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Jüdische Volksstimme · 1914-01-08 · Heft 2 (8.1.1914) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 2 (8.1.1914)
Date
1914-01-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Ar. 2 »MUsche B,lk»ßi»«e.' sind. Ist es nicht ein Leichtsinn, ja ein Verbrechen I Vor allem aber erfüllt der Eintritt der Kagegen die ungeheueren Kulturwerte, die in dieser' dimah-Wien, der ältesten jüdischen Verbindung, Sprache vorhanden sind, zu Wettern, nur weil es j die mit der Geschichte des neuen Judentums und nicht seit jeher unsere Sprache war. Weil sie auch' des^Zionisnnrs unlösbar verknüpft ist, dw K. jetzt nicht die Sprache des ganzen Volkes ist und es auch in Palästina vielleicht nicht sein wird. Gegen diese Tatsache verschließen sich auch die Alljuden nicht, aber Tatsachen müssen kaltblütig festgestollt und hergenommen werden. Durch Temperament und schöne Träume kann nichts geändert werden. Die vermittelnde Rolle, die die hebräische Sprache seit jeher gehabt und auch lvciter behalten wird, zu läugnen, fällt Niemandem ein. Aber eine Verachtung und Vernachlässigung, ja sogar Bekämpfung des ״Jargon" ist in einem vernünftigen Hebraismus nicht begründet. Das jüdische (Jargon) ist die Umgangssprache von fast 8 Millionen Juden d. i. zwei Drittel der gesamten Judenheit (siehe Ruppin) und dazu noch der an Zahl und Eigenart stärksten Gruppe, der Ostjuden. Ein ganzes Volk kann nicht umlernon. am wenigsten weil es gewisse Leute oder Parteien wollen auch nicht wenn es vielleicht vernünftig lväre. Die Judenfrage ist keineswegs eine Kulturfrage. Gegner der Palästinaarbeit und der Pflege des Hebräischen sind weder die Alljuden noch Birnbaum und Kaufmann, auch wenn sie sich in der Polemik gegen die Auswüchse der zionistischen Bewegung zu heftigen Aeußerungen gegen Palästina und die übertriebene ״Kulturarbeit" hinreißen lassen. Noch eine Forderung, die ״Die Freistatt" erhoben hat und auch in der ״Volksstimme" öfters erhoben wurde, ist erwähnenswert. Die Forderung: Wahrheit und Klarheit über Palästina. Die zionistische Presse malt uns Palästina in den rosigsten Farben. Die bisherigen Leistungen und Erfolge werden bis in den Himmel gehoben und doch wird in der palästinensischen- und besonders in der Arbeiterpresse eine starke Emigration aus dem Lande von ״Milch und Honig" konstatirt. In der vornehmsdeir und lvertvollsten jüdischen Monatschrift ״Die jüdische Welt" wurden Klagen laut, die einer ernsten Erwägimg wert sind. Auch Schaloin Asch hat nach eingehenden Studien Anklagen gegen ganze Kolonien erhoben, die einem jeden Palä-. stinafremrde zu denken geben. Die zionistische Presse aber geht an all dem stillschweigend vorüber. Sie meint durch Ueberlreibung und Vertuschung dem Zionismus Freunde gewinnen zu können und die Phantasie der jüdischen Jugend durch ein ״Paradiesland" spannen zu müssen, Bedarf aber der Zionismus solcher Stützen? Mrrß er wirklich die Wahrheit befürchten? Wer diese Fragen erwägt, dem kann die mit solcher Veheiilenz und Tatkraft eingesetzte Kritik des Zionismus durch die Nlljuden und ״Die Freistatt" nicht zurückschrecken, trotzden! auch sie nicht von Entgleisungen und Uebertreibungen Die Alljuden und ihre ..Freistatt" sie leisten rnch für rnrs Zionisten nützliche Arbeit. A. Dawid. vis toste Quelle für den Einkauf von!einer JerreeeHsifte Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regle! Kleine Preise! Preislisten gratis und franko. Z. V.er mit Stolz und Freude. Auch für die Partei kann das K. Z. V. gerade an dieser Stelle wertvolle Arbeit leisten, indem es endlich in der zersplitterten österreichischen Studentenschaft ein festes Zentrum schafft. Zu dem Kartelltag hatte die Kadimah bereits eine ganze Anzahl Bundesbrüder entsandt, die sich intensiv an den Arbeiten des K. T. beteiligten und von den hiesigen K. Z. V.