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Jüdische Volksstimme · 1914-03-19 · Heft 11 (19.3.1914) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 11 (19.3.1914)
Date
1914-03-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 11 wSftfeifdfe V»lk»Br»«e." *ritr 8. scheinen mag, so sind doch die Ergebnisse nicht ge-. Hie beste Quelle für den Ein* ז' " kauf von!einer Herrenuisdie sondert zu werten, sondern sollen als einheitlich! einpfunden werden, aus der Erwägung heraus, daß die Arbeit geleistet wurde, die Verinnerlichung des nationalen Gedankens bei den Mitglieder» herbeiznführen.— Als verantwortungsvollste Aufgabe erschien uns die Erziehung unserer jungen Mitglieder. Nach dieser Richtung zielte u. a. die Durchführung eines systematischen Seminars über die Geschichte des Zionismus an 21 Abende». Ter Zweck desselben, Anfänge zu ermöglichen, die in fernerer Arbeit der Vollendung entgegensnhren sollen, wurde nach unseren Wahrnehmungen vollauf erfüllt. — Der hebräische Mur5 (3 Stunden wöchentlich, aschkenasisch), der unter Leitung des Kall. Sludsky stand, weist befriedigenden Erfolg auf. Tie Institution der Vereinsabende wurde auch Heuer zur Anwendung gebracht; sie dienten der Diskussion allgemeinjüdischer Themen. Außer den Nereinsinitglicdern hielt Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Acher) einen bedeutenden Vortrag über ״Kulturkämpfe ז in alten Israel", der übrigens nächstens eine kritische Würdigung finden wird, und Rabbiner Dr. S. Arjc über ״Neuchassidismus". — Für den ist und bleibt Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regle! Kleine Preisei Pre'sllsten gratis und franko. Handels- und Gewerbekammer in Brünn. Jeder halbwegs mit den politischen Verhältk s.• ■ u o rt-u t■ 1 nissen vertrauter Mensch weiß heute, daß die Nationalsond und die übrigen zwn. Jnstttutw-^sche Majorität in dieser Körperschaft auf jüncn ward wacker gearbeitet; insgesamt gelangten stimmen beruht NO, K 41 h zum Ausweis. — Am Beginn be§ D . -■< mesters überreichten wir an der Universität Zur Zeit der Wahlen kann es auch der!1ch ein Memorandum zwecks Anerkennung der jüd. der.Politik besagende, Voraussetzung»- Nationalität, dessen Erledigung noch aussteht. Zude aus dem Buhlen um seine «tun,ne er- Wenn wir uns auch bewußt sind, daß es sich gekehren. ״ . rade in Prag um einen Akt hauptsächlich demon- , ''[״,llct emifle >">>1;che Vertraustrativer 'Natur handelt, so können wir doch feste>l^^׳ute׳ welche nicht nur die Lahlausruse unstellen, daß der Tcrt des Memorandums von den sondern auch ihre Stellung in rer Blättern aller Parteirichtunqcn vermerkt und! l"dnchcn .Ge1ne1ude mißbrauchen und sur die Parteirichtungcn diskutiert wurde. Zum Teil nahmen wir Gelegenbeit, auf die Aeußeruugen der Presse durch Erklärungen zu reflektieren Durch das ״Kartell jüd.-akad. Lese- und;HedeHallen Oesterreichs", das in diesem Seinester abgeschlossen wurde, verknüpft uns ein enges deutsche Gemeinbürgschaft die Stimmen der politisch nicht denkenden jüdischen Kaufleute, Gewcrbelreibenden und Fabrikanten herauslocken. Mit welchem Rechte, das zeigt die Judenreinheit des Beamten- und Dienerstatus. Kommt es zur Besetzung einer der Konzepts- Freuudschaftsband mit den ״Hallen" in Wien I Cl^e ^o!ah>- l'.nd Brünn. Der wichtigste Punkt des Statuts ist! Charakteranlagen, londern dte, ob der derjenige, wonach Mitglieder eine ״Halle" Bewerbet ^ude se, oder nicht. Las Wunder, das; Wechsel des Studienorts ipso jure Mitglieder der ^״zelne Ebarakteure, um diese bctresfeuden kartellierten ״Halle" werden. J" h,'fm״',1״״ UIr u״b Unsere Veranstaltung gesellschaftlicher Natur, ״das Kränzchen der jüd. Studentenschaft" nahm einen glänzenden Verlauf. Auch der finair zielte Abschluß ist sehr günstig. Einen großen Umfang erreichte die verwal- Stellen doch zu