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Jüdische Volksstimme · 1914-02-26 · Heft 8 (26.2.1914) · page 10

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 8 (26.2.1914)
Date
1914-02-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. ,Iübiscke Bolksstimme." Nr. 8. über A. Weilern Drama ״Ter Stummel", über isch am Politechniknm in Haifa. Tie?lussüh- Bergelsolms ״Nach allemen''. Asche״ ׳Mcrry";; rungen des geehrten Verfassers, wiewohl sie von aber auch die hebräische Literatur erfährt fort-!Liebe und Hingebung für die jüdischen Ideale lausend Besprechungen von einer Gründlichkeit,! sprühen und wir von ihnen die warmen Töne mic sie die hebräische Kritik selbst nicht ausweist, des jüdischen Herzens und Gefühls heraushören, lieber westjüdüche Literatur informiert Birnj tragen in sich den krassesten Widerspruch. Wenn bäum. Tazu kommen Artikel über Kunst und Herr Kohn die hebräische Frage in Palästina als Künstler lLiebermann, Lilien, Israels), die mit sekundärer;llatnr betrachtet, wie so kann er im Illustrationen begleitet sind. Was aber die Mo nalsschrisr besonders wertvoll macht, ist der publizistische Teil. Ter bedeutendste Beitrag aus diesem Gebiete ist wohl die ausführliche Studie von Leich,inskp über Fragen des ökonomischen Lebens der russischen Juden. L. verfolgt die Entweiteren Verlaus seines Artikels es jedem Juden aits Herz legen wollen, auf die Jugenderziehung den grössten Wert zu legen, überhaupt auf Kenntnis unserer Literatur und die Pflege oder Ent- Wicklung des religiösen Gefühls usw. Einfluß zu üben? Wie ist cs möglich die hebräische Literatur wicklungsiendenzen dieser ökonomischen EntpW stjdische Religion der Jugend ins Fleisch tvickliiug, als deren Grtindzug er angibt: der!!!!וז Pstn cinzuimpsen ahne die gründliche jüdische Volksorganismus zeigt während des! Kenntnis der hebräischen Sprache? Zwischen all' ganten U). Jahrhunderts das Bestreben, seine .^oniponentcn, die den Kompler der Kulturabnormale Beschränkung aus einen Zweig des j Arbeit bilden sollen mus; die Aneignung der hebsozialen Lebens aufzngeben und alle Zweige in | räischcn Sprache eine dominierende Nolle spielen ' ‘ ‘ ‘ Mühaufzrasen- Ncgeitericrung rika, 10.000 in Palästina)׳, die Fortsetzung dieser Oirundlendenz sieht L. daun in der Entwicklung der amerikanischen Iudenheit: Emigration, Bildüng neuer, unerwartet großer jüdischer Zentren «eine Million iit Newport), Entstehen einer mit dem Volke verbundenen Tendenz — hierin sicht L. Kennzeichen einer sozialen Erinnerung des jüd. Volkes, Ruppins Behauptung, die Juden seien nie so zerstreut gewesen wie heute, bekämpft L. mit dem Hinweis auf die Konzentrierung in de» Städten, deren nationale Bedeutung L. rieüg hoch einschätzt. Es wäre sehr notwendig, das; man sich von zionistischer Seite mit Leschzynski Ich begreife Herrn Kohn nicht, wie er zu dem Schlüsse kommen konnte, das; die Lebendig die kalten Herzen des westeuropäischen Exils mehr oder weniger erwärmen. Gerade der großartige Erfolg, den die Agitation des E. A. C. zugunsten des hebräischen Schulwerks in Palästina zu verzeichnen hat, weist auf die Wichtigkeit der Sache hin, die in allen Zentren des Judentums auf der ganzen Erdkugel das lebhafteste Echo gefunden hat. Beginnen wir die Seelen der Kleinen vor Verunreinigung und Ansteckung rein zu halten und die Grosstn werden unsere Zukunft bilden, unsere Kampfreihcn füllen. Wenn wir die weichen, elastischen Seelen der Kleinen vielen derschiedcnartigen Einflüssen überlassen, richten wir unser ganzes Werk selbst zu Grunde, indem wir dem mit so schweren Opfern und Mühen aufzubauenden Hause selbst das Fundament erschütkern, so daß ein Einsturz alles unter seinen Trümmern vernichten könnte. Tie Sprache spielt bei