Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 8 (26.2.1914)
- Date
- 1914-02-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8. ״Jüdische Bolksstimme" Seite 5. Wiener Nachrichten. Vom jüd. Theater in Wien. Die Wintersüisott de« jüdischen Theaters in Wien dürste in unabsehbarer Zeit beschlossen sein. Die Direktion bemühte sich in der heurigen Saison mehrere neue Stücke zur Aufführung zu bringen unter weichen die vom Wolfsthal ko»,Pogierten Operetten vom Publikum mit vielen Beifall aufgenommen wurden. Vor Schluß der Saison aber, soll noch dem Wiener jüd. Theater- Publikum (Gelegenheit geboten werden ein Stück, ztveier -- dem Wiener Publikum nicht unbekniuuen Autoren, auf der jüd. Bühne zu sehen ״Gotts Mischpot" ein Stück vom jüdischen Leben in Galizien in 4 Aufzügen voll Leopold Jungwirth, Musik von Kantor Joses Grob. L. Jungwirth, dem Pirblikuin des hies. jüd. Theaters kein Fremder mehr, steht jetzt im 26. Lebensjahre, geb. bei wohlhabenden Eltern in Krakau, war er ursprünglich von seinen sehr frötnmen Estern zum Rabbiner-Studium Bestimmt: Räch Absolvierung der Gymnasialklassen war er auch mehrere Jahre Hörer der jüd. Präparandenschule zu Burgprcppach in Bayern. Die Liebe aber zur jüd. Bühne veranlaßte ihn das Rabbinerstudiuin aufzugeben und so gehört er seit inehreren Jahren den, jüdischen Schauspielcrfach an. Daß er das Nichtige gewählt hat, beweist die Sympathie, welche er sich seit seinem Mitwirken auf der hies. jüd. Bühne beim Publiknm erfreut. Was den Verfasser der Musik zu diesem Stücke anbetrifft, ist es, glauben wir nicht nötig denselben erst in detaillierter Form vorzustellen. Ist doch der Name Grob den Wiener Inden schon lange nicht fremd, der im Alter von kaum 83 Jahren stehende Kantor war infolge seines vielseitigen Talentes, nicht nur einmal Gegenstand begeisterter Ovationen. Seit 12 Iahreu als Mitarbeiter hervorragender jüd. Zeitungen, ist Josefs Grob nicht nur der Liebling des jüdischen Lesepublikums geworden, sondern gleichzeitig der gefurchteste Bekämpfer der Feinde des jüd. Volkes. Vor zwei Jahren haben auch unzählige jiid. Blätter anläßlich seiner lOjährig. schriftstellerischen Tätigkeit seine Verdienste o/rf diesem Gebiete entsprechend gewürdigt, Und gerüde so wie der Schriftsteller Josef Grob seine vielen Bewunderer hat, gerade'so hat der Kantor I Grob infolge seiner musikalischen Fachkenntnisse und seiner ausgezeichneten echt jüd. Vortragsweise die Sympathien aller seiner Zuhörer zu sichern sich verstanden. Ter Autor Leop. Jungwirth und der Kom- Püttist Kantor Josef Grob, deren Stück schon in der nächsten Woche auf der hiesigen jüdischen Bühne zur Aufführung gelangt — die?kamen dieser zwei Lieblinge des hies. jüd. Publikums ־___־ sind begründete Garantien dafür, daß der Schluß der diesjährigen Saison des jüd. Theatcrs in Wien ein erfolgreicher sein wird. W i e 24 .1׳. Febr. 1614. Eh. G. Bar-Mizwah-Fcier). SamStag, den 28. d., um!> Uhr vormittags findet im Leopoldstüdter Tempel, 2. Bez., Tempelgasse 8 die Bar-Mizwah- Feier des Karl S ch >o a g e r, Sohn des Administrators der ״Ocsterr. Wochenschrift", Herrn?Rar Schwager, statt. Nrürmer Nachrichten. Verlobung. Die Leiterin unserer Administration Frl. Kamilla Hickl, hat sich mit Herrn Moritz Eisen. Wien, verlobt. Unsere besten Glücktvünsche. Tie Red. Jüd. Bolksverein ״Theodor Herzt". Bei der Samstag, den 21. d., stattgefundencn General- Versammlung wurden nach Erstattung deS Rechenschafts- und Kassaberichtes durch den Schriftführer folgende Herren gewählt. Obmann: Dr. Albert Schönhof. Obm.