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Jüdische Volksstimme · 1914-05-28 · Heft 20 (28.5.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 20 (28.5.1914)
Date
1914-05-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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kette 4. ״JLdische B,HSsti«»e.- Nr. 20 ganzer Seele damit. Durch das Thorastudium wirst du Gott erkennen und die Ueberzeugung gewinnen, daß die Welt nicht von selbst entstanden ist, daß sie nicht dem launenhaften Spiele eines regellosen Schicksale preisgegeben sei, sonder», das; cs einen einig einzigen Gott gibt, der allein der Schöpfer und Erhalter des Weltalls, der Batcr aller Menschen und der Lenker aller Oleschickc ist, — stand das Judentum felsenfest unerschütterlich da. Die Gotteserkenntnis, diie der Jude durch die Thorakcnntnis erlangte, verlieh ihm .straft und Mut dem Glauben der Väter treu zu bleiben, das härteste Geschick geduldig und heldenmütig zu ertragen, ohne zu verzweifein, zu verzagen. Mochte der Jude da draußen um seines Glaubens willen noch so hart verfolgt, bedrückt, gekränkt, beleidigt, verleumdet und verdüchtigt worden sein, er blieb doch standhaft und ließ sich um keinen Preis der Welt zum Abfall, zur Verleugnung seines hiinmlischcn Vaters verleiten. Mit dem Beginn der neuen Aera jedoch — der Aera der sogenannten Freiheit — wurden in den meisten jüdischen Landgemeinden Cislcithanicns, die confessionellen Schulen, die seit Jahr- Hunderten bestanden und zur Erhaltung des Indcntu'.ns wesentlich beigctragen haben, ansgelöst, weil die Machthaber die Parole ausgegcben hatlen: Wir müssen jeden Separatismus vermeiden, wenn wir in jeder Beziehung als gleichwertige und gleichberechtigte Bürger von unseren nichtjüdischen Mitbrüdcrn betrachtet und behandelt werden sollen. .traben aber auch diese Assimilantcn durch die Auflösung der jüdischen Schulen ihr Ziel erreicht: Gewiß nicht. Nur leider ist so viel hiedurch erzielt worden, daß gar viele verlassene Kinder, die frühzeitig den irdischen Vater verloren, auch den himmlischen Vater nie erkannt haben, — daher die Massentaufen. Nicht ohne tieferen Sinn hatte Moses der große unsterbliche Lehrer Israels in seinen letzten Reden seinem Volke zngerufcn: ״So hüte dich denn und nimm dich Wohl in Acht, daß du die Dinge —am Sinai — nicht vergessest, die deine Augen gesehen, und daß sie dir dein Lcbcnlang nicht aus dem Herzen kommen; mache sie deinen mindern und Kindeskindcrn bekannt, den Tag nänilich, da du vor dem Ewigen deinem Gotte am Choreb standest, da der Ewige zu mir sprach: Versammle mir das Volk, ich will sie meine Worte hören lassen, damit sie lernen mich Zeit ihres Lebens auf Erden zu ehrfürchtcn und solches auch ihre Kinder lehren." Dr. Fr. Die beste Quelle für den Einy kauf von feiler 8erren1eäs[he ist und bleibt Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regie! Kleine Preisei Preislisten gratis und franko. Bei schönem Wetterl Jeden Donnerstag halb 8 Uhr abends Deutsches Haus, Btilnn Militär-Konzert ausgefllhrt von der Kapelle des k. k. InUnt-Regimentes Nr. 49 Eintritt K —40־ Um zahlreichen Zuspruch bittet Hans Meissl Restaur. Deutsches Haus Brief aus Ungarn. Budapest. Die Pestcr orth. isr. Gemeinde hielt Sonntag, den 17. d. eine Ausschußsitzung, in welcher das Budget des lausenden Jahres festgestellt wurde. Die Gesamtausgaben wurden mit 201.200 K veranschlagt, während als Gesamtcinnahmcn 188.720 K erwartet werden. Der Voranschlag schließt also mit einem Defizit von 12.