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Jüdische Volksstimme · 1914-04-09 · Heft 14 (9.4.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 14 (9.4.1914)
Date
1914-04-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Rr. 14 Belkrßimme. öette 11. Gemeinderat Erledigung finden durch Kaufleute vertreten werden. Zu diesem Behufe planen sie die Kandidirung von mehreren Kaufleuten zum Gemeinderate. Ties könnte jedoch den unabhängigen Juden einen Abbruch tun. infolgedessen kursieren Gerüchte in der Stadt, denen zufolge die unabhängigen, mit ihren Urfeinden, den Kahalleuten, Kompromisse schließen wollen, um ihren Besitzstand zu wahren. Es wäre wirklich für die Kaufleute von großer Wichtigkeit, daß sie das Feld nicht räumen, sondern vielmehr sich stramm organisieren und mit der ihnen eigenen Wucht und Macht es zustande bringen, daß gegen sie Niemand mehr in Krakau erstehen und die Macht an sich reißen kann. B. H. Krakau. (Vermählung). Unseren gesch. Mitarbeiter Herrn Ingenieur B. Mann gratulieren wir herzlich anläßlich seiner stattgesundenen Vermählung. Die Red. Neumarkt. Zufolge der Erklärungen des Herrn Rellits. daß er durch seine Ausführungen in der ״Wiener Jüd. Volksstimme" keine feindlichen 'Absichten der jüd. Lesehalle in Nowhtarg gegenüber hatte, vielmehr daß er rühmend die Tatsache hervorheben wollte, daß die jüd. Lese- Halle sich durch die Initiative ihres Mitgliedes, des Herrn B. Wildseucr für die Sache des hebräschen Schulwerkes in Palästina gewinnen ließ, ziehen die Herren Kolbrun. auf Grund des Beschlusies des Ehrengerichtes ihre gegen die Notiz des Herrn Rellits in der Nummer vom 11. März 1914, der ״Wiener Jüd. Volksstimme" verössentlichten Äußerungen, inwiefern er darin eine Beleidigung seiner Person erblickt, zurück und erachten hiemit die ganze Angelegenheit als beigelegt. Tarnopol. Im Briese aus Tarnopol, der in der letzten Nummer veröffentlicht wurde, in welchem der Wahlkampf der letzten Kultusgemeindewahlcn breit geschildert wird, finden wir einige Stellen, welche man absolut nicht übergehen kann, da dieselbe den Tatsachen nicht entsprechen, und sollen daher richtiggcstellt werden. Im Briefe aus Tarnopol heißt es, daß der ״Zankapfel" die Frage der Besetzung eines seit einigen Jahren vacanten Rabbinerpostens war, weiter, daß die ״Chassidim", ״sich" emen conservativcn Rabbiner geholt haben und ihn auf ״eigene" Kosten aushalten, usw. Leider ist der Schreiber des in Rede stehenden Brieses sehr schlecht informiert, indenr er die schon längst regulicrte Rabbinersrage mit den jetzigen stattgefundencn Kultusratswahlen zusammenknüpfte. Als nach dem Ableben des hiesigen Rabbiners eine rabbinischc Kraft fehlte, wurde ein Rabbiner, der in einer Stadt bei Lemberg zirka 25 Jahre das Rabbiueramt bekleidete, und mit seineu ausgezeichneten rabbinischtalmudischen Wissen, und sonstigen Qualifikationen bekannt war, von der Kultusgemeinde, eigentlich von der ganzen Judenschaft Tarnopols einstimmig aufgenommen, um zusamnren mit dem Rabbiner, dem Sohne des früheren Rabbiners und übrigen Rabbinatsassessoren die Rabbinats-Angelegenheiten zu leiten, und somit wurde die Rabbinerfrage erledigt. Selbstverständlich, daß nicht nur die ״Ebassidim" ״sich" ihn geholt haben, und auf ״eigene" Kosten aushalten, sondern als Stadt- Rabbiner allgemein anerkannt und aufgenommen wurde. Bei den jetzigen Kultusratswahlen haben die Assimilanten, welche sich während des Wahlkampfes ״Fortschrittler" genannt haben, die Rabbinerfrage aufs neue aufgerollt, und wollten mit der Parole als Anhänger des Rabbiners Heschl Bobad der Sohn des verstorbenen