Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1914-04-30 · Heft 16 (30.4.1914) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 16 (30.4.1914)
Date
1914-04-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2621806-2621897-2621913--2773-2623899
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

SMG'MWWM Nr. 16 die gerühmte alte Wiener ,,Gemütlichkeit" wieder belebcnd zu verherlichcn. Es ist ein richtiges Buch der Lieder mit geschichtlichem Text. Tas Liebesverhältniß Schuberts zur Brettelsänycriu Stesfy Gusschelbaucr bildet das Hauptmoment dieser Dichtung.Tie beiden passen garnicht zu einander. Er ist mehr ernst, sic dagegen übermütig, keck und billigen Lebensfreuden gern ergeben. Doch beide begreifen dies erst späte. Dieses Buch hat viele Vorzüge und verrät ein hervorragendes Talent. Jeder, der Wien kennt und liebt, wird -an diem Buche gewiß viel Freude haben. Doch hätte der Autor da vieles streichen sollen, was die Dichtung unnütz in die Länge zieht und so auf den Leser oft ermüdend wirkt. Dieser Roman leidet an der eigenen llcbcrsüllc. Man merkt es, wie des Dichters Schaffensfreude da ungehemmt dahinstürmt. Wenn cs dem Autor gelingt, diesen inneren Drang zum Vielschreibcn zu bändigen, dann wird er uns gewiß noch viel Erfreuliches biete». Lemberg. Lorenz Scherlag. Kaiserin Eugenie. — Ter Weg zum Thron. Roman von Heinrich Vollrat Schumacher. Bei Richard Bong, Berlin W- ׳ Mark. Bei Besprechung dieses Buches kann man der mißbilligenden Worte kaum cntraten. Es gehört zur Spielart jener genugsam bekannten,.historischeu" Romane,!11 denen die süßliche Boudoirgeschichte des Autors mit etwas Weltgeschichte garniert wird. Man darf sich nicht scheuen, hiefür den entsprechenden Ansdruck zu verwenden: Bauernfang. Denn der Leser mit loenig geläutertem Geschmack wird gewiß durch diese Art der Darstellung gefangen genommen, die auf der einen Seile zu einem angenehmen Sinnenkitzel, auf der anderen nüx-lichc Kenntnisse vermittelt. Es fehlt auch nicht an halbgelehrtcn Fußnoten und an einem Ouellcnvcrzcichnis von beträchtlichem Umfang. Ich vermag nicht zu beurteilen, in welcher Weise die angeführten Quellen benützt wurden׳, jedoch höre ich von mir bcrufen scheinender Seite, daß der Autor in dieser Beziehung gewissenhaft und wacker gearbeitet habe. Es liegt mir fern, dieses Verdienst zu schmälern; aber es reicht nicht ans, einen Roman als gut zu qualifizieren. — Die Sprache ist gekünstelt; Gedankenstriche und Punktreihen überreich gesetzt. Tic Lektüre befriedigt nicht. Daß der Autor in der angckündiglcn Fortsetzung ״Rapolcon 3. — Ein Märchen auf dem Thron" uns wescntlich Besseres geben werde, läßt immerhin Zweifel übrig. Moritz Grzyb. Ein synagogales Musikwerk für die hohen Feiertage. Als 2. Teil des die Liturgie des gesamten Gottesdicnstcs umfassenden Werkes ״Kol T'hilloh" von Josef Heller, Qberkantor und Ehordirektor der isr. Kultusgemeinde in Brünn und Direktor der Kantoren-Bildungsanitalt des isr. Proseminars daselbst, wird im Monate Juni d. I. ein umfangreiches synagogales Musikwcrk der Qeffentlichkeit übergeben werden, welches die gottesdienstlichen Vorträge für die hohen Festtage *י**ייי* ירי•• 1 Ln 1 I;W1 1 WÄ . zur rythmischcn Darstellung bringt. Das Werk enthüll über 8V0 Nummern, darunter 100 vier- und mehrstimmige Ehörc mit und ohne Brgelbeglcitung, ea. 25 Sologesänge mit Qrgelbcgleitung, sowie 5 A!1 häng c und ztvar sämtliche ,בל״ה־י־ weiters מ:הה ומעריב להל ׳ולמוצא' שבת ferner מנחה לשבת -ולראש השגה schließlich mehrere Chöre und Gesänge für den Freitag- Abend-Gottesdiensl. Hellers für die Entivicklung des Synagogcngesangcs bedeutsame künstlerische Eigenart, welche ihm eine von