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Jüdische Volksstimme · 1914-03-12 · Heft 10 (12.3.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 10 (12.3.1914)
Date
1914-03-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10. ״Jüdische Bolksstimme" Seite 5. Rebbincrwahl. Herr Ztabbiner Dr. Viktor Kurrein, Sohn des Herrn Rabbiners Prof. Dr. Kurrein aus Teplitz-Schönau, der schon 5 Jahre in Meran tätig war, ist zum Rabbiner der Jarotschiner Gemeinde gewählt worden. Gin bemerkenswerter Ausruf des Odessaer Rabbiuats. Sämtliche Rabbiner von Odessa haben dieser Tage einen Aufruf erlassen, in welchem sie sich gegen die Art wenden, mit welcher jüdische Kantoren sowohl aus Rußland, t?ls auch aus dem Ansland in Varietes und Konzertsälen synagogale Gesangskonzerte veranstalten. Die Rabbiner weisen darauf hin. daß Kantoren es seien, welche unsere heil. Gesänge und sich selbst so sehr erniedrigen, daß sie tingel-tangelmäßig mit allen Begleiterscheinungen einer Varicte-Vorstellang unsere synagogalen Gesänge herabwürdigen unwürdig werden in Zukunft den Berus eines Scholiach-Zibbur anszufüllen. Eine Bemerkung zur Purimmegillo. Von T. Perlmann-Frankfurt. Von Jben-Esra wird die Frage ausgeworfen, warum Mordechai sich nicht vom königlichen .Hofe zurückgezogen habe, als er sah, daß seine Anwesenheit dem Minister Haman verhaßt war rind er so durch seinen Aufenthalt am Hofe sein Volk in Gefahr brachte.Jben-Esras Antwort, daß es Mordechai vielleicht nicht möglich war, sich zurückzuziehen, dürfe kaum stichhältig sein; es sei mir daher eine andere Lösung erlaubt. Manche glauben, Haman sei erst ein Feind des jüdischen Volkes geworden, nachdem Mordechai sich nicht vor ihm bücken wollte. Das stimmt nicht. Hanian war schon vorher ein Gegner der Juden; es heißt in der Megilah: ״Ter König Achaschwerosch erhöhte den Rang des Hamans, des Beleidigers der Juden". Auch war ja Haman nach der lleberlieferung ein Nachkomme Agags, des Amalekiterkönigs, eines Erbfeindes der Juden. Ebenso ist es ein Irrtum zu glaubeil, daß alle Bewohner des persischen Reiches gegen die Juden freundl. gesinnt waren und nur infolge der von Haman an sie ergangenen Ansfordernng deil Vernichtungskrieg gegen die Juden zu führen, gezwungen waren, eine feindliche Haltung gegen diese einzunehmen. Die Megilah spricht wiederholt ganz allgemein von den Feinden der Juden, wenn es sich um die Bevölkerung handelt. Ter Grund, daß es nicht schon früher zu Ausschreitungen gekommen war. dürste.hauptsächlich darin zu suchen sein, daß die Juden von den Königen gegen ihre Feinde in Schutz genommen wurden. Nun herrschte aber zur Zeit Mordechais Achaschwerosch, ein wankelmütiger und leichtsinniger Mensch. Da war null in hohem Maße zu befürchten, daß der Minister Haman, doch in die Lage kommen könnte, seine Rachepläne gegen die Juden ansznführen. Und das war es. was M.