Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 42 (26.11.1914)
- Date
- 1914-11-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6. «Attische «•IfipiatmeJ Nr. 42 und in der Lehre unseres Gottes vor den Stintmen der Lästerer und vor dem tobenden Feinde. Lässt inan uns leben, so leben wir, tötet man uns, so wollen wir umkomincn, aber nimmer unser!! Bund entweihen und unser Herz abwcndig machen, sondern wandeln im Namen Gottes unseres Herrn. Ucberall wurden alle möglichen Vorkchrungen zur Auswanderung getroffen. Viele mussten, da die Zeit drängte, ihre teuersten und wertvollsten Habscligkciten fast verschenken. Der Tag der Auswanderung, der 2. August, fiel auf den 0. Ab, der zu wiederholten Malen für Israel so verhängnisvoll geworden. Nur die wenigsten nahmen zur Kirche ihre Zuflucht. Unter den Erulanten befand sich auch Abravanel. Er schreibt: ״Und so zogen wir aus, unfähig zum Wicdcrstandc, :;00.000 Fußgänger. sung und alt, mit Frauen und Bindern, an einem Tage aus allen Neichen des Königs. Wohin der Geist sic zu gehen trieb, gingen sie, und ihr König zog ihnen voran; Gott war an ihrer Spitze. Dieser rief aus: Gott gehöre ich an, und jener widmete dem Herrn seine Kraft. Einige gingen nach Portugal und Novara, aber bitteres Leid, schiveres finsteres Unglück traf stc überall. Raubgier, Hungersnot und Pest waren die erbittertsten Feinde, die sich gegen sie verschworen hatten. Viele begaben sich aufs Meer und suchten in den Wogen sich einen Pfad, um hier dem Ucbel zu entrinnen und sich sichere Sitze zu suchen; aber auch hier folgte ihnen das traurige Geschick. Viele wurden als Sklaven verkauft, viele verschlang das Meer, viele gingen durch Brand unter, welcher in den Schiffen auf den Mccreswogcn entstand." Am glücklichsteil waren diejenigen, welche die Grenzen der Türkei erreichen konnten. Obcrrabbiner Moses Kapsali, der den edlen türkischen Sultan Bajasid H. günstig für die Unglücklichen zu stimmen verstand, gab sich alle erdenkliche Mühe, sie kräftigst unterstützen zu können. Seinen Anstrengungen war cs zu verdanken, das; Tausende der spanische Erulanten sich im türkischen Reich Niederlagen und dort wieder, wie einst in Spanien, zur Prosperitat des Staates wesentlich beitragen konnten. Und da wagt es der stolze moskovitischc Despat, in dessen Reiche tagtäglich unter den Augen seiner Negierung Pogroms veranstaltet, die ־110״ ben Juden" beraubt, geplündert, gemordet, geschändet, zerstückelt und zerrissen werden, die tapseren türkischen Soldaten als ״Horden" zu stiginatisicren? Es kann allerdings nicht geleugnet werden, das; der Moskovite auf seine Scharfsichtigkcit und Schlauheit stolz zu sein Ursache hat, denn er hatte die Franzosen und Engländer, die sogenannten großen Kulturvölker, wie kaum ein zweiter durchgeblickt und die Uebcrzeugung ge- Wonnen, das; ihr Liberalismus kein echter sei. Er suchte daher sie in sein Netz zu locken und ihnen den Firnis gründlich abzukratzen, so das; sie sich bereitwilligst mit ihm verbündeten und ihm zuricsen: Ochinu atta, ״du bist unser Bruder, unser Gesinnungsgenosse", was sie auch tatsäch-!ich dadurch bewiesen, das; sie gleich ihm unschuldige Deutsche, Ocsterreicher und Ungarn, die in ihren Ländern sich anfhieltcn und beim Plötzlichen Ausbruche des Weltkrieges nicht mehr Zeit gewannen in die Heimat znrückkchren zu können, gefangengenommen und grausam behandelt haben. Diesen schönen, echt humanen Taten haben sie noch dadurch die Krone aufgesetzt, das; sie die ״Wilden" aus Afrika und Asien kommen lies;en. um die kultivierten Deutschen und Oesterreicher zu vernichten; haben aber dabei vergessen, das; die Geister, die sie gerufen, sich nicht so leicht werden bannen lassen, das; sie am Ende ihnen noch weit gefährlicher werden können, als jenen, die zu vernichten sic berufen wurden. Wie hat nur der kluge Jetro, als ihm Moses den Auszug Israels aus Aegypten geschildert, gesagt: ״Jetzt erkenne ich. das; der Ewige größer sei als alle göttliche Wesen, denn mit derselben Sache wurden sie — die Feinde — gestraft, mit welcher sic Tirannci ansgcübt haben." Wien, ]0. November 101-4. Dr. M. H. Fr. Vermißte. Michael Zeughäuser aus Dombruwka bei Bochnia sucht seinen Sohn Ehajim Zeughäuser. Nachricht erbeten an Gabriel Winter, Altstadt bei Ung.