Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 43 (2.12.1914)
- Date
- 1914-12-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6. ״Mische »,!r-sti««e.' Nr. 43 die Mitteilung wurde, cs sei aus dem Labedicnst ein Frcßgclagc geworden. Wir glauben, das; ein .Kommentar hiezu überflüssig ist. Wer mit Blindheit geschlagen ist, den kann man nicht sehend machen. Wer den Labedienst mit einem Frcßgclagc vergleicht, dem muß jedes Recht abgesprochen werden, an Wohltätigkeitöaktionen sich zu beteiligen. Auch über dieses Kapitel wollen wir weiter keine Worte verlicrcn. In den nächsten Tagen wird über die ganze Aktion in einer öffentlichen Versammlung gesprochen werden. Hoffentlich haben die Herren des offiziellen Hilfskomitees so viel Herz und Gemüt, wieder den Labedienst zur Gänze einzuführcn. Das Losungswort mus; sein: ״Kol difchin jcsse wcjcchol". Jeder der Hunger hat komme und esse". Ausschreitungen gegen jüdische Flüchtlinge. Von nationaler Begeisterung erfüllt hat er sich voll und ganz unserer Turnidee hingegcben und an dem Erstarken unseres Vereines wesentlichen Anteil genommen. — Nun deckt ihn, der mit so viel Freudigkeit in de Kampf fürs Vaterland zog. die kalte feindliche Erde und von seiner uns allen lieben Persönlichkeit bleibt uns nur die Erinncrung an einen treuen Freund und Kampfgeuossen. Tiefe aber wird in unseren Reihen fortlcbei! und uns ansporncn, ihm gleich für die ihm und uns so teuere Sache des nationalen Judentums weiter auszuarbeiten. Der Turnrat des jüdische» Turnvereines ״Makkabi" in Brünn. Todesfall. Montag ist hier der Neservclentnant im W. Jns.-Ncg. Herr Emil Kulka, im Alter von?>0 Jahren, einem tückischen Leiden erlegen, das er sich auf dem nördlichen Kricgsschauplahe geholt hat. Leutnant Knlka wurde Mittwoch um 12 Uhr mittags' im hics. isr. Friedhofe in einem von der Knltusgcineindc gewidmeten Ehrengrabc bestattet. 1914 Wochenkalender 6674. ן*ו! Dez. | Festtage | הפטרה M יד 2 שוק׳ל D 1« 3 5 US 4 השא^ה: ותן ט?1 וסטר. דשלח S ׳1 5 חזק עובדיה s \ח 6 M יט 7 D כ 8 M כא 9 D 10 F כ; 11 >16116 Glühlampenpreise II Metalldrahtlampen, 75% Stromersparnis circa 1000 Brennstunden bis 135 Volt, 5 bis 60 Kerzen per 1 Stück K —•98 » 160 1 « ״ 60״ 10״ » n 1 10 1.30 ״ ״ 1 ״ ״ 60 ״ 10 ״ 250 מ bei Mindestabnahme von 20 Stück franko, verpackt per Nachnahme. Zu beziehen durch: Ing. Max Singer Brünn Mit förmlichen Entsetzen haben wir von den Vorgängen gehört, die sich Montag.?,0. Nov. abends auf dem Bahnhofplahc in Brünn abgcspielt haben. So sehr wir Inden an die Rohheit mancher unserer lieben Mitbürger gewöhnt find, das hätten wir denn doch nicht für möglich gehalten! In einer Feit, da tausende von tapferen jüdischen Soldaten für Oesterreichs Völker nicht aus blos;cr Pflicht, sondern mit wahrer Begcisterung bluten, in einer Feit, in der die Jcituugen täglich von Heldentaten unserer wackeren Brüder im Heere berichten und die Anzahl der den Juden erteilten Auszeichnungen den Prozentsah, den wir unter den österreichischen Völkern bilden, um ein bedeutendes überschreitet, in einer Feit, in der sich die Juden in geradezu bcispielgebender Weise in den Dienst aller Hilssaktioneu gestellt haben und nicht blos; ihren Namen unter die Ausrufe gesetzt, sondern auch ganz gehörig in die Taschen gegriffen haben, in einer Feit, da die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten ihre eigenen Schüblinge darben liehen, um Kinder eingerückter christlicher Soldaten vor Hunger zu bewahren, in einer Feit, in der sich die Juden, arm und reich, auf den ersten Ruf des Staates anläßlich der lebten Anleihe gestellt haben, in einer solchen Feit hätten wir Derartiges denn doch nicht für möglich gehalten. Das; sich allerband Mob an den Ausschreitungen beteiligt hat, ist weiter nicht zu verwundern. Das; sich aber Soldaten so weit vergessen konnten, das greist uns ans Herz. Diesen Soldaten wird es wohl nicht entgangen sein, das; die Verwundetenpslege in den Spitälern zumeist von braven jüdischen Mädchen und Frauen besorgt wird. Das; sie die Liebesgaben, in der Mehrheit auch aus jüdischen Hände», empfangen, hat sic ihnen wahrscheinlich nicht weniger willkommen sein lassen. Und doch diese-- Aufslammen fast wilder, herzloser Rohheit! Wir haben unsdie Mühe genommen, t>cn1 