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Jüdische Volksstimme · 1914-01-22 · Heft 4 (22.1.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 4 (22.1.1914)
Date
1914-01-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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?rit1 ״׳ ,^Jüdische Bolksstimme' r. 4. Funktionen des jüd. Kantors in- und außerhalb des Gotteshauses, folgen succesiive) steht inbezug auf seine Vollkomenheit, seinen künstlerischen Wert und seine Nützlichkeit bis jetzt einzig da. Der Versager hat die Gebetstücke der Reihe nach in- Rczitativform vollständig ausgearbeitet, so daß der Zusammenhang und die Harmonie nichts zu wünschen übrig laßen. Was den künstlerischen Wert dieses Werkes betrifft, so bildet ein jedes, Rezitativ für sich ein Meisterstück ersten Ranges; auf dem Gebiete des Kantorats und Chasonus, ׳ indem die einzelnen Gebetstücke der Bedeutung des Gebcttcrtes entsprechend in Noten gesetzt und daher die von unseren Altvorderen überlieferten Gebctsinelodicn in treffendster Weise zum Ausdurcke bringen. Es ist dies ein Verdienst des Verfassers, das nicht hoch genug cingeschätzt werden: werden kann, da sonst beim Nichtvorhandensein! eines Werkes beinhaltend den althergebrachten Nussach so manche Vorbeter die Gebetstücke mit beliebigen Melodien Vorträgen, die der Bedcutung des. Textes absolut nicht entsprechen, wodurch der Gottesdienst direkt entweiht wird und^ seinen Zweck nicht erfüllt, so daß ein auf diese Weise abgehaltener Gottesdienst keinesfalls als! solcher angesehen werden kann. Aus allen Oben- '׳ gesagten ergibt sich von selbst die außerordentliche Nützlichkeit dieses Werkes. Denn ״N u ss a ch h a t f i l o h" ist nicht nur als Ratgeber und Helfer für Kantorey, sondern auch als ausgezeichneter und leichtfaßlichcr' Selbstlehrer für jüdische Chorsänger, die doch nicht immer Chorsänger bleiben wollen, sowie für stiinmbegabte jüdische junge Leute, die für das Kantorenfach eine Vorliebe haben, unentbehrlich. Wir wünschen nun dem ehrwürdigen und hochachtbaren Verfasser den wohlverdienten Erfolg fiir sein gediegenes Werk. Schwänke und Schnurren. Geschichten aus denr Böhmerwald. Johann Peter. Verlagsanstalt Tyrolia, Brixen 1913.'Das Büchlein ist als 12.1 Band in der Bücherei des Oesterreichischen Volksschriftenvereines erschienen. Die' Bestrebungen' dieses Vereines, dessen vornehmes Ziel es ist,j die leider nur zu marktgängigen Produkte der! Schundliteratur durch gute'Bücher in wohlfeiler Ausgabe zu verdrängen, verdienen tatkräftige Förderung. Es erübrigt sich, ausführlich darzutun, wie schwierig gegen den Schund aitzukämpfen ist. Die Reklametrommel wird ausgie-i big gerührt: denn der, kapitalskräftige .Verleger' weiß wohl, daß die Kosten sich verlohnen werden. Damit steht in Zusammenhang, daß der Geschmack des breiten Leserpublikums bereits vyllig verderbt worden ist. Nur die Pflanzen ausschweifendster Phantasie vermögen Aufmerksamkeit zu, erregen:. wilde Abenteuer und schlüpfrige Hofgeschichten, — das sind die Themen, die nDch-einigen Interesses gewiß sind. Ten vrxohten Geschmack der Menge zu läutern«.ist sicherlich eine. Aufgabe, ״des Schweißes der Edlen wert". Soll sie aber gelingen, muß man raffinierter, zu Werke gehen, als cs der Oesterrcichische Volksschriftenverein augenscheinlich tut. Man ziehe in Betracht, daß diese Büchlein eigentlich bestimmt sind, in die Hände von Leuten zu kommen, die vielleicht eben erst ein. Buch im Genre von Karl May ״genossen" haben. Da fällt denn das Urteil des wackeren Bürgers, der sich nach des Tages Müh zum Buch setzt, nicht zu Gunsten der Peter'- schen Schwänke aus. Dort liest er mit fieberhafter Spannung, hier langweilt er sich. Kein Wundeer, daß er sich wiederum der gewohnten Kost zuwendct. Die ״Schwänke und Schnurren" sind wirklich herzlich unbedeutend. Gar zu harmlos. Die Pointen so schwach, daß sie einem