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Jüdische Volksstimme · 1914-03-05 · Heft 9 (5.3.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 9 (5.3.1914)
Date
1914-03-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite 11 ״Jüdische Volksstimme". Tr. 9 ־ Jüdische Frauenarbeit in Galizien. Dienstag, den 17. Februar wurde in Lemberg eine.sehr interessante Frauenversammlung abgehalten. Die Initiative dazu gab die rühmlichst bekannte Frau Rosa Pomeranz-Melzer. Sie erösfncte die Versammlung mit einer geistvollen Rede, in welcher sie die Aufgaben der jüd. Frau in Galizien als Erzieherin und Pflegerin des jüd. Geistes bei den jüd. Töchtern schilderte. Sie wies die Verdienste der schon vom Jahre 1010 bestehenden Vereinigung ״Jüd. Frauen- Verein" nach, wie diese ein Monatsorgan in polnischer Sprache herausgegeben, hat um die nötige Aufklärung zwischen den Frauen zu verbreiten, ferner ein Erziehungsheim gründete, um jüdischen Töchtern allgemeine Bildung zugänzlich zu machen, und dabei ihre jüdischen Eigentümlichkeiten nicht zu verunglimpfen. Dies sei jedoch blos Arbeit kultureller Natur gewesen, sagte die Vorkämpferin der jüdischen Renaissance. Man müsse auch auf wirtschaftlichem Gebiete leisten und und zu diesem Zwecke projektiere sie die Gründling einer Wirtschaftsschule, wo jüd. jlinge Mädchen zu guten Wirtinnen herangezogen lverden sollen. Als zweites Projekt soll die Gründung eines Elternvereines gelten. T-essen Aufgabe solle darin bestellen, daß jüdische Mittelschulen für Mädchen gegründet und in genügender Weise subventioniert werden. Dort soll daS allgemeine Wissen mit jüdisch-nationaler Denkungsart synthetisch gepflegt werbeil. Auch bestrebt dieser Verein die Aufmerksamkeit der jüd. Frauen mehr Palästina zuzuwenden, denljenigen Lande, wo unsere Zukunft liegt. Frenetischer Beifall begleitete die sachlichen Ausführungen der Rcfereutin. Hierauf enwickelte sich eine DiSkussion 11. wurden alle Anträge einstimmig äugenommen wurden. Auf Vorschlag der Frau Dr. Löwenberg wurden 3 Kommissionen gewählt, die sich mir obigen Anregungen beschäftigen sollen. diese Zeitung bei uns heraufbeschworen hat, frische Nahrung zu geben und insbesondere dem polnischen Bauernvolk, unter welchen diese Zeitung die meisten Abonnenten hat, den Judenhaß einzuprägen und die rohen Instinkte des Volkes zu wecken, wobei aber der Antisemitismus auch hier nach Rußland Exempels unter der Pseudowissenschaftlichen Form der Emanzipierung der Christen von der ökonomischen Uebermacht der Juden kolportiert wird; zweitens hatte eS aber für uns Juden und speziell für uns Zionisten eine Errungenschaft größerer Bedeutung gebracht. Den unermüdlichen und eifrigen Bestrebungen des hiesigen Nationalfondkommissärs H. Bernad Wildfeuer ist es gelungen, den einzigen hier existierenden jüdischen Verein die ״Jüdische Lesehalle" für die Sache des hebräischen Schulwerks in Palästina zu gewinnen, was umsomehr bezeichnend ist, da eS das erste Mal ist, daß dieser Verein seinen lokalen Patriotismus oder Chauvinismus abgeschüttelt hat, um für eine allgemein-jüdische Sache öffentlich und offiziell aufzutreten. ES wurde also eine Protestresolution des Vereines an jüdische Zeitungen und den Hilfsberein abgeschickt, es wurde am 1. Feber eine Agitations- Vorlesung des Herru Wildfeuer für hebräische Sprache abgehalten; Agitationsmaterial verteilt und hoffentlich werden wir auch den anderen Städten mit unserem Geldbeitrag nicht nachsteheu •׳ RellitS. Berichte. Slrafnit. Samstag, den 28. Februar gelangte auf allgemeines Verlangen wiederholt zur Aufführung in! Saale des ״Teatr Rowosci" Dr. Theodor HerzlS Tragödie: ״DaS neue Ghetto". Alle Darsteller waren ganz ihrer Ausgabe gewachsen. Große Herzl-Feicr in Krakau. Samstag, den 28. März veranstaltet der Verein ״Jehuda" in Arakau anläßlich der Wiederkehr des zehnjährigen Todesjahres unseres unvergeßlichen Führers Dr. Theodor Herzl in den Prachtsälen dcS alten Stadtheaters eine imposante Feier, bei der sich erstklassige jüdische Künstlerkräfte beteiligen werden. Ter allbekannte, berühmte jüd. Komponist Chune Wolfsthal und der Opernsänger Mann haben bereits ihre Mitwirkung versprochen. Tie Festrede übernahm Ad. Stand. Lemberg. Sonntag, den 15. Februar fand die Generalversamnllung der Credit-Union statt. Tie Bankleitung legte der Generalversammlung einen Rechnungsabschluß pro 1018 vor. Der Reingewinn beträgt. K 37.700. 03, welche Snmme im Verhältnis zu dem argen Krisenjahre 1013 als bedeutend bezeichnet werden muß. Obzwar die Folgen des Balkankrieges auf dem gesamten Wirtschaftsleben voin Bauer:׳, bis zu dem Großkaufmann schwer lasteten und eine totale Händelsstagnation jede coinmerzielle Regung lahmlegtc, konnte die Eredit-Union wenn nicht ganz, so wenigstens teilweise den Anforderungen gerecht werden. Obiger Reingewinn wurde verschiedenen Zwecken zugewiesen, so K 5000 für den Kapital-Restrvefouds, K 81.000 für den Spczial-NeservcfondS eingetragen . Das gesamte Vermögen der Bank betrug Ende vorigen JahreS 0-18.583 K 88 h. Die Spareinlagen betrugen 515.2-18 K *28 h. Neumarkt. Das Touri ee des H. Nachum Sokolow in Galizien und die dadurch entstandene» Reibungen und Auseinandersetzungen in den verschiedenen Städten haben auch in unserer Stadt den Wiederhall gefunden und zwar in doppelter Weise: 1. daß die in Nowy Targ erscheinende Zeitung ״Gazeta PodhalainSka" schon nach der Veröffentlichung der Erklärungen SokolowS die Schmähungen und Verleumdungen wiederholt hat, um dadurch nur dem Antisemitismus, den Inserate haben größten Erfolg wenn sie erscheinen in der Wochenschrift ״Wiener Jüdische Volksstimme" mit der Beilage Das jüdische Leben in Galizien! Jedes Wort im ״Kleinen Anzeiger" kostet nur 6 Heller. — Rubriken: Geldverkehr, Heiraten, > Wohnungs-Einrichtungen, Verschiedene Anträge, Unterricht, Offene Stellen, Stellengesuch, und Diverses. Größere Inserate werden nach billigstem Tarife berechnet. BeiWiederholung hoher Rabatt. 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