Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 30 (19.8.1914)
- Date
- 1914-08-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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»i-, *r״'£*■** 5- £׳־>״’2י”1׳י*י~מ Seite 6. ״Jktzische B»lk»sti««e." Bacntsch, in welchen die Verwandtschaft des Spinozisti- Wille, jeden nach seiner Facon selig werden zu lassen. scheu Intellektualismus mit dem Voluntarismus aufgewiesen und gezeigt wird, daß das treibende Motiv im Denken Spinozas das ethisch-religiöse ist. -HcrzlS ״Judenstaat" in polnischer und jüdischer Sprache. Wir haben das Erscheinen des ״Judcnstaates" in polnischer Sprache — anläßlich der Wiederkehr des zehnten Todestages Theodor Hrrzls — bereits in der 'Jaiimiicr 10. vom 11. März d. I. angekündigt. Dieses Buch erscheint seht mit einer Reihe interessanter Vorreden von Gräfin Marie Johanna Wiclopolska, Baromit Bertha von Suttner tim April d. I. geschrieben), Grafen I. Tolstoi ichcmaligcn russischen Unterrichtsminister!, Leon Bourgeois, Mar Nordau, Israel Zangivill-Achad-Haam, Dr. Alfred Noflig und Tr. Leo» Reich in polnischer und jüdischer Ucbcrsctzung in Stanislau. Die Ilebersetzung besorgte daselbst David Erdtracht. h. Hugo Tinglrr: Die Grundlagen.der Naturphilosophir. Leipzig, Verlag Unesma G. m. b. H. 202 S S Dieses Buch ist Wilhelm Ostwald, ״dem Ncubcgründcr der Naturphilosophie" gclvidmet und entscheidend einflußt von Ernst Mach. Der Verfasser glaubt ir ncn wesentlichen Aufstellungen mit diesen Denkern eins zu sein, geht aber tatsächlich insbesondere über Mach soweit hinaus, daß wir seine Schrift eigentlich als eine kantisch-idcalistischc anschen müssen. Während Mach die Welt in Empfindungen auflöst, kennt Tinglcr neben dem ״Gegebenen" (also lvohl den Empfindungen' dessen ״logische Bearbeitung". Das Ziel seiner Schrift ist sozusagen ein logischer Optimismus. Er lvill zeigen, das; die Gesetzmäßigkeiten, die wir in der Welt vorfinden, nicht irgendwie in ihr darin stecken durch eine vorhcrbcstimmtc Harmonie, sondern hinzugcbracht werde» durch den Geist, durch die logische Verarbeitung. Wenn also unser Geist gewissermaßen eine Mühle ist, die jedes Material ncahlen, überall Gesetzmäßigkeiten stiften kann, dann können wir ruhig hoffen, daß Ende alles in Regel und Gesetz gebracht werden wird. ״Wir iverden wissen!" schließt der Verfasser sein Werk. Dies ist keine neue Lehre, sondern altes Lehrgut des Idealismus. Interessant ist das Buch trotzdem, weil cs von naturwiffcnschaftlich-mathematischcn Bctrachtungsweisen ausgcht. Das Grundproblcm seines Systems ließ Tinglcr freilich unbeantwortet: Wieso kommt cs, das; das uns gegebene Material sich überhaupt ״mahlen", gesetzmäßig ordnen läßt. Warum herrscht im Gegebcnen nicht absoluter Zufall und Ehaos? llnangcnchm wirken an dem Buche Dingicrs die vielen Wiederholungen, die Komplimente, die dahin und dorthin gemacht werden, und ein etwas prätentiöser Stil. Ein Buch ist ein sachlicher Inhalt und der Autor soll völlig zurücktrctcn. Andrerseits kann man Tinglcr nachrühmen, daß er verständlich und in gutem Sinne populär über so schwierige Fragen wie die der Erkenntnisthcoric zu schreiben versteht. Absage bedeutet, an die Glaubensthrannci, sein Zeitalter kennzeichnet. Die beiden