Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 22 (11.6.1914)
- Date
- 1914-06-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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\.&1F;ffii;-rr3s~T י. Nr. 21 ^Kdifcke B.»»fti««r.' Seite 11. 1'chi f>a:־־srcit es sich um den Glasspiegcl, .,der auch von unseren grauen benützt wird." Tas Wort Spekular kommt übrigens als Mittel zur Verbesserung der Sehfraßt in׳. Talmud noch öfter vor. Unsere Leser werden dringend gebeten, bei Einlausen nur jene Firmen zu berücksichtigen, die in der ״Jüdischen Bolksstimme" inserieren. Tie ״Judcnkiinige" der Provence. Tas Museum von Narbonne besitzt ein Judeupcischait aus dem Ende des 1:1. oder vom Anfang' des 14. Jahrbnndcris. Es stammt aus der Zeit, >00 die Wappcn ni.br mebr das ausschließliche Vorrecht des Adels waren, ioudern wo auch die namhaften Bürger in den Slädien anfingcn, sich solche beizulegcn. Tas Pekschafr isr zweiseitig und zeigt einen steigenden Löwen in heraldischer Form. Die Umschrift mit dem Namen iü aui der einen Seite provencalisch, aus der andern 1 hebräisch. Tas Petschaft gehörte dem Moinct Tauros oder Laionnmos bcn Todros III. aus dem alten, reichen l!>eicklechte der ..Indenkönige", in welchem das Vorsleberamt der Gemeinde von Narbonne erblich war. Ter Verio.sser einer Studie über die Gemeinde, Jean Regne, rührt in der ״Revue des Etudcs Juivcs" aus, das; der von einer Generation aus die andere fortgeführte Name ״Roi Iuif" von den Christen hergerührt habe, welche den hebräischen Vornchertitcl irrtümli.ch deuteten. Tic Familie leitete sich her von ci nein Gelehrten, den Karl der Große aus Babvlon bcrufen hab>׳n soll, damit er in Narbonne eine Talmudschule nach dem Muster der babylonischen Akademien gründe. Tiefe jüdischen Gelehrten in Babylon, die sogenannren Erilarcken, behaupteten, vom königlichen Blute Davids zu sein. Ter heraldische Löioe auf dem Petschaft des Moinct Tauros soll daher möglicherweise an den ״Löwen vom Stamm Juda" erinnern. Bis über die Mine des 1.2. Jahrhunderts waren diese provcncalisckcn Iudcnkönige freie Allodialherrcn, die unmittelbar unter dem französischen Könige standen. Reicher Allodialbeütz kam in Südfrankreich unter den Juden schon von gallisch-römischer Zeit her vor. jedoch ohne Gerichtsbarkeit lind ohne die Macht, Untertanen zu Kriegsdienste aufznbicten. So blieb es unter der merowingi'chen und unter der karolingischen Herrschaft. Die Fcndalzei! trieb die kleineren jüdischen '?tllodialbesitzer, ebenso!nie die Christen, dazu, sich als Lchcnsleute unter den Schui) größerer Herren zu begeben. Sie kamen auch als Lchensleute von Abteien und Bischöfen vor. Tie mir den Kreuzzügcn entstehende Feindseligkeit der Christen veranlagte dann die jüdischen Grundbesitzer, ihre Güter nach und nach zu barem Gelde zu machen. Als 1R>«> die große Konfiskation kam, da fanden sich bei den ״Iudcnköuigcn" nur mehr etwa dreißig Häuscr vor: ihren Allodial- und ihren Feudalbesitz hatten sie kluger Weise einige Jahrzehnte vorher veräußert. Jüdische Kaufleute, Reisende! meidet Lokale in denen die ״Indische Volks st im ine" nicht auflicgt. Einst und Jetzt.!lerer eine Erscheinung, welche die jüdische Mutter besonders in den Großstädten