schwer ein Lächeln abgewinnen. Ich wünsche dem Volksschriftenverein nächstens eine glücklichere Wahl. Ein jeder lebts. Novellen von Hans Bötricher. Bei Albert Langen, München. Der Titel ist falsch. Wenns jeder lebte, s o lebte, dann wäre jeder ein gut Stück Dichter und ein ganzer Mensch. Die Novellen sind zart und fein. Auch wenn Unzartes berührt wird, ist ein versöhnender Strahl zarter Empfindung darüber gegossen. Die Gestaltungskraft reichte für ein Drama aus. Die Beobachtung ist subtil: aber der Autor schaut nicht mühsam ab. sondern er faßt auf. Perlen der Sammlung dünken mich. ״Auf der Straße ohne Haus" und ״Zwieback hat sich amüsiert." —- Eine jener seltenen Stunden, in denen man sich glück- Haft befreit fühlt, dank ich diesem Buch. Voranzeige. Demnächst erscheint in unserem Verlaac: ״Die olt-neuhebräische Phraseologie" von I. L. Rabinowicz zum Preise von 2 K. Bestellungen nimmt schon jetzt der ״Jüd. Buch- und Kunstverlag" ,Brünn, Adlergasse, entgegen. Berichte. Ärakau. Samstag, den 24. d., gelangt im Saale des ״Teatr Norosci", um 8 Uhr. abends, Dr. Theodor Herzls Tragödie: ״Das neue Ghetto" zur Anssührung. Krakauer Toyubeehalle. Freitag, 23.: Dr. Max Timbcrg: ״Die Rolle der Juden in der wirtschaftlichen Entwicklung Europas". Samstag 24. um 2 Uhr nachm.: N. Mifoler: ״Jüdische Geschichte". Abends: Tr. M. Berger: ״Die jüd. Sprache. Sonntag, den 25.: Dr. Simon Hofftnann: ,.Kartelle und Truste ". Dienstag, den 27.: Sigism. Karfiol ״G. E. Lessing". Donnerstag: Leo Karfiol: ״Shylock der Jude" in Sheakespearcs ״Kaufmann von Venedig". — Nachum Sokolow i» Krakau. Sonntag, den 25. Jänner veranstaltet der Verein jüdischer .Hochschüler ״Przedswit-Haschachar" im Prachtsale Krakaus ״Stary-Teatr" einen großangelegten Vortrag. Referent: Nachum Sokolow- Thema: ״Die Seltstbefreiung des Judentums". Anfang um .7.30 abends.' Lemberg. Auch in der jüdischen Bevölkerung Galiziens , zeigt sich ein ständiger Geburtenrückgang. 1895 wurden aus 1000 jüdische Seelen 41,6 Kinder geboren, 1910 jedoch nur 31,8. VERLAUSET in allenHatels, Restaurationen, Kaffeehäusern, Lesehallen, Selchereien, Raseursalons und Bibliotheken, die ״«MMi MBSfeK“ mit der Beilage: ״Das jüdische Leben in Galizien“ Maueplipsle sowie allerlei 8 0 10 hw a r an liefert billigst in bester Qualität' Hirsch Majerczyk Krakau, Krakauergas«e 5 erste י• rakauer Selcherei *gegründet im Jahre 1890.) Preiscourante u.Hechscher gratis und franko. Käse und Butter beste Qualität. Jedes gewünschte Quantum zu bil-. 11g fen Tagespreisen liefert Käsefabrik u. Butterei r UM! Mg Wielspalegasse 7/I.L Preislisten giatis u. franco Unterrichts• Briefe für Hebräisch und Polnisch mit jüdischer Unterrichte■ spräche. .Zur gründlichen Erlegung beider Sp achen in ■ aschester Zeit mit günstigstem E folge. Prospekt gratis Probenummer 105־ Adresse : 8 Walkorskt Krakau, Postfach 119. Tüchther Berichterstatter mit den Verhältnissen in den jüdischen Vereinen. (WoHfart-, Kultus) Wiens vertraut wird von der Redaktion unseres Blaties gesucht. Anträge sind an den Verlag der ״Jüd. Volkstimme“ Brünn zu richten. Ein wahrhaft jüdisches Blatt ist die Wochenschrift ״Wiener jüdische Volksstimme" mit der Beilage: Das jüdische Leben in Galizien Wessen Herz für jüd. Volkstum schlägt, iver sich mit dem großen jüd. Problem beschäftigt, wer jederzeit orientirt sein will über den Stand dex jüd. Fragen, der abonniert die ff Inserate haben größten Erfolg wenn sic erscheinen in der Wochenschrift ״Wiener Jüdische Volksstimme" mit der Beilage Das jüdische Leben in Galizien Jedes Wort im ״Kleinen Anzeiger" kostet nur 6 Heller. — Rubriken:^Geldverkehr, Heiraten, Wohnungs-EinrichtungenI'Verschiedene Anträge, Unterricht, Offene Stellen, Stellengesuche, und Diverses. Größere Inserate werden nach billigstem Tarife berechnet. BeiWiederholung hoher Rabatt. 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