bekomnien. zur Taufe gehen und die verachtete Gemeinschaft verlassen, deren man sich nur bei den Wahlen erinnert Eben ist wieder eine Stelle frei und ein Jude, der sich um diese Stelle bewirbt, kann die tröstliche Antwort hören, daß er deshalb nicht weil er noch Jude sei, trotzdem wären. n.ers rechnen? Die Bibliothek enthält geqenwär-I^ 'pusten wir uns nicyr ,cyamen. daß es noch tig ca. 3300 Bände; der Zuwachs beträgt 350. Achen gibt die dieser angebUchen liberalen Darunter befindet sich eine umfassende juridische ßIHuc 6ct ^n Wahlen ihre stimmen geben Bibliothek, die uns vom Herrn Kultnsgemeinde- T״c1!11 ״f.abcr «״rf> bet '«buchen Präsidenten Dr. A. Rosenbacher zugcwendet! Kamn,errate schämen, unter deren Augeii stch e,n wurde. Tie Zahl der Entlehnungen beläuft ^chl^olche^Proselytenmachen abspielt .- . am; .SSl. ^m Lesezimmer liegen 0־> Zeitungen u. tnngstechnische Agenda, wohin wir insbesonders I lsualifiziert sei, weil er noch Jude s die Betreuung der Bibliothek und des Lesezim-I alle Qualitäten vorhaiiden wa! mevs i'Olünen. Die Nibliiiklie? enksitiliiienenliinf- . . Müllen X01X UNv nicht schämen, Zeitschriften auf. die Ulis gratis oder doch bedeutend ermäßigt zugestellt werden. Der gesamte Kassenumsatz streift die Höhe von 10.000 K. Im Einlauf wurden 182, im Auslauf 202 Briefe gezählt, inklusive der Kollektivinitteilnngen ca 1000. Wir entsandten Vertreter in den Ausschuß I der ״Jüd. Toynbeehalle", des Akad. Vereines f. Serualhhgiene, des Gesangs-Vereines, des ״Wailderbundes Blau-Weiß". Wir sagen schon heute, daß wir die nächsten Kammerwahlen von diesem Gesichtspunkte aus betrachten werden und wir werden nicht dulden, daß pseudoliberale Arier oder jüdische Waschlappen gewählt werden. Der Untergang der deutschen Juden. März 1014. Gustav Kohn. Ferner dankeu wir der Jsr. Kultusgenieinde-;Repräsentanz in Prag, Chewra-Kadischa Prag und fast sämtlichen Kultusgemeiuden Böhmens. Der neue Ausschuß konstituierte sich folgendermaßen: Obm.: INC. Moritz Grzyb, Obm. Stellvertr.: INC. E. Lcbenhart, 1. Schriftführer: jur. Alfred Raudnik, 2. Schriftf.: JUC Envin Singer. Bibliothekare: MUC. Kamill Fischmann. jur. Kar! Friedmaun, 1. Kassier: ״Serualprobleme": Zeitschrift für Serualwissen schaft und Scrualpolitik Jahrg. 1013, Heft 1-10. ״Heimdall": Zeitschrift für Alldeutschland 1013. ״Hammer": Blätter für deutschen Sinn. 1013. ״Unverfälschte deutsche Worte": Monatshefte Alldeutsche Gesittung und Lebensführung, 1013. Immer häufiger werden die Kassandrarufe, welche den Untergang der deutschen und Westen- ^st’^״^r׳J;;,״‘ I ropäischeu Juden prophezeien. Immer lauter -^iameis, Beisttzer: z>UE. Rudolf Naudnitzky, dringt ein Schmerzensschrei nach dem anderen, ing. caud. I. Stukhart. 1 Josef Hanu§, Brünn Rudolfsgasss Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren. Eänder, Spitzen, Seiden-, ״ .. . ~ - stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider-' ..Ragenproblem mit einem Epitaph aus Weit rinnen. j Europas Juden! erhoben von jenen Männern, denen suoiscyes Blut, jüdische Gemeinschaft am Herzen liegen. Wissenschaftliche Schöpfungen der neuesten Jahre weisen mit Bestimmtheit auf den Volkstod unserer westeuropäischen Brüder, uns Lesterreicher eingeschlossen. Und ״Zollschann" schließt sein Jahrhundertelanges Leiden, Ringen und Kämpfen geht seinem Ende entgegen; Ahasver, der Ewige Jute, findet endlich im selbstgegrabeneu Grabe seine Ruhe. Der letzte Akt der furchtbarsten Tragödie nähert sich dem Schlüsse. DA. Peripethie dieser Tragödie rollt unaufhaltsau! der Katastrophe zu. Wo ist das Moment der letzten Spannung? Gibt es eine mächtige Hand, die den ins Rollen gebrachten Stein zum Halten zwingt? Sind wir dem Untergänge getveiht? West-Europas Juden rufen: 'Ave Europa! Morituri te salutant! Europa aber will den Daumen nicht