Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 46 (23.12.1914)
- Date
- 1914-12-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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X- Seite 6. ' / ״Attische S»ttrsti««e.* Nr. 46 dieses Wcltübel nicht ganz entwurzelt werden kann, haben wir keine Ursache zu jubeln und zu frohlocken. Diese Angst ist ganz unbegründet. Die Welt ist nicht von selbst entstanden, sondern durch den Willen des Allmächtigen, daher auch keine irdische Macht imstande ist, sic mutwillig gegen den Willen des Schöpfers zu zerstören oder nach Willkür zu verteilen. Gott allein ist es, der die Grenzen der Völker bestimmt: Sechor jemos olam. Gedenke der uralten Zeiten, betrachtet die Jahre früherer Geschlechter! frage deinen Vater, er wird dir verkündigen, deine Alten, sie werden dir sagen. Als der Allerhöchste Nationen cius-etztc, als er die Söhne Adams vcrteilte, setzte er die Grenzen der Völker nach Anzahl der minder Israels (3. M. :52). Ja die Geschichte ist die beste Lchrmciftcrin. Wenn man die Geschichte fleißig studiert, so gewinnt man die Ucbcrzengnng, das; unter den zahlreichen Despoten, die im Lause der Jahrtausende unermeßlich große Reiche gegründet und in ihrer unersättlichen Herrschsucht und Raubgier die Weltherrschaft au sich reisten wollten, cs keinem einzigen gelingen konnte, sein angestrcbtes Ziel zu erreichen, das; er vielmehr von höherer Macht erinnert wnrde, das; er aus Staub und Asche sei. In bezug auf die unbezähmbare Herrschsucht des Welteroberers Alexander des Grasten wird im Talmud folgende lehrreiche, sehr bcachtenswerte Legende erzählt: Aus einem seiner Feldzüge kam einst Alexander an einen Strom, wo er seine erschöpften Truppen lagern und sich ein frugales Mahl, das aus ungesalzenen Fischen bestand, reichen liest. Als er die fische in dem Wasser rein wusch, erhielten sic einen sehr äugenchinen, erquickenden Geruch. Das must eine Duelle aus dem Paradies sein, rief er freudig aus. wusch sich die Hände und das Gesicht und verfolgte den Ursprung dieser Duelle, bis er an die Pforten des Paradieses kam. Aus! öffnet mir die Tore! rief er mit donnernder Stimme hinein. — Dieses ist das Tor des Herrn, nur Gerechte ziehen hinein! erscholl die Antwort! Ich bin ein König, ein hochangesehcncr, der ein großes Weltreich begründet hat. — Umsonst. — So gebet mir etwas zum Zeichen, das; ich hier uns, entgegncte der allgewaltige Feldherr Alexander, würde man die beiden Männer ohneweiters hinrichten lasten, weil sie cs unterlassen haben, den Schatz sogleich dein Landesfürstcn auszuliefern, dem er von Rechtswegen gehört. Nu» entspann sich da zwischen beiden Fürsten folgendes Zwiegespräch: Regnet cs bei euch, frug der König. Allerdings regnet es bei uns, erwiderte Alexander. Scheint auch die Sonne bei euch? Geradeso wie bei euch, lautete Alexanders Antwort. Wird bei Euch, frug der König, Viehzuckst betrieben? Das unterliegt doch keinem Zweifel, entgegncte Alexander. Nun jetzt wird mir alles klar, erwiderte der König. Menschen, die so barbarisch Vorgehen und ihre Mitmenschen so grausam behandeln, wie ich aus deinen Reden entnehnicn zu müssen glaube, verdienen nicht die himmlischen Gaben, wie Regen und Sonnenschein. Ihr aber habt diese Gaben einzig und allein dem