einem Volke, das im Auflcbungszustand sich befindet eine absolut erstrangige Nolle, überhaupt bei einem Volke, wie das unsere, das zerrüttet und zerknittert ist. Wenn wir ein Regiment von 5000 gut hebraisierteu Bauern besitzen werden, so werden sie gewis; die Verkörperung unserer Parteidisziplin machung der hebräischen Sprache in Palästina i und das Lebensbild unserer Träume und Hoffnur sekundärer Natur sei. Wollten wir all unsre Blühe und Gedanken nur und ausschließlich den ökonomischen Problemen widmen, so wäre es absolut nicht ausgeschlossen, hätte vielmehr einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit, daß wir dann über diese Elemente, diejenigen Bauern, über welche Herr Kohn solche schöne Zukunftsmusik austimmt, dann gar keine Herrschaft hätteu, daß sie ein Wctterfähnchen in den Händen eines Hilssvercincs oder einer Alliance sein gründlich auseiuandersetzt. Besonders aber wäre! kannten. Was Herr Kohn aus der Geschichte der es eine dringende Nolweildigteit, das; die zioni-1 Ccfonomic oder des Kolonisationswcscns andersiischen Fachmänner in Kolonisationssragcn sich | m' Völker zur Bekräftigung seiner Anschauunmit dem Artikel I. Lewins über die jüdische .Ko-i^n anfuhrt, zeigt das Gegenteil davon. Wir scloniiation Palösnnas aii&fiiluiid) auseinander-! eben, das; in den Kolonisationsflcbieten der ieven. Tenn dieser Artikel gelangt nach zahlrei-1 «™ttetcn Völker deren Sprache und Kultur eine chen statistischen Angaben und Untersuchungen! dom1n!crcnde Nolle entnehmen. das; England zu einem völlig negativen und pessimistischen Re-!""^ Tcutschland usw. dort wo sie Fuß fassen, iiillat: hier tut Nachprüfung dringend not. Allzu «lc'ch den Einfluß ihrer nationalen Eigentümsehr verläßlich ist die Jiddische Welt in zionistilichtesten suhlen lassen. Tenn wozu sich foppen, scheu Fragen nicht, denn sie ist scharf antizio-I Denn die gesamte indische Welt in Palästina, d. nislisch: wie verblendet die demokratischen Iiddi- י1 י; vom Säugling bis zu dem ins Grab sinkenden schislcn in ihrer Gegnerschaft gegen den Zionis- Greise, vom Bauer bis zu den aus höchster Stufe ums sind, das zeigt die Stellung dieser Revue der Intelligenz Stellenden nicht vom Geiste der ׳.lim Sprachenkainps in Palästina. Man hat kcihebräischen, ausschließlich hebräischen Kultur neu Blick für die gewaltige moralische Bedendurchträiikt sein, sondern entweder weiter cm uinq. welche diese Auslehiiung der Palästinenser Vabel mit ekelhaftem Sprachcngeniisch oder eine gegen die jüdische Philantropie hat; man sieht Doniäne der germanischen, französischen oder 1rnichl die große demokratische Bedeutung des «n,d einer anderen Kultur bilden wird, so wird Streiles: man sieht nur eine ״Parteiangelegenunser Werl in Palästina nie ein radikales, nie heil" der Zionisten, der man ohne jede Spmpaein den eigentlichen Zielen und Zwecken entsprcihic gegenüberstcht. So sehr kann der Parteienchcndes sein. Wir werden dann, nach 20 oder 30 kamps den Blick für das Wesentliche trüben. — Fohren erst in die Lage kommen, gegen fremde Tieie bedenkliche Entgleisung soll uns nicht hinschädliche Elemente unsere Stimme erheben zu der», der Jiddischen Welt auch weiterhin unsere wüsstn. ihnen Krieg zu erklären, aber damals,?niiivalhieii zu bewahren. Wir möckiteii bestmlieber Herr Kohn. kann es zu spät sein und es nungen darstcllcn. wodurch sic eine sogar 20.000 köpfige Masse, die ein Gemisch verschiedener Kiiliureit bilden würden, vielfach aufwiegen. Lassen wir jedoch andere Geister in unserem Heiligtum wühlen, so würde das einer Kapitulation unseres Gedankens gleichkommen. Ein Kardinalfehler ist die Behauptung des Herrn Kohn. das; die Hebraisierung Palästinas mit der bloßen Ockonomisierung desselben folgen müsse. Wie so