der Fackikririk anerkannte hervorragende Stellung unter den Svnagogen-Komponistcn geschaffen hat, ist die dem ästhetischen Knnstemviinden und der geläuterten musskalischcn Entivicklung entsprechende Veredelung und Vertonung des traditionellen altjüdischcn Chasonus. — Dieses Charakterislikon des im Jahre 1905 erschienenen 1. Teiles von ״Kol T'hilloh", enthaltend die Feiertag- Abend- und Samstaggesänge, gibt auch dem neuerschci- »enden für die hohen Festtage bestimmten 2. Teile das spezifische Gepräge. Das Werk dient seiner Anlage nach gleichmäßig dem modernen wie den konservativen Gottesdienste. Sowohl das alte wie das neue “מד;זוי sind unter Zugrundelegung des alten und echten Ehasonns in systematischer Reihenfolge und in solcher Vollständigkeit, wie sie bisher überhaupt nicht geboten worden ist, bearbeitet, sodatz es dem Vorbeter ermöglicht ist, fast ohne Zuhilfenähme des Gebetbuches den Gottesdienst abhalten zu können. ״Jlhtsche Solk-fti««, Geile 11. Das Werk ist auch von besonderem Werte als eptc erprobte praktische Schule zum Studium für KantzÄn und Kantoratseleven. :־';ף• Ter Kostenpreis eines Exemplare« des umfaugrei- ■>, mehrere Hunderte Seiten umfassenden, in vornehmer Ausführung erscheinenden Werkes stellt sich für Gemeinden auf K i'O.—, für Kantoren auf K 45.— Das Werk kann gegen vorherige Einsendung des Betrages oder mittels Nachnahme vom Autor, vom Kommissions- Verleger Karl Winiker, k. u. k. Hofmusikalienhandlung in Brünn, wie auch durch alle jüdischen Buchu. Kunst- Handlungen des In- und Auslandes bezogen werden- Das attive u. passive Gemeinde- Wahlrecht der Frauen. In der kleinen schlesischen Stadt Kattowitz haben sich die steuerzahlenden Frauen das Recht, ihre Stimme bei den Rcpräsentantenwahlcn der Gemeinde abzngeben, bereits erkämpft. Tas Kattowitzer Beispiel fordert zur Nachahmung auf; der preußische Landesverein für Frauenstimmrecht beabsichtigt, gemeinsam mit dem jü-: dischcn Frauenbund der Berliner Gemeinde einen Antrag zu unterbreiten, ivelcher das volle Gemeiiideivahlrecht für die steuerzahlenden Frauen anstrebt. Tie Zahl \ der letzteren beträgt in Berlin 4510; die Berliner Verwaltungsgcmcinde hat bereits vor längerer Zeit eine Statutenänderung der Gemeindevcrfassung beschlossen, um Frauen in die Verwnltungskommission tvählen zu können. jiota^Staphanlo. Hotel Stephanie. M. Operer Restaurant WI?N, II., Toborstrosse Nr. 12. Neurenovierter Prachtsaal geeignet kür Hochzeiten, Dieners usw., Fassungsraum 400 Personen ist von April bis September zu vergeben Hausspezialität: Täglich warme Pfefferkarpfen und Hechte Ausschank: Schwechater Lager u. Pilsner Bier MM MU WM MW!» im Saale Union. Die Geheimnisse von Kieow grosses sensationnelles Drama in 5 Akten auf Brund des BEILIS-PROZESSES. Monopol für Krakau. Das liebe Mädchen Drama j Welche von Beiden ßutes Geschäft Komisches. VERLANGET Eine Umfrage, die kürzlich im Amtsblatt der Berliner jüdischen Gemeinde vcrlautbart lvnrde: ״Wie ist eine regere Teilnahme der Frauen am Gcmeindeleben zu fördern?" hat hervorragende Männer der Wissenscbaft angeregt, Partei für die Sache der Frauen zu nehmen. So schreibt Justizrat Dr. H. Veit Simon!Mitglied der Nepräsentanten-Versammlungl: ״Wir müssen, »vollen wir nicht ungerecht sein, ans der so glänzend bewährte» Wirksamkeit der Frauen den Schluß ziehen, daß es ein Gebot der Pflicht sei, den Frauen in der jüdischen Gemeinde das Stimmrecht zu verleihen." Was Frauen bei uns in Wien auf dein Gebiete der Armen- und Waisenpflege, der Fürsorgeerziehnng. der Wohnungs- und Sckulpflegc. der Ferienkclonien usiv. leisten, ist bekannt. Es wäre von großem Werte, da nun einmal im Deutschen Reich für die