betrifft, spricht Nahida Ruth Lazarus in ihrem trefflichen Buch: ״Tas jüdische Weib" ein paar beherzigenswerte Worte, die tvir hier unseren Leserinnen vorführcn: Wollte man einzelne, frühere, jüdische Mütter als Beispiele für Pflichterfüllung und Zärtlichkeit erwähneu, man müßte vielleicht Alle nennen; eine Untugend haben sich aber in neuerer Zeit von de» Nichtjüdinuen angenommen, sie überlaffcn ihre Kinder zu sehr bezahlten Personen, — stundenlang! — Tie Spielplätze im Tiergarten nsw. sind mit .Kindern überfüllt. — aber wo sind die Mütter? Statt ihrer tdie in verschwindcndcr Zahl aus der .Klage nicht ganz armer, aber sehr bescheidener jiidischer Frauen hin und wieder sichtbar werden) sieht man gcschwäyige, dummdreiste, gleichgültige, oft geradezu rohe Weibspersonen sich stundenlang mit den .Kindern abgcbe», ohne Ahnung und ohne Rücksicht, was densclbei, zuträglich ist oder nicht. Mancher Mutter, die zu Hause!br ״süßes Kind" vor ״Liebe fressen" möchte, würden die wohlfrisierten Haare zu Berge stehen, sähe sic, wie kurz vorher das ״süße Kind" geknufft wurde, oder!vas es hat hören muffen, wenn Lene mit Guste auf dem Heimweg Herzcnsergießungcn über Herrschaft mud Licbbaber austauschen! — Arme Kinder! — Und da wundert man sich, daß sic!!um so unkindlich, ja manchmal schon so fresch sind! — Jüdische Mutter, wenn Tu diesen Namen (der ein Ehrentitel war bisher), verdienen willst, dann geh Du selbst mit Deinem Kinde und spiele mit ihm. Dein Mann wird nichts dagegen haben und die Schneiderin kann ein andereSmal kommen. * * * Ein jüdischer Held zu Zeiten Napoleons UI- Anläßlich der Einweihung eines Denkmals für die Luslschiffer, die während der Belagerung von Paris per Ballon die Vermittlung der belagerten .Stadt mit der Außenwelt unterhielte», wurde von den sranzösischen Zeitungen ein jüdischer Name vielfach erwähnt. Es ist dies der kühne Held, Herr Rcitlingen, ein geborener österreichischer Jude, der anfangs der sechziger Jahre nach Frankreich ausgewandert war. 1860 wurde er von Napoleon u>. beauftragt, ein Buch über das gegenseitige Genossenschastswescn zu schreiben. Rcitlingen entledigte sich seines Auftrages so glänzend, daß Napoleon UI. ihm die Grand-Naturalisation wegen dem Staate geleisteter Dienste verlieh. Während der Belagerung unternahm Rcitlingen Ballousahrten nach Wien und London, wobei das zerbrccklichc Fahrzeug eines Tages in einen Wirbelwind geriet und herabstürztc. Selbst der ״Figaro" kann nicht umhin, ehrend des Mannes zu erwähnen, ״der, obgleich in Sesterreich geboren, aus Liebe für das französische Wesen nach Frankreich übcrsiedcltc und hier in Anbctracht seiner großen Verdienste um das Land uaturalisiert wurde". 1914 Wochenkalender 5674. I שדן j Juni! F e si r o a e! ,ד.פצ"־ד M D F § 3 M r? l t Hausierer, MarkMIranten, ' karten- und SplelwarenhSndler Redaktion und Administration: WIEN, II., Obere Donaustrasse 45. — Abonement: Ganzjährig 4 Kronen. Halbjährig 2 Kronen Einzelne Nummer 20 Heller. Die ״Hausierer- und Marktfiranten-Zeltung“ erscheint einmal im Monat in grosser Auflage und wird an tausende Marktfahrer. Hausierer feiner an Spiel- und Ansichtskartenhändler In Oest-Uug. versandet. 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