Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 22 (11.6.1914)
- Date
- 1914-06-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite«. ״Attische »-»,stimme.« Nr- 22. Gegenstände, sowie ein Verzeichnis der zitierten Bibel- Nellen. Auch diesmal gibt sich, wenn auch nur in Pa- \ «cnchcsc, Gelegenheit sür den Äutor, vergleichend auf die altteiiamcntlichc!)!cligion cinzugchen, insbesondere wird der Parsismus, der ja vielfache Ucbcrcinftimmun- «vn mit der jüdischen Religion zeigt, mit ihr vcrgliche». «3״« Parsismus iit das Ziel der Weltgeschichte Sieg des Lichtes über die Finsternis. Also auch da bc-- tommt die Geschichte einen Sinn ivie bei den Proplielcii.» Das Buch empfiehlt sich durch Stil und Inhalt i reiflich.! J>r;Roa0irKaMtkyo : eck« 3rer<Hnaad$ga$te und ׳ JObannoaasse <-»««, «»»»-> «I»»«« «Wch —»,«»< Sd, »Id». Jmtnuttt Bi. Mt. כ Oordruckerei « « Piissieranstalt * « « FftNTA, P0$tfla$$t 2. Studentenschaft und Politik. Zur denjenigen, der Galuth verneint, der *mit seiner ganzen Persönlichkeit aus Palästina eingestellt ist, besteht die Frage der Politik nicht: oder nur in de,«« Sinne, daß er sie als Unglück empfindet, weil durch sie die Kräfte, die «auf Ziou konzentriert sein sollten, zersplittert lvcrdcu. Mir denjenigen aber, der (Haluth bejaht oder wenigstens bedingt bejaht — und das ist sa doch bei der grossen Mehrheit der Zionisten der Fall — sür den ergibt sich die unmittelbares Notwendigkeit ׳einer Stellungnahme zur Frage der Politik. demgegenüber bcfvcindct eine fast vollkommene Oricnlicrnngslosigkeit in den Kreisen der jüdischen Akademiker. Zu erklären ist diese Erscheinung ans dem Mangel an politischer Erzic- Innig in den Mittelschulen. Hier ist das Politisieren verpönt: das ist recht und billig, soweit cs Hi«« Untertauchcn in parteipolitisches Otczänke bedeutet, aber beklagenswert, soweit es bedcu- -7et: ein wcitschauendes Erfasse» der politischen Probleme. Die Wirnlisse in den Anschauungen »׳erden durch das, was man in« Varübergchcii ans den Zeitungen erhascht, nur noch vcrinchrt. Auf der Hochschule aber wird der Jüngling ptövlich »litten ins politische Leben gestellt. Viel-!eicht soll er gar ein Führender sein. Unter solchcn Umständen wird es verständlich, daß das Schlagwort und die Oberflächlichkeit regieren; daß die Politik zum Dnmmelplatz frivoler Menscheu hcmbsinkt, eben gut genug, ihnen zu einer .Karriere zu verhelfen. Diesen Schäden, die ans einer lückenhaften politischen Durchbildung erwachsen, eine Ab- Pilse zu suchen, erscheint als eine wichtige Aufgäbe der okadcmischcu Korporationen. Zunächst wird es gelten, der Erkenntnis Bahn zu brechen, daß es sich uns dem Gebiet der Politik tatsächlich um bedeutsame Güter des Volkes handelt, die es wohl verdienen, daß wertvolle Kräfte an sie gewendet ivcrdcn. Danach tvird das Mittel, das ich!!! Vorschlag bringen möchte, gewiß von Erfolg sein: ich meine die Durchführung politischer -Kurse. Es überschritte de» Rahmen dieser besäfei׳ denen Anregung, wollte ich hier die Arbeit sein- «eilnng eines derartigen Seminars ausführlich erörtern. Soviel aber sei mir anzudeuten gestatlet, daß es seinem Wesen ««ach in zwei Abschnitte zerfallen muß. Im ersten Teil: Elemente der Nationalökonomie: verfassungsgcschichtlicher Abriß der Staaten, insbesondere Oesterreichs. Fm ,׳weilen Teil: Programi» und Geschichte der polischeu Parteien: Kritik. Richtlinien einer jüdischnationalen Politik in Oesterreich: im Sinne der Bestrebungen, die der ״Jüd. Nationalverein" verficht, wäre eine positive demokratische großösterreichische Politik mit nationaler Autonömie, die auch den nationalen Minderheiten die Mög- Uchkeit einer sozialen und knttiirellcn Entwick- Imig gewährt, zu befürworten. Moritz Grzpb, Die Synagoge auf der deutschen Werkbund-Ausstellung in Köln. Die Abteilung ״Kirchliche 'Kunst" in der Wcrkbund-Ausstellung bringt, neben katholischen und protestantischen Kirchenränmen