Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 16 (30.4.1914)
- Date
- 1914-04-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16. ״Jüdische »olkSstimme". Seite 5. Nrünnee Nachrichten. | Generalversammlung des Vereines Machfike Hadas, Brünn. Am 14. d. M. fand in den Vereins lokalitäten die diesjährige Generalversammlung statt. Dem Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen, daß die Ausgaben des Vereines K 5035*83 betrugen. Das Hauptaugenmerk richtete der Verein auf die Ausgestaltung ber 5 {(affigen Bibelschule. Dem abtretenden Vorstande wurde der Dank und das Absolutorium erteilt. Bei der hierauf vorgenommenen Neuwahl wurden in den Vorstand folgende Herren gewählt: Hermann Holpern, Joachim Mukden, Max Hickl, S. März, Max Breda, Joses Bergmann, Max Ticho, Jakob Ticho, Josef Lauser, Samuel Reiniger, Beiräte: Moriz Fried!, Eisik Allerhand, Gyula Goldstein, Eduard Glaser, I. Korn, Rudolf Meist, Bertold Piowaty, R. Placzek, Sigmund I. Schnabel, Sigmund Stark, Moriz Tragatsch, Osias Wilczer, Heinrich Zaitschek. Spende. Herr Bertold Tintner und Herr Gustav Haas haben anläßlich des Todesfalles der Frau Betty Tintner dem Vereine Machsik Hadas einen Betrag von je X 10׳— gespendet. Den Spendern sei an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt. Prüfung. An den Chaul Hamoed Feiertagen fanden an der Bibelschule des Vereines Machsike Hadas die Prüfungen statt. Das Resultat war ein äußerst befriedigendes. Die Schulkommission und anwesenden Gäste äußerten sich in äußerst lobenswerter Weise. Möge es dem Vereine gegönnt sein, in dieser Beziehung weitere Erfolge zu erzielen. Den Lehrkräften wurde der wärmste Dank für die erzielten Erfolge bei den Schülern zum Ausdruck gebracht. Sterbefälle. Herr Adolf Rischavy ist im 86. Lebensjahre gestorben. Am 26. d. M. ist Herr Ignaz Zeisei, Vater des Herrn Baumeister Adolf Zeisel gestorben. Peo Brockensammluug. Herr Michael Faden hat der Peosammlung eine größere Anzahl Kleider und Wäsche gespendet. Dem Spender sei an dieser Stelle herzlichster Dank gesagt. Danksagung. Der gefertigte Vorstand der israel. Kultusgemeinde in Dambokitz gestattet sich hiemit auf diesem Wege sämtlichen Dambokitzer Glaubensgenossen in der Fremde, insbesondere Herrn Heinrich Zaitschek für die zu wohltätigen Zwecken eingeleitete Spendensammlung den wärmsten und herzlichsten Dank auszusprechen. Salomo» Hayek, Kultusvorsteher. Krankkeilen Ser Nerven. Ser Magen;, Darme; etc. «erden mit Erfolg D= HUtl>dfl$ Sanatorium in Eirehnowitr kuriert. — Prospekte gratis Norrejponäenzen. Jägerndorf:Anläßlich der Neuwahl des Vorstandes der Ehcwrn-Kadischa sah sich unser bisheriger verdienstdoller Obmann Herr Salonivn Bock, der durch 15 Jahre an der Spitze dieses Vereines stand, veranlaßt, aus eine Wiederwahl zu verzichten. Trotz allen Zureden war er nicht dazu zu bewegen, nochmals die Leitung zu übernehmen. Um seinen wirklich hervorragenden Perdienstcn um das Aufblühen des Vereines, dem er seine geistigen und materiellen Mittel ganz zur Verfügung stellte, eine Anerkennung zu zollen, ivurdc über Antrag des jetzigen Obmannes Herrn Ferdinand Dittel in einer außerordentlichen Generalversammlung cinstimmig beschlossen, Herrn Bock zum Ehrenmitglied der Chcivra-Kadischa zu ernennen. Ter Vorstand mit seinem Obmann Herrn Dittel wurde beauftragt, Herrn Bock ein künstlerisch ausgeführtcs Ehrcndiplom zu übcrreichcn. Ain 2. Pcsiachfeste, das war am 12. April, erschien der Obmann mit sämtlichen Vorstandsmitgliedern in der Wohnung des Herrn Bock. Herr Dittel überreichte diesem, das Ehrcndiplom und hob in.seiner Ansprache hervor, loie der Gefeierte in seiner 15jährigen aktiven Tätigkeit als Präsident und Ehctvramann seine Pslichten den Kranken und Armen gegenüber in so hochherziger Weise bekundete, wie seine