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Jüdische Volksstimme · 1913-12-11 · Heft 49 (11.12.1913) · page 9

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 49 (11.12.1913)
Date
1913-12-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 49. X1V./II Jahrg. Bellage zur,WienerJnd. Volksftimme' ^ll.Dezemb.!913 Seite 9 Otto Hauser über die Juden in der deutschen Literatur. Nach brieflichen Ausführungen niitgeteilt von Dr. M. Sch er lag. (Schluß.) Diesem auf nieknen Wunsch geschriebenen kleinen Aufsatz Otto Hausers reihe einige Stellen aus seinen Briefen an, die einen ihm von mir 0מ 0;־ן" j)C״ christlichen Blutteilen weit vorgelegten Noman aus christlichem Milieu zum überwogen, und sie alle wurden christlich erzogen, Anlaß und Gegenstand Hattem Die Nerossent- ^enn auch Hofmannsthal in starker Fühlung ning (wenn sich die jüdische Herkunft seines einen Großvaters, Wiedermann, feststellen läßt) ttud Hofmannsthal (der unter seinen Urgroßeltern zwei jüdische hatte), so daß er sich selbst als ״Achteljuden" bezeichnete, die beiden Mann in gleicher Mischung. Auch da handelt es sich neben Tante, Shakespeare, Spinoza, Byron, den deutscheu Klassikern usw. nur um Talente zweiten bis sechsten Ranges. Bedeutsam ist die jüdische Komponente nur in Montaigne, bei den andern lichung folgender Stellen hat Otto Hauser ausdrücklich gestattet. ״Schildern Sic, was Sic erlebt, gesehen haben, unmittelbar mit Betonung Ihrer natiomit dem Judentum blieb. Ich, mit meiner rein sachlichen Beurteilung des Gegenstandes, stehe ganz auf Seiten Oec?,!onisten. Solange der Jude nicht alle Bande löst. Lbanuka-Leuchter * nalen Persönlichkeit. Man kann im übrigen als ’;t)״, ״st seinem Volke verbinden, solange sein Jude sehr wohl christliche Zustande schildern^ $lut i״ ö0l. ncucn Gemeinschaft nicht verfließt aber nur solche. d,e offen liegen. Ter Jude verun0 zuletzt bis auf den Rainen verschwindet jagt immer dort, wo es sich um Vorgänge 3toH(b״m die Behauptung, noch nach zehn Genera schen zwei christlichen Personen, wo es sich um:tj0״c״ ,oicn Nachkommen eines einzigen jüdi- Christen untereinander, wo es sich um pjycho- Vorfahren Juden, widerspricht allen Verlogische Monologe eines Christen handelt, xcx erbgesetzens kann der Jude Großes auf dem Ge- Christ (Orzeszko) kann den Ostjuden ungleich bict"c öcr Literatur nur!eisten, wenn er voll und leichter schildern, d. h. über die Mangel der Dargan. £״öc j,t. Dieses <»roße aber steht dann wiestellung hluwegtauschen, indem er die scharf ״״ct) jCufcits der nationalen Schranke, wie ausgeprägten, ethnographischen Eigenschaften m Shakespeare, Ibsen, Ttrindberg, Maeterlinck, den Vordergrund stellt. Tie Christen haben in h..ic Dic Bibel Geiiieingut aller .Kulniruatioueu unserem äußerlich alles gleichmachcndeii^mittelcz,,worden sind, alle in ihrer spezifisch nationalen europäischen Leben nur psychologische sonder- Sonderart und nicht ׳,um wenigsten gerade des arten, die sich dcrn fremden Beobachter geradezu holb." immer entziehen. Das ist mein offenes Urteil das für die Schöpfungen auch der jeweils berühintcsten Ihrer Stanniiesgenosseii, voii Auