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Jüdische Volksstimme · 1914-05-21 · Heft 19 (21.5.1914) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 19 (21.5.1914)
Date
1914-05-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״JLdische LolkSstimme." Nr. IS daher cS ihnen cin leichtes sein werde sich mit den vorduftenden Blumenstrauß vereinigt. Es ist ein Genuß, nehmsten Aristokraten verschwägern zu können. Und das Buch zu sehen; cin noch größerer, cs zu lesen. wohin zogen sic? Nach Moav, zu den gcsährlichsicn Feinden Israels. Diese doppelte Frcvcltat blieb auch nicht ungestraft. Im Moab wurde wohl diese rcichbegüicrle Familie mit Freuden cmpsangcii, allein bald nach ihrer lleversiedlung traf sic durch das allzufriihe Hinsltieidcn Elimclcchs cin harter Schlag: ״Elimclcch, Noomis Mann, aber starb, da blieb noch die Frau zurück mit ihren zwei Söhnen." ״Diese nahmen sich nunmehr moabitischc Franc», die eine hieß Srpah, die andere!K111." Letztere soll tatsächlich eine Fürstcntochtcr gcwcsen sein, und zwar die des Königs Eglon: Nach nngcsähr zehn Jahren starben auch Machion und Mil ja», nachdem sic zuvor ihres große» Vermögens vcr- Innig gclvordcu. Und so blieb von der ganzen Familie Elimclcchs bloß Noomi allein noch zurück. Was hätte sie int» seht in Moab anfangen solle»? Wer hätte nun für diese unglückliche Frau, die nicht nur ihren Gatten und ihre Minder , sonder» auch ihr Vermögen verloren hatte, in Moab sorge» solle», damit sic nicht in Not und Elend zugrunde gehe? In Moab gab cS kein Armcngcsetz wie in Indäa; die dortigen Agrarier habe» nicht ״die Ecken des Feldes, die vergessenen Garben und hcrabgcfallcncn einzelnen Aehrcn den Armen überlassen, sic waren schon damals Moriiwuchcrcr, obwohl es dort keine Jude» gab. Der Noomi blieb nichts anderes übrig, als in die alte -veimat wieder zurück zu kehren, sie raffte sich auf und verließ in Begleitung ihrer beiden Schwiegertöchter den Cd, worin sic bis seht geivobut. Als sic nun auf dem Wege waren nach dem Lande Icbnda zu, prach Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: kehret um und gehet zurück, jede zum Hause ihrer Mutter. Tic Schwiegertöälter aber konnten sich von ihr nicht trennen — und als sie sie zu wiederholten Malen auffordcrtc zurück zu kehren, da erhoben sic ihre Stimmen und weinten aber- »!als. C rpah küßte ihre Schlvicgermuttcr und vcrabscküedetc sich, Nut jedoch konnte sich um keinen Preis hiezu entschließen. Sie sagte: ״Dringe nicht in mich teuere Mutter, den» ich kann dich iliiinöglich verlasse». Dort, lvo du hinreisesi, werde auch ich reise», und lvo du bleibst, da bleibe ich auch, dein Volk ist nun auch mein Volk, und dein Gott auch inein Gott; lvo du sterben wirst, null ich aucki sterben, und dort begraben werden; der Einige strafe mich unaufhörlich, wenn selbst der Tod mich von dir trennen soll!" Als nun Noomi sah, daß die!Kitt von ibr nicht lasse», tür sic wie eine treue aufopfernde Tochter sorgen tvill, hörte sic auf, mehr mit ihr über diese Angelegenheit zu sprechen, nnd sie reisten zusammen nach Bet Lechem. AIS sie daselbst ankamen, Ivaren die Stadtleute alle erstaunt nnd riesen vcrwundcrungsvoll aus! את*“ Dieses soll die Noomi sein? Sic aber antwortete ihnen: אל תקראנה ל* נ“טי C! nennt »!ich nicht mehr Noomitdie Anmutige, Pergnngte! sondern nennt mich die Betrübte, VerbiitertelZ *יהיןך לי יןאי *Iw* denn der Allmächtige hat mich, ivie ich cs verdient habe, schiver geprüft, tief betrübt, hart heimgesucht. *אני מלאה הלכת Mil Neicküüuiern nnd Schaben schiver beladen verließ ich mit meiner Familie diese Stadt in einer;seit, da, meine Glaubensnnd Ttammcsgenossen in bitterster?tot lebte» nnd meiner Hilfe dringend bedursten und leer, brachte der Einige mich zurück. Wie