Wohltätigkeit soviel Leid unter der jüdischen Bevölkerung Jägerndorfs gelindert hat. Herr Bock war von der Ehrung sehr gerührt und dankte in bewegten Worten. Tie Chewra hat das Bewußtsein, daß sie einem wirklich hochverdienten Manne die ihm gebührende Ehre zuteil werden ließ. — Herr Bock spendete aus diesem Anlasse einen namhaften Betrag für die Ehcwra-Kadischa. Üordruckerei * « « I Pli$$ieran$talt « _fawta, Postaasse 2.1 Bifenz. Sonntag, den 26. d. M. fand die Trauung des Herrn Leopold Feier aus Göding mit dem Fräulein Rudi Jokl aus Gaya in Bisenz-Pisek statt, wobei Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Hoff eine inhaltsreiche Trauungsrede an das Brautpaar richtete und Herr Oberkantor Jsak Lewitin die kantoralen Funktionen in meisterhafter Weise mit seiner herrlichen Tenorstimme unter großem Beifall exekutierte. Köln. 28. April. (Priv.) Die Friedhöfe von Köln und Umgebung werden in Ktzter Zeit fortgesetzt von ruchlosen Dieben heimgesucht, die aus einzelnen Friedhöfen große Verheerungen anrichten, namentlich von Gräbern die Bronzeketten abreißev und Gedenktafeln aus Bronze aus den Grabsteinen herausmeißeln. Der jüdische Friedhof wurde bereits dreimal von den Verbrechern heimgesucht, auch auf den benachbarten Friedhöfen wurden durch die Diebe zahlreiche Grabstellen demoliert. Bisher ist es noch nicht gelungen, der Grabschänder habhaft zu werden. Newyork. Oskar Straus ist von dem Präsideiitcn für sechs Jahre zum Mitgliede des Hnageu Schiedsgerichtes ernannt worden. Er bat nun zum d^jtten Male diesen Ehrenposten. vr. Rudolf Katbolicky »ev. Ztttti der I.ckirg.lldttilUAg d«r CaadesiranimiantfaK •ob**: €ckc yerdlnandsgastt und 30bantK$ga$$c («Rom ordinier* tlgUctz von 2 bis 4 Qbr nacb«. Firnrprecder Nr •03.; «flunclfcfiau. Hohes Alter. In Hnmpoletz feierte am 15. i>. Herr Moses Mlc’iu in geistiger Frische seinen!><>. Geburtstag. Trotz des boben Alters besucht er noch täglich den Frühgottesdienst und nimint lebhaften Anteil an allen Tagesereignissen. Zur Geburtstagsfeier hatten sich sein Sohn, Herr Gustav Klein, Materialivarenhändler in Teplitz, und der Neffe, Herr Fritz Klein aus Wien, sowie der Schwager, Herr Leopold Kleiner aus Prag, eingestellt. Eine Spende für die Tachkemouischule in Jaffa. Tie von der zion. Föderation ״Misrachi" begründete und verwaltete hebräische Mittelschule Tachfemoni in Jaffa hat vor kur.׳,ein eine ansehnliche Zuwendung erhalten. Ein in Rustland lebender Anhänger des ״Misrachi" hat der Anstalt zur Errichtung eines neuen Gebäudes den Betrag von 55.000 Frcs. gespendet. Tie Föderation Misrachi ist ein Verband der gesetzestreuen Zionisten. Tie von ihr unterhaltene Tachkeinonischule ist eine religiös-nationale Erziehniigsanstalt für Knaben, der mit der Zeit auch eine Mädchenschule augegliedert werden soll. Eine jüdische Dame zur Juzendrichterin ernannt. Die »Ncivpork Times" meldet aus Washington: Richter Lottimcr hat das «och junge Fräulein Sidg Atlas zum Sherif an dem Jugendgerichte und gleichzeitig zur Gerichtssekrctärin au demselben Gerichte ernannt. Züchter Lottimer ließ sich bei dieser Ernennung, wie er erklärte, von dem Umstande leite», daß Miß Atlas sich in der öffentlichen Jugendfürsorge der Inden von Washington mit großem Erfolge betätigt, demzufolge die Verhältnisse in diesen Kreisen genau kennt und daher, abgesehen von ihrcil sonstigen Qualitäten, die sie zit dem Richteramte geeignet niachen, bei der Behandlung von Strafprozessen gegen jüdische Jugendliche gute Dienste werde leisten können. Abnormitäten in Böhmens Kuttusgemeinden. Den Mitteilungen des isr. Landeslehrervereins entnehmen wir: Daß es in Böhmen sehr viele Gemeinden gibt, die ohne Rabbiner, ohne Religionslehrer bestehen, ist allgemein bekannt; nur die politischen Behörden, denen diese Kultus׳ gemeinden