Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 24 (25.6.1914)
- Date
- 1914-06-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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©eitefiL Makkabi . Mähr.-Ostrau. Jüd. T. V. Mißlitz. Jüd. T. V. Njkolsbnrg. Makkabi Olmütz. Makkabi Prag. Jud. T. V. Proßnitz. Makkabi Ang.-. Hradisch. Jüd. % V. Znaim. I. Wr. Jüd. %. V,, Wim, IX. Jüd. T. V. Wein-Döblings Jüd. T. B. Wicn-Fünshaus. Sportklub Hakoah, Wien. Jüd. T. L. Wicn-Lcopoldstadt. Makkabi Wien X. Makkabi Wien XVJ. Tie Brunner deutschen Turnvereine. Brünn hat bas Glück, außer den ausgcsprochcn radikalantisemitischen Turnverein zwei Turnvereine fortschrittlicher Couleur zu besitzen und zwar den ״Deutschen Turnverein"'und den ״Brünncr Turnverein". Der ״Deutsche Turnverein" zählt zu seinen Mitgliedern zirka KO Prozent Juden, der Obinann dieses Vereines ist ein Jude, Ingenieur Lustig. Der ״Brüuncr. Turnverein", an dessen Spitze Vizebürgerineister Rohrer steht, ist antiseniitisch angehaucht.. Ausübende Mitglieder sind zumeist ״rnsscnrcine" Arier, hingegen zählt dieser Verein zu seineu unterstützenden Mitgliedern zuntcist Juden. Ja, jüdisches Geld stinkt sogar den Radikalen nicht. Anläßlich des hier stattgefundenen Kreisschauturncn der jüdischen Tnrnerschast West- Österreichs, wandte sich das vorbereitende Komitee au die Leitung dieser Vereine um Ucberlassung von Turngeräten für das Schauturnen. Der ״Deutsche Turnverein", an dessen Spitze der Jude Lustig steht, lehnte dieses Ansuchen mit Entrüstung ab. Vizebürgcrmeister Rohrer als. Obinann des ״Brunner Turnvereines" dersprach, unter gewissen Kautellen, die Uebcrlassung der Turngeräte. Nun machte aber Herr von Rohrer die Rechnung ohne den Mitgliedern. Wie uns mitgeteilt wird, zog Herr Rohrer über Drängen der Verciusmitglieder und einiger sich ״den-schfühlcnder Israeliten" sein Wort zurück. Tie Ucberlassupg 'der^Turngexate 's wurde den Juden vertvcigertl Jii" äiißerst entgegen ko 11tinender Weise würden inr! letzten-Momente die Turngeräte von der. hiesigen,. Sokolorgcmisaston bargestellt. -.Kommentar überflüssige. Juden, merkt Euch diese Tat. ־ Jüdische Kanfleütcj Reisende! meidet'Lokale in dcucn die ״Jüdische Vofksstnnmc" nicht anslicgt. Jüdische Hästdelsaugestelltc^) Beamte stverüchrrt nur in Lokalen in denen-die':״Jüdische Volksstimme^ anslicgt. Tic Brünncr deutsche Presse und das Schauturnsest. Wenn in Brünn oder in irgendeinem entlegeircn l>kest ein Ojährigcr Junge ein schwarzrot-goldenes Band trägt, wenn eintschechischer .׳,inabe eine deutsche Firmatasel beschmutzt, wenn lO deutsche Studenten bei einer Kneipe zusammcnkommcn, wenn in einem Amte eine tschechische Firmatasel angebracht wird, oder dergleichen welterschütternde Ereignisse eintreten, weiß der ״Tagesbote" und die andere deutsche Presse, wir n,einen selbstverständlich die jndcnlibcrale Presse, nicht genug hierüber zu berichten. In dem Momente wo cs sich aber um eine jüd. Sad)c handelt, wird seitens des ״Tagesbote" die Totschweigctaktik angcwcndct. So weiß zum Beispiel der Leser des ״Tagesbotc" bis zur Stunde nicht, das; in Brünn ein Kreisturnfest, beschickt von Turnvereinen ans der ganzen Mailarchie, dem über 8000 Menschen beiwohnten, stattfand, ein Sterbenswörtchen zu berichten. Der ״Tagesbote". das Ankündiyungsorgan der Brünncr Knltusgemeinde, nimmt natürlich gegen Bezalilnng recht gerne die Ankündigungen der Kultnsgcmcinde und der jüdischen Inserenten ans. Die Leser und Abonnenten des ״Tagcsbote" ״A»drsche.