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Jüdische Volksstimme · 1914-09-03 · Heft 32 (3.9.1914) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 32 (3.9.1914)
Date
1914-09-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gelte 6. ״Attische »,lk-sti««e.- Nr. 32 die Echtheit der beiden Dokumente, von der er sich trat der Erzbischof von Olmüh vor und rief: ״Im Naim päpstlichen Archive, in dem sie crufbewahrt ־ " '״..־ ־' ' * ' seien, überzeugt habe. Raschisagen. Aus dem Leben von Nasch! (Rabbi Salomo» Jizchali,. der zu Trohes ,Frankreich) geboren, zur Zeit des erncn Kreuzzugcs lebte, als Rabbiner in Worms wirkte und zu den größten Gelehrten des Judentums gehörte, wohlbekannt durch seinen Kommentar zu Bibel und Talmud, bringen wir heute zwei Sagen. Die eine findet sich in dem im Archiv der israclitischen Gemeinde Worms befindlichen ״Maatzeh Nissim"-Buchc. Eine Geschichte von Raschi, und woher das Sprichivort kommt: Drei Mann und ein Notzkopf. Ilebcr das Weichbild der Stadt Worms hinaus ivar der Ruf Naschis gedrungen und auch nichtjüdische Persönlichkeiten suchten die Nähe des großen Mannes auf, um seine Ansichten über wichtige Dinge zu hören. So kam denn eines Tages auch der Herzog von Lothringe» tjedenfallss Gottfried von Bouillon) im Jahre t»W, im Begriffe gegen die Türken zu ziehen und Jerusalcm zu erobern, nach WormS. Er suchte Raschi auf und Ivünschtc dessen Ansicht über seinen Kricgsplan zu hören. Nach kurzem Besinnen verkündete ihm Raschi, daß er die Türken besiegen, Jerusalem und noch andere Orte erobern werde. Viele Schätze werden in seine Hände fallen und sein aufgckommcncs Werk werde dadurch gekrönt, daß man ihn zum König von Jerusalem ausrufcn werde, doch von nicht langer Dauer werde das Glück sein. Tic Türken werden die erlittene Schmach nicht lange ertragen. Mit verstärktem Heere werden sie gegen euch ziehen. Das Glück, das euch anfangs so hold tvar, wird sich von euch abwcnden. Tic Türken werden ivicder Herr von Jerusalem werden. Viele von euch Iverden durch das Schwert fallen, andere durch eine Epidemie dahingerafft werden. Während ihr in so statttichcr Fahl von bicr auszieht, werden die Zurückkoinwenden nur aus ״drei Mann und einem Roßkopf" bcstehen. Du wirst meinen Rat, fügte Raschi Hi1,zu, den Fug nicht zu unternehmen, zwar nicht befolgen, aber du wirst dich doch noch überzeugen, das; ich wahr gcsproche» habe. Mit großem Erstaunen und immer wachsender Bclvcguug lauschte der Herzog den Worten Raschis; doch schienen besonders die letzten Worte: ״Drei Mann und ein Roßkopf" ihn sehr nachdenklich zu stimmen. Er mochte noch so sehr in Raschi drängen, ihm doch den dunklen Sinn dieser Worte zu erklären; immer erhielt er bereits das Gesagte obne jegliche Deutung zur Antwort. Der Herzog, durch die prophetischen Mitteilungen!Naschis, daß das Glück sich anfangs ihm sehr zuwcndcn iverde, noch mehr bestärkt, beschloß, den Kriegszug fort zusctzen. Gottfried verließ mit seinen Truppen Worms Der Kampf mcchtc im heiligen Lande noch so sehr toben; immer begleitete den Herzog die chrtvürdigc Erscheiuung Raschis, denn das Glück Ivar ihm bei seine» lliitcruehmungcn so bold, daß alle Prophezeiungen Ra schis vollkommen cinirascn. Doch auch das Unglück stellte sich in solchem Maße ei», daß er nur mit bicr Mann und einem Pferde gen Worms cinzuzichcn vermochte. Tckou schmiedete er in seinem Innern verwerflich Pläne, iveil die Propbczciuug Raschis sich nicht in voll lem Maße erfüllte, da war er an dem Stadttore äuge komme». Doch kaum öffnete sich für ihn dasselbe, als ein Balken des Tores hcrunterfiel, einen Mann tötete und auch das Pferd, dessen größerer Teil außerhalb des Tores lag, ivährcnd drei Mann und der Roßkopf sich i» der Stadt befanden. Jetzt fühlte er mit wnchtiger Schwere die Bedeutung der Worte Raschis und schnell eilte er nach dessen Wohnung, uni ihn, wie er versprochen, fürsilich zu belohne». Doch Raschi war in der Nacht — gestorben. Wie gern bättc er ihm so vieles Wichtiges aus dem deiligen Lande erzählt. Eine andere Sage berichtet: Aus einer!!!eise nach dem Criciii sei Rasch! mit einem Mönche zusammcngckommcn. Nach kurzer, friedlieber Unterbaltnng cnlziveitcu sic sich, weil dieser die jüdische Religion berabsctzte. In der Herberge erkrankte der Mönch plötzlich. Als Raschi cs erfuhr, ging er zu ibm, pflegte il,n brüderlich und gab ihm ein Heilmittel, das seine Genesung bewirkte. Der Mönch wollte ihm daiür danken, aber Raschi sprach: ..Ihr seid mir keinen Dank schtildig; trennt uns auch der Glaube, so muß uns doch die von meiner Religion gebotene Menschenliebe verbinden. Lebt wohl! lind ivenu Ihr einmal c:- nein leidenden Juden begegnet, so helft ihm, wie ich Euch gebolfcn nabe!" Nach einigen Jahren kam Rasch! am der Rückriese nach Frankreich in Prag an. Tic Inden empfingen den bcrübmtcn Gelehrten mit große» Ebren. Aber der Herzog Wladislaiv vermutete in ihm c!neu Spion und ließ ihn verbastcn. Die Prager Juden trauerten darüber:!liaschi aber verlor im Bewußtsein seiner Unschuld nicht die Ruhe. Ais Wladislaw über den Unschtildigen das Todesurteil aussprcchcn wollte, men Gottes verteidige ich diesen Juden als einen hochgelehrten und cdclhcrzigcn Mann." Darauf erzählte er, daß der Angeklagte ihm, als er noch Mönch war, das Leben gerettet habe. Raschi wurde nun sicigcsprochen und mit Ehren überhäuft. Jsak Halcvy aus Worms schrieb einst an Raschi: ״Durch Dich ist das Zeitalter nicht verwaist, solcher, die Dir gleichen inögc cs viele in Israel geben!" { tüchtiger Phasen und 1 Schacharith-Baltefilah treng religiös, werden für die Jomim noroim aufgcnommcn. — Anträge unter ״Tüchtig 1244" nn die Administration der ״Jüd. Volksstimme", Brün». Bethaus ״Machsike hadas", Brünn, Adlergaffe 12. — Es wird dem P. T. Publikum zur Kenntnis gebracht, daß Vormerkungen auf Bethaussitze, für Männer und Frauen, von jetzt ab entgegen genommen werden. Der Gottesdienst findet nach altjüdischcm Ritus, in wohlgeordneter Weise, statt. 1914 Wochenkalender 5674. richtiger Mcrttesitah sucht für die Jomim noroim in einer Gemeinde unterzukommen. — Anträge unter ״Balt ef i l c" an die ״Jüd. Volksstimme", Brünn. אלול Sept. Festtage הפטרה D 3 if *1 4 ר;י 5 יד 5 פרק ראשון וש;י. בי תצא עקרה ועני s טו 6 £זק*ל טועדה M טז 7 D ■ז 8 M יח 9 D יט 10 F 11 Empfehle zu den Feiertagen ראש השנדז־יום כפור־סכרת Gratulationskarten r״je JESSÄ Machsorim mit und ohne Uebersetzung. Wollene und seidene Tallessim. Schwarze und weisse, seidene und leinene Käppchen. Neu aulgenommen: Sargenes, Tachrichim, Esrogim Lulowim אתרוגים ־ לולבים - הדם־ם JOd. Buchu. 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