stellt sich dies Herr Kohn denn eigentlich vor? Haben wir denn nicht in Rußland. Argentinien, Brasilien usw. jüdische Farincr? Wie steht es dort mit der hebräischen Kultur? Nein und tausendmal nein! Die jetzige Zeit ist der Scheideweg, da der Hilfsverein, der so lange ciiic jüdische Farbe nach außen zu zeigen bemüht war, jetzt bei deni ersten praktischen Versuche seine innere Blöße an den Tag legte. Und gegen einen solch' verbissenen und starken Gegner iiiiiß die zionistische Leitung die schärfste Agitatioii führen, muß unser Ideal Hochhalten und dem gesamten Judentum zeigen, daß es kein Fortwursteln gestattet, wo der Lebensnerv unscres Denkens und Fühlens am stärksten getrost fen wird. zionisten, bie aus dem Volke heraus und im Pol- Biinen Kiilturwerke hemmend und störend lasten ke gegen uns arbeiten, sind unsere einzigen gemüßten? sährlichen (Gegner: nicht ihnen, uiid nicht so sehr Wenn man ein Volk, wie es das unsere aus mit den kaum mehr beachlenswertcn Assiinilander niedrigsten Stufe der Entwicklung zu höheteu sollte sich der Zionismus auseinandcrsetzen.; reu und breiteren Nationen emporhcben will, < I muß man cs analog einem neugeborenem Kinde I behandeln und das ist, ihm eine Sprache in den ' Mund geben, nicht das; wir das Kind lallen und Df. Rudolf Katholicky gern, tütet dtr I.chlre.;HbieU««e der CaBdeskratiRcaaiutalt »obaf: Ecke?erdinand$ga$$t and 3obannes0a$$e <-»«,» ordiniert tlgllcb »ob 2 Mt 4 QOr nach*. Fentryrecder ßr SOS. Sprachenfrage. Von Bernhard H o r o w i tz. .Krakau. Unter obigem Titel veröffentlichte die Jüdische Volksbank für Mähren und Schlesien, R. G. m. b. H. Krapfengasse 19 BrÜNN, Krapfengasse 19 Personalkredite Wechseleskompt Verkauf°°nLosen Spar- und Kontokorrenteinlagen gegen bestmöglichste Verzinsung — DM- Heimsparbüchsen "W werden den Einlegern kostenlos überlasten. stümpern lassen und mit diesem Kinde bei seinein Hcranwachseu ein Kiilturwerk bauen wollen! Wenn wir in Palästina jetzt neben der hebräischen Sprache noch eine andere cinführcn lassen, sinkt unser Werk zu einer Art Philantropic a la Baron Hirsch oder Baron Notschild berab. Wir wollen aber den Geist schon setzt mit bcbräischerc Kultur durchtränken, bamit wir in 10 oder 20 Jahren nicht wieder von vorne beginnen müssen, sondern ein festgefügtes, unzer- > brcchliches Gebäude baben, das allen Anstürmen!! ilandhalten, wie ein ewiger Lcuchtturm aus dem'; brandenden Meere des Golus bervorleuchten und! der Zcntralpunkt geistigen bcbräischen Lebens bilden soll. Denn ein solches Kulturzentrum in Palästina würde auf den assimilatorischen Geist ,Wunserer Brüder in der Diaspora deprimierend Jüd. Volksstimmc" einen Artikel von Herrn nitd entwaffnend wirken. Es würde unmöglich Gustav Kahn. Herr Kohn präzisiert darin seinen sein, das; dieser Anziehungspunkt für sie ganz Standpunkt in der jetzt in der jüdischen Welt belanglos bleiben würde. Vielmehr würde die brcnnendcil Frage: Hebräisch oder Nichtkcbrädort anfgeliende Sonne mit ihren Strahlen auch Zum 10 jährigen Jubiläum des .,Jüdischen Arbeiter". A. Nirojn. Ohne Pomp verlief diese Feier. Einige Versammlungen, eine schön ausgestattete Jubiläiiiits-Nummer des ״Jüdischen Arbeiter" waren die einzigen Akkorde, welche diese Feier begleiteten. Es war vor zehn Jahren. Das jüdische Galizien, das dritte b^reutende jüdische Zentrum gab von sich kein Lebenszeichen, als im jüdischen Leben neue Ideen, die der nationalen Auflebung aufzutauchen, begannen. Tot und erstarrt war das jüdische Leben, ein Mittel in den Händen des Kahals. Was der Kaba! übrig ließ, hat die Assimilation vollendet. Tie breiten jüdischen Volksmassen Galiziens, welche sich in tiefster Unwissenheit befanden, ha-

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