-17-1 K. Das sprunghafte Hinaufschncllcn der Schlnßzisfern des Budget, welches noch vor cinigen Jahren beiläufig halb so groß war ist vornehmlich eine Folge der Monumentalbauten (Shnagoge, Gemeindehaus und Schulgebäude). — Findet aber teils auch in der Vermehrung des Beamtenpcrsonales und in der Aufbesserung der Gehalte seine Erklärung. Auch im heurigen Budgct wurden die Bezüge des dreigliedrigen Rabbinatcs zusammen um 3000 K, die der acht Weltlichen und Talmud-Torah-Lehrer insgesamt um 1800 K, der Schächter um je 200 K aufgcbesscrt. Gehaltszulagen wurden auch allen übrigen Gemcindeangcstellten bewilligt. Das kolossale Anwachsen der Ausgaben belastet natürlich die Gemcindemitglieder in empfindlicher Weise. Von der Stadt erhält die Gemeinde hier zu konfessionellcn und Schulzwecken eine Subvention von je;>000 IC, zusammen 10.000 IC. König und jüdischer Baron. In Sarvar (Eisenburger Komitat) weilte eine Woche König Ludwig von Bayern. Vor seiner Abreise am 17. d. ließ er den Sarvarer Großgrundbesitzer Baron Bela Hatvany-Deutsch zu sich bitten und überreichte ihm persönlich den St. Michael-Orden mit der Krone. Der König äußerte sich in Worten der größten Anerkennung über die bayerischen Juden Baron Hatvany-Deutsch hat auf dem Gebiete der Humanität und als Mäzen der jüdisch-literari scheu Bestrebungen Großes und Bleibendes geleistet. Prcßburg. Ter isr. Landcspatronagenverein ״Filiale Prcsburg" hielt dieser Tage ihre konstituierende Generalversammlung, welch Großkaufmann Friedrich Duschinsky, Redakteur Sann Bettelheim und Advokat Dr. Viktor Weil mit hingebungsvollem Eifer vorbereiteten. Den Prunksaal der Handels- und Gcwerbckammer füllte ein zahlreiches und distinguiertes jüdisches Publikum. In Vertretung der Ccntrallcitung erschien der Nagy-Kalloer Oberrabbincr Breuer Soma. Die Sitzung cröffnete Herr Friedrich Tuschinsky, der mit warmen Worten die Tätigkeit des Vereines schilderte. Sodann hielt Oberrabbi uer Breuer eine vom poetischem Schwung getra gene Programmrede, lieber Ziele und Aufgabe der isr. Patronag hielt Sigmund Fornheim einen gediegenen Vortrag. Unter Eindruck der begeisternden Reden sind sämtliche Anwesenden sofort in den Verband des Vereines eingctrctcn. Sodann wählte man den Vorstand der Filiale. * * * Auszeichnungen. Dem Klausenburger isr. Gemeindepräses David Scbestyen, der vor zwei Jahren den erblichen Adel erhielt, hat der König jetzt das Prädikat ״von Szekclyhida" verliehen. Der Name des Herrn Sebcstycn, ist bei den jüd.- hum. Vereinigungen Ungarn wohlbekannt. — Der König hat dem Präses der Kisjenöcrdöhegyer isr. Gemeinde Herrn Leopold Messer ״als Anerkennung seiner auf dem Gebiete des Handels und der Gesellschaft entfalteten gcmcinnützlichen Tätigkeit" den Titel eines köuigl. Rates verliehen. Tie Entstehung der Kisjcnöcr jüd.- konfessionellen Schule ist fast ausschließlich dem unermüdlichen Eifer und der Opferfreudigkeit des Herrn Messer zu verdanken. Seine Auszcich- »ung hat in der ganzen Gegend ohne Unterschied der Konfession freudiges Echo crlveckt. Himdfdiau. Dclcgicrtcntag der Zionistischen Bereinigung für Deutschland. Am 11. und 17>. Juni d. I., findet im Kristall- Palast in Leipzig der 14. Telegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt. — Den Rechenschaftsbericht wird Rechtsanwalt Dr. Hantke-Berliu erstatten. U. a. sind folgende Nescratc vorgesehen: Schriftsteller Leo Motzkiu- Berlin: ״Das neue Palästina" und Dr. mcd. Zlocisti-Bcrlin: ״Eine deutsche Pflanzungskolonie (Achufah) in