Gerüchten, die zu den Ausschreitungen geführt haben, auf den Grund zu geben. Soviele Soldaten vom nördlichen Kriegsschauplabo wir auch fragten. keiner konnte uns irgendeine Tatsache berichten, die jene Gerüchte als wahr erwiesen hätlen. Jedoch erzählten uns viele, von ihren .Vameradcu dies und jenes gehört, selbst hätten sie aber init den galizischen Inden die besten Erfahrungen gemacht. So ist es ja immer mit Gerüchten, besonders in .Vriegszeiten! Bedauerlicherweise müssen wir aber seslstellen, das; es auch Inden gibt, die solche Gerüchte gedankenlos nachplanschen und nicht fühlen, wie tief sie ihre eigene Ehre in den Kot zcrrcn. Unruhen, wie sie Montag stattfandcn, zu verhindern, ist Sache der Behörden, zu denen wir Vertrauen haben. Aber unsere Sache ist es. Gerächte, die zu derartigen Demonstrationen führen könnnen und die dann gewif; auch vor den Brünner Juden nicht haltmachen werden, in ihren Ansängen nicht selbst gewissenlos nachzuplappern. I. Sch. Jüdischer Turnverein ״Makkalii" Brünn. Ans dem nördlichen Kriegsschauplätze ist unser 1. Turnbruder, 1. Schriftführer Otto Spitz, Fäh!!- rich beim Lgndwehriufanteric-Regiment Nr. 1t, gefallen. — In dem Toten verlieren wir einen eifrigen Mitarbeiter und bewährten Vorturner. Dr. Heinrich Kohn, Advokat in Brünn, Leutnant d. R., ist auf dem nördlichen Kriegsschauplatzc gefallen. Eduard Kremser. Wien, 30. November 1014. Dem populären und gefeierten Meister Eduard Kremser, der gestern unter besonderen Ehrenbezeugungen und außerordentlich starker Teilnahme nicht nur der Sänger- und Mufikwclt sondern der gesamten Bevölkerung, zumal der Leopoldstadt, zu Grabe geleitet wurde, mus; auch in diesem Blatte ein letzter herzlicher Grus; entboten werden, denn er genoß auch bei Inden ob seiner künstlerschaft und vorurteilsfrcicn, echt liberalen Gesinnung große Wertschätzung und Spmpatien, welche schon vor sechs Jahren, anläßlich seines 70. Geburtstages, durch die offizielle Beglückwünschung seitens der Wiener isr. Kultnsgemcinde zum solenen Ansdrucke gelangten. Diese Ehrung galt nicht nur dem berühmten Musiker, sondern auch dem ausgezeichneten Menschen, der vor länger als einem Dceenninm, als die Frage der Besetzung eines Oberkantors am Leopoldstädter Tempel akut war, sich als hochgeschätzter Juror in liebenswürdigster Weise zur Verfügung stellte. Kremser fehlte an keinem der Samstage, da ein Probekandidat auftrat und bekundete nebst dem fachlichen großen Wissen eine staunenswerte Vertrantbeit mit Lithnrgie und Cantoralem. Mit Vorliebe zog es ihn in die Schriftstellerwelt jener Kreise, wo Geist und Witz dominierten, zu denen er, der mit Humor und Sarkasmus reich Begabte, ein gut Teil beizutragen vermochte. Kremsers gewinnendc Eigenart läßt sich erklären, wenn man bedenkt, daß er ein geborener Leopoldstädter und fast 77 Jahre in diesem Bezirke lebend. Gelegenheit hatte, Vorzüge und vielleicht auch Fehler nnseres Stammes gründlich kennen zu lernen. Die Würdigung seines musikalischen Könnens einer berufeneren Feder überlassend, sei nur hervorgehoben, wie er als Ebordirigent mit seinem Temperament und Taktstab die Sängerschar zu begeistern und hinznreißen verstand, istie selten einer. Darin liegt denn auch znm großen Teile des Rätsels Lösung für den seiner künstlerische!! Obhut anvertraut gew-eseucu ״Wiener Männergesangverein", dessen Ruh!!! .Vremser in drei Weltteile leitete, von tvelchen Sängerfahrten jene nach Amerika im Frühling des Jahres 1007 in einer interessante» Brochüre des Reiseteilnetnners und Schriftstellers, Herrn Emil Jelinek schön geschildert, hervorragendste Bedeutung zufällt. Ein kostbarer Alt-Wiener Schatz ist mit Eduard Kremser dahingegangen. Er ruhe in Frieden in den! wohlverdienten Ehrengrabe! A. L. Vermißte. Bronja Trompeter ans Mielec, derzeit in Frainspitz (Mähren), sucht ihre Eltern Schul!!!! und Fiwa Trompeter und ihre Geschwister. Ausfünfte erbeten an das Rabbiuat in Mißlitz. F. Kattina, Brünn Kröna 41_ 5*1 rif für Frtgcnkaffer, MalzgUtll kaffer, Saffeesnrogatr und wVMf- Unternehn u 1g für elektrische Licht-, Kraft- Telephon- und Signalanlagen. Rennergasse Nr. 1. Chirurgische Instrumente, Verbandstoffe und Spitals-Einrichtungen. 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