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Jüdische Volksstimme · 1914-03-12 · Heft 10 (12.3.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 10 (12.3.1914)
Date
1914-03-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite ii ״Jüdische Bolkssttmme". 3Qt 10. zu haben. Auf einem verhältnismäßig beschrenkten Raume die immense geistige Arbeit aller Theoretiker der Judenfrage. wie Ruppin, Zollschan, Herzl, Nordau, Achad-Haam, Birnbaum, Sombart. Caro, Kaplun-Kogan usw. wiedcrzugeben, ohne doch irgend Wesentliches zu übergehen, über Einzelerscheinungen den Faden der Evolution nicht zu verlieren, das historische Moment dem rein wissenschaftlichen gegenüber in gebührenden Schranken zu halten, sind keineswegs leicht zu ersül-- lende Aufgaben, die der Verfasser mit Glück gelöst hat. Tie vorhergehenden Spczialarbciten, welche sich aus die wirtschaftlichen Gründe der heutigen jüdischen Kolonisationsbewcgung, aus die Landesverhältnisse Palästinas, auf die Geschichte der jüdischen Kolonisation und auf den kulturellen Zustand der Juden in Palästina beziehen, sind für den Verfasser, der ganzen Epochen mit seinem Blicke überstreift, nichts anderes, als etwa das Lockern des Erdreiches für den Sämann, der den Same» streut. Damit der Same jedoch zur Frucht reist, sind noch mannigfache Bedingungen nötig: Temperatur, Jahreszeit ustv., welche alle erst Zusammenwirken müssen. um den Keim fruchtbar zu erhalten. Auch für die Geschichtschreibung sind diese condition» sccondaircs mannigfache Art: meist sind es neue Gedanken, mit wclchcn der Forscher den Stofs durchdringt, ihn neu und lebendig gestaltet. So waren beim Entstehen vor-- liegenden Werke» zwei Bedingungen gleichzeitig wirksam: neben der vorhergegangenen masienhaften Lite-׳ ratur, welche dem Autor den Stofs lieferte als das Wichtigste — eine neue Anschauung, welche aus Grund persönlicher Forschung in Palästina ihn alles mit veründcrten Auge überschauen ließ. Die Gruppierung des Stoffe» ist äußerst systematisch und praktisch gegliedert, erfreulich ist auch, daß die nichtzionistischen Institutionen, welche in Palästina arbeiten, endlich einmal in einem Eoinpendium cntsprecken gewürdigt iverden. Stil und Darstellung des Buches Hind im allgemeinen klar und einfach. Nur gelegentlich wäre größere Gewaudheit erlvünscht. Zahlreiche übersichtliche Tadellen, ein reichhaltiger Iudex und eine Literaturübersicht erleichtern die Lektüre. Ter Truck ist groß und angenehm. Lhne Zweifel wird dieses Werk, indem cs das gefeinte Wißen und Wollen des Nationaljudentums und die Richtlinien seiner Entwicklung und seines Einflusses in Palästina klarlegt, das wahre Verständnis beim 1110־ deruen Judentum finden. Ta» darf umsomehr erhofft werden, als es auf streng objektivem, wissenschaftlichen Standpunkte sieht und jede Tendenz ausschlicßt. Alles in allem: ein glücklicher Versuch ein Ganzes zu schaffen. Der Verfaffcr betrachtet diese Bemerkungen als Zeugnis meines großen Interesses an seiner vortrefflichen Arbeit. Ich begrüße sie als eine wissenschaftliche und methodische Prachtleitung, als eine mustcrgiltige Darbietung des Stoffes nach ihrer formalen Seite, als ein bedeutungsvolles Werk für die Erforschung Palästinas; aber auch als eine erfreuliche Erscheinung dieser Zeit, die ja ein Zeichen der Renaissance des Judentums steht. Das Studium dieses Werkes wird die Luft rege . machen, den Weg zum modernen Judentum zu betreten. M. Reifer, Dr. M. Braun, Geschichte löer Juden und ihrer Literatur. 3 Bde. zu 2 Mark, Geschenkband M. 7.5V. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Breslau, M. und H. Marcus 1911 und 1913. — Vor mir liegen nur die zwei letzten Bünde des Werkes, die seinen Charakter ausreichend bezeichnen. Es unterscheidet sich von andern ähnlichen Werken dadurch, daß es der Literatur eine erhöhte Aufmerksamkeit widmet. Es geschieht dies in der einzig möglichen Weise: der Autor läßt die Quellen selbst zum Worte kommen. Freilich können die Uebersetzungen vieler Stücke aus dem Hebräischen nicht so gegeben werden, daß sic dem Leser das Original auch nur halbwegs ersehen könnten; aber das ist ein notwendiger und nicht zu beseitigender