unterstehen, scheinen nichts von diesen trostlosen, ungesetzlichen Zuständen zu wissen, oder nichts wissen zu wollen und lassen es getrost zu, daß 8 H des Gesetzes vom 21. März 1890 (R. G. Bl. 57) übertreten wird. Sind diese Gemeinden nicht imstande, einen Rabbiner auszuhalten oder für den Religionsunterricht ihrer Kinder Sorge zu tragen, dann ist es Pflicht der politischen Be- Hörde, solche Gemeinden, die dem Gesetze nicht entsprechen, auszulösen und sie der nächsten Gemeinde anzugliedern. Ein Novum ist es jedoch, daß ein Christ jüdischer Matrikenführer sein darf, wie das in Kardas'Secisch, pol. Bez. Wittingau, der Fall ist. Diese Gemeinde ist ein Unikum, da sie seit dem Bestände des Gesetzes noch nie einen Rabbiner besaß. Fragen möchten wir die politische Behörde, ob sie es dulden würde, daß ein Jude eine Matrik einer kath. Gemeinde führen dürfte. Warum wird diese Gemeinde nicht der Kultus- Gemeinde Neuhaus oder Wittingau angeschlossen und die Matrik dem Rabbiner von Neuhaus od. Wittingau übertragen? Auch den verehrten Herren Landesjudenschaftsrepräsentanten des dortigen Kreises bitten wir, bei der dortigen politischen Behörde einzuschreiten, damit die Matrikenführung jener Kuliusgemeinden einem Juden übertragen werde. Aus der Agudas Jsroel- Bewegung. Lemberg, 20. April. Tic verflossenen Peisachtage wurden in unserer Stadt reichlich zur Propaganda für die Agudas Jisroel ausgenützl. Es wurden 5 Persauiiuluiigeu abgehalteu, die alle dazu beitrugen, den Gedanken der Agudas Jisroel in die Massen zu tragen und das Interesse für eine gemeinsame Betätigung der gesetzestrenen Gesamtheit zu wecken. Als;lieferen׳ ten fungierten in diesen Versnininluiigen die Herren Mendel Baker. Jakob Groll. Sainuel Treifus״׳ Meilech Kars und Israel Landau. Kvlomea» 20. April. 211111) wir haben nun mehr eine Jugendgruppe der ׳Agudas Jisroel- Organisation. Infolge einer Aufforderung des Herrn Rabbinatsverwesers Eh. H. Thnmim wurde hier gestern eine Jiigendversaiiimliiiig einberufen zum Zwecke der Gründung einer Jugendgruppe. In der Versanimliing erschien auch eine Tcputation der neugegründeten Ortsgruppe. Herr Rabbiner Thnmim richtete an die Bersain- Hielten eine warme 'Ansprache und legte unter Bezugnahme ans zahlreiche Stellen ans Bibel u. Talmud die Bedeutung der Agudas Jisroelidee besonders für die Jugend dar. Tie Jiigendgrup po wurde daraufhin gegründet und 70 Mitglieder schlossen '׳׳fi sofort an. Auch wurden bereits ver schiedene Lernknrse eingerichtet. Furth i. B., 2:!. 'April. Einem allseitig leb hast empfundenen Bedürfnis entsprechend wurde auch bei uns eine Jngendgrnppe der ׳Agudas Jisroel und eine paralelle Mädchengruppe ge gründet. Beide Rengründnngen werden von den religiösen Gemeindeinitgliedern als ein Porzeichen neuen blühenden jüdischen Lebens trendig bgrüszt und versprechen in der Tai für die Zntmift eine schöne Eiitwickliing. Zum Präsiden ten der Jugeiidgruppe wurde Herr Lehrer Louis Adler und der Mädchengruppe Frl . Martba Feilchenfeld gewählt. Posen, 22. April. Ter (Gedanke eines Zusamenschlusses der gcsetzestreue» Jugend unter dem Banner der Agndoh bat auch hier *.ündend gewirkt. Tiefer Tage wurde hier zunächst eine Mädcheuarnppe der 'Agudas Jisroel gegründet. Zvlkicw. 10. Avril. Aus Anregung unseres Herrn Rabbiners versammelten sich am :׳>. Tag Chaul Hamoed ein 2lnzahl führender Per'ön lichkeiten unserer Gemeinde, um die Gründung einer Agudas Jisroel-Ortsgriivpe einzuleiten. Es wurde beschlossen, demnächst eine graste Volks- Versammlung abzuhalten, um die Konstituierung der Ortsgruppe varznnehmen. Ta unsere Ostmeinde rast ausnahmslos ans frommen Jelm dim besteht, ist mit Sicherheit an mneumen. daü sämtliche jüdische Einwohner unserer Stadt 5,•!י begeistert in die Reiben der Agudas Jisroel stellen werden.