-r dechai bewogen hoben mag, am königlichen Hofe zu verbleiben. Er wollte seinem Volke mit Ra ^at bcistchen, wenn diese schwere Zeit ע treten sollte. Tie späteren Ereignisse haben ge zeitigt, daß er die Dinge richtig vorausgeseher hat. I i S... Zum 7. Adar. Bekanntlich wird als Geburts- und Sterbetag unseres Lehrers Moscheh der 7. Adar angenoinmen. Die Beweisführung hiefür ist im Talmud (Äiduschim :18, 1) entt>alten, wird aber von den Talmndisten späterer Jahrhunderte nicht ganz acceptiert, denn nach einer Ansicht wäre der Gesetzgeber am 7. Adar eines einfachen Jahres, nach einer zweiten, am 7. Adar 1 eines Schaltjahrcs, endlich nach einer dritten Ansicht bereits am 7 Schewat gestorben (v. O. CH. r 580). — Allenfalls wird angenommen, daß der Gesetzgebcr an demselben Monatsdatum gestorben sei, an welchem er 120 Jahre vorher geboren wurde, was der Talmud aus der Ansprache Mosches an das Volk 120״ Jahre bin ich heute" folgert. Daß der Talmud sich zwingt, aus dem einzigen Vorte ״hajom" ״heute" (präciser wäre die Folgernng, wenn es stünde ״hajom Hirse" ״am heutigen Tage") zu schließen, daß Moscheh anl 121. Geburtstage gestorben sei, scheint einem prinzipiellen Motive zu entspringen, das.mit der Idee des Judentums innig zusarnmenhängt. Wenn lnan ins Auge faßt, daß die Entstehung des Talmud in die Zeit der Entstehung und Ent- Wicklung des Christentums fällt, und wenn man erwägt, wie sehr unsere Lehrer bestrebt waren, das Judentum von allen Schlacken und Beilneirgungen des heidnischen Altertums zu bewahren lind alles ferne zu halten, was die Grundsätze des Judentums im Geringsten beeinträchtigen könnte, wird man finden, daß der Talmud mit Absicht unter Anlehnung an einen Bibelvers angibt, daß unser Lehxer Moscheh am 7. Adar geboren werde und am 7. Adar auch gestorben ist. Tie jüdische Religion kennt keinen Personalcultus und läßt ihre Bekenner nur geschiehtliche Tatsachen feiern, resp. betrauern. Ter Talmud mußte in gerechter Würdigung d?r Zeitverhältnisse besorgen, daß der Geburtstag des grüßten Gesetzgebers von den Juden als Feiertag und dessen Sterbetag als allgemeiner Trauertag gehalten werden und hiedurch in das Grundprinzip des Judentums eine Bresche, deren etwaigen Folgen unberechenbar wären, gemacht werden könnte. Darum wurde gesagt: Moscheh, unser Lehrer, wurde am 7. Adar geboren und ist am 7. Adar gestorben. Dieser Tag konnte und kann nicht als Festtag gelten, weil er an diesem Tage sein ruhmreiches Leben beschlossen hat; und auch nicht als Trauertag, weil er an diesem Tage das Licht der Welt erblickt hat. Institutionen des Vereines ״Machsike Hadas4׳ Brünn. Der Verein erhält: ־ Bethau s, Vereinstokal und Bibelschul e. Im Bethause findet der Gottesdienst in alttraditioneller Weise statt. Die Schullokalitäten wurden adaptiert und entsprechende Lehrmitkel angeschafft. K äschere Fleischbank. Unter Aufsicht des Vereinsfunktionärs wird für streng koscheres Fleisch Sorge getragen. S ch i n r - P o r t r a g. Jeden Samstag nachmittags findet ein Schiur-Vortrag statt. Montag und Donnerstag abends werden Talmudvorträge abgehalten. Peo-Brocke» s*a m nt l u n g. Alte Kleidungsstücke und Wäsche werden gesammelt und an arme Glaubensgenossen verteilt. K a d d i s ch. Für verstorbene Vereinmitglieder wird während deS Trauerjahres vom Pereinsrabbiner das Kaddischgebet verrichtet. K r a u k e n b e s u ch. Uber Verlangen werden Kranke besucht. Bei den in der Agonie Begriffenen werden vom Vercinsfunktionär und den Mitgliedern über Wunsch die Gebete für dib Verscheidenden verrichtet. S ch i w o h. In der