Erlangung des Wahlrechtes agitiert wird, wenn sich auch lei uns Männer und Frauen von Erfahrung zu der Frage des Frauenstimmrechtes in der Gemeinde äußern würden. In Nicderösrerrcich baben steuerzahlende Frauen schon seit Jahren das politische Recht, ihre Stimmen abzngeben: wir in der Haupt- und Residenzitadt Wien, wo so viele Hunderte begabter, unermüdlich tätiger Frauen für das Gemeinwohl wirken, wir stehen hinter den einfachen Landsrauen zurück, denen das politische Recht gestattet, sich an den Wahlen zu beteiligen. Wenn, wie jetzt im Deutschen Reich, die Bewegung der Wählbarkeit der Frau ins Rollen kommt, dürfte die Zeit nicht fern sein, in der auch Wiens stenerzahlende Frauen dahin streben werden, ihr aktives und passives Wahlecht in der Gemeinde auszuüben. Wie viele jetzt brachliegende Kräfte, die sich gern in den Dienst der Allgemeiuhcit stellen, würden zu segensreicher Tätigkeit angespornt, dann viel Gutes leisten." Jda Barber. M. II. Dr. F. Kufera Spezia arzt für Frauenkrankheiten u. Geburtshilfe Brünn, Ferdinandsgasse 22 (gegenüber der Kirche). Ordin. von 1/!9 bis 11 Uhr vorm, und von 2 bis 4 Uhr nachm. — An Sonnu. Feiertagen von 9—11 Uhr vorm Teleph. 3564/1V. — Größere Operationen im Sanatorium. in allen Hotels, Restaurationen, Kaffee• häusern, Lesehallen, Selchereien, Raseursalons und Bibliotheken, die mit der Beilage: ״Das jüdische Leben in Galizien“ Streng ןך•» beaufsichtigte Selchwarenfabrik MORITZ LAZAR WIEN, XX., Wallensteinstrasse 44. Versandt nach dem Innu. Ausland von K 5׳— aufwärts Engros Preise. Haupt-Depot; II Praterstrasse 17. Telephon Nr. 16.046. Preiskurante gratis. iHSiBtf-lJlrttMSSim Off*rtanbl1tt ftlr Hausierer, Markttlrant•*, Wandar-, Ansicht,karten- und Spleiwarenhlfndler Redaktion und Administration: WIEN, II., Obere Donaustrasse 45. — Abonament: Ganzjährig 4 Kronen. Halbjährig 2 Kronen Einzelne Nummer 20 Heller. Die ״Hausier«- und MaikHIrantsn-Zeltung" erscheint einmal im Monat in grosser Auflage und wird an lausende Marklfahrer, Hausierer, ferner an'SpIal- und Anslchtskartenhlndler In 0est.-Uog. •ersendet. Inserate haben du,cbscblagenden Erfolg. la. garantiert reines Gänseschmalz roh und ausgekocht versendet in jedem Quantum von 5 g a fwärts In Dosen nach jeder Richtung (auchAusland): Fritz Herrmann Geflügel- und Schmalzhendel, rohe und gebratene Gänse En gros, en detail. - Telefon 19047 -— Hauptniederlage: Wien II., Blockengasse Nr. 9. - Filiale: II., Karmeliterplatz. - 1 MUDr. Ignaz Saudek I Spezialarzt für Haut- und Harnleiden |* *f sowie s» Kosmetik r| Brünn, Ecke Kandlerg. 2 u- Krapfeng. §»;1 ordiniert von 9—1 und 2—4 Uhr. An Sonn- und J Feiertagen von 9—12 Uh־׳. v . Jan Navrätil ordiniert von 2-3 im Kaunlzpalais vis i vis dem Landhause Größere Operationen (sowie schwere Ohrenoperationen) I im Sanatorium. Telephon Nr. 1251. (Auch tnterurban.) Sensationell! Hört! Staunenswert! Um nur K 4*80 1 kerilick» Erika-Sitber-Hcrrcr»־ Remon• toirutK, 1 amen«. Ü »ubl6*Kctt1!t von echtem Gold nicht zu unterscheiden» I solides Taschen fetie-zeug aus Nickel» mit 6 Reservesteinerl, für Jahre reichend. Die Rcmontoiruhr in prachtvoll* ni guiloiierrem <ien;tu*e mit unverwüstlichem Werk, tadellos gehend. 3 jahr. schrtfll. Garantieschein, Alle 3 Gegenstände, das 5fache Weit um nur Kronen 4*80 Bel Bestellung 5 s-ucl'cr üarniturtn erb »en Sie eine Garnitur voll.stondig groll» als Qescbenk ftlr Ihre Bemllhung. Bei Nlchlkonvenienz wird die Ware umgttiuscht oJcr das Geld retourniert. Bestellen Sie sofort, da der Vorrat beschrankt. Schweizer Uhren-Bngros-Export JOHANN KONRADY & Co., WIE*», VII., Kaiserstrasse Nr. 89. 94

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.