Palästina". Botschafter Morgenthau über Palästina Mr. Henry Morgenthau, der Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel (der entgegen den Meldungen einiger Newyorkcr Zeituugen nicht nach Amerika abbcrusen wird) ist von seiner Reise nach Palästina zurückgekehrt. Er hat vo.t seinem dortigen Aufenthalt die besten Eindrücke mitgenommen. Tie Fragen, die ihm von einem jüdischen Journalisten in Konstantinopel gestellt worden sind, beantwortet er folgendermaßen: ״Ich war sehr erfreut beim Anblick vonTel Awiw, Pethach Tikwah usw. Man muß nach Palästina gehen, um einen richtigen Eindruck von den Fähigkeiten des jüdischen Volkes zu bekommen. Man muß das wundervoll kultivierte Land sehen, die prangenden Gartcnansiedlungen, die gut angelegten Weinberge, die schmucken Straßen und die sorgfältig erhaltenen Landstraßcn. Hunderte von Juden arbeiten daran, das Land fruchtbar zu machen und haben die Befriedigung, zu sehen, daß ihre Arbeit von Erfolg gekrönt ist. Man wird von Bewunderung erfüllt beim Anblick der in der Landwirtschaft tätigen jungen russisch-jüdischen Mädchen, die den Kops hoch tragen und stolz auf ihre Freiheit sind. Diese Umwandlung verdanken sie allein den Einwirkungen der Freiheit und Selbstbestimmung, die dort herrscht. Die hebräische Sprache wird überall gesprochen, wie cs ja auch der ruhmreichen Sprache unserer Vorfahren, die wir so lange veruachlässigt haben, zukommt, lind mit welcher Anmut und Leichtigkeit wird sie gesprochen'." Was die Frage der Einwanderung betrifft, verstehe er nicht, warum die vielen jüdischen Familien, die Saloniki verlassen, sich nicht in Palästina ansic- Mit sollten. Eine russisch-jüdische Emigratiousbank? Lodz. In einer Konferenz, an der die leitenden Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde teilnahmen, wurde der Beschluß gefaßt, unter den wohlhabenden Juden in Lodz 100.000 Rubel für die geplante jüdische Emigrationsbank zu sammein. Zionismus in Griechenland. Die hiesigen Zionisten haben den für die Erbauung eines Jemenitenhanses in Palästina erforderlichen Betrag aufgebracht. Auch die Zionisten in Volo haben ein Wohnhaus für seinenitische Juden in Palästina gestiftet. Diese Leistungen sind besonders beachtenswert, weil die jüdische Bevölkerung in Griechenland wenig zahlreich und wenig bemittelt ist. nn»snnWanW,W,,,»W Advokaturskanzlei Dr. Emil Fischer befindet sich in Brünn, Pilgramgasse Nr. 4. Telephon Nr. 1743. Erfolg eines jüdischen Aviatikers. So wie in anderen Ländern haben auch die Juden in Ungarn die Aviatik seit ihren Anfängen anfs kräf-, tigstc gefördert, nicht nur durch materielle Untcrstütz-ing der verschiedenen aviatischen Vereine und Unternehtnungen, sondern auch dadurch, daß sic persönlich als Flieger zur Entwicklung des Flugsports beitrugen. So ist auch der Gewinner des Berlätzlichkeitspreiscs von 30.000 K, der Bndapcsier Ingenieur Viktor Wittmann, ein Jude, der nicht nur für die Aviatik, sondern auch für jüdische Angelegenheiten lebhaftes Interesse besitzt. Ingenieur Wittmann hat auf seiner F-lugntaschine die Strecke Bitdapest—Wien in vier Stunden zurückgclegt und ist glatt gelandet. vr. Rudolf Katbolicky Etttv <kv ר l.chira. AMtllMt der CeMtfkranktBaatfei! Ecke Terdjnaiidigaste und Zsdrnnergsrre <.»»,» orflnlert flencfe von 1 MS 4 Ohr ״,cd», v. . Br. •03. o Josef Hanu§, Brünn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren, Bänder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider rinnen. 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