Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 40 (11.11.1914)
- Date
- 1914-11-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40. ״Attisch, «eite 5. Mobilisierung in Jerusalem. Das Budapester jüdische Wochenblatt ״Egyenlöseg" veröffentlicht in seiner jüngsten Nummer einen Brief aus Jaffa, in dein folgende Schilderung von der Mobilisierung der türkischeil Truppen in Jerusalem entworfen wird: ״Als der Gouverneur von Jerusalem aus Konstantinopel die Mobilinachnngsorder erhielt, sandte er sogleich berittene Herolde in die arabischen Dörfer zu den Scheichs. Die Herolde hielten in der einen Hand eine mit dem weißen Halbinond geschmückte blutrote Fahne, in der andern Hand einen Krummfäbel. Dies sollte andeuten, das; der Sultan alle trenen Muselmanen zuin .Kampfe aufgerufen hat. Und die Muselinanen leisteten diesem Ruf getreulich Folge. Der Erfolg der Mobilisierung war ein ganz außerordeutlicher. Dies war namentlich für nns eine Ueberraschnng, die wir gewöhnt waren, daß nmii in diesen Gegenden Soldaten fängt etwa wie man Wild jagt. Diesmal war es ganz anders. In Zehntausenden ströinten die Araber nach Jerusalein. Leibst die wilden Bedninenstämme, die bisher weder Heeresdienst geleistet, noch Stenern bezahlt Haben, erschienen auf ihren hohen Nossen. Tie Szenen. die sich in diesen Tagen in den Straßen Jerusalems abspielten, werden uns nnvergeßlich sein. Die Araber überfluteten die Stadt: Fellachen mit ihren Frauen und mindern, Beduinen mit langen Lanzen, daneben auch Inden mit langen Bärten und Christen. Der große Plast, der voll dem Davidstiirm, dem Hotel Amdursky ud der Burg Zion umgrenzt wird, wimmelte von Arabern. Es bildeten sich Zirkel, in 'deren Mitte Schwerttänze aufgeführt wurden. Die Frauen schlugen dazu den Takt mit Tronu meln. Immer toller ward der Wirbel . . . Aus zehntausend Kehlen erscholl mit einemmal der:lins Allah junsur el-Suitan (Gott schübe den 2111־ tau)! Ein Beduine feuerte einen Schuß in die Luft ab, die Augen der Araber tauchten in rote Glut. Schließlich erschien der Pascha und ermahnte zur Ruhe. Man gehorchte ihm. Aus der Gegend des Jaffaer Tors naht ein kleinerer Trupp. Die Leute kounnen in Soldatenschritt heranmarschiert, mit einem Fez und weißem Turnerkostüm bekleidet. Die Araber glauben, es sei deutsches Militär. Der Führer der Gruppe hält eine Ansprache an den Pascha, die dieser salutierend anhört, worauf er zu ihrer Ehrung die türkische Hhmne spielen läßt. Tie Menge betrachtet die kleine Schar mit wachsendem Er staunen. Die alten Juden aber erkennen in ihr zu ihrer Verwunderung die Legion des jüdisch nationalen Turnvereins Makkabi, der eine Freiwilligenschar organisiert und ihre Dienste dem Sultan angeboten hat. Die kleine Schar zieht bereits morgen ins Feld . . Die Einnahme» des Jüdischen Nationalfonds im Monat Lktober beliefen sich auf M. .01:. Hiervon entfallen ans: Nordamerika M. l l .71.52א, Deutschland M. 2.4:50. , .Kanada M. 1.(501.so, Palästina M. 1.21S.S0, Griechenland M. 1.051.24, Südslavische Länder M.!>41.47, Lesterreich M.!.!>10.(52, Ungarn M. :!70.!»«,, Rußland M. 21:5.52, Brasilien M.!!