Fehler. Immerhin wird besonders der jüdische Religionslchrer sich oft mit Erfolg an den ״Braun" halten können, um den Unterricht in der neueren jüdischen Geschichte, für den ja das Interesse der Schüler am schwersten zu gewinnen ist, durch Vorlesung von Ucbersetzungen zu beleben. Können wir in dieser. Beziehung das Buch empfehlen, so müssen wir unserem Erstaunen Ausdruck geben, ob der Fluchtigkeit, mit welcher die letzte Epoche der jüdischen Geschichte behandelt ist: die Wiederbelebung der hebräischeu Literatur, der Nahum Slouschz bereits vor mehr als 10 Jahren ein eigenes Buch widmen konnte (La rcnaissance de la litterature hebraique, Paris 1903) ist hier — 1913 — gar nicht erwähnt! Smolensky, I. L. 'Gordon, Manne, Lilienblum werden nicht mit einem Worte erwähnt, ebensowenig die führende hebräische Zeitschrift ״Haschiloach"; dafür wird der Hamcliz, der schon seit Jahren nicht erscheint, als bestehend genannt; cs fehlen sämtliche palästinensische hebräische Zeitschriften. Daß wir heute einen Dichter wie Bialik haben. erfährt man nicht. Tic jiddische Literatur fehlt. Kurz man merkt, daß dem Autor die jüdische Gegenwart und mit ihr zusammenhängende jüngste Vergangenheit f re ml ist. Und doch hätte da» Buch an Interesse tausendfach ge Wonnen, wenn Braun der Geschichte des 19. Jahrhun derts mehr Raum gewidmet hätte. Eine sehr angenehme Beigabe bilden bei dem Buche die Erklärungen der Abbreviaturen, mit welchen die hebräischen Autoren zitiert zu werden pflegen. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 15. Jahrgang Sir. 3. Prag, den 27. Februar 1011 I I. Adar 5071). Inhalt: Ter junge König und sein alter Diener. — Haphtharah zum Wochcnabschnitt. Prof. Dr. Nathan Grün: Die altueuftinagoge in Prag. (Fortsctzung.) — Mar Speicr: Neujahrsfest der Bäume.!Schluß.) — Joses Hart: Tie drei Freunde. (Fortsetz.i — Smyrna. — (Illustration.) — M. Scherlag: Lieo eines russischen Juden. — E. S.: Ein Märchen: — Talmudische Weisheit. — Guck in die Welt. — Uebersetzungs-Aufgäbe. — Rätssl. — Redaktion und Administration: Prag, 2., Stefansgaffe 020. Las Buch Jirmrjaliu, übersetzt und erläutert von Tr. Josef Breuer. Verlag von Sänger und Zriedberg, Frankfurt a. M., 1911; Preis drosch. 7 Mk.. geb. 3 Mk. Inhaltlich und sprachlich gleich gediegen, wird diese« Werk bei allen Freunden der Bibelexegese 2. R. Hirsch» ungeteilten Beifall finden. Tic zionistische Utopic.von Tr. Karl Landauer u. Dr. Herbert Weil. Brosch. M. 1.20. Hugo Schmidt. Perlag, München. VERLANGET in allen Hotels, Restaur dionen, Kaffiehäusern, Lesehallen, Selchereien, Raseursaions und Bibliotheken, die mit der Beilage: ,,Das jüdische Leben In Galizien“ Augen u. Ohrenarzt Dr. FfltZ Gutfreund Sprechstunden an Wochentagen 10—12, 2—'/,5 L'hr. an Sonn- und Feiertagen von 9- 11 Uhr Vormittag Tele! hon Nr. 3280 Vi. Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 6, Mezzanin Dr. Julius Stix, Brünn Herrengasse 7 Telephon 3092/IV ordiniert 10—13 und 2—5 Uhr mit sämtlichen modernen elektrischen Apparaten gegen Rheumatismus. Nerven- und innere Krankheiten. 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Volksstimme" abonnirt, bleibt im ständigen Kontakt mit dem jüd. Volke. Die Jugend, das Alter, der jüdische Vater, die jüd. Hausfrau finden einen treuen Freund an der ״Wiener jüd. Volksstimme", mit der Beilage: Ein wahrhaft jüdisches Blatt ist die Wochmschrift ״Wiener jüdische Bolksstimme" mit der Beilage: Das jüdische Leben in Galizien Wessen Herz für jüd. Volkstum schlägt, wer sich mit dem großen jüd. Problem beschäftigt, wer jederzeit orientirt sein will über den Stand der jüd. Fragen, der abonniert die ״Wiener Jüd. Volksstimme' mit der Beilage Das jüdische Leben in Galizien ״Das jüd. Leben in Galizien" vertritt die gesamte Interessen der galizischen Judenheit. ״Das jüd. Leben in Galizien" erstrebt die materielle Stärkung der jüd. Handels- und Gewerbetreibenden in Galizien. ״Das jüd. Leben in Galizien" soll eine freie Tribüne für alle Fragen des jüd. Lebens in Galizien sein. Hotal Stephanie. Hotel Stephanie M. Operer Restaurant WIEN, 11״ Taborstrosse Nr. 12. 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