Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 25 (2.7.1914)
- Date
- 1914-07-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 25. Seite 5. chen wir über den Stand der Bewegungen im Judentume in einzelnen Ländern, über Zangvills Tl)eorien> über sein neuestes erfolgreiches Drama ״Der Schmclztopf" usw. lind als ich dann von unseren Kämpfen auf den Universitäten erzählte, als ich vom Waidhofener Prinzips Erwähnung machte, als ich von unserem nationalen Kainpfe, von der Boykottbewegung sprach, dann sah ich deutlich in den Augen der englischen Juden Tränen . . . Tränen, ich weiß nicht ob es Tränen des Mitleids waren- oder waren cs Erinnerungen aus Tagen der Verfolgungen und der Marter am eigenen Leibe, die sie in Rußland niitgemacht haben ... Ich glaube diesmal war es auch Frl. Green, die die.Frage aufwarf: ״Was wacht ihr. dagegen?" Ich gestehe, ich mußte verschämt, die Antwart schuldig bleiben . . . Oder sollte ich von den lokalen Käinpfen gegen Funktionäre einer Kultusgemeinde, als von einem Gegendrücke sprechen? . . . * * * Nur ein einziger Jude beteiligte sich au unseren Gesprächen nicht. Das tvar Mr. Green. Er saß die ganze Zeit von Dover nach London, schaute durchs Fenster auf die grünen Felder und dachte nach . . . Wer weiß, ob der neue Juwelenankauf sein Hirn beschäftigte oder ob vielleicht die Erinnerung an seine Kindheit und an die Muttersprache, wach wurde? . . . Wer kann das wissen? ... Aus der Agudas-Jisroel- Bewegung. Frdntsukt d. 3)i., 21. Juni. Nach dem Beispiele der Breslauer hat nun auch die hiesige Jugendgruppe mit der Herausgabe einer kleinen Zeitschrift als ״Mittcituiigen der Agudas Jisrocl Jugcndgruppe Frankfürt ä. M." begonnen. Auch diese Mitteilungen gehen sämtlichen Mitgliedern nebst dem deutschen ״Haderech" unentgeltlich zu. Düsseldorf, 18. Juni. Ain 11. Juni hielt hier Herr Zahnarzt Ehrivann-Werden einen tressüchen Vortrag über die ״Ziele der Agudas Jisroel mit besonderer Beriicksichtigung des Rhcinlandes." Im Anschluß an diesc» Vortrag wurde eine Agudas Jisrocl Ortsgruppe gegründet, der sofort 50, Mitglieder beitraten. Gerade in Düsseldorf haben sich inländische und ausländische Brüder in der Agudas JiSröel Zum gemeinsamen Wir« ke» zusamineugefunden: schon hierin ist ein großer Erfolg der Agudo zu begrüßen. Die Ortsgruppe Düffeldarf beabsichtigt gemeinsam mit den bereits bestehenden Bcrcinigüngen, wie die Chcwras Talmud Tauro und A. für Limud hatauro zu sorgen. Der Vorstand besteht ans den Herren: Abraham Lewin, Siegmund Weil, Moses Gottlicb, Julius Fricdmann und S. Pfeifer. Auch eine Jugcndgruppe der Agudas Jisroel ist in Düsseldorf gegründet worden. Antwerpen, 17. Juni, llnserc Jugendgruppe hat boi» Tttgc*ihrcr Gründung bis zu ihrer heutigen Gencrulbcrsammlung ihre Mitgliederzahl verdoppelt. Wir zählen heute schon 100 Mitglieder und Hüffen, in den nächsten Wochen eine großzügige Propaganda zu entfalten. In der heutigen Generalversammlung wurde zuerst ein Bericht des vorbereitenden Komitees crstattct» sowie Programm und Lehrplanbcsprochen. Für die Zu veranstaltenden Kurse in Gemoroh, sowie Mikroh-, Mischnoh-Kursc sind bereits bewährte Kräfte gcwon- »cn. Die Jugcndgruppe hat bereits ein eigenes Lokal gemietet, in dem die Kurse abgchatten werden, und W tvelchcn in Kürze ein Lese- und Lernzimmcr eingerichtet tvird. Bei den vürgenommcnen Wahlen tvurden die Herren: S. Eiscnmann, H. F'mkelstein, M. Lcvy, W. Oster, S. Ratzersdorfer, M. Rosenfeldcr und CH. UllmaniB in den Vorstand gewählt. Tarnopel, 10. Juni. Das hiesige Pürbercitungskomitec der Agudas Jisrüel Veranstaltete Sonntag, 14. d-, im Kultusratsaale eine öffentliche Versammlung mit dev Tagesordnung: ״Agudas JiSrüel". Im Namen der hiesigen Kehila begrüßte KultuSratHmitglied Herr Moses Rapaport die Versüinuüung und stellte tcn Versammelten die Herren Rabbiner Mayer Scha- Pira-Elimianv und Moses Schmcle-Krakau, welche zur Propaganda für die Agudas