Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 11 (19.3.1914)
- Date
- 1914-03-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Seite 11 ״Jüdische Bolksstimme". 11. Bankhaus seines Onkels als Arbeit bezeichnen darf. Niht umsonst war er zum Kaufmann erzogen. Aber die Merkmale und Anzeichen der Entartung lassen sich auch durch diese Beschäftigung nicht überschminken. Man verkehrt nicht ungestraft in den Häusern, wo alles um einige Grade übertrieben wird, wo man keine Religion und keine Tradition hat, wo Grundsätze und Tugenden zum affen Eisen geworfen werden, wo man über Zionismus höhnt und das Heiligste verspottet, wo man um das goldcne Kaitden rastlosen Tanz aufführt, wo man zu viele und keckere Speisen reicht, wo die Frauen zu elegant und leer, die Männer aber skruppellos und lüstern sind. Man versucht nicht ungestraft frcmdraffigc Mädchen zu verführen. Ter seltsame, dekadente Genießer Orff, im Grunde vielleicht rücksichtsvoller und besser als seine Freunde, wird von einem bayrischen Bauernsohn, dem Maler Thomas Bubcr, der die angeblich verführte Shbylle liebt, erwürgt. So rächt sich der Germane an dem Judentum, dessen aufgedrängte Ucberkultur ihm schon laugc ein Tarn im Auge war, seine Schaffenskraft schon lange genug lähmte und ihm das Ureigenste raubte. Dr. M. Scherlag. Georg Sattel: Begriff und Ursprung der Naturgesetzt, Paderborn, Ferdinand Schöningh. 6 M. 252 23. Das Buch erscheint in der Sammlung ״Studien zur Phisophic und Religion", die Professor Stölzle von der Würzburger Universität herausgibt, und aus der wir bereits einen Band (Sawicki, Tas Problem der Personlichkeit) hier kürzlich gewürdigt habe». Ter Gegenstand, den Sattel behandelt, ist ein sehr aktueller. Ist doch der Begriff des Naturgesetzes tvicder in den Vordergrund der philosophischen Diskussion getreten, seit einerseits in Frankreich Boutrour, Bcrgson und andere die durchgängige Geltung der Gesetze in Zweifel gezogen und den Zufall, beziehungsweise die Freiheit dagegen ausgcspiclt haben, und seit andererseits der Begriff des Gesetzes für eine bloße Zutat des menschlichen Geistes, für eine Fiktion und Etikette erklärt worden ist, der in Wirklichkeit nicht entspricht. lSo Mach, Vaihingcr in seiner ״Philosophic des Als Ob" und andere.) Sattel behandelt sein Thema mit einer umfassenden Kenntnis sowohl der modcrncn wie auch der mittelalterlichen Literatur: der Schluß, zu dem er konimt, ist: Tie Naturgesetze haben ihre Begründung in Gott: sic herrschen, weil sie dieser Gott erdacht und verwirklicht hat, und weil er sic trägt und erhält in seinem frcibestimmcndcn Willen. Ter Gottcsbegrifs fordert aber weiter, daß diese Gesetze auch jetzt noch voll und ganz von seinem Willen abhängig sind. — Die Beweisführung und der Gcdankengang der Argumentation läßt manchmal etwas an Klarheit, Schärfe und Exaktheit zu wünschen übrig. Karl Vorländer: Geschichte der Philosophie. 4. Aufl. 2 Bände. 9 Mk. Leipzig, Verlag Felix Meiner. lPhilosophischc Bibliothek Band 105 und 100). Tas Erscheinen dieser Geschichte der Philosophie in vierter Auslage ist genügsamer ein Beweis für ihre Brauchbarkeit. Sie hat * vor andern Unternehmungen dieser Art zwei Vorzüge: sic ist populär gehalten und bemüht sich, das Wesentliche zu betonen, ohne durch Anhäufung des Stoffes zu ermüde». Und sic ist ebenso lebendig geschrieben, wie empfunden. Der Autor fühlt nicht in sich den Beruf, bloß aufzuzählen und Autor nach Autor abzuleiern. iTo führen uns ja manchmal Geschichten der Philosophie durch Denksystcme früherer Zeiten so loie eilige Freudenführer auf einem Friedhofs Vielmehr nimmt der Autor selbst Stellung. ״Eine gewisse Subjektivität ist hierbei unvermeidlich: ohne sie würde ein färb- und blutloses Machwerk entstehen. Insbesondere muß der Verfasser einer Philosophiegcschichtc selbst bis zu einem gewissen Grade Philosoph sein, das ist zu philosophieren verstehen, denn er hat nicht eine anekdotenhafte Sammlung mcrktoürdiger Meinungen zu geben. Vorländer selbst steht in seinen philosophischenAnschauungen Hermann Cohen und den übrigen Neukantianern nahe: als Politiker ist er Sozialist und diesem Umstande dankt die vorliegende Geschichte, daß in ihr die philosophischen Grundlagen des Sozialismus und die ihnen gewidmete Literatur ausführlicher behandelt ist als anderswo. Nicht genügend gewürdigt scheint uns Meininger — der eher im Zusammenhang mit Fichte als mit Schopenhauer genannt werden mußte — ebenso Bolzano, der mehr als Namensnennung verdient Härte: weiters Marty, der bcdcutcndste Schüler Brentanos, den Vorländer gar nicht nennt. — Im übrigen seien die beiden handlichen Bände allen jenen bestens empfohlen, welche die Probleme der Philosophie am Herzen liegen! Gummistrümpfe für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. F1ALA sen♦, Brünn, Krina 3—5. — MaBkarten postwendend Inserate haben größten Erfolg wenn sie erscheinen in der Wochenschrift ״Wiener Jüdische Volksstimme" mit der Beilage Das jüdische Leben in Galizien Jedes Wort im ״Kleinen Anzeiger" kostet nur 6 Heller. — Rubriken: Geldverkehr, Heiraten. Wohnungs-Einrichtungen, Verschiedene Anträge, Unterricht, Offene Stellen, Stellengesuche, und Diverses. Größere Inserate werden nach billigstem Tarife berechnet. BeiWiederholung hoher Rabatt. 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Volksstimme", mit der Beilage: Ein wahrhaft jüdisches Blatt ist die Wochenschrift ״Wiener jüdische Volksstimme" mit der Beilage: Das jüdische Leben in Galizien Westen Herz für jüd. Volkstum schlägt, wer sich mit dem großen jüd. Problem beschäftigt, wer jederzeit orientirt sein will über den Stand der jüd. Fragen, der abonniert die ״Wiener Jüd. Volksstimme' mit der Beilage Das jüdische Leben in Galizien ״Das jüd. Leben in Galizien" vertritt die gesamte Jnteresten der galizischen Judenheit. ״Das jüd. Leben in Galizien" erstrebt die materielle Stärkung der jüd. Handels- und Gewerbetreibenden in Galizien. ״Das jüd. Leben in Galizien" soll eine freie Tribüne für alle Fragen des jüd. Lebens in Galizien sein. Hotel Stephanie. Hotel Stephanie M. Operer כשף Restaurant WIEN, II., Toborstrosse Nr. 12. 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Apotheke ״rum Löwen” des Mag. Pharm. A. Gell Kröna Nr. 61, BRÜNN, Telephon 214