Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 6 (12.2.1914)
- Date
- 1914-02-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6. ״Jüdische Volksstimme" Seite S. Schadensanmeldung, gleichviel, ob der Schaden bezahlt oder auch nur anerkannt ward, oder nicht, 14tägig zu kündigen. Diese Jnkonzinität ist in die Augen fallend und es wird nicht selten davon Gebrauch gemacht. Es liegt uns ein solcher Fall vor. — Eine Partei ist seit einigen Jahren bei der ״Donau" gegen Feuerschäden versichert. Nun hat sich ein kleiner Brandschaden ereignet. Die Partei melbet denselben an. Die vornehme! Gesellschaft lehnt die Vergütung des geringfügigen Schadens ab und kündigt den zehnjährigen Vertrag. Das heißt zu deutsch: sie wirft die Partei hinaus. Das formale Recht dürfte die Donau ohne Zweifel haben, da die Bedingungen ohnehin ausschließlich zu Gunsten der Versicherungsunteruehmungen gemacht sind, aber die Kulance der Gesellschaft — oder gerade heraus gesagt— ihre redliche Gesinnung und der Schutz des Publikums werden durch solche Vorgänge grell beleuchtet. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Koalitionsfreiheit der kartellierten und unkartellierten Versicherungsgesellschaften u n b eschränkt ist. — Wer bei einer Gesellschaft abgelehnt worden ist, der ist dem Tode verfallen, denn mag er die Tatsache eingestehen oder leugnen, ihm ist nicht zu helfen. Wir behalten uns vor, zunr Schutze der Versicherten in den Augiasstall der Versicherungs-Bedingungen und ihrer Handhabung tief hineinzuleuchten. Für heute aber begnügen wir uns darauf hinzuweisen, welche Koulance der Versicherte von der ״bekannten" Versicherungsgesellschaft ״Donau" zu erwarten hat. Wem ein Antrag dieser Gesellschaft vorgelegt wird, der halte sich den eben erzählten Vorfall und taufende anderer Fälle vor Augen, bei denen die ״Donau" ihren Vorteil in rücksichtslosester Weise zu wahren nicht versäumte, und richte sich darnach. mmi8t rümpfe: für KrampfaderfuBe in allen Qualitäten und zu Konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FIALA sen., BrOnn, Kröne 3—5. — MaBkarten postwendend. Uordruckerei « « « Pli$$i<ran$talt « « « _FAWTA, Postpasse 2. Josef Hanu§, Brunn Rudolfsgassa Nr. 25. sämtliche Damen-Modewaren, Bänder, Spitzen, Seiden- Stoffe, Posamenterie, und ZugehOr für Damenschneide rinnen. Aorrelponäenzen. •י ־—^3• .לש Tkebitsch. Der hies. jüdische Volksverein verdient für sein Wirken schrankenlose Anerkenmiiig. Kaum gegründet und behördlich genehmigt hat er es nicht unterlaßen trotz den widrigen Verhältnissen eine Makkabäerfeier zu veranstalten. Sie wurde am 25. Dezember 1913 abgehalten und nahm dank der Mitwirkung unseres unermüdlichen Herrn Rabbiners Dr. I. Stößler, des Festredners Herrn Dr. Goldhammer aus Wien, unseres Herrn Oberkantors M. Fuchs samt Frau, des Frl. B. Glasner, der Herren Arthur und Otto Fried, Oskar Fürst einen durchaus würdigen Verlauf und erbrachte neuerdings den Beweis, daß die wahre, erquickende Gemütlichkeit nur dann vorhanden ist, wenn Juden ihre Unterhaltungen durch Juden und für Juden veranstalten. — Dienstag, den 3. Februar 1914 brachte uns der Verein eine eigenartige Ueberraschung. Es gelang ihm den Obmann des mähr.-schles. Distriktscomites Herrn Gustav Finzi aus Troppau für einen Vortrag zu gewinnen. Herr Finzi entledigte sich seiner Ausgäbe in schlichter doch eindrucksvoller Weise. Er erzählte, wie er zum Zionismus gekommen, bewies, daß der Zionismus eine historische Not- Wendigkeit sei zur Erhaltung und Entwicklung des Judentums, geißelte das verkehrte Beginnen der Asiimilation und kam schließlich auf deu Schul- und. Kulturkampf in Palästina zu!ptt*־ chen, den er in begeisternder Weise beleuchtete. Sehr rege gestaltete sich diesmal die Diskussion. Herrn Finzi gelang es auf alle Anfragen schlagend und uberzeugend zu antworten. Der Abend bedeutet für den jungen Verein, wie für das Judentum unserer Gemeinde einen unleugbaren Gewinn. Sehr peinlich wurde es empfunden, daß der Veranstaltrmg gerade jene Kreise fernblieben, die die Vertretung des Judentums in der Gemeinde für sich okkupiert haben und die sonst auch das kleinste Ehrenämtchen, welches das Judentum zu vergeben hat, für sich beanspruchen. Herr Finzi meinte mit vollem Rechte, man sollte sich die Leute zunächst genau beschauen, ehe man sie in die Gemeindevertretungen und andere Stellen entsendet, die das Judentum zu vergeben hat, denn schließlich hat jede Korporation die Vertreter, die sie verdient, insbesondere, wenn sie sich sie selbst wählt. Wie wir vernehnlen, plant der Verein für Purim einen Kostümball. Das wäre eine Idee, die volle Anerkennung und Förderung verdient. D. K. Klavier-Etablissement Carl Buchta Brünn Großer Platz Nr. 20 Größtes und reichhaltigstes Lager von Klavieren, Planinos und Harmoniums des ln- Auslandes sowohl zum Verkaufe als auch leihweise zu den kulantesten Bedingungen. Beeideter Sachverständiger. Neuern (Böhmen). Der Fabrikant und Bürgermeister-Stellvertreter der aufstrebenden Industriestadt Neuern, Herr Wilhelm Ekstein, wurde in einer am 27. Jänner d. I., stattgefundenen außerordentlichen Festsitzung der hiesigen Stadtvertretung, zunt Ehrenbürger der Stadt Neuern ernannt. Herr Fabrikant und Bürgermeister-Stellvertreter Wilhelm Ekstein, der über eine umfassende Bildung und genaue Kenntnisse auf dem Gebiete ins öffentlichen Lebens und Verwaltungswesens besitzt, hat sich um diese Stadtgemeinde, deren langjähriger Vorsitzender er ist, unvergängliche Verdienste und einen bedeutenden Namen erworben. Herr Wilhelm Ekstein erfreut sich durch sein offenes und bescheidenes Wesen, durch seine allseits anerkannte und viel besprochene Freundlichkeit, Wohltätigkeit u. Dienstfertigkeit allgemeiner Beliebtheit und großen Ansehens der ganzen Bevölkerung, weshalb ihm auch aus obigem Anlasse zahlreiche Glückwünsche von nah und fern zuteil wurden. Diese hohe Ehrung, die dem verdienstvollen Bürgermeister-Stellvertreter zuteil wurde, wird nur der voll und ganz zu würdigen in der Lage sein, der die Prinzipien dieses ausgezeichneten Mannes kennt. Wir beglückwünschen nochmals Herrn Wilhelm Ekstein zu dieser seltenen Ehrung und Auszeichnung, sie ist und bleibt für das ganze Judentum ein Kidusch haschem. Ad multos annos! Dr. H. KONKURS Kantor, Schächter, Koreh, der auch den Reügionsunterricht zu erteilen hat wird für sofort gesucht. Gehalt K 1400. Bethausverein Klobouk bei Brünn. Oderberg Bhf. Einem lang gehegten Wunsche entsprechend, wurde in unserer Gemeinde vor Kurzem ein ״Literatur-Verein jüdischer Mädchen" gegründet. Dem, seit August vorigen Iahres hier segensreich wirkenden Rabbiner Herrn Dr. M. Friediger, der insbesondere auf dem Gebiete der Organisation unserer Gemeinde Hervorragendcs leistet, steht seine Gattin, Frau F. Friediger, als wahre Gehilfin zur Seite. Dieselbe wurde zur Präsidentin des neugegründeten LiteriMrvereines gewählt, dessen erster VortragsiMnd am 8. Februar d. I., stattgefunden hat. Die Präsidentin konnte an diesent Abend ein zahlreiches Publikum im dichtgefüllten großen Saale des Hotel Austria begrüßen, und ihre Eröffnungsansprache wurde mit jubelndem Applaus und mit über 100 Beitrittserklärungen ׳ belohnt. In der Ansprache legte die Präsidentin