vernunftloscu, unschuldigen Viehe. das Gott, der Allbarinherzige, nicht um eurer Sünden wegen verhungern lasten will, zu verdanken. Als Alexander nach zwölfjähriger ruhmreicher Regierung plötzlich schwer erkrankte, gefasst dem Tode entgegcusah, rief er seinen Feldherren, die wehmütig vor seinem Krankenlager standen, zu: ״Ich ahne, cs werden nach meinein Tode blutige Kämpfe erfolgen". Und als sie ihn fragten, wen cr zu seinem Nachfolger dcscguierc, antwortete er kurz: ״Den Würdigsten." Bald nach dem Tode dieses Wclterobcrcrs ging auch das, was cr auf dem Sterbelager mit Besorgnis vermutete, in Erfüllung. (Tchlus; folgt.) Vermißte. Joachim Steinbruck) aus Lukawicc, Bez. Eieszanow, derzeit in Butschowitz im Militärspital, sucht seine Frau Ietti und Kinder Vreindl, Josef, Lea. Hüttner Tobias aus Ralua fei Tarnow sucht seine Tochter Beile Sattler aus Brzesko. Korn Salomon aus Tarnobrzeg sucht seine Frau Die in Bruxm und in andcren Städten Oesterreichs sich gegenwärtig befindcuden Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, ihre Namen und Adrcstcn sowie die Namen ihrer Angehörigen in Ainerika an das ״Hilfskomitee der Federation of Galizian Jews of America 27:5 East Houston St. New Jork" bekanntzugeden. Um Postporto zu sparen, können die Adresscn in gemcinsainen Zuschriften angegeben werden. Tie Redaktion der Jüdischen Volksstimme, Brünn, Adlergasse!) ist bereit, Adressen der Flüchtlinge zu übernehmen und nach Amerika an das Hilfskomitee zu übermitteln. פליכטליגגע אדם גאליציק אונדבוק'אווינא׳דיעםעחואנדטע אין אמעריקא האבק׳ זאללק איט אייגנק אינ־ טערעםסע אידזרע אדרעסםע אונד דיע אדרעססק איהרער פערוואנטק אין אטערוקא אבגעבעג בייא דער ״Jüdische Volksstimme", Brünn Adlergasse Nr. 9. toar. Ein Schädel van ungewöhnlich schwerem Ge- Wichte, den kein Gold und kein Silber aufzuzwinneu vermochte, ward ihm gereicht. Er zeigte ihn den Gelehrten und diese gaben ihn, folgende Erklärung ab: Das ist das Bild des menschlichen Auges, es ist unersättlich bis es sich für immer schliefst und von einer Scholle Erde bedeckt wird. Versuchet es und werfet ein Wenig Staub aus diesen Schädel, den all Euer Gold und Silber nicht auszuzwiugcu vermochte, und Ihr werdet Euch überzeugen, das; cr sofort sein Gewicht verlicrcn wird. Mau befolgte diesen Rat und schnell flog die Wagschale, in der der Schädel lag, in die Höhe. Der gefürchtete, heldenmütige Feld- Herr hatte also Gelegenheit gefunden, sich von der Richtigkeit und Flüchtigkeit der irdischen und ׳,eillichcu Güter, von der Hinfälligkeit und Pergäuglichkeit der körperlichen Kraft und blühendsten Gesundheit wie von der Wandelbarkeit des irdischen Glückes zu überzeugen, Nichisdcstoweniger setzte er in gewohnter Weise seine Feldzüge fort uud da kam cr hinter den Bergen der Finstcrnis ״höre choschech" in ein Land, dessen Gesetze, Sitten, Bräuche uud Foriilcu er kennen lerneu wollte. Als er dem König desselben einen Besuch abstattete, erschienen zufällig zwei Büraer vor demselben uud trugen ihm folgende Streitsache vor: Der eine sagte: Ich habe von diesem meinem Gegner einen Baugrund gekauft, beim Wegräumeu des Schuttes fand ich einen Schatz, den ich sofort dem Verkäufer zurückstellen wollte, da ich doch nur die Baustelle, nicht aber den Schatz gekauft Imbe, cr aber verweigert die Annahme des