senken. Will Gnade vor Recht nicht gelten lassen; liefert seine Juden dem grausigen Völkertode aus. Und verlangen gar die Inden diese Gnade? Wären sie durch diese Gnade gerat tet? Mit nichten! Ganz Europa könnte diesen Tod nicht aufhalten, den die Evolution uns vorschreibt. Grausamer, denn alles Geschehen und Werden dieser Welt ist die Entwicklung. Sonder Erbarmen und Gnade zermartert sie alles, was sich ihr hindernd in den Weg stellt. Wie ein aus geschwollener Strom reißt sie alles mit sich, tief in den Abgrund hinein und fordert ihre Opfer. Evolution die fnrchlbarsle, wenn auch blutloseste Revolution. 4» * * Tie Entwicklung weist also nach den Berichten so vieler Statistiker. Historiker und Rassen- Wissenschaftler auf den Untergang Deutschlands. Frankreichs, Englands, Skandinaviens und nicht zuletzt Oesterreichs Inden bin, soweit Oester reichs Juden nicht in Galizien wohnen. Die Assimilation grassiert wie eine epidemische Krankheit und zieht immer größer werdende Kreise um sich. Und die Inden stehen demgegenüber, wie mit verschränkten Händen zu. Sie wollens nicht seben. wollens nicht hören. Die offiziellen Vertreter der Judenheit stehen seitabwärls und lassen die Tinge ihren Laus nehmen. O.nieta non movere! Unsere offiziellen Vertreter haben scheinbar ans dem Lause der Zeiten nichts gelernt. Sie, die sonst alle Moinente des Tages - und Welk ereignisse mit interessiertem Äuge und Herzen verfolgen, verhüllen ihre 'Angen mit den dun feisten Brillen, um ja nicht sehen zu masten.!vas sichtbar am Tage liegt. Die Edelsten aller europäischen .Knltnrvöl ker stehen allesamt vor der Tatsache des Beginnes einer Tegeneratioii aller Kulturvölker Westeurovas. Frankreich vor!00 Jahren noch der!nächtig ste Staat, ist in seinen Grnndvesten bedroht. - Napoleons Frankreich, vor dem die Länder zit terten, das mit seinem dröhnenden Kanonendon ner selbst den kräftigen russischen ״Bäreil" be drohte, nähert sich dem Untergänge lind läuft!'V fahr, aus Mange! an Franzosen nnterzngeben. Sogenannte ״Jdealrassen", Germanen, die Menschen kat erochen befürchten ein gleiches. Schon werden in England und Deutschland Stimmen laut, die auch den Untergang Europas ״edelster" Rasse prognostizieren. Schon ist be rechnet worden, daß der ״blonde" und ״blanän gige" Typus seltener und aufs 'Aussterbeetat ge setzt wird. Deutsche und englische Blätter, soweit sie rassenwissenschastlich orientiert sind, setzell alle . Hebel in Bewegung, um dem Rassen!od vorznbeugen. In England und namentlich in Amerika, — sofern es englisch ist gewinnt die Engenik immer mehr Bedentnng. Der im Jahre l!>l2 in London tagende l. eugenetische Kongreß mit Darwin und Gallon an der Spitze hat sich mit Maßnahmen beschäftig:, die den Untergang aufhalten sollen. Deutschlands .Rassenforscher, soweit ste im völkischen Lager ste Heu, verzweifeln an der Lage, nubt zu sprechen von jenen Germavo Manen, die sith mit den ,Hammer" und ״Heimdall" scharen. Mit Außerachtlassnilg ethischen Momente, die letzten Endes stn Vordergründe der Eugenik stehen, haben die deutsch-völkischen Eugeniker dem deutschen Volke ein Rezept verschrieben. Tie Heilung liegt in dem von Dr. Henische! ins Leben gerufenen ״Mir gartbiind". Tausend blonde, blauäugige l׳'׳er maninnen und Hundert blonde Germanen werden aufgefordert auf freier, deutscher Stust׳. fern von aller Kultur, von ״des Gedankens Blässe nicht angekränkelt", eilte Gemeinschaft zu begründen und lediglich allein sich der Rasten züchtnng zu widmen. Tie Einehe ist in dieser Gemeinschaft streng verpönt, Weiber und Männer streng gesondert und nur zur etwaigen kurzen Verbindung gezwangen. So soll ein gesunder, starker .Kern ger manischer Nasse höher gezüchtet werden, und nur die schwachen und kränklichen Menscheneremplare

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