auch eine Synagoge, die dieser Tage eröffnet wurde. Der von dem Architekten Friedrich Adler, Lehrer an der Kunstgewerbeschule Hamburg, geschaffene überaus weihevoll gestimmte Raum findet die höchste Bewunderung aller Besucher u. gewinnt für die neuzeitlichen Kunstbcstrebungen sicherlich viele Freunde. Der durch zahlreiche, namentlich aus den« Gebiete der Kcra«nik n««d Sitberschimedckunst liegende kunstgewerbliche Arbeiten rühmlichst bekannte Künstler hat cs verstanden, bei genauester Jnnehaltung aller rituellen Bcstimmnngen, nicht nur die Architektur, sondern alle. Einrichtungsgegenstände des sakralen Raumes in ganz modernem Geiste zu gestalten. Ter Blick wird zunächst durch einen, in edelster .Keramik ( Keramik-Manufaktur- Hamburg. Gerstenkorn u. Mcinerstorf) ausgcbil- Seien Vorhof auf das in gedämpften Golde er- 'strahlende Allerheiligste mit dem blauen Vor- Hang des Thoraschrcines gelenkt. Vor ihn« hängt zwischen dem in Eichenholz reich geschnitzten Vorbctcpult »nb der Kanzel, die von der Firma Bruckmann-Heilbrontt \n edelster Silbertreibarbeit ansgeführte Ewige Lampe. Das in den beiden Nischen rechts und links vom Allerheiligstcn stehende Gestühl, das durch schlichte strenge Formschönheit anszeich««ct, ist für den Rabbiner und je zwei Vorstandsmitglieder, sowie für den Borbetcr bestimmt. Die durch neuartige Form sich auszcichncndcn sieben und achtarmigen Leuchter, Hauptgegenstände des jüdischen Äulins, sind nach Entwürfen Adlers in Messingguß ausgeführt und haben ihren Platz zwischen den Säulen des linken Schiffes gefunden. In Vitrinen stehen zahlreiche .Kultgeräte für den häuslichcn Gebrauch, die gleichfalls dartun, daß es unsere Zeit nicht mehr nötig hat, sich in der küilstlcrischcil Formcnsprache anzuklainnwrn an überlieferte Stile, soildcrn ihre eigene Sprache sprechen. Von hervorragender Schönheit sind die von der bekannten Glasmalerei Gottfried Heinersdors-Berlin liach Adlers Entwürfen ansgeführten Glasfeilster, die Tank einer Stiftung eines künstlerisch hochgesinnten Mitgliedes der hiesigen Synagogengenreinde. Köln daliernd er-!׳,alten bleiben werden. Sie tragen wesentlich zur Steigerung der Stimiilung des in der Farbengcbnng wohl abgehobenen Nanincs bei. Dem ganzen Werk wird der mit einem, für das Schöne empsindsamen Auge bedachten Besucher ansehcn. daß sich hier ein hochbegabter .Künstler mit voller Hingabe einer hohen Aufgabe gewidmet und sie mit feinsten« Empfinden gelöst hat. wir bitten um sofortige Bezahlung MsiMMiiiZ-veilages denn die böhmische Verkleinerung ״tik" angehängt wurde. Es bezieht sich auf jene 12 Pferde, die die hiesigen Juden zu Botendiensten zu Haiten verpflichtet waren. Noch etwas. David, Onkel des hotoiilek (richtig Henkersknecht und nicht wie Dr. Frankl- Grüll meint Scharfrichter). Es war deinnach der Letztere kein Jude, wie aus der falschen liebersetzung geschlossen werden könnte. Wolf Schule, der 22'/׳ Groschen Steuer zahlte, hat mit skola nichts zu tun, sondern ist Schule hebräischen Ursprunges und bedeutet entweder Salomon oder Friede. Hochachtungsvoll Rcinhvld Btt», k. k. Amtsvorstand. Dr. Julius Stix, Brünn Herrengasse 7 Telephon 3092/IV ordiniert 10-13 und 3-5 Uhr mit sämtlichen modernen elektrischen Apparaten gegen Rheumatismus, Nerven* und innere Krankheiten. Radium gegen Krebs und Hautleiden Honorar mäßig I Jüdische Volksbank skr Mährer« utt Schlesien, R. G. m. b. 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Geehrte .Redaktion! •öm־ Rabbiner Dr. Frankl-Grün, dessen Adrejse mir!licht bekannt ist, veröffentlicht in .«hrer gesch. Zeitung Nr. 18, i',11-1, ein Urbarium der Juden der Herrschaft Straßnitz. Ich bitte den,eiben gefälligerweise zu verständigen über die Bedeutung des Wortes Kieperlik. Dieses anscheinend böhmische Wort ist vollkommen dentscheu Ursprunges und stammt von Klepper ab,1 Ms fr. Min BRÜNN, Zehentgasse Nr. 5. Lager: Rudolfsgasse Nr. 31. Verkauf auch auf Raten.