-Hradisch (Mähren). Abraham Schapira recte Fuchs, Infanterist, derzeit in Dobrzisch (Böhmen), sucht seine Frau Schapira aus Zsbarsch bei Tarnopol und 3 Kinder, Moses, Markus und Lalc sowie seinen Onkel Mani Schweig aus Zsbarsch bei Tarnopol. Mitteilungen an das Nabbinat Dobrzisch (Böhmen).. Sarah Ehrcnbcrg aus Brzezany wird von ihrem Sohne Fischt Ehrenberg gesucht; ferner werden Leiser Selinger und Eide! Selinger aus Cicszanov von dem Sohne Befraim Selinger gesucht. Auskunft erbeten an Moriz Spitz, Pohrlitz. Abraham und Chase Brandwein mit ihren beiden Enkelsöhnen aus Jaroslau werden von ihren Kindern gesucht. Obengenannte sind am 5. d. M. in Przeworsk gesehen worden und werden bis heute vermißt. Wer Auskunft über selbe erteilen kann, wird mit 20 Kronen belohnt. Zuschrift erbittet Oskar Brandwein, Freistadt, Oesterr.-Schlesicn. Bercg Goldbcrg aus Chrzanow, wohnh. Brünn Wawrastr. 18, sucht Zoma Ester Diamant samt Kinder und Lippmann Diamant, dann Taniel Engelberg und Frau Mindel Engclberg sowie Anna Örnstein und Jsak Goldberg. Rabbiner Chiel Horowitz aus Tarnow sucht seine Frau Marien! und Sohn Naftali nebst Kinder. Kalman Hcfner aus Krakau, derzeit in Brünn, sncht seine Eltern Jakub und Ziwia Hefucr aus Szudec und vermuten dieselben in Chotzen. Jakob Rosen, Eisenhändler in Czortkow, wird von seiner Gattin Regina Rosen gesucht. Herr Bienenstock, derzeit in der Lederfabrik E. Blochs Söhne in Brünn beschäftigt, sucht seine Eltern aus Nawaruska. אל גולי גאליציא. י לידע ולהודיע ולהודע. שבל מי ש ש לו איזו בקשה יפנה אל הנהלת החבורה *מחדרך הדת״ בברין אדלער גאסבזע 2! או אל הקאטיטע של החבורה העומד הבן על הבאהנהאף עם היבי־» מנן דוד» על הזרוע וימלאו מבוסשו במהרה בבל מה דאפשר. Ausnahmsofferte. Wir offerieren freibleibend: Salten Felix. Gedenktafel der Prinzessin Anna, 2 Novellen, anstatt K 2.40, K 1.20. Lcvy Albert. Auf großer Fahrt. Das Reisebuch eines Stabsoffiziers, anstatt K 2.40, K 1.20. Mactcrlink M. Von! Tode, anstatt K 8.—, K 1.7,0. Braun Lili. Memoiren einer Sozialistin, anstatt K , K 2.7,0. Tanthcndy Max. Der Geist!!!eines Vaters. Aufzeichniingen aus einen! begrabenen Jahrhnndert, anstatt K 7,.—, li 2.7,0. Lamprecht Karl. Einführung in das historische Denken, anstatt K 2.40, K 1.20. Reifer Anton. Ein psychologischer Roman, 2 Bände, gebunden, anstatt K 7,.—, K 2.7,0. Reumann Friedrich. Die politischen Parteien, anstatt K 2.—, K 1.—. Genckc Kurt. 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Die Lösung der Judcnfrage, anstatt II 5.—, K 2.50. 1914 Wochenkalender 5674. | כסלו Nov. Festtage הפטרה Z)t ן 25 D ח 26 F ט 27 S ד 28 דצא ויכרח יעקב s יא 23 M -.1 30 D יב 1 M יד 2 שזק־ל U טו 3 F טו 4 י Tüchtiger םו5ף wird per sofort gesucht. Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergasse 9.?a8tereli8ierte Flaschenmilch beste Qualität Originalfüllung der Molkerei, garantiert unverfälscht, überall erhältlich wo bezügliche .Aushängtafeln befindlich sowie Prima Teebutter (feinst) u. täglich frischen Topfen empfiehlt‘ Altbrünner Molkerei, FR. KUPÜK, Brünn, Ugartestraße 12-16, Größtes und ältestes Unternehmen dieser Art in Mähren. Jahresabsatz 8,000.000 Liter Milch Feinste Dessert-Bäckerei sowie Mehlspeisen täglich frisch empfiehlt A. HEUFFEL Konditor Brünn, Karl-Kandlergasse 12. Etablissement für Gruft- und Grabmonumente Gesellschaft mit beschränkter Haftung Brunn, Kröna Nr. 73 und 55. Granit-Schleiferei mit maschinellem Betrieb. Telephon Nr. 3277/VI. 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