-Stellvertr.: Wilhelm Sonderling, Schriftführer: Julius Schüller u. Ing, Roth, Kassier Alois Hochwald, Ausschuß: Redakteur Mar Hickl, Dr. Sonnenfeld, Kornelius Strach. Jiid. akad. Rede- und Lesehalle. Die Neu- Wahlen für das Sommer-Semester hatten folgendeS Ergebnis: Präses: cand. mech. Ludwig Pollak, Vice-Präses: cand. ing. Walter Hersch, Schriftführer: ing. Artur Grün. Der Jüdische Turnverein in Brünn veranstaltet gleich wie im Vorjahre auch Heuer am 7. März in den städt. Redoutensälen eine Purimredoute unter der Devise: Blau-weiße-Redoute. Reklainationen von Einladungskarten sind an den veranstaltenden Verein per Adresse: ״Jubiläumsschule" Kröna 2üa zu richten. l5ll5HBII5U5IISIISI|gll5H5lfill5!l5HiHBHS!lil Mazzesbäckerei E. Friedmann, Eidam Wen XXI.. Kaiserin Elisabeth, straße 19 unter Aufsicht des ehrenw. Rabinates der Wiener israel. Kultusgemeinde. Religiös streng verlüßlich. Primri!Qualität. In Brünn sowie in den größten Städten der Monarchie werden eigene Verkaufsstellen errichtet. — An Kultusgemeinden wird zu Ausnalynspreisen geliefert. — Alles nähere in der nächsten Nummer der ״Jüdischen Volksstimme." EEEEEBEEEBSEEEEEE Von der jüd. Sportbewegung. Vorbei ist die Zeit, in der immerfort die Notwendigkeit der körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend zu beweisen war. Die Entwicklung des Sportes bei den anderen Völkern hat auch aus die jüdische Jugend gewirkt. Von sich selbst entstanden in der ganzen Welt jüdische Tnrn-Sport- und Skant-Organisationen. Allmählich hat sich diese Strömung der Jugend bei der jüdischen Gesellschaft Anerkennung erworben. Mit besonderer Freude soll man die Entstehung der Sport- und Tkant-Vereine begrüßen, als Faktoren, die unsere Jugend ans dem Felde 1111־ ter Wirkung der frischen Luft und Sommerstrahlen ihren Leib Härten und Tisciplin lernen. Gegenwärtig bestehen schon in Oesterreich Sportvereine in Wien, Budapest, Prag, Krakau, Lemberg, Bielitz, Tarnow, Nzeßow, Jarvslaw, Przeinysl, Gliniany, Stanislau. Stryj, Tarno- Pol, Czernowitz, usw.' Die galizischen Turn- und Sportvereine gründeten einen Verband, der zu den Allweltlichen Organisation für körperliche Erziehung der jüdischen Jugendmit dem Sitze in Berlin gehört. Aus Initiative dieses Verbandes bat am 20. Juli in Lemberg ein Sport-Meeting stattgefunden, aus welchen die Mannschaft ״Makkabi" ans Krakau, die Hasmonea" ans Lemberg (2:0! geschlagen hat und einen Preis von der akad. Verbindung ״Emunah" erhalten hat. Die Krakauer ״Makkabi" hat als erste jüd. Mannschaft, die russischen Boden betritt, die Stadt Lodz besucht, wo sic zlvei unentschiedene Matsch mit der ״Lodzcr Repräsentanz" und ״Lodzer Sportklub" geliefert. Sie hat durch ihr glänzendes Spiel der dortigen jüdischen Jugend einen besonderen Eifer zur Arbeit für den ״Jüd. Turn- und Sportverein in Lodz" erweckt. Dieser hat durch einen großartigen Empfang zu Ehren der ״Makkabi" und durch Ueberreichung einer Erinnerungsadresse ihre Solidarität mit den brüderlichen Vereinen in den anderen Ländern ansgedrückt. Aus Anlaß des 11. Kongresses in Wien. Hai ein riesiger Manifestationsmeeting der jüdischen Turner, Sportler und Skanter stattgefunden, an welchem etwa 1.700 Personen Anteil nahmen. Das Niveau der Matsch ״Hakoah ta" (Wien! gegen ״Vivo es athleticai club" (Budapest! l:0, wie auch ״Hakoah lb" gegen ״Galizische Repräsentanz (Makkabi-Hasmonea!" -1:2, freie Üblingen. die durch ihre präzise Ausführung impoliierten, Turnen auf Geräten erster Klasse (Budapest. Tarnopoll, leichte Ringkämpfe, dann die Übungen unserer galizischen Stauten und des ״Blau-weiß-Bundes" - haben deutlich gezeigt, daß