Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 15 (22.4.1914)
- Date
- 1914-04-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6. ״Jüdische BolkSstimme" Nr. 15 Das 2'1jährigc Jubiläum des Kultus-Vorstehers Herrn .Kais. Rates Josef Stein, Zwittau. Aus Anlas; des 25jährigen Jubiläums des Herrn .Kais. States Josef Stein als Vorsteher der isr. Kultusgemeinde zu Zwittau fand am 2ö. März in dem herrlich dekorierten hi cs. Teinpcl eine solenne Feier statt, an der Statthaltcrcirat Ritter von Khos;, Bürgermeister Comerzialrat ,NiarI Schuster, Neichsrats- und Landtags- Abgeordneter Hugo Albrccht, die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, Vereine u. .Körperschasteit, sowie die Vertreter der evangelischeu Kultusgemciudc und einiger auswärtiger isr. Kultusgemeinden tcilnahmcn. Einige Monate vorher bildete sich unter dem Vorsitze des Vorsteher-Stellvertreters, Herrn Fabrikanten Ferdinand Pcamt, ein Festkomite, dem 1i. a. angchörten: Rabbiner Tr. F. .Kanter, Tr. Jellenik, Brüsau, Emil Wagner, Zwittau und einige Mitglieder des Vorstandes. Tas erwähnte Konnte stellte sich zur Aufgabe, alle uötigcn Vorarbeiten zu inszenieren, um die Feier: zu einer in jeder Beziehung würdigen zu gestalten, was ihm auch tatsächlich gelang. Tie Begrüßungsrede hielt Rabiner Tr. F. .Kauter, worauf Statthaltereirat, Ritter v. Khosz den Jubilar begrüßte und ihm zu dem ihm von Sr. Majestät verliehenen Titel eines kaiserlichen Rates gratulierte. Es sprachen darauf: Bürgertneistcr, Coinercialrnt Karl Schuster, der unscrem Vorsteher die Glückwünsche der Stadigemcinde überbrachtc, sowie der Obmann des Zwtttauer Lehrcrverciitcs, Herr Fachlehrer Berau, der den Jubilar, der Mitglied des Orts- und Bezirksschulrates ist. namens der Lehrerschaft beglückwünschte. — Hieraus hielt Borste- Her-Stellvertreter Ferdinand Beamt eine Anspräche. Tie kantoralcn Funktionen versahen in getr-ohnter Meisterschaft Oberkantor Schlesinger aus Olmütz mit seinem trefflich geschulten Chore tarier Assistenz des hiesigen Kantors Ehrlich. Tie Feier nahm einen glänzenden Verlauf und wird allen Teilnehmern noch lange in äugeuelnner Erinnerung bleiben. Schließlich sei noch erwähnt, das; dein Inbilar eine künstlerisch ausgestattetc Adresse überreicht und ihm zu Ehren eine Gedenktafel in der Vorhalle angebracht wurde. Ter Obmann der Chewrah-Kadischah, Herr Leopold Lustig, spendete aus dem gleichen Anlässe eine herrliche Thorakronc urit der Widmung für den Jubilar. Tic Lage der rumänischen Juden. Tie Lage der Juden in Rumänien ist und bleibt verzweifelt. Tie sott Jahr und Tag von jüdischen und nichtjüdischen Persönlichkeiten des Auslandes aus parlamentarischem wie aus Publizisiischem Wege unternommenen Schritte haben ebensowenig wie alle Anstrengungen im Julande irgeitdwelche Wendung zum Besseren herbeigcführt. Als voriges Jahr während des bulgarischeu Feldzuges und unmittelbar danach die Judensrage an der Tagesordnung war, da erklärte der Minister Take Jonescu gelegentlich eines Jntcrwiws, die Judensrage sei in der Tat für die Lösung reis und dürfe iticht länger in der Schwebe bleiben, die Lösung könne aber nur unter Uebereinstimmung aller politischen Parteien zustande kommen. Tiese liebereinstimntung ist!tun Tatsache geworden: alle politischen Parteien sind einverstanden die Judensrage totzuschlveigen. Tic Debatten im Parlament über die Verfassungsparagraphen, die von der nächsten einznbcrufendeit Konstituante geändert werden sollen, sind bald zu Ende, viele Redner aus den verschiedensten Parteien haben sich daran beteiligt, aber den $ 7, der die eingeborenen und seit Generationen im Lande ansässigen Juden zu ..Fremden" macht, bat, niit Ausnahme eines einzigen Deputierten, keiner auch nur mit einem Sterbenswörtchen erwähnt. Tiefer