«olksftr«M7^-.^ sind..zumeist, Juden. Die. Herren, des״Tpgesbote" wissen, däßmgn unseren-Juden alles.bieten darf. Die. Herren Israeliten deutscher Nation und -die Brunner Kultusgeineindcrepräsentänten werden, diesen Faustschlag auch .mit ״Dank" quittieren, und. weiter zur Förderung des ״Tagesbote" beitragen. — Uns kann es recht sein. Unsere Leser werden dxingend gebeten, bei Einkaufen nur jene Firmen zu berücksichtigen, die . in der ״Jüdischen Bolksstiunne" inserieren, , Das Sokolistenfest. Nächsten Sonntag veranstalten die Sokolisten ein Fest in Aönigsfcld und Brünn. Parallel dazu haben, die Deutschen für dieselbe Zeit ein deutsches Fest angeordnet und. laden zu dieser Demonstration alle.Deutschen ohne Unterschied der Partei stcllung. (lies: auch die Juden), Hier gilt es nämlich Opfer Zn bringen, da sind diesen Herren auch Juden recht. Bei Festlichkeiten.wie z. B. in 'Nikolsburg, da werden die Juden.gerne an die Wand gedruckst — Wir machen die,Juden Brünns ansmcrksam, daß beim Gauternsest vor einigen Wochen Flugzcttel verteilt wurden, in welchen die. Juden als nicht dazugehörig-bezeichnet wurden. Wollen sich die Herren Israeliten gefälligst dies hinter die Ohren schreiben, daß dieselben Tatsachen auch noch am nächsten Sonntag gelten und daß sie. sich bei .Beteiligung beim sonntägigen Bummel nicht nur Schläge, sondern auch den. Spott derer holen, f ü r die sic dcmonstrieren sollen. .Kantor Heinrich Fischer. Samstag, den 21 d. (Parschah Schlach Icho) hat im Bethause des. Vereines Machsike Hadaß der Kantor Heinrich Fi s ch e r, ein Schüler, des Herrn Oberkantor.Heller in Brünn, das Beten versorgt durch seine künstlerische und.recht traditioncllc Vortragsweise verstand es Herr Fischer das anwesende Publikum .zu begeistern. Besonders hervorzuhcben ist dys Roschchodcsch- Benschen, daß durch seine umfangreiche und gutgeschulic Bariicmstimmc Zur Geltung kam. Das Publikum verließ rocht vergnügt und mit einer Tchabbos-Siin!mnng das Hottcshaus. Der hiesige Kntderarzt Herr D)r. Alfred Grün spann, Karl Kandlcrgasse .Nr. ,8, ist Mohel und nimmt rituelle Beschneidnngcn. vor. Eileralur. - Jugendgottesdienstgebctbuch. Für den Samstag nachmittags Jngendgottcsdicnst (für sämtliche Mittel-,: Volks- und Bürgerschulen Oesterreichs) ist im ״Jüdischen Buch- und .Kunstverlag" in Brünn, Adlcrgasse 0, ein Gebetbuch in schöner Ausstattung crschieneu. Dieses Gebetbuch wird in sämtlichen Orten der Monarchie beim Jugendgottesdienste eingeführt werden. Preis des gclmndencn Eretnplares -10 Heller, Porto ü Heller. Bei Mchrbezug Rabatt. . Prcdigtcnsammlnng zeitgenössischer Kanzetrcdner. llnter dem Motto: ״Das Beste vom Besten" wird der Jüdische Buck)- und Kunst- Verlag in Brünn in den nächsten Tagen die erste Lieferung des Sainmclbuchcs Predigten zcitgenösiischer Kanzelrcdner, aus. den Büchermarkt bringen. Die erste Lieferung enthalt Reden für sämtliche Fest- und Feiertage des Jahres, sowie sonstige.Gclegenhcitsredcn. Die Namen der Autoten u. a. Ob.