>:5.50, der Nest aus Südafrika, Lstasien und Australien. Ans Rußland sind noch größere Spendenbeträge augekündigt, konnten aber infolge der schlechten .Kommunikationen nicht sogleich überwiesen werden. Sadagora. Eine Stunde nordöstlich von der Pruthbrücke befindet sich der Marktflecken ^adagora, berühmt als Sist eines Wunderrabbi, zu den! ununterbrochen nichl bloß die Juden, sondern auch die Nuthenen wallfahren, um sich Ratschlüge in allen Lagen des Lebens zu erbitten. Interessant ist, daß dieses Sadagora seine Entstehung dem russischen General Gartenberg verdankt. der im Jahre 1770 hier eine Münzstätte errichtete, um die herum sich dann eine deutsche und jüdische Kolonie bildete. Der Lrt hieß anfangs Gartenberg, worauf erst später die slawische Uebersehung des Namens ״Sadagora" das deutsche Wort ablöste. Die kleine Stadt Sereth, die ebenfalls ivochenlang in russischen Händen war und jetzt von unseren Truppen, wenige Tage vor Ezernowih befreit wurde, ist die älteste Stadt der Bukowina und soll nach einer Sage von Julius Sas begründet worden sein. Die Ausgrabungen, die in Sereth gemacht wurden, weisen jedoch darauf hin. daß hier schon zl! Römerszeit eine Kolonie bestand. Tie Häuser von Sereth sind zuin Teile sehr alt, fast alle Kirchen stammen aus dein 15. Jahrhundert. Passende Geschenke. Gcbnrts- Hochzeits- Barmizwah- und Ehanukka-Geschenkc. Für die jüdische Jugend, sowie für Erwachsene. Zlocisti Theodor, Vom Heimweg, Verse eines Juden, Prachtband K 4.— Nothblum Dav. Golus, Erzählungen, Prachtband K 4.— Landau, Gebetbuch, Hochzeilsgeschenk, Albuinband K 10.- Mannheimer, Gebetbuch, passendes Hochzeitsgeschenk, vornehm ausgestattet, Albumband K 12, Sachs, Gebetbuch, passendes Hochzeitsgeschenk, Albumband K 10.--, K 12. Grünwald Malvine, Saatkörner, passendes Kindergeschenk K »5. K :*».:10, K 2.40 Licberman» Mar, Eine Kunstausgabe von 14 Bildern K :5.(50 Jos. Israels Monografien K :5.(50 Lilien E. M., Monografien K 5.1:0 Lublinsky Salamon, Nachgelassene Schriften K 5. Landsberger Arthur, Das Ghettobuch K li. Steiner Bork, der Talmudbauer, brochierr K 4. , geb. K 7. Pcrez, ausgewählte Erzählungen, brochiert K :!.so Fcilchcnfeld, Tr, Glücke! von Hammeln, gebunden /v .».:!(> Jüdischer Almanach, geb. K «>. , broch. K 1. Almanach Barkochba K Asch Sch., -kleine Geschichte» ans der Bibel K 5. Bialik Eh. N., Gedichte K (>. Pinkus, Palästina und Sprieu K 5. Grab, Geschichte der Juden, l l Bände, anstatt K 110. K S5. Fischbcrg, Dr., Die Nasseninerkniale der Inden K s.50 Neujahrswunsch für das Jahr 7674. הפי־ה ש:ה בשששד, <לפק) מאה־־לת היא תשה:ה בשלש:ה בין ההלהים העימ־ה בין ד,יצהיב בשמי ברבה בהלך עמקיס Sw <׳ < > w< ו~ן u ר1* . >i י 7< w דיה :•הלה לאפיב מאה־־לת מאד :שיה:ה באי בא• בשייששה Auszeichnungen. Tie goldene Tapferkeitsmedaille erhielt für hervorragend tapferes Verhalten der Fähnrich Ludwig Löwy. Infanterieregiment 102. Sein älterer Bruder Herr Adolf Löwy. der als Feldwebel dein Stabe zugeteilt ist, erhielt für bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde eine Präniie von K >0- Beide sind Söhn-׳ der hochachtbaren Familie Samuel und Julie .öivy aus Wolleniv, welche außer den ausgezeich.eteu noch zwei Söh־ ne und einen Schwiegersohn im Felde haben. Der älteste der Brüder, Herr Heinrich Löwy, der in seinem Zivilberufe Güterdirektor ist, wurde bereits vor Jahren durch die Verleihung einer prachtvollen Busennadel mit der Krone und den Initialen in Brillanten von Sr. Majestät 1111seren! geliebten Kaiser ausgezeichnet. Das goldene Bcrdicnstkreuz mit der Krone am Bande der Tapserkeitsmedaille wurde verliehen dem Militär-Unterkierarzt O. N. beim k. k. Husareuregimeut Nr. «!.Beter, med. Dr. Sigm. Brüll, für sein vor dem Feinde bewiesenes tapferes Verhalten. Weiters Herr Dr. Samuel Leitner. Assistenzarzt, für tapferes anfopfernngsvolles Verhalten. Tie silberne Tapserkeitsmedaille t. Klasse erhielten: Fähnrich d. N. Karl *Neubauer in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde. Kadett d. N. Paul Beermann, Mitchefs der Firma. Ignaz und Wilhelm Brief;, LImüv. im k. k. Landwehrinfanterieregiment *Nr. 