Jisrocl gekommen sind, vor. Zum Präsidenten der Versammlung wurde Herr David Lmolo gewählt. Cr erössnete die Versammlung Mit einer begeisterten Ansprache. Hierauf hielt Herr Schmelkes eine großangelcgtc, inhaltsreiche Rede über das Programm der Agudas Jisrocl. Tcn Glanzpunkt des Abends bildete die meisterhafte Rede des Herrn Rabbiners Schapira, die das Publikum zwei Stunden lang in Atem hielt. Die geistreichen und von einem edlen Idealismus getragenen Ausführungen des Redners lösten in der Versammlung eine Begeisterung aus, wie wir sie in den orthodoxen Kreisen TarnopolS bis zetzt nicht gesehen haben. Der Ersolg war auch dementsprechend. In die auflicgendcn Listen zeichneten sich mehr als . 200 neue Mitglieder ein und cs ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Mitgliederzahl unserer Ortsgruppe in den nächsten Tagen die 500 erreichen wird. Storozynetz» 22. Juni. Die Agudas Jisroel-Jdee hat auch bei uns — wie wohl in allen Gemeinden Bukowinas — eine hohe und dankbare Mission zu erfüllen. Dies zeigte sich schon bei der ersten Gelegenheit, die sich uns bot, die hiesige jüdische Bevölkerung mit den Bestrebungen der Agudas Jisroel vertraut zu machen. — In der großen Stadtsynagoge fand vorigen Sonntag eine Versammlung statt, in der Herr Rabbiner Meier Günzburg über die Agudas Jisroel und die bisherige Entwicklung dieser Bewegung referierte. Der Redner zeigte sich über alle Gegenwartsfragen des Indcntums wohl informiert und wies mit bcwunbernswerter Klarheit nach, daß nur ein Programm wie das der AgudaS Jisroel imstande ist, alle zersprengten Glieder der Gesamtheit zu gemeinsamen Streben im Geiste der Thauro zu vereinigen. Seine Ansprache richtete sich hauptsächlich an die Jugend, die er mit flammenden Worten unter die Fahnen der Agudas Jisrocl ries. Das Resultat der Versammlung war, daß sich mehr als 100 Mitglieder der zu gründenden Ortsgruppe sofort anschlossen und ein Komitee gewählt wurde, das die Gründung durchführen wird. 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M., um halb ■5 Uhr nachmittags wurde Herr Heinrich Spitz, gewesener Kaufmann und Oberlcutnant des Ersten Militärveteraneitkorps zu Grabe getragen. Sein frühzeitiges Hinfcheiden erweckte trotz seiner lanawierigen Krankheit, große Teilnahme, welche auch durch die große Teilnähme beim Leichenzug besonders zum Ausdruck kam. Zahlreiche Vertreter des'Gremiums der Äausleute in Eger. eine nach Hunderten zäh-!ende Abteilung des Ersten Mili'tärveteranenkorps mit Fahne und Musik, die. trotzdem im jüdischen Ritus das Spielen nicht üblich ist, den Dahnigeschievcnen durch erhebende Trauer- '.llürfche ehrte, eine starke Abteilung der freiwilligcn Feuerwehr und des Rettungskorps und eine zahllose Trauergemeinde erwiesen dem Verblichenen, der als charaktervoller Mensch und biederer Kaufmann bekannt war, die letzte Ehre. Am Grabe rühmte in beredten Worten Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Grünfeld vom Latze ausgehend: ״Einem Kricgerleben gleicht des Menschen Lein" den lmerinüdlichen Arbeitseifer und das gute -Herz des Dahingeschiedenen, ütib seine trostspendenden Worte rührten die zahlreiche Trauergemeinde zu Tränen. Die Ttcrbegebete zelebrierte in präziser Weise Herr Oberkantor Wilkowitsch unter Assistenz des Herrn Kantors Lederer. Der Verstorbene, welcher viele Jahre hindurch Ausschußmitglied der israelitischen Kiiltusgenieinde Eger und Ausschnßinitglied des Gremiums der Kausleute war, hat den bos׳ nischen Feldzug mitgeinacht, weshalb am Fried- Hof vom Ersten Militärveteranenkorps drei Pöllerschüsse abgegeben wurden. Ter Leichenkondukt gestaltete sich zu einer wirklich erhebenden Trauerseier, was für die Hinterbliebenen Familieiimitglieder ei» kleiner Trost sein möge. Ehre dem Andenken des edlen Dahingeschiedenen, der durch eine tstjährige Tätigkeit in Eger sich hier viele Freunde erworben hat. Aussig, schweres Leid hat die hiesige Knl tnsgemeinde