unsere Jugend fähig ist in der allgemeinen Sportbewegung eine vornehme Stellung einzunehmen. Man muß aber die bereits bestehenden Vereine energisch stärken und sich Mütze geben, daß zusammen mit der geistigen und intelektuellen Entwicklung unserer Jugend auch die physische als notwendiger Faktor der Syntcse der Renaissancebewegung unseres Volkes paarweise geben soll. In diesem Sinne betätigt sich gegenwärtig der jüdisck-e Sportklub ״Makkabi" in Krakau, indem er für die theoretische Ausbildung seiner Mitglieder Sportkurse veranstaltet hat. Es wer den auch au Freitagen Vorträge aus dem jüd. nationalen Leben abgehalten, wie auch Agitationsvorträge in der Provinz. Wenn nur die Opferwilligkeit uioerer Ge fellschaft wie auch das Verständnis der Jugend für die Sache der körperlichen Erziehung größer wäre und wenn man in der kürzesten Zeit einen Sportplal; für unsere Krakauer Jugend zu mieten im Stande wäre und auf diese Weise dos wichtigste Hindernis in der Entwicklung der ״Makkabi" beseitigt tzätte die liervorragenden Erfolge ihrer Tätigkeit möchten sobald;11111 Vor schein kommen. Somit spendet für den ״Spor!׳ platz-Fond" der ״Makkatzi". Josef Hanu§, Brunn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren, Bänder, Spitzen, Seiden- Stoffe» und Zugehör für Damenschneiderrinnen. Gummistrümpfe für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. Fl ALA sei,., Brünn, Kröna 3-5. — Maßkarten postwendend. Die Entscheidung in der Technikuinsfrage. Ten?Mitgliedern des Kurotoriimis des Jüdischen Instituts für technische Erzielmng in Palästina (Technikum, Haifa! lagen in itzrer Sitzung vom 22. Februar l!»l 1 die Empfeblnn ge» der amerikanischen Kuratoren vor.?Inch an! Grund dieser Empfeblungen war es nicht niög!ich, zu einer Einigung über dieRealschule zu ge langen. Um nicht das ganze Werk zt> gefäbrden. wurde beschloßen. den Hauptstreitgegenstand zn beseitigen und von dem Plan, dem Technikum eine Realschule vvrzngliedern. iiberbanpt?lbnand zt> nebmen. Für das Technikum waren größere Differenzen von vornberein nicht vorlianden. da nach Lage der Verhälnisse in der ersten;Vit für die eigentliche» technische» Fächer eine andere als die deutsche Sprache nicht in Frage kom men konnte,. Es wurden mit Bezug aus das Technikum unter anderen, bei?lnerkennnng der amerika nischen Empfeblungen als Grundlage, folgende Beschlüsse gefaßt: I. a! Gleich von ölniang an werden Matbema kik und Plnssik in bebräiicher Sprache nn lerrichtet: bi in neu abznichließende Verträgen mi: Lebrer» wird ein Passus aiifgeiwmmen. laut dem sie sich verpflichten, vier Jabre »ach itzrer Austellung das Hebräische zu beberriche»: ci nach dem Ablauf des ersten vierjäbrigen .Kursus am Teckmikum wird das Knralo rin»! in Beratung treten, welche liegen stände nach der derzeitigen Entinicklnng der bebräischen Sprache und der bebräischeu Unterrichtsmittel der hebräischen Sprache überwiesen werden können. T 2. Bei?lnstellung von Lebrer» »innen iäm! liche Mitglieder d. geschäftsfübrenden?Ins schnsses betragt »׳erden. Tie Eiit'cheidukm fällt mit??Majorität. 0. Ins Kuratorium werde,! anstatt der drei ansgeschiedenen?.Mitglieder drei andere;jio nisten kooptiert, von denen zlvei dem ge schäftsfübreiiden?lnsichnß angebören. Volkswirtschaftlicher Teil. Die Ungarisch-Böhmische Indus»rial-Bank A.-G. in Budapest hielt gestern unter Vorn!! ilires Präsidenten des Herrn Jobanii?Vwotim. General-Tirekror der Böbmifchen Industrial Bank, ihre dritte ordentliche General Vecsannu lung ab. Tie Anträge biniichtlich der Bilanz, als auch des Reingewinnes wnrdeiV zum Beschlüsse