Zwecke und Ziele des Vereines dar. Danach wird angestrebt: Gründung einer Bibliothek, Abhaltung von Vereinsabenden, an denen die jungen Mädchen unter fachgemäßer Leitung ihre Kenntnisse in Literatur und Geschichte vertiefen und auch selbst Vorträge halten, die Veranstaltung von allgemein zugänglichen Vortragsabenden, an denen berufene Redner zu Worte kommen sollen. Dadurch soll auch die. jüdische Geselligkeit in unserer Gemeinde gehoben werden. Es folgte nun der Vortrag des Herrn Rabbiners Tr. Friediger: ״Wanderung durch die jüdische Literatur der Neuzeit". Mit Spannung folgte das Publikum den interessanten Ausführungen des Redncrs, sür die er großen Beifall erntete. Lemberg, 5. Februar. In allen Kreisen der zahlreichen Chassidim unseres Landes ist die Kunde, daß nunmehr auch die Rabbis von Wiznitza, Kossow, Ladagora, Jezierna und Pascani sich der Agudas Jisroel angeschlossen und z. T. bereits begeisternde Aufrufe an ihre Anhänger erlassen haben mit großem Jubel ausgenommen worden. In zahlreichen größeren und kleineren Gemeinden sind Ortsgruppen im Gründen begriffen und die Mitgliederzahl der bereits bestehenden wächst von Tag zu Tag. London. Dr. Jung, der Oberrabbiner der Federation of Synagoges, machte vor einigen Wochen seine ״provincial visit" nach Schottland. Er besuchte Edinburgh und Glasgow. Die Reise dauerte zwei Wochen und hatte den Zweck, die religiösen und sozialen Institutionen der größeren Provinzialgemeinden zu besichtigen resp. deren Gestaltung zu fördern. In Glasgow wurde Tr. Jung von einer Abordnung der ״Federation of orthodor Rabbi" empfangen, besichtigte in Beglcitung des Rabbiners aus Edinburgh und des Ortsrabbiners die jüdischen Schulen, die die Zufriedenheit der Kommission fanden, jedoch eine Umgestaltung des Lehrplanes erfahren werden. Ebenso wurde die Anstellung eines Leiters bestimmt. — Am Labbath sprach Dr. Jung in der South Portland Street Synagoge vor einem großen Publikum, das er in einer wirkungsvollen Rede aufforderte, die altjüdischen Ideale hochzuhalten״ .׳Thora und Derech Erez". Friede und Harmonie zwischen den einzelnen Provinzialgemeinden möge erstrebt werden im Interesse des erfreulich erstarkenden englischen Judentums. — In Edinburgh wurde Dr. Jung von einer Deputation erwartet, bestehend aus Rabbi Rabbinowitsch, Mr. Frankenhall, dem Präsidenten und Sekretär der illew Hebrew Eongregation, dem Präsidenten der Literary Society und anderen einflußreichen Gemeindeinitgliedern. — Am Nachmittag desselben Tages sprach er in der Nichmond Street Synagoge über l1/״ Stunden über die Pflichten der jüdischen Gemeinden, Erziehungsprobleme, Stellung der Rabbiner usw. Hieraus besuchte er die große jüdische Schule, wohnte der Schlußprüfung bei und verteilte die Preise. — Tie Reise hatte überall den nachhaltigsten Eindruck hervorgernsen, den Zusammen- Hang der Provinzialgemeinden mit der Londoner Hatchtgemeinde von neuem gefestigt und für die Konsolidirung der englisch-jüdischen Verhältnisse überaus wertvolle Mitarbeiter gewonnen. (Jcwish Chronicle.) 1914 Wochenkalender 5674. 1-?22! Febr. ) Aesttaae הפטרה M :2 11 המשה עש־ בשצי שזקיל D 72 12 Neujahrst. der Bäume F 7* 13 S יח 14 יוגי.■ בשנת S M 2' 15 16 ם־ת ד&לך D בא 17 M 18 D בג 19 F בד 20 Voranzeige. Deinnüchst erscheint im gezeichneten Verlage ein epochales Werk unter dem Titel: ״Alt und Neuhebräische Phraseologie" von I. L. Rabinowicz in Boskowitz. Dieses Buch ist gleichzeitig ein vorzügliches Hilfsmittel zunt richtigen Verständnis der Bibel und des Talmuds. Preis K 2. Bestellungen nimmt der ״Jüdische Buchttnd Kunstverlag" in Brünn, schon jetzt entgegen.