-ern auf das herzlichste ausgenommen wurden. Die hebräische Bewegung in Palästina, die im Mittelpunkt des zionistischen Interesses steht, fand natürlich auch auf den: Kartelltag ihren Widerhall. A. H. Dr. Hantke hielt einen Vortrag über die gegenwärtige Lage, der begeisterte Zustimmung erweckte und an den sich sofort eine Sammlung für das hebräische Schultverk anschloß. Es wurden sofort auf dem K. T. mehrere tausend Mark Jahresbeiträge gezeichnet. Natürlich wird die Sammlung eifrig fortgesetzt, auch verpflichteten sich die K. Z. V.-cr zur intensivsten systematischen Propaganda in Deutschland und betrauten mit der gleichen Aufgabe in Wien die Kadimch. Auch das Verhältnis zu anderen Organisationen kam zur Sprache. Alle Beschlüsse wurden getragen von dem Gedanken, daß das K. Z. V. und der Zionismus eines seien, daß korporative Rücksichten dem Gesamtinteresse untergeordnet werden müßten, daß aber eben im Interesse des Zionismus der offiziellen Vertretung der zionistischen Studenten die ihr gebührende Stellung unter allen Umständen gewahrt werden müsse. Auch nach außen trat das K. T. durch einen glänzend verlaufenen Kommers vor die Oesfentlichkeit. der viele^hunderte von Gästen und Freunden des K. Z. V. vereinigte. Alle zionistischeu und nationaljüdischen Organisationen und die Spitzen der zionistischen Behörden waren vertreten. Den Kommers leitete Dr. Egon Rosenberg; Hans Bloch Haßmonää hielt die Tendenzrede und hieß gleichzeitig in Wannen Worten die Kadimah im Kartell willkommen, cand. med. Felir Mandl hielt eine Rede für die Kadimah, die mit großer Begeisterung ausgenommen wurde. Prof. Marburg betonte, daß er als Präsident der Bewegung es für seine Pflicht gehalten habe, auf dem Kommerse der K. Z. V.-er zu erscheinen, dessen Bedeutung für den Zionismus er nachdrücklich hervorhob. Dr. Schmarja Levin sprach crgreifenve Worte von dem Kampfe um die hebräische Sprache. Die Fuxenrede hielt Nahun, Beennann, ein Abiturient des hebräischen Gymnasinms, auf hebräisch, ihm erwiederte ebenso A. H. Dr. Grünfelder. Es ist unmöglich, alle die anderen vorzüglichen Reden des offiziellen Teiles zu erwähnen. In der Fidulität hatte dann ״Sauls Ende" von H. Bloch, eine historische Tragödie, zur Befriedigung des Autors einen lebhaften Lacherfolg. Fast eine Woche währten die Beranstaltungen und Beratungen des K. T. Alle Delegierten und Gäste verließen ihn mit der sicheren Hoffnung, daß das neue Kartelljahr dein K. Z. V. neuen Zuwachs an Macht und Größe bringeil werde. Korporationen zum ״Kartell der jüd.akad. Lese, und Redehallen Österreichs vereinigt. Die Mitglieder der kartellierten Korporationen stehen untereinander in bundesbrüderlichem Verhältnis. 2. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien beehrt sich bekannt zu geben, daß ihr diesjähriger Ball unter dem Protektorate der Herren Rektoren der Universität und Technischen Hochschule Samstag, den 10. Jäiiner in den Äcethovensälen stattfindet. Emigrauten-Fürsorge der israel. Allianz zn Wien. Während des Monates Tezeiiiber 1013 wurden von der Zentrale der israel. Allianz in Wien insgesamt 255 Emigranten, davon 233 russische und 22 rumänische wciterbefördert, u. zw. 165 nach de» Vereinigten Staaten, 33 nach Argentinicn, 2V nach Kanada, 5 nach England, 16 nach Frankreich und 7 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbefördert wurden 38 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monate Dezeniber für -18 Personen zusammen 140 Tage Logis und volle Verpflegung bezahlt und an 131 Personen zusaiiiiuen -102 Speisemarken für die israelitische Küche ausgegeben. — Im Verlaufe des Kalenderjahres 1913 wurden von der Zentrale in