könnt ihr mich noch Noomi nennen, da der Ewige mich so hart bestraft, der Allmächtige mir so viel Unglück zugeschickt bat." Die edle wackere Nut hielt ihr Versprechen. Es war gerade die Erntezeit, so ging sic aus das Feld, das gerade dem reichbegüterten Boos, der niit der Familie Elimclechs verivandt war, gehörte, 11 in Aehrcn auszulcsen nnd ihre Schiviegermntter erhallen zu können. Als Boas erfuhr, wer die Frauensperson sei, die ans seinem Felde die Aehrcn nuslest, fand die Gunst in seinen Augen, nnd die Folge davon war, daß er sie zu seiner Gattin iväblte. Aus dieser Ehe entsproß ein Sohn namens Cbed, der Sohn dieses Cbed hieß Iischai, dieser ivar der Bai er des löniglickien Sängers David. Das Ghettobuch. Tie schönste» Geschichte» ans dem Ghetto. Herausgegeben von Arthur Landsberger. Mil Id Bildern von Feig! 1914. München Georg Müller. Preis 7 I\ 5(1. ־- Tr. Artur Landsberger schenkte uns schon einmal eine Sammlung zur jüdischen Frage: Damals custaud daraus das so oft genauule ״Indenlausen-buch von Wer- »er Somvarl. Heute begibt sich Landsberger ans das Gebiet dichterischrr Geilallungskrast nnd vereinigt dichterische Erzenguisse von Iungjuden, welche Vereinigung er ״Ghettobuch" benennt nnd mit einem kurzen Vorworte einbcgleitet. 88 Erzählungen nnd Novellen, teils Criginalarbeiicn, teils Ilebersebungen aus dem Jiddischen und Hebräischcu sind zu eiuein wunderbare», sarbenprächtigcn Ucbcr die Auswahl der einzelnen Erzählungen ist nicht viel zu sagen; doch fehlt im schöne» Strauße cin Mindcrscelcnkcnncr allerersten Nangcs: Dineson. Es ist schade, das; die subtile Mindcrgcschichtc: ״Warum Mottele nicht in den Chcdcr gehen wollte", die seinerzeit schon von Tr. Hugo Zuckermann für ״Unsere Hoffnung" überseht wurde, nicht aufgenommcn ist. Sonst sindeii wir so ziemlich alles, was in der jüngsten jüdische» Literatur singt und sagt. Wir finden die feinen Scclcnkcnncr Pcrcz und Pinski; ergötzen lins an den! humorvollen Schalem Alechem, deffcn Erzählungcn kurz und doch so voll jüdischen Geistes und Witzes sind. Naiv, und doch Kunstwerke sowohl die .,Assentierung" als auch namentlich ״Die Wette", ivclch letztere Humoreske das Buch beendet. Schalom Asch ist mit einer tiefen psychologischen Skizze vertreten, doch liegt meines Erachtens seine größte Stärke in der überaus feinen Naturbetrachtung, die uns hier fehlt; und gerade die Naturbetrachtung der jiddischen und hebräischen Dichter ist das wundervollste an ihnen, die cs sich abgcwöhnt hatten, die Schönheitcn der Natur zu bctrechtc» und zu genießen. ״Ganz besonders hcrvorzuhcbcn, wären Zangwills ״Laslcnträgcrin" — die Tragik der jüdischen Ghettomutter, — ״Joseph, der Träumer" und Cskar Levertins ״Kalonymos"; die bcidletzlcrcn in sarbenprächtigen kulturhistorischem Kolorit. Das Zangwill cin Meister jüdischer Ghettocrzähliiiig ist, wir Wissens schon längst. ״Tie Laslenträgerin" beivegt sich auch im bekannten Londoner Ghettomilieu. Joseph, der Träumer" hebt sich aber hoch empor über Ghcttorrzählung und Ghettomilieu. Es ist eine Ncnaissanecgeschichte, die ihresgleichen in der Weltliteratur suchen muß. Die Geschichte als solche ist kurz. Joseph, der Jude ivird abtrünnig, läßt sich taufen, verschmäht die Hand der schönen Jüdin Mirjam; verschmäht die Hand der schönen Nöincrin Helena de Franchi und Ivird Domiuikancr, in» als Fra Guiseppe in der Kirche mit Savonarolagewalt Iudenpredigtc» zu halten und endet als Metzer — am Schafott. Eine Iudcutragödie, grandios und prächtig. Italienische Ncnaissanee i» engster Verbindüng mit dem römischen Ghetto. Ein Mcistcriverk, daß lveder hinter Goubinc an ״Ncnaissanee" noch hinter Mauns ״Fiorcnza" zurückzutreten braucht. Der Vatikan mit seinem kunstliebcnden Papste, mehr Grieche, denn Christ-, an altrömischc Baechanalien gemahnende Ansgelasseubeit des römischen Karnevals und daztvischcn der grausam verhöhnende und groteske jüdische Weltlauf am römischen Eoeso zur Engelsburg. Man kann dein Herausgeber und nainentlich dein Verlage zum größten Dank für dieses Buch verpflichtet sein. Es wäre mir zu ivünschcn, daß es möglichst viel, nicht nur gelesen sondern auch gekauft ivird. Gustav Kahn. vr. Rudolf Katbolicky -ev. Letter d<r I.cdlr-.