-Rabb. Dreysuß, Rabb.TDr. Feuchtwang. Ob.-Nabb. Dr. Güdemann, Chiefrabbi Tr. Hertst Prof. Dr. A. Kurrein, Rabb. I Tr. D. Leimdörser, Rabb. Dr. Littmann, Ob.-' I Rabb. Dr. Margulies, Räbb. Dr. . W. .:Münz, Landetzmbh,: 3>r,.P, PlaezeL. Rgbk. .Dr.. G.׳ Wer-, nfcßen, bürgenM. die. KedMenheif desSgrnmelbuches. Preis 4L., ....... .;-,C’.-• - Verein ״Machsike Hadas" Ablergasse Nr. 12. , : Peoh-Brockensmnmlung Ei«gela«ferre Spenden: Heirich Zajitschek 1 Anzug, 2 Hüte, 2 Hemden, verschiedene Bücher. I. Läufer 200 Schachteln, 2 -Säcke Abfallpapier. Max Ticho 2 Säcke, Emballage. Siegmund' Baß jnn. 200 Posterlagscheine, 2 Meterzentner Maknläturpä-- pier. Frau. Berta Schnabl 8 Flaschen, 1 Messing- - gegenständ: Oskar Allerhand 'Krona 6 Hüte, 1 Hose, 1 Gilet, 2 paar Galoschen, 20 Flaschen, 0 eiserne Töpfe. Ludwig- Ullmann Papierabfälle. Oskar Bogad 80 Flaschen, 20 Blcchkannen, 1 ei-- sernen Topf, 1 Bügeleisen. I. Völker 1 lieberziehet- Papierschachteln. Hickl 150 Flaschen, Makulaturpapier. I. Z. 1000 Posterlagscheine. Bexger. 500 Posterlagscheine. I: ׳Zk-4 Meterzentner' MakNlatur, J!8 Flaschen. Markus Kral Abfall- Papier, 30 Kilogramin - Eisen. ' Lövy 2 paar Schuhe. A. Aeisel 1 -Sessel, 2 Hemden. 1 paar' Schuhe. Hannack u. Worliezek-Tnchabfälle. Kein jüdischer Student verkehrt in einem Lokale ׳ in dem die- ,-Jüd. Volksstimme" nicht nufliegt. Äorre^onäenzen. Austerlitz. Eine schöne Tat. Eine' hiesige - Frau E. sah der - Entbindung' entgegen und in-' folge eingetretener Schwierigkeiten mußte über ärztlichen -Rat die Frau -nach 'Brünn-in die Gebäranstalt'- transportiert werden. - Das Mitglied ' des israelitischen Frauenvereines-Frau Leonti--' ne Wachsmann, -eine Tochter 'des Herrn- Berthold Piowath in Brünnveranlaßte Herrn Ditcfiot Söto, Zuckerfabrik, zu diese,n Behuse das Auto zur Verfiigung zu stellen. Frau Wachsmann'ha-t in aufopserungsvoller Weise die Frau nach -Brünn beglcitst und ist derselben bis zur- Entbindung beigeständen. Diese Tat der Frau Wächsmänn vcvdieNt vollstes Lob stnd Anerkennung. -Gleichzeitig sei 'Herr' Direktor Low - für die liebenswürdige lleberlassüng des Autos herzl. Dank-gesagt. . I Nach Redaktionsschluß. Aussig. Unser Aussiger- Korrespondentbe- ' richtet uns! telegraphisch, daß:heute nachts Herr: Kultusvorsteher. Dr. W i t t e n b e rg plötzl ich! - gestorben isst .:?77 . - ׳?I ׳ Dr. Emil Bloch ordiniert ln der Kur- und Wasserheilanstalt des Brünner ZentralbadeS für Nervenkranke, Rheumatismus, Gicht Ischias?, Magen- und Darmleiden. Blutarmut-, Fettsucht Herzenleiden u. s. w. Modernste Heilbehelfe : Heißluft (Blaulicht) Schwefel-Soole Fango-Radium-kohlensaures . u. Vferzelleribäder elektr. Massage u. s. w. 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