einer sehr rührenden Melodie an. In diesem der Kunst geweihten Saal, der den Produktionen modernster Musik und Gesangskunst gewidmet ist, muteten die schwachen Lichtlein, die ein Symbol verschollcncr Jahrtausende sein sollen, etwas fremdartig an. Sie versinnbildlichten die Gestalten der gatizischcn Flüchtlinge, die infolge Invasion ihres Heimatlandes da hinein in das große Zentrum europäischen Lebens verpflanzt wurden . . In dem großen, goldverzierten und kostbaren Saal flackerten die Lichtlein als Zeichen unvergänglichev Größe und unsterblichen heroischen Musts unserer Ahnen. Schwach, zaghaft und äußerlich bedeutungslos sind die Lichtlein, leben aber schon tausende von Jahren. So ists init den schwachen, teils bespöttelten, teils bemitleideteu Flüchtlingen. Sie werden vom Winde der Drangsal Hergetrieben und mögen sie in die unerträglichste, giftigste Atmosphäre geraten, entwurzeln lassen sie sich nicht. Sie verkümmern nicht, obwohl sie auch nicht wachsen. Es ist ein eigenartiges Dasein, das sic führen, eigenartig und unnatürlich. Denn sie widerstehen allen Grundsätzen und Doktrinen vom Daseinsrecht. Sie kümmern sich um die Forscher und Forschnngen nicht, sondern tragen stumm und entschlossen ihr Sehnen, Hoffen und Wünschen iin wunden -Herzen . . . Kantor Fuchs sang in Begleitnug-des vereinigten Chores aller Wiener Synagogen und eines Orchesters unter Mitwirkung des berühmten Cellisten Josef Sulzer einige Tifiloth zum besten Gefallen des beifallspcndenden Publikums. Nachher hielt.Herr Dr. Grünwald die Festrede, Wie von einer geheimen Macht dazur ver- ') Seede - Großvater. °) Roich - Rauch. ") Nat — Ta habt ihr. ') zu — je. s) Kichel — Küchelchen, ein Stückchen Kuchen. *) Wet — werdet. 7) Koich — Kraft. ") Pintel -- Zucken, also: ohne mit der Wimper zu zucken.*) schoin - wie ein, '") gedichten — dichten. anlaßt, kam er auf die Flüchtlinge zu sprechen. Mit Pathos und Schwung sprach er über sie. Und in den Augen manchen Galizianers. der mit iw Saale war, glänzten Tränen. Er hob den Patriotismus, die Begeisterung der polnischen Juden für die gute, edle Sache Oesterreichs im Kampfe gegen die Barbaren hervor und schloß mit der dringenden Bitte, dieser Opfer nicht zu vergessen, sondern den Annen und Heimatlosen, aber nicht Vaterlandslosen weiterhin mit Rat und Tat zur Seit zu stehen und endete mit dem Rufe: ״Gott erhalte etc.", in welcher die Musik und der Chor die österreichische Hymne anstimmte. Es wurde dann auch die deutsche und türki sche Hymne gespielt uni) nachher spielte Herr Sulzer meisterhaft das Kol Nidrelied. Sehr l׳efriedigt ging das Publikum weg. das in dem Kou.zert traditionelle Weihe mit patriotischen Gefühlen verwoben genossen hat. Bernhard Horowih. Baden. (Chanukafeier.) Sonntag, de» 20. d. M. fand im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgememde eine Chanukafeier statt, die auf alle Teilnehmer einen überaus erhebenden und dauernden Eindruck machte. Der schön dekorierte Sitzungssaal und die anschließenden Räumlichfeiten waren von den Besuchern, deren allergrößter Teil aus galizischen Flüchtlingen, deren Kinder und Soldaten, Unter denen sich auch Lssiziere befanden, überfüllt, auf welche das sokenne Arrangement erheiternd und erfreuend wirkte. Die Arrangeure des Festes: der Gemeinbeausschuß, mit dem Präsidenten -Hern! Moriz Leitner an der Spitze, und die Porstandsdaiiiei, des hierortigcn israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines, mit dessen Präsidentin Frau Julie Leitner, waren vollauf bestrebt, das Fest aufs glänzendste durchzufübren, und wurde ihnen auch von allen Seiten Tank und Lob ausgesprochen. Alles, überhaupt die Jugend, delektierte sich an dem dargebotenen Festmahl, zumeist aber au den geistigen Zugaben, die in reicher Fülle gespendet wurden. Diese bestaii-en aus den troff liehen Ansprachen von feiten Sr. Ehrwürdeu Herrn Oberrabbiner W. Reich. Tr. Samuel Rapaport, Beirat Simon Mandl, und zum Schlüsse den patriotischen Worten des Herrn Präsidenten Moriz Leitner an die anwesenden Soldaten. Auch die Jugend leistete hiezu das ihrige: Fräulein Tidonie Reich produzierte sich ans dem Klavier mit der türkischen Volkshymne. Fräulein Rapa Port trug hebräische Otedichte vollendet vor mid viele andere wieder anderes. Den Abschluß fand das Fest mit der Verteilung von schönen Gebetbüchern an die Kinder und die Soldaten zur Erinnerung an diese denkwürdige Feier. Meran. Unser verehrter Rabbiner Herr Dr. Altmann erhielt vom Militärkommando den Auftrag, sich m» die Seelsorge der hier unter gebrachten jüdischen verwundeten Soldaten zu kümmern, welchem Aufträge Herr Dr. Altmann in aufopferungsvollster Weise nachkommt. So veranstaltete er am Dienstag, den 15. Dezember anläßlich des Channkasestes im hiesigen Tempel einen Festgottesdienst, au welchem die ganze OZe meinde mit ihre!» Vorstände und alle hier anwesenden jüdischen Soldaten sich beteiligten. Nachdem der Herr Rabbiner die Lichter ent zündet hatte, hielt er eine von echtem Patriotismus erfüllte gehaltvolle Ansprache an die Krie ger, die er mit tapferen Makkabäern verglich und forderte gleichzeitig die Gemeinde auf. fort;״- fahren in dem Bestreben, die Not und das Leid der. Soldaten und deren Hinterbliebene״ mög lichst zu lindern. Daraufhin wurde bei offener Bundeslade das Kaiserlied von der ganzen Ge meinde gesungen. In lange», Zuge begab sich dann die Versammlung mit den Soldaten ins Hotel Bellaria. wo das Tamcnkomitee eine o:m lenke Jause servierte. Reichhaltige Geichente wurden verteilt. Ans der benachbarten Kaserne wurden noch 15 nichtjüdische Krieger hierzu e>» geladen und bei Gesang und begeisterten Reden verlief der Tag aufs angenehmste. Die nicht',üdifchen Soldaten fanden nicht genug Dankes Worte für die herzliche und reiche Bewirtung: es war ein echter Kidusch-Hafchei». Ein höherer Offizier, den ich nachher sprach, meinte: Wenn der Erfolg dieses grausamen Krieges nur der wäre, daß der Rassenhaß aemildert würde, wäre es nicht vergebens, ihn geführt zu haben. Zwittau. Herr Rabbiner Dr. Kanter schreibt uns: In letzterer Zeit wurden folgende Augehörige unserer Kultusgemeinde, die auf den ver-

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