Schatzes mit dem Bemerken, das; er mir die Baustelle iilit allen!, was sich darin befindet, verkauft habe. Da stellte der König au den einen die Frage: Hast du einen unverheiratctcn Lohn? Ja! antwortete der Mann. Hast du, frug cr den zweiten, eine ledige Tochter? Ja! erwiderte dieser. Nun denn, entgegncte der König, verheiratet diese Kinder und gebet ihnen den Schatz als Heiratsgut. So wurde der Prozes: zur Zufriedenheit beider Parteien geschlichtet. Alexander konnte nicht umhin seiner Vcrwunderung über dieses sonderbare Urteil Ausdruck verleihen. Und wie würde ein solcher Fall bei euch behandelt werden, frug ihn der König. Bei Beile Korn. Zweckdienliche Mitteilungen nimmt das Rabbiuat in Luudcnburg entgegen. Sala Adler aus Krakau, 14 Jahre alt, sucht ihren Vater, den Getreidehändler Abraham Adler aus Wrzbian bei Lemberg. Rosalia Bienenstock aus Krakau, 15 Jahre alt, sucht ihre Mutter, die Private Anna Bienenstock aus Narol bei Lemberg. . Pcrla Baum uud deren Mutter Simc Bauin sucheu den Vater bezw. Gatten Markus Bauiu, alle aus Lisko. Berta und Mendel Bcrnst suchen ihren Pater, den Viehhändler Moses Ernst, alle aus Brzeczan. Abraham End aus Meidan bei Kolodziesow, 1!) Jahre alt, sucht seine Eltern. Osias Planzbcrg sucht seine Eltern, den Viktualicnhändler Mcitiel und Chawe Planzbcrg, alle aus Felszthn. Sofie Hcbclstrcit sucht ihren Vater, den Restartrateur Israel Hebelstreit und ihre 2 Geschwister, alle aus Rymanow bei Sauok. Die Geschwister Ehajc, Moses und Aron Herzig, 1:s, 12 und 10 Jahre alt, suchen ihre Mutter, die Milchhändlcrin Henne Herzig, alle aus Lisko bei Tanok. Ehaim Mandelkern, Handelsangestellter, sucht seinen Pater Samuel Leib Mandelkern, seine Mutter uud Geschwister, alle aus Sauok. Elkan Pfxffxr, Fcllhändlerssohu, 11 Jahre alt, sucht seine Mutter Channa Pfeffer sowie seineu «׳-jährigen Bruder und seine 4-jährige Schwester, alle aus Lisko. Lina Tchaechtcr sucht ihren Vater, den Viktualicnhändler Lazar Schaechter, ihre Mutter und 2 Geschwister, alle aus Krzvwoza bei Przemhsl. Jsak Berger, Lekonom aus Paczowa, Bez. Lisko, sucht seine Frau Tamar Berger und :5 Kinder. Abraham Müller aus Nicmizow, Bez. Rawa. sucht seine Frau Sara Pittel Müller und st Kinder. Moses Schuster, Wirtshausbcsitzer, sucht seine Frau Schcindcl Schuster und 3 Kinder, alle aus Darowice bei PrzcnMsl. Locher Sargel, Oekanom, sucht seine Frau Rosa Sarge!, geb. Migdan, und 3 Kinder, alle aus Podwoloczhska. In unserer Gemeinde gelangt ab 1. Februar 19171, eventuell früher, die Stelle eines Kantors, Religionslehrers, Schochets u. Gemeindesekretärs zur Besetzung. Gesamteinkommen ca. 2100 Kroneu nebst freier Wohnung. Bewerber (ledige bevorzugt) wollen ihre Gesuche bis 10. Jänner 1910 an den gefertigten Vorstand richten. Jsral. Kultusgcmcinde Butschowitz. 1914 Wochenkalender 5675. טבלו | Dez. | Festtage | הפטרה M l. 23 D 7 24 rf n 25 S ט 26 ויבש ויהי דבר ה׳ Z 27 Fasstag עשרה בטבת M יא 28 D י2 29 M יי 30 סזק׳ל D יד 31 l° טו 1 An israelitische Käufer! Zu Gunsten des Fürsorge - Vereines. Wunderschöne Neuheit!! 1 Stein Relief mit S. M. Kaiser v. Österreich und S. M. Kaiser Wilhelm elegant ausgeführt Preis 15 K mit Rahmen. — Von jedem Bilde wird 1 Krone für den Fürsorge-Verein abgegeben. Papiergeschäft, Rudolfsgasse 28. D86$-^