Wien insgesamt 2327 Emigranten (gegen 1246 im Vorjahre) weiterbefördert, iu zw. nach den Vereinigten Staaten 1382 (im Borjahre 501) nach Argentinien 332 (im Vorjahre 371), nach Kanada 275 (im Vorjahre 70), nach England 44 (im Vorjahre 86). nach Frankreich 221 (im Vorjahre 159). nach verschiedenen anderen Ländern 73 (im Vorjahre 59). Gegenüber 203 Rückwanderungen des Jahres 1912 wurden in dem verflossenen Jahre 230 Personen in ihre Heimat zurückbesärdert. Kartellierung der mit dem K. Z. B. Vom 24. bis 28. Dezember tagte in Berlin der 7. Kartelltag des Kartells zionistischer Ver- ' indungen. Er verlief in jeder Weise würdig und ergebnisreich und erbrachte den sicheren Beweis, daß das K. Z. V. in eine Periode großen und raschen Aufschwunges eingetreten ist. Zwei neue Korporationen sind im letzten Jahr in den Verband des K. Z. V. eingetreten. Zunächst wurde die Zephirah in Breslau gegründet. Gummistrümpfe für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu koakiirrenzleaMi Pratoan nur im SUMMI6ESCHXFT JOS. FIAU MH., llordruckerei « * « Pli$$(tran$talt « « FAKTA, Postaasse r. Jtundfcfiau. Tod eines hervorragenden jüd. Gelehrten. Ain 25. Dezember starb in Budapest der Rektor der Landes-Rabbinerschule, Dr. Wilhelm Bacher, im Alter von 64 Jahren. Bacher gehörte zu den bedeutendsten semitischen Philologen der Gegenwart und war eine allseitig anerkannte Autorität auf dem Gesamtgebiete der Wissenschüft des Judentums. Sein großes Agadawerk (״Die Agada der babylonischen Amoräer", 1878, Kartell jüd.-akad. Lese- und Redehallen in Oesterreich. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien, die Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler in Prag und die jüdisch-akademische Lese- und Redehalle in Brünn haben sich zur Förderung gemeinsamer Interessen unter voller Beibehaltung der Individualität der einzelnen Brom, Kran» S-B. - I Korrespondenzen. Brünn. Sonntag, den 4. fand in den Vereinslokalitäten des Vereines ״Machsike Hadaß" eine Besprechung behufs Gründung Wirtschaftlicher Selbsthilfsorganisationen unter den Inden Brünns, eventuell auch der Provinz statt, welche wir in unserer vorigen Nummer bereits angekündigt haben. Es fanden sich Herren aus verschiedenen Berufsgrrcppen zusammen und die De batte bewegte sich formell und inhaltlich auf einein erstaunlichen Niveau. Zahlreiche beherzenswerte Anregungen wurden vorgebracht. Ein Ogliedriges Komite wurde gewählt und mit der Ausarbeitung von Statuten betraut. Das Komite konstituierte sich sofort und wählte ein engeres Komite bestehend aus den Herren Zaitschek, Ing. Ulliner, Dr. Grünspann, und Redakteur Hickl. — Die nächste Komitesitzung findet öffentlich am Sonntag vormittags um halb 10 Uhr, Adlergaffe 12, beim Vereine ״Machsike Hadaß" statt, der seine Lokalitäten bereitwillig zur Verfügung stellte. Bortrag Dr. Schmarja Lewin. Der Jüd. Vollsverein Theodor Herzl in Brünn veranstaltet am 21. d. M.. eine große Versammlung im städt. Redoutensaale, bei der das Mitglied E. Ä. C. Dr. Schmarja Lewin, referieren wird. Boskowitz. Sonntag abends fand hier eine Makkabäerfeier statt, die die hies. zion. Jugendvereine arrangiert hatten. Der Verlauf der Feier war ein glänzender, besonders überraschten die tunerishen Vorführungen. Sr. Ehrw. Herr Dr. Funk hielt eine schwungvolle Rede und Herr Oberkantor Rabinowicz trug unter Assistenz eines gut einstudierten, gemischten Chores und Harnionium-Begleitung die Festgesänge wir» kungsvoll vor. Herr sind. jur. PH. Munk hielt eine ausgezeichnete Tendenzrede, wobei dessen retorisches Talent deutlich zutage trat. Frl. Nutz» bäum aus Ung.-Brod, entzückte mit ihrem Gesang das Auditorium. Mit Absingung der Hatikwah schloß die solene Feier.

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