4, für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde in der Schlacht bei Krasnik. Fähnrich Paul Beermann hat die mit der Medaille verbundenen lebenslänglichen Bezüge der Mannschaft der 5. und «>. Eskadron seines Negimenis gewidmet und be stimmt, daß den Betrag jeweilig am 24. August, dem Tag der Schlacht bei Krasnik, zur Verteilung gelangt. Andor Fantl, ein Budapester Kaufmanu. war zu Beginn des Krieges als einfacher Infanterist des:52. Infanterieregiments eingerückr. (Gleich am Anfang des serbischen Feldzuges bat er sich bei Schabast ausgezeichnet und seiner Kom panie durch seine Tapferkeit und Lpfermut so große Dienste geleistet, daß er noch auf dem Kampfpiahe vom Infanteristen zum Zugsführer befördert wurde und der Divisionär Erzherzog Josef, dem jungen Helden, die Tapferkeitsme daille l. Klasse persönlich an die Brust heftete. Andor Fantl bat mebr als 100 Verwundete in mitten des heftigsten Feuers aus der Feuerlinie gerettet und auf der Schabaster Brücke Helden mütige Beweise seiner Kaltblütigkeit und seiner kameradschaftlichen Liebe geliefert. Interessant ist. Saß der Vater des Andor Fantl, Moriz Fantl. auch als Soldat bei der Bosnischen Lkknpation mitgesochten hat und daß jetzt seine beiden Soli ne und sein Schwiegersohn, d. 11. sämtliche mannliehen *Mitglieder seiner Familie, für das Vater!and kämpfen. Tie silberne TapfcrkcitsincSaille 2. Klasse erhielten: Neservefähnrich Leopold Kolben. Be amte des Wr. Bankvereines, des G. I. N. Nr. l. Er verstand es. bei überlegenen seindlichem In fauteriefeuer durch Ruhe, Besonnenheit und per söuliches Beispiel seinen Zug zu führen und die schon erschöpfte Mannschaft zum Verbleiben in der Schwarmlinie zu verhalten. Der Patrouillen führer Arnold Goldstein des Feldjägerbataillons Nr. 12. Isidor Erster, zurzeit verw. im Spital der Barmherzigen Brüder. Zngsführer Joses Ullmann. Gefreiter Rubin Mandl. Zugsführer Armin Weiner von! k. 11. f. Ins. Reg. Nr. II. Major Moriz Mansch des 11. Haubitzen regiments, ein Sohn des verewigten, um die Leinberger Kultnsgemeinde hochverdienten Vor stehers Dr. *Mansch, wurde in Anerkennung tap seren Verhaltens vor dem Feinde mir dem Mi litärverdieustkreuz mit der Kriegsdekoration ans gezeichnet. Die allerliöchste belobende Anerkennung mit der Verdienstinedaille wurde ausgesprochen in Anerkennung tapferen und erfolgreichen Ver Haltens vor dem Feinde dem Leutnant d. :>t. Mo riz Kornfeld, Feldkanonierregimenl Nr. 2s für tapferes 11. anfopsernngsvolles Verhalten 11. den! Regiineutsarzt Dr. Alfred Fried. «5. Ulanen regiment. In Anerkennung tapfere» Verhallens vor dem Feinde znin Lberleiitnanl ernannt Leutnant Schey von Koromla. Wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde wurde Lberleiitnant Konrad Sachse! der 27. Landwehr Jufauteriedivision (ans Prag! vom Divisionär belobt und *,11111 Kompaniekomma» danken ernannt. Für sein bravonriöies Verhalten am Schlachtselde nmrde der Eins. Freiiv. Korporal Karl Fürtb des Feldkaiiviieiiregiineiiks. der Solm des bekannten Budweiser Kailditeiifabrikalireii Herr Viktor Fürth, zum Fähnrich eruaunk. Für hervorragende Leistungen vor dem Feinde wurden befördert zum Lberarzt der Assi steuzarzt Dr. Jakob Kau. 77. Inf. Reg.. zum Kadetten der Reservekorporal Leopold Singer. Herr Stabsarzt Dr. Leopold Redlich erhielt in Anerkennung seiner Verdienste aus dem Kriegsichanplahe de» Fra»z Joiets-Lrde». Ritter des Eisernen Kreuzes. Berlin. Für seine Tapferkeit bei dem Bom benwerfen des Z.eppelin über Antwerpen ist dem Lvlm des Rentiers Elias aus der Hansmaun straße das Leutnantspatent und das Eiserne Kreuz 2. Klane verliebe» worden. Von dem tap-