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Jüdische Volksstimme · 1914-07-30 · Heft 29 (30.7.1914) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 29 (30.7.1914)
Date
1914-07-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״Attische »»ttrsti««e." Nr. 29 richtig zu verstehen, brauchen wir nur jene zu bctrachtcii. Selten hat der Mensch, die Mcnschenpslanzc, wie Assicri sagte, einen reicheren Lebenssaft besessen und zablrcichcrc Schützlinge nach allen Richtungen gctricden: aber kurz ist die Blütezeit gewesen. lieber das jüdische Geistesleben ist die wuchtige Glasglocke des Ghetto gestülpt worden; oder cs wurde vielmehr, gleich jenen Bäuincn, welche die Chinesen zu ihrem Vcrgnügen in winzigen Töpsen ziehen, in einen engen Gartenkübel eingcschlosscn, wo seinen Wurzeln das Erdreich fehlte. Was ist da Verwunderliches, wenn dieser Geist etwas- Verkrüppeltes angenommen hatte? Allein, man brauchte ihn nur lvicdcr in volle Erde zu verpflanzen, und er entfaltete sich und trieb weithin seine freien Aesle. Wir staunen häufig über die vielseitigen Fähigfeiten der Juden, über ihre merkwürdige Leichtigkeit, sich anzuglcichcn, über die Schnelligkeit, womit sic sich alle unsere Kenntnisse und Methoden aNelgncn. Mit Unrecht wundern wir uns. Sic sind durch Vererbung, durch zwcitauscndjahrigcs Geistcsturncn dazu vorbc reitet wordcii- Wenn sic unsere Wissenschaften in An griff nehme», so sehen sic den Futz nicht auf unbclanntc» Boden, sic kehren vielmehr nur auf ein Gebiet zurück, welches ihre Vorfahren bereits erforscht haben. Tic Jahrhunderte haben Israel nicht nur für die Bärscnschlachten und den Sturmangriff auf die Glücksguter ausgerüstet, sic haben cs auch für die wissenschaftlichcn Kämpfe und die Erobcrungszügc des Gedankens mit Waffen versehen. Die schwer verständlichen Abhandlungen des Talmud und die alten rabbinischen Schulen haben cs für die zlvci modernsten Studienzweige vorgcbildct, gleichsam vorhcrbcstimmt: für dir gelehrten Wissenschaften durch die Erörterung der Schrifttcxic in gelehrten Sprachen; für die Naturwisscnschaftcn durch die Beobachtung des Lebens und des lebendige» Körpers. Mancher Israelit, welcher sich der Philologie oder der Altertumskunde widmet, stammt von einer langen Reihe Rabbiner ab, welche während Generationen sich das Studium dunkler Schrifttcxtc sauer lvcrdcn liehen. Die beiden Darmcstctcr bcispicISlvrisc, Sühne eines schlichten Buchbinders, zählen unter ihren Vorfahren ivohl drcitzig Rabbiner. DaS jüdische Gcisieslcbcn ist kein Brachland, das umgcgrabcn werden mutz, cs hat niemals lange unbebaut gelegen. Es in ein seit Jahrhunderten angcbautcr Boden, der nur neue ivisscnschaftlichc Verfahren erlvartcte, um Nelle Ernten zu geben. Will man, noch einmal sei es gesagt, Israel als ein Volk bctrachicn, so ist cs das älteste und vielleicht begabteste der Kulturvölker. Es bildet durch Vcannigsaliigkeit wie durch Alter seiner Geisieskultur eine Art Geburtsarisiokratic unter den Rationen. Hahn, der in seinem Hause eine Wohnung zur und Spcisesaal der Leitung übcrlieh. Mustcrgiltig ist die Aufopferung und uneigennützige Hingabe des Vcreines ״Kindcrsiützc", Wien- 16. Bez., Hubergasse 8, die leine Mühe scheut um das Wohlergehen der Ferien- Kolonie zu fördern. Mainz. Bei einer militärischen licbüng hatte» Insantcrictruppcn die Brücke bereits Passiert, als eine Abteilung des Fcldartillcriercgiments Nr. 66 mit den bespannten Geschützen ebenfalls die Brücke passieren sollte. Ein mit sechs Pferden bespanntes Geschütz kaut dabei ins Ausglciten. Die Pferde wurden mit dein Geschütz in den Rhein gerissen, gleichzeitig ein Kanonicr, der den Tod in den Wellen fand. Die sechs Pferde wären Wohl ebenfalls alle verloren gewesen, wenn nicht der jüdische Einjährige Mich. Marx aus Mainz in voller Rüstung in den Rhein gesprüngeii wäre, mit einem Messer die Stränge der Bespannungspscrdc durchschniit und so vier der Pferde ans Ufer bringen konnte. Marx lvurdc sofort zum Unteroffizier bcfördert. NIEDERLÄNDISCHE Lebensversicherungs - Gesellschaft, Wien Aspernplatz 1 im eigenen Palais, Versichertes Kapital cirka 422 Millionen. Reserve cirka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit 5»/0 jährlich ia lender garantierter Prämie Cenaralagentur für Wien I., Aspernplatz 1, Leiter: David Nebenzahl. Sub Direktion für Prag rerdmandsstr. 