einzige — der Judensresscr Professor R. Jorga — gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, das; in bezug ans die Unabänderlichkeit dieses Paragraphen im Parlamente vollständige Enmütigkeit Herriche und das; somit die drohende Judengcfabr abaelvendet sei. Inzwischen erklärt das .Komite des ״Verbandes der eingeborenen Juden" in seinem Orgau ״Jntratirea". es werde trotz § 7 den Kamps ..unverdrossen" sortsetzen. Man weis; wirklich nicht, was die Herren in diesem so ungleichen ״Kampfe" zu erreichen hoffen. Ihre Zeitungsartikel und literarischen Polemiken gegen die offiziellen und nichtoffiziellcn Antisemiten bleiden unbeachtet׳, die Denkschriften, die das Komite jahrein jahraus der Negierung und dem Parlaincnte präsentiert, werden ad acta gelegt und nicht ein mal einer abschlägigen Antwort gewürdigt. Demgegenüber verdient der Untstand erwähnt zu werden, das; die türkische Bevölkerung der Tobrudscha — die sämtliche Bürgerrechte geniefst — dem Parlamente kürzlich eine Denkschrift unterbreitete, worin sie ihre Forderungen zur Wahrung ihrer nationalen Sonderinteressen famulierte. Die Denkschrift wurde von einem rumänischen Deputierten befördert und befürwartet, vom Parlamente wohlwollend entgegengenommen und wird gewiß auch nach Wunsch er- Icdigt werden. Charakteristisch für die allgemeine Stimmung unter der jüdischen Bevölkerung ist, das; eine leitende Persönlichkeit'der Emanzipationsbestrebungen kürzlich in einer Lfcutlicheu Rede den Gedanken der Maveuauswandernng propagierte. Ein jüdisch-rumänischer Publizist sagte vor kurzem, das einzige Mittel zur Lösung der Judensrage in Rumänien sei der Masseuselbstward. 1914 Wochenkalender 8674. אייר April | Festtage הפטרה M D S N2 22 11 23 12 13״ 24 פרק e M 25 r-14 ראשק. סביב־; החרש. שש•:• שחר חדש s 26 G 15 ז - א׳ -ראש חרש א יר• t. r. c. M א 27 S 16 2 ב׳ דראש חדש. t. r. Ch. D M D ד 28 « 17 29 18 30 19 Israelitische Kultusgemeinde Kuttenplan. Konkurs. In Kuttenplan bei Marienbab ist die von der Rabbinerstiftung mit 1171,50 Kronen und von der Kultusgemeinde mit 1228,50 Kronen, zusammen mit 2400 Kronen bar, nebst freier Wohnung dotierte Stelle eines Rabbiners und zugleich Vorbeiers ab I. Juli l. I. zu besetzen. Bewerber, welche zwar nicht Doktoren, doch aber Absolvente» eines Gymnasiums sein müssen, wollen bis 20. April 1914 ihre über Alter und Befähigung belegten Gesuche an den gefertigten Borstand in Plan richten, wosebst auch nähere Auskünfte einzuholen sind. Plan, am 22. März 1914. Vorstand d. israelitischen Knltusgemeincde Kuttenplau. JUDr. Adolf Fiedler. Väekei-ei Lknwmka^ Brünn, Frau iSkancrgasse fit. 9, empfiehlt den sechsten P. r ttunden sein vorzügliches, zu jeder Tageszeit frischet , Semmel-, sowie Weih- und Schwarzgebäck. ' — Böhmische Filiale in Brünn. GroBsr Platz 26 im eigenen Bankgeb&ude GIRO-KONTI GELDEINLAGEN EINLAGS-KONTI auf Einiagsbücher BANKGESCHÄFTE und kaufmännische Kredite jeder Art EFFEKTENTRANSAKTIONEN. WECHSELSTUBE. Papier,- Bureauartikel,- und Spielwaren F. SVENTY, Brünn Rudolfsg. 13. olksbank für Mähren und Schlesien, R. G. m. b. H. Krapfengafse 19 BrÜNN, Krapfengafse 19 Perfonalkredite Wechseleskompt Verkauf-Losen Spar-«»»Kontokorrenteinlagen gegen bestmöglichste Verzinsung IV Heimsparbüchsen ־־e» werde» den Einlegern kostenlos überlassen. BUl>Ol-F TRNEÖKA, Uhrmacher, Brünn, Schmerlingsstrasse Nr. 2 empfiehlt den geehrten Lesern im Bedarfsfälle ffir neue Uhren und Reparaturen. — Solide Ausführungen in eigener Werkstätte billigst. Die Huterzeugung Johann Jugacek Qttgasse 44 BRÜNN, (Zeile 1) Preise staunend billig׳ Übernahme sämtlicher Reparaturen in Herren und Damenhüte. Ing.Ernst Bondy, Brfinn Ferdinandsgasse Nr. 27. Etablissement für elektrische Anlagen. 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