Schiwohwoche wird für die Leidtragenden im Hause behufs Verrichtung der Gebete ein unentgeltliches Minjan abgehalten. Stellenvermittlung. Ter Verein vermittelt jüdischen Arbeitsuchenden unentgeltlich Stellungen. Jüdische Spitalskranke werden von den Vorstandsmitgliedern besucht und wird denselben in jeder Beziehung Beistand geleistet. G e l d n n t e r st ü tz u n g. Arme Glaubensgenossen erhalten eine entsprechende Gelvunterstützung. Rechtsschutz. Ter Verein gewährt an Glaubensgenossen unentgeltlichen Rechtsschutz. H a s k a r a h zT e c l e n f e i e r>. Anläßlich der Haskarahseeiengedächtnisseier werden zur Erinnerung an die verstorbenen Ver cinsmitglieder, dieselben namentlich angeführt. Gevatterschaft. 'Arme israelitische Wöchnerinnen werden unterstützt. Bei Geburren von .Knaben wird au! Wunsch ans der Mitte der Vereinsinitglieder die Gevatterschaft übernommen. Ba r m i z rv a h. Barinizwabknaben erhalten unentgeltlichen Unterricht, desgleichen bekommen die Uubeiuil telten Tallith, Tefillin und Gebetbuch zmn Geschenk. Ein neuer hebräisch-wisseiischastlicher Verlag, In Moskau ist mit einem Kapital von .">0.000 Rubel (125.000 K) der Verlag ״Modo' (״Wissenschaft"! begründet worden, der sich zur Aufgabe gestellt hat, als Vorbereitung für die hebräische Universität in Jerusalem natnrwisteii schaftliche und medizinische Lehrbücher heraus;«, geben, und zwar in hebräische!; Sprache. Der Verlag will Uebersetzungen der hervorragenden wissenschaftlichen Werke dieser Disziplinen herausbringen. Bedeutende Mediziner, unter ih neu Dr. L. Rosenthal und Tr. W. Münz, die beide Privatdozenten an der Moskauer Univer fitat sind, sind an diesem Unternehmen interes siert. Die Werke des neuen Verlages werden epochemachend sein für die hebräisch-wissenschaitliche Terminologie ans medizinischem und naturwissenschaftlichem Gebiete. Für die Schaffung dieser Terminologie werden in erster Linie die Herren S. T-jcher»ichowsky-, und Dr. N. Katzenelson tätig sein. Der Versag wird in engster Fühlung mit der Hebräischen Sprachkommission «Wäad Haiaschon > in Jerusalem stehen. Es in zweifellos, daß es dem neuen Unternehmen ge lingen wird. Werke herauszubringen, die wissen schaftli'ch in jeder Hinsicht einwandfrei fein werden. Der Verlag bietet auch die Garantie, daß seine Publikationen den größten Ansprüchen an die äußere Ausstatrung genügen werden. In wen!gen Jahren werden so für die natiirivissen schafilichr Fakultät und für die ersten vier Sri! 0ienseu:esrer der jungen jüdische» Mediziner tviiseuschastlich einwandfreie Lekrtnicher in heb raischer Sprache vorliegen. Die Gründung des Verlages ״Mado" iü eine notwendige Voraus setzung iür die von zionistischer Seite geplante l-ebräische Universität in Jerusalem. 1914 Wochenkalender LV74. י א¬ März j Festtage! דיפט־ד, י; I 11 ״ אמתיןasten Esther r יד יןי’ל. Pur in £*דיב <‘l זי■ Ol שן פ*ייב:"’ Susan-Fnr m s al ד.פ5יד, :■ ־.״־א 14 3 זי 15 i י ■m יד IG ' s> *ד 17! m יי 18 i s> י 19 5 בא 2)! i wir bitten um sofortige Bezahlung <׳« Abonnements-Betrages Gegen verdorbenen Magen, Darmträgheit und Gicht. ״Sternhofer Bitterwasser4* Mild, doch zuveriäßlich. Sternhof,PostSok i'niti bei Hrünn.

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