Rabbiners, auf dessen Barken ins ״Kahal" hereinkommcn, was ihnen aber nicht gelang. Bemerkenswert ist es, daß die Orthodoxen, die sögenannten ״Casiidim" nicht eine kleine enge ״Klauspartei" wie sic der Berichterstatter nennt, sondern die Majorität der Tarnopoler Judenschaft wie in fast allen anderen gali,zischen jüd. Gemeinden bilden, und daher ״nicht der ״Ehrgeiz" und ״Sucht", der sich nur in den eigenen Wänden der Klaus, breitmachte" veranlaßte die Orthodoren in den Wahlkampf Anteil zu nehmen, sondern als Träger des wahren unverfälschten Judentums war es ihre heiligste Pflicht sich im Wahlkampfe zum Kultusrate, welcher in erster Linie als religiös-rituelles Institut besonders ihnen gehört, zu beteilgen. Wieliczka. Samstag, den 28. März feierte die Lesehalle der jüd. Jugend die Jahreswende seit ihrer Gründung, durch die Veranstaltung eines prächtigen Abends, auf welchem die Elite der Stadt versammelt war. Es ist ein merkwürdiges Symptom, daß die intellektuelle Reife hier sich täglich mehr entfaltet, und weitere Kreise ausnimmt. Während wir vor einem Jahre die heftigsten Kämpfe gegen die fanatischen Elemente auszufcchten hatten, während die ganze Ilmgebung taub war gegenüber unseren Aufrüttelungen, haben wir uns nicht abschrecken lassen, und von dem Bewußtsein beseelt, daß wir reine heil. Ideale verfolgen, kämpften wir auf allen Seiten, bis es sich herausstellte, daß unsere Bemühungen mit Erfolgen gekrönt sind. Unsere Lesehalle leuchtet jetzt wirklich als Pionier der Kultur voran und zum Beweise dessen, versammelte sich an obigem Abend ein zahlreiches Publikum. Nach der eindrucksvollen Eröffnung des Präsidenten der Lesehalle deklamierte man ein sehr ergreifendes Gedicht ״Kol nidrei" unter Akkompagnement der Musik von I. K. — H. R. deklamierte, mit großein Beifall ausgenommen, das Lied ״Der Sturm" von Rosenfeld, sodann wurde die Komödie Kokerers ״Die Hochzeit auf Spaß" sehr plastisch gespielt. Sämtliche Mitwirkenden Herren, u. zw.: Holländer, Distenfeld, Lar, Salomon, Steiner und Brandstätter entsprachen den Anforderungen auf das glänzendste, wonach der Chor mit der Absingung eines schönen Liedes den Abend beschloß. Ter Abend war so imponierend und so gut besucht, daß viele mangels an Raum ohne Karte abgehen mußten. Dafür waren wir auf allgemeinen Wunsch bemüssigt, Sonntag das ganze Programm zu wiederholen. Dieser großartige Erfolg spornt uns natürlich zu wei^ terer Arbeit an und verpflichtet uns allen un-! seren innigsten Tank auszusprechen, die uns in > der Arbeit unterstützt haben. E. W. WNSMRLAG WM Haggaöath Schel Pessach Wir oiferieren: Hagadas’.K 1 Fürstenthal Haggadah.״ 1 Heidenheim '» .. 1 Seeligmann ״ .. 1 Lehmann ״ .. 1 Rubbi ״ .. l Japhet ״ ... 1 ״ ״ Prachtband.. 1 Oassei ״ ••••••«••,, 1 Maybaum ״«««....«.. ״ I Dr. Kisch ״ . . - -.. l ״ ״ n böhm. Übersetzung. ״ t Gugenheim ״ .. 1 Haggadath mit hebr. Erläuterung.. -•30 -•70 -•80 4 — 5— 1-70 -60 280 -80 70׳- 40-— 40-- —׳2 1-80 Jüdischer Buch־ und Kunstverlag Brünn, Adlergasse Nr. 9. 4 MUDr. Ignaz Saudek 1 ,f Spezialarzt fflr Haut- und Harnleiden I1 4 sowie 1• Kosmetik BrOnn, Ecke Kandlerg. 2 u- Krapfeng. I, ordiniert von 9—1 und 2—4 Uhr. An Sonn- und |* Feiertagen von 9—12 Uhr. » MUDr. Jan Navrätil ordiniert von 2-3 Im Kaunizpalais vis ä vis demLandbausa Größere Operationen (sowie schwere Ohrenoperationen) im Sanatorium. Telephon Nr. 1231. (Auch tnterurban.) Dr. Emil Bloch ordiniert in der Kur- und Wasserheilanstalt des Brünner Zentralbadeä für Nervenkranke, Rheumatismus, Gicht Ischias-, Magen- und Darmleiden. 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