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Jüdische Volksstimme · 1914-05-06 · Heft 17 (6.5.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 17 (6.5.1914)
Date
1914-05-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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״Attische B,lrrfti««e.- «eite 11. Nr. 17 umphzug der jüdischen Idee. Groß und klein, alt und jung, die Vertreter sämtlicher Konfessionen, unter Fühtrage wurde von der Versammlung mit tosendem Beifall zugcstimmt. In das Komite wurden daraufhin gerung der Geistlichkeit, die Spitzen der Behörden und des wählt: Der Präsident, Herr Thumim, und die Herren , Militärs geleiteten den jungen Ober-Rabbiner in die Synagoge, wo er seine zündende Programmrede hielt, die einen tiefen Eindruck hinterließ. Aus Nah und Fern begrüßten ihn Deputationen und entboten ihm warme Wünsche. Möge es ihm gelingen, alle jene Er- Wartungen zu erfüllen, die sich an ihn knüpfen. Lemberg. Die polnische Presse ist in Verzweiflung darüber, daß der vor zwei Wochen verstorbene galizischc Landesmarschall Goluchowski ein einziges Legat und dieses für den Bau einer neuen Synagoge in seinem Stammsitze Husiatyn in der Höhe von 10.000 K ausgesetzt hat. Und dies in einer Zeit, da gerade Angehörige des Adels den wüsten Boykott gegen die Juden in Szene setzten. Es gibt also doch noch polnische Edelleute adeliger Gesinnung, die über gemeine Vorurteile erhaben sind. Drohobycz, 28. April, lieber Anregung mehrerer angesehener Gcmeindcmitglicder hatte sich hier vor einiger Zeit ein provisorisches Könne gebildet, um die Gründung einer Agudas Jisrocl-Ortsgruppe vorzubereiten. Letzten Sonntag fand nun im großen Saale d Bcthausvcreines ״Auge cheßed" eine großangelegte Propaganda-Versammlung statt, um die Gründung vorzunehmen. Als Referenten waren seitens des Lanocs-Äomitccs die Herren Moses Schmelkes-Krakau und Tr. Meier Munk-Lemberg erschienen. Tie Versammlung nahm einen sehr schönen, nach jeder Richtung hin günstigen und harmonischen Verlauf. Im Gegensätze zu ihren Gesinnungsgenossen in Stanislau und anderen Orten haben die zahlreich erschienenen Zionisten dis Versammlung nicht gestört und den Beweis erbracht, da die besonneneren Elemente bei einigem guten Willen die Heißsporne vor würdelosen Exzessen gegen die gesetzestrcuen Bestrebungen zurückhalten, könnten. Die Eröffnungsrede hielt Herr Fastmann namens des vorbereitenden Komitees. Zum Leiter der Versammlung wurde hierauf Herr Rabbiner Tr. Margulies gewählt, der in einer sehr wirkungsvollen Elnleiiungsrcde die Ziele de Agudas Jisroel erklärte und an alle Anwesenden appellierte, im Interesse der heiligen Sache die Ruh» nicht zu stören. Hierauf referierte Herr Schmelkes in einer eineinhalbstündigen Rede über die Bcstrebungen der 'Agudas Jisroel und nach ihm Herr Tr. Munk über die organisatorische Grundidee der Agudo und ihre praktischen Aufgaben. Tie Referate wurden mit großsr Spanung angehört und hinterließcn einen tiefen Eindruck. In der Diskussion ergriff der Führer der hiesigen Zionisten, Herr Tr. Tartarkowcr, das Wort und brachte die Sympatien der Zionisten für die Agodas Jisroel zum Ausdruck. Seine taktvolle Rede machte einen durchaus angenehmen Eindruck, so daß der Versuch eines anderen zionistischen Redners, in entgegengesetztem Sinne zu sprechen, kaum Beachtung fand. Es sprachen noch der Rabbiner von Tzikow und sein Schwicgcrsohit Herr Nisscnbaum. Das Schlußwort hatte Here Schmclkes. Herr Tr. Margulies dankte zum Schlüsse sämtlichen Rednern für den schönen Verlauf der Versammlung. Tic Ortsgruppe ist sogleich ins Leben getreten und es haben sich ihr auf der Stelle mehr als ZOO Mitglieder angcschloffcn. Przemvsl, 1. Mai Am 3. Tage Chol Hamocd Pesach hatten wir hier abermals eine große Propaganda-Vecsammlung der Agudas-Jisrocl im großen Sitzungssaale der Kultusgcmcinde. Ter Einladung unseres allverehrten Gruppcn-Präsidcntcn, Herrn Bankier Thumim. war eine große Schar von Mitgliedern und Nichtmitgliedern gefolgt, so daß der Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Tie Eröffnungsrede hielt Herr Thumim. In seiner bekannten scharfsinnigen und rhetorisch meiste!