20 neu Leiter Robert Gerstel. Sub Direktion für Lemberg. Szajnocha 3 Leiter LUbel Taubes General-Agentur für Krakau, Moritz Griffel Krakau, Rlngplalz 9. General-Agentur für Uielitz, Schlossgraben 9, Leiter Adolf Hettlinger. Hauptagentur für Brünn, Leiter: MAX DEUTSCH, Zeile 31. Gummistrümpfe für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FIALA sen., Brünn, Krüna 3—5. — Maßkarten postwendend Tischo-Beab. Aus dem Staube schlägt die Klage An dem soiumcrschwülen Tage Schluchzend bis zu Gott empor» Weil in Staub die hcil'gcn Hallen Solch ein Tag sah einst zerfallen Und das Volk sein Heim verlor. Doch lvciin alte Wunden vluteii Und in eurer Schmerzen Glutcii Trän' auf Träne nicdcrgnillt. Wird von Perlen und Epalen, Hcih vermengt mit euren Qualen: Euer Leiden nicht gestillt. Brüder, lasst darum das Klagen, Und aus jenen grauen Tagen Bleib' die Sehnsucht nur zurück. Eine grosse, tränenlosc» Blühend lvic die Sonnenrose Tie sich neigt zum Licht und Glück. Weil die Tränen, die in Bächen Strömen, eure Tatkraft schivächen, Fehlen Hort euch. Halt und Held. — Hebt euch aus dein Staube, Brüder, Und cs blüht der Tempel wieder! Nur dein Mul gehört die Welt! — ®eilt Armen kostet seine Semmel teurer als dem Reichen sein Brate». * Dem armen Mann weht stets der Wind in die Auge». * Regiiet'S drausscn Taler, sitzt der Arme im $11». mer, * Wann freut sich ein armer Mann? Wenn er verlicrt Und findet wieder- Htzt ein armer Mann ein Huhn — ist « r oder das Huhii. * Beim arnlen wachsen die Kinder gcdichter. krank Nachtrag. Schreckliche Feuersbrunst in BnrSziyn. Donnerstag, den 23. d., ist kt Biirszthn eine Fcucrsbrnnst ansgebrochen. Der größte Teil dieser Stadt stand in Flammen- Hunderte jüdische Familien wurden obdachlos. Pie Verunglückten lechzen nach Brot niid Kleidung, Die Not ist unbeschreiblich, jüdischer Student verkehrt in esnevt Lokale in dem die ״Jnd. Lolksstinnne" nicht aufliegt. Heu renoviert! Vornehin! Cafe Stadttheater BRÜNN Krapfengasse vis ä vis Städttheäter. Eleganter separierter Öainensalön. Telephon 614. Telephon 614. TVrttold stick!ס ס o 0.0 Sattlet a/Tapezierer, Brünn, Kritaa24 M- Scherlag. Äorresponäenzen. Nng.-Ostra. Durch bcsondern Flcitz und Eifer unserer Herren Kultusbcamtcn LBcrkantor M. Eibenschilp und R. Kornscin isl cs gelungen eine Ferien- .Kolonie von 41 Kindern des Wiener Vereines ״Kinderiinve" für 2 Monate liier zu unterbringen. — Die Leilung dieser Kolonie liegt in den Händen der obgcnannlen Herren. Es ist ivahrlich eine Freude und rührend das Treiben dieser Kinder die, die Freiheiten am Land noch nicht genossen haben zu betrachten. Für eine sorg iallip.e Verpflegung isl gesorgi und bei den täglichen Spaziergängen iverdcn die Kinder von einer Auffichtsdann׳ begleitet. Es ist Pflicht dem Vorstand der hiesige» Knli'is- und Sladtgcmeindc. die bereitwillig das Schulgebände zur Beguartiernng der Kinder nbcrlictzen, v'ienllich zu danten. Gleicher Dank gebührt Herrn Ad. Das jüdische Sprichwort über .Arm und Reich?) Arm und reich — in der Erde liegen bcidcHich. Soeben erschienen; .- Gebetbuch für den Samstag nachmittags Jugend ־Gottesdienst für sämtliche Schulen der östenWihg: Monarchie. Preis mit Po.to K —45׳ Bei größeren Bezügen entsprechenden Rabatt iüd. Buch u. Kunstverlag, Brünn 1914 Wocheukalender 5674. Armut acich nicht. isl keine Schande, aber eine grosse Ehre Arm sein ist grad wie gestorben; aber reich sein, heisst noch uicht: gelebt. * Wer beim Armen stiehlt, beraubt Gott allein. * Wer Reichtum schafft durch :!taub und Gewalt, wird nimmermehr in Ruhe alt. * Ein Reicher hat iinmcr schöne Töchter. * Ein geiziger :lieichcr ist der ärgste Bettler. Armut erschlägt Weisheit. * Alle arme» Leute haben gute Herzen. * Der Arme ist Wohltäter aus andrer Leute Ta- 1 ם"! Juli Festtage j הפכזרה M 29 D 7 30 F n 31 S 1 ארסיים שרק. שבת חזון■ דברים חזק ישעיהר 5 י S2 Fasttag - - תשעה באב (;דחה) M יא “3 £ יב <4 M י: & D יר 6 שזק׳ל F שו 7 tag <׳. Haibfei חמשה עשר באב Dr. Emil Bloch ordiniert in der Kur- und Wasserheilanstalt des Brünner Zentralbadeö für Nervenkranke, Rheumatismus, Gicht lschiac-, Magen- und Darmleiden. Blutarmut-, Fettsucht Herzenleiden u. s. w. Modernste Heilbehelfe: Heißluft (Blaulicht) Schwefel-Soole Fango-Radiura-kohlensaures u. Vierzellenbäder elektr. Massage u. s. w. scheu. inan Des Arme» iveit in der Braten Runde. und des Reichen Tod spürt *) Ans Agiiaz Bernstein: ״Füdische Sprichwörter und Redensarten". Telephon 709. Sehr mäßige Preise Fabriks- Niederlage von Teppichen Spitzenu. Tuchvorhängen, Bettdecken aller Art usw. zu billigsten Preisen nur Brünn, Zeile 60, bei Christian Otto.

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