betroffen. Ihr Vorsteher, Herr Tr. Wilhelm Wittenberg ist. wie wir bereits in der letzten Folge kurz angezeigt habein am 23. Juni im -17. Lebensjahre plötzlich gestorben. Die gänzlich unerwartete Trauerbotschaft breitete lähmendes Entsetzen über die Stadt: tragische Begleitumstände vermehrten die Erschnt terung: wenige Stunden vorher war er, ein Hüne, in voller Lebenskraft durch die Straßen geschritten. — Mitten ans einem arbeitsreichen, aber auch arbeitssreudigen Leben ward er hin weggerafft. Gewinnende Persönlichkeit, seltene Gaben des Herzens und Hohe Fähigkeiten des Geistes hatten ihm einen hervorragenden Platz im Gemeinschaftsleben angewiesen. Dieser Ste! lnng nach all' ihren Erfordernissen gerecht zu werden. 1x1 t er als seine Aufgabe betrachtet: und er hat sie gelöst. Aiv der Spitze der Kulrusge meinde, vermochte er deren Verwaltung dank seines glücklichen Organisationstalents mnster- Haft zu gestalten. Durch zwei Wahlperioden stand er der Gemeinde vor: vor gerade acht Tagen wurde er trotz seines Widerstrebens zum drittenmal gewählt. Mit den meisten Gemeindemngliedern verbanden ihn freundschaftliche Sympathien. den Beamten war er fürsorgender Brrater, den Armen teilnahmsvoller Helfer. Und — ein guter, warm fühlender Jude. Als uneiii wegten Kämpfer für die soziale Hebung des AerztestandeS beriefen ihn seine Kollegen auch zum Lbmaiin mehrerer ständischer Verbände. — Nun hat man ihn am 23. Juni zur letzte» Ruhe bestattet. Der einfache Holzsarg ward zn nächst im Tempel aufgebahrt, wo ein Trauergottesdienst stattfand. Tie ganze Gemeinde, Die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörde», der Geistlichkeit. Abordnungen der Lehrkörper, hiesiger und auswärtiger Vereine usw. hatren sich eingefunden. Ter Rabbiner Dr. Artur R o senzweig würdigte hier in tiefempfundener Rede die großen Verdienste des Verblichenen. Hierauf bewegte sich der fast unabsehbare Zug der Trauergäste durch ein ans Tausenden gebil detes Spalier zum Friedhof. Kantor Mar Grzv>׳ reziitierte die Psalmen lind M.-G.-V. ״Orptzeus" sangen ihm die letzten Abschiedsgrüße. Rameiis der Kultusgcmeinderepräsentanz sprach Herr Moritz Glauber, namens der Aerzteschaft Tr. Gottlieb Pick, namens der Bnai-Brith-Loaeii Tr. Emil Stein (Teplitz) Worte ehrenden Ge denke ns. Tobfjsch. Wie das hiesige Lokalblatt ״Dobrissk״' vom 27. Juni 101-1״ Nr. 81, mitteilt, ging dieser Tage Herrn Dr. Eisenberg eine besonders etircif?r E׳nlabmiii zu, am nächsicn siebenten iiiternalionalc» fn ciitalijicii-Kongresse, der im September 1015 zn Crrort» i'ailjiiioet, als aktives Mitglied teNznnehmcn. Pro fidciit des Kongresses i!t: Lord Kcdlesto», Kanzler der Universität Hrford. Der Kongreß umfaßt acht Setno neu. deren Verhandlnngci! über Retigionsgeschichle, Sprachen, Anthropologie. Literaturen und Folklore sämtlicher Volker des Morgenlandes publiziert iverdeu solle». Die Vorträge werden in französischer, bcntidict, englischer und italienischer Sprache gehalten. In einer andern Sprache können sie nur mit ZUsiimmiing de׳- Präsidenten gehalten werden. — Herr Dr. lFiseiwe!» wird der Einladung auch Folge leiste» und an den Vor trägen initivirke». - Es ist erfreulich wahrzunehmen. daß wahrend in nnferli KiiltnSgemeinden der Nepo iismns seine grenzenlose Herrschaft uttSübt und jede? Interesse für wissenschasiiiche Leistungeu lähmt, hervorragcnde, gelehrte Gesellschaften hingegen die Mitarbeit nnserec Männer der Wissenschaft sich zu sicher»! suchen. Josef Hanu§, Brünn Rudolfsgassa Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren, Bänder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehflr för Damenschr etter rinnen. Kunäsckau. Ter Aeropian ״Israel". Wie ver ״Aurore" aus Jaffa der:sine: wird, hat die seinerzeit gemeldote Sainmiuiig der dortigen Juden für einen Aeroplan, vor ken Rainen ״Israel" führen soll, bereits bisher ei nen schönen Erfolg auszuweisen. Die Saminlung ergab bisher 2:!.»«»! Fra»!