- haften Weise knüpfte er an Bibil- und Talmud-Ausspräche an und entwickelte die Wichtigkeit einer organisatorisch zusammengefaßten jüdischen Gemeinschaft auf Grundlage unverbrüchlicher Treue zur Thora und zur Tradition. Im Verlaufe seiner Ausführungen fand der Redner Gelegenheit, auch die Details der Bestrebungen der Agudas-Jisroel-Organisafjon zu erklären. Seine Rede wurde von der ganzen Versammlung beifällig aufgenommen. Hierauf wurde über eine Angelegenheit verhandelt, die seit einiger Zeit die Gemüter unserer ganzen Gemeinde aufs lebhafteste erregt und die als Exempel dienen mag, was die Agudas Jisroel-Ortsgruppen in ihren Gemeinden zu leisten vermögen, wenn sie sich ihrer Aufgaben bewußt sind. Bei uns herrschen auf den! Gebiete des Kaschruswesens, insbesondere im Koscherfleisch-Vcrkauf geradczu empörende Zustände. Der Gemeinderabbiner sah sich gezwungen, die Verantwortung für das Koscherfleisch, das hier von den Metzgern verkauft wird, abzuleb icn. In der Versammlung wurde nun der Antrag gestellt, die Agudas-Jisroel-Ortsgruppe möge aus ihrem Schoße ein Sonderkomitee erwählen, mit der Aufgabe, hierin Wandel zu schaffen. Dem An- I. I. Mises, Jakob Hirschfeld und Benjamim Nutzbaum. Die Klassenlotterie in einem Rechtsgutachten des Rabbi Jakob Emden. Die Ziehung der ersten Klassenlotterie in Oesterreich hat am 7. April ihren Abschluß gefunden und die Ziehung der 2. Klassenlotterie wird hingegen am 12. Mai d. I. beginnen. Es dürfte daher gerade jetzt für das Publikum von Interesse sein, zu erfahren, daß bereits im Jahre 1734 der berühmte Rabbi Jakob Emden in Altona in einer Klassenlotterie— Angelegenheit eine Entscheidung zu treffen hatte. In Uh. 85 des 1. Teiles seines Responsen — Werkes Schcilath Jabez sagt Emden: Ich wurde "von Rabbinatsvorsitzenden M"H"R"B" in folgender Angelegenheit, die ihm zur Beurteilung vorgebracht wurde, befragt: N.N. schickte Lotterie— Zetteln an seinen ״Kommissanten" in Amsterdam zur Erneuerung (denn die Lotterie zerfällt in drei Teile, die man Klassen nennt, und derjenige, dessen Los in der ersten Klasse nicht gezogen wird, muß einen Beitrag in der zweiten Klasse ergänzen, also das Los erneuern; der gleiche Vorgang gilt für die dritte Klasse. Wer nun die Zeit der Zettelnausgabe in den Klassen verstreichen läßt, ohne sie zu erneuern, der verliert seinen Anspruch und somit ist sein Los vollständig wertlos) der Kommissiant aber hat vergessentlich oder mutwillig die Frist verstreichen lasten und den Austausch nicht bewertstelligt. Hiedurch wurden alle eingesandten Zettel wertlos. Wie sei diese Frage zu entscheiden? Dr. Julius Stix, Brünn Herrengasse 7 Telephon 3092/IV ordiniert 10—12 und 2—5 Uhr mit sämtlichen modernen elektrischen Apparaten gegen Rheumatismus» Nerven- und innere Krankheiten. Radium gegen Krebs und Hautleiden Honorar ntfUMgl Augen u. Ohrenarzt Dr. FfltZ GlltfrCUlld Sprechstunden an Wochentagen 10—12, 2—*/,5 Uhr an Sonn- und Feiertagen von 9—11 Uhr Vormittag Telephon Nr. 3280-VI. Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 6, Mezzanin. Zubni 16kaF •MUDr. Fr. Spacek, Brno, Ferdinandovä ulice fiisio 37. V novostavbe proti nädrazi. Kinderarzt 11. Ir. Illnl W» ehern. Sekundararzt des k. k. Wilhelminen-Klnderspltals In Wien, gew. 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