-ldtell,»g der CMdtftkraitktnaiistalt wobei: €cht Terdinandtgasse und 3obanne$0a$$e <» »«>»!;>«»»-> ertflnlert tlgllcb wo 2 dir 4 Ohr nach«. Fernrprecber ßr •03. : Aus der Agudas-Jsroel- Bewegung. Berlin, 11. Mai. In der gestern nnd lieute liier tagenden Plenarsitzung des prov. Nomites der Ngndas Iisroel lvurdc beschlossendie Hauptversammlung der AgudaS IiSroel, die ״Sicncfiiolj Hicdaulolj" auf klivsch Hhodcsch (5lul dieses Jahres nach Frankfurt a. M. ciuzubcrufcn. Freiburg i. B., 1:'׳. Mai. Hier wurde eine Ingendgrnppe der Agudas Iisroel-Organisation gegründet. Unsere (Kruppe bat gute Einsätze zu gedeiblicher Entwicklung nnd wird sicherlich diel zur Stärkung des Tborageistes in unserer Gemeinde beitragen. Zalvzcc, 11 Mai. In der Dienstag, den 5. slattgefnndenen Persainmlnng der hiesigen Ortsgruppe der t'lgndas Iisrocl wurden folgende Herren in den Nnsschns; gewählt: Leiser Schwadron, Präsident, Bensainin Pollaschinann» A. Pasternak, Talinen Moseiskcr, Moses Halezer, Tal. Ochs, Isuk .Kupferberg und D. S. Lewin. UordracRerei « י « Pli$$icran$talt « « « fanta, Postgasse 2. Josef Hanus, Brunn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren, Länder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider rinnen. Aorre^xonäenzen. Austerlitz. Samstag (Porsche Emor) feierte Herr Fabriks-Beamter Alexander Schön das Barmizwah-Fcst seines Sohnes Leopold. — Ter Konsirinand las die Haftarah sehr deutlich tind korrekt, so das; alle Anwesenden hicvoit entzückt waren. Im Hause haben sich tiach dem Mincha-Gcbcte zu י2ל'2 מ^1ה1ת viele Freunde uitd Gäste eingefuitden, wo auch Divre Tora gesprachen wurde. Jüdischer Handlungsgehilfen-Verbaad Ortsgruppe ״Brünn". Sonntag, den 24. Mai um 1 Uhr nachm, sindct die Tagung des Krcisdclcgicrtc»tages, der mähr. Crtsgruppcn des Verbandes der jüdischen Haudelsangcstellten in der Schwechater Bicrhallc 1. St. statt. — Im selben Lokale findet um halb 11 Uhr vormittags eine 8 2-Vcrsammlung mit der Tagcs-Ordnung ״die Aufgabcn einer jüdischen Haiidluiigsgehilscu-Organisation". Referenten die College» B. Deutsch und S. S t a u ß, Wien, statt. Krankkelten der Nerven, der Magenr. »armer etc. «erden mit Erfolg D- Rtltbatt$ Sanatorium in Nrcdnowltr Kuriert. — Prospekte gratis. Gegen verdorbenen Magen, Darmträgheit und Gicht. ״Sternhof er Bitterwasser“ Mild, doch zuverläßllch. Sternhof, PostSokolnitz bei Brünn. 1914 Wochenkalender 5674. אייר Mai Festtage הפטרה M 20 39 D כה 21 40 s בו 22 41 S Z כז בח 23 42 24 43 פרק חסיש*. המברבין החרש׳ בהד בחקותי ה׳ עוזי ומעוזי M בכו 25 44 יום ב ור קנון׳ ערב ר־ח ביון D א 26 45 ראש חרש Rösch Chodcsch M כ 27 46 D * 28 47 שלשת שי הנבלה והיה F ר 29 48 משפר בני I iirluiin Iflinnilr Optiker und Mechaniker, Brünn LUUWiy ■'**”'"י' Krapfengasse 25 empfiehlt sein reichhaltiges Lager von Operngläser, Brillen u. Zwicker. Installierung v. Haustelegaphen und Telephonen, sowie Reparaturen prompt und billig. Klosetts, Badeeinrichtungen, Waschbecken, etc. einrichtet solid und billigst Firma K. 20fka, Brünn, Jakobsgasse Telephon 81ö. — Kostenvoranschläge gratis. — Reparaturen schnell und billig. Predigten. Wer Predigten verlegen will. Wer Predigten zu kaufen sucht, wende sich an den Jüdischen Buchu. Kunstverlag --------- Brünn. —----- e■

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