Bücher sind gut ansgcsiattct und können allen wärmstcns empfohlen lvcrdcn. Aufruf! Thomas Earlylc: Der König Friedrich der Große. Tie große Revolution. Verlegt bei Wilhelm Borngröber, Berlin. — Die Geschichte soll die Vergangenheit näher bringe», soll uns den gcgcnlvärtigcn Zustand der Dinge zu begreifen ermöglichen und darum darf sic nickt eine Reihe nackter Tatsachen ncbcncinandcrslcllcn, sondern muß den Zusammenhang bloßlcgcn. Nicht den äußern Zusammenhang, sondern den inncrn, die unbedingte Notwendigkeit, aus der heraus sich eine Tatsache aus der andern entwickelt, den Urgrund der Dinge. Ein solch tiefgründiger Gcschichtsphilosoph, dessen großartige Forschung ivir stets von neuem bewunder» müssen, ist Earlylc. Sind lvir auch anfangs vcrsucht, seine packende, knappe Ausdruckswcise als Liebe Turnbrüdcr! Liebe Tunrschwestern! Tie politischen Ereignisse und ihre Konseqnenzen für viele unserer Brüder, haben es uns bisher nicht nur unmöglich gemacht, die laufenden Angelegenheiten zu erledigen, sondern uns leider auch daran gehindert, angesichts der wahrlich die ganze Welt bewegenden Geschehnisse das Wort an Euch zu richten. Und cs drängt uns gerade in dieser bewegten Zeit, die ein neues Bild von Europa gebiert, neue -Kräfteverhältnisse unter den Staatcngebilden schassen und darum auch neue Perspektiven für uns Juden eröffnen wird, zu Euch zu sprechen. Liebe Tnrnbrüdcr! Liebe Tunrschwestern! Eine große Zahl unserer Brüder trägt schon des .Kaisers Rock, voll Liebe und Hingebung bcreit, die dem Vaterland schuldigen Dienste zu leisten. Andere harren voll Ungeduld, sich in die Reihen deren stellen zu dürfen, denen der Schutz die Verteidigung unseres Vaterlandes anvcrtraut ist- Doch auch die zurückbleibenden Brüder und Schwestern können und sollen unserem Vaterlande, das für uns Juden seit langen, langen Jahren ein schirmender Hort ist, reiche Dienste erweisen. Die Fürsorge für die ins Feld ziehenden oldaten, die Fürsorge für deren Familien, erfordern viel -Kräfte. Die Tätigkeit in den Munizipien, Arbeiten in den durch die Abberufenen männlicher Arbeiter geradezu zum Stillstände genötigten verschiedenartigen Betrieben (durch welchen wieder andere Familien brotlos werden würden) die Betätigung in den verschiedenen Zweigen öffentlicher Hilfe, sanitäre Dienstleistungen und das ganze Register, all jener Arbeitsmöglichkeitew, die jetzt von öffentlicher und privater Seite initiert werden, bieten vielfache Gelegenheit zu einer Beschäftigung, die den hochsten Lol,n in dein Bewußtsein erfüllter Pflicht in sich selbst trägt. Gerade Ihr, Brüder und Schwestern aber, seid berufen. Euere geschulte Disziplin, Euer Verständnis für Organisation, Euere erprobte Arbeitsfreude im Dienste hehrer Gedanken nun dem Wähle der Allgemeinheit, deren Teil wir sind, zur Verfügung zu stellen. Erblicken die Soldatenscharen Oeslerrreichs in dem Vorstoß russischer Heere einen Angriff auf Zivilisation und.Kultur, so wütet, in den Seelen unserer im Felde stehender Brüder auch noch der Haß gegen, die Pogromhelden von -Kischinew, der Haß gegen die Mörder und Verläumder von -Kiew, der Haß gegen die räuberischen Meuchelmörder unserer im .Kampfe für das Judentum gefallenen russischen Brüder und Schwestern! Sie ziehen auch als Rächer des Judentums Sie sollen sich wenigstens der Sicherheit erfür die hohen jüd. Feiertage. empfehlen wir uns zur Lieferung von: Machsorim, z .4- und oteilig; Selichoth* ehamoschim; Sedrtvücher; jMdaehtsh&cbcr; Gallesbim in Seide und Wolle, in allen Preislagen; Mesusos; Schofros, Esrogim und Culooim, «old und. Süvervorten. Käppchen, üfldiche neuiahrs• und lomkippurkarten, Kittel nach ilftass und lagernd sämtliche Ifidiche Ritualien. Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergasse 9. WegMrsicheiWg ohne ärztliche!Untersuchung mit sofortiger Gültigkeit bei erstklassigem inländischen Vers.-lnstitut. Falls der Betreffende schon eingerückt ist, kann auch durch Gattin oder Eltern abgeschlossen werden — Ausküfte erteilt das Versich.-Bureau, Brünn, Rathaussteig Nr. 1, II. Stock. Augen u. Ohrenarzt Dr. FritZ GlltfrClWd Sprechstunden an Wochentagen 10—12, 2— 5,/י Uhr an Sonn-und Feiertagen von 9—11 Uhr Voi mittag Telephon Nr. 32SO-VI. Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 6, Mezzanin. Apotheke ״Zum römischen Kaiser״ 1 Ferdinandsgasse Nr. 14. Pharmac. Spezialitäten: Ramerts Antikorin Spezialmittel gegen Hühneraugen 80 Heiler״ FuBstreupulver 70 Heller, Ramerts Husten- Katarrhpastillen 60 Heller, Kaiserbrustthee 40 Heller, Guaranapastillen gegen Kopfschmerz 1 Krone. Brno, Sotnoüfednt ul. 3. Znamenite plzenskd plvo. Vybornä Jeskä kuebyne. Menu 1 K. — Elegantm, vzdusne mistnosti. wichtigste, gerade bei seinem Werke über Friedrich den Großen zu betrachten, so schauen wir in das Räderwerk der Geschichte, wir sehen wie ein Rad ins andere arcift und auch die kleinste Störung wird uns gen geführt. — Und wie versieht cs Earlylc in seiner Geschickte der Revolution aus uns zu wirken. Wie sierhaft zeigt er uns. daß die Verbrechen der Rcvolution nickt von ihren Helden, dem Volk, sondern seinen Peinigern begangen wurden. Eine Episode, die er ans dem Leben Ludwig XV. mittcilt, sagt uns mehr, als eine bändcrcichc Geschichte über die Ursache der Revoiution: ״Eines Tages, als Ludwig XV. mit dem Aufwand königlichen Prunkes in einem Walde Freuden der Jagd oblag, begegnete er an einer gung des Weges einem zerlumpten Bauern mit einem Sarge. ״Für wen?" Er lvar für einen armen Tron- Inccht, den Seine Majestät hier in dieser Gegend manchmal batte schuften sehen. ״Woran ist er gestorbcn?" ״An Hunger, Majestät." Der .König gab seinein Pferde die Sporen. So ist bei Earlylc die Gesckiichte ״die weltalte Rhapsodie des Daseins, das große, heilige Epos, die Bibel der Welt, unendlich ihrer Bedeutung nach, wie der göttliche Geis! selbst ahnen läßt und dennoch verbirgt. Bezeichnend sür Car- Inle ist, daß er Friedrich den Großen vor unser» Augen als Helden seiner Zeit erstehen läßt, Friedrich, dessen freuen dürfen, dos; doheim Weib und -Kind versorgt, dos; Hans und Hof bestellt sind. I, Dorum Brüder und Schwestern unverzüg- ' "ch an die Arbeit'. Herzlich Hedod! -Kreis (Westösterrcich der Jüdische» Turnerschaff. Die.Kreisleitung. Neu renoviert! Apothchc ״rum gotdeuru Adler". S KARL 50NT/IQ HJ Brünn. Großer Play 1 Telephon 92t). em.ft.-hh: Tclepho-1 92 0 Ealmiakzcltchcn, bestb-ka 1׳<׳rs Milt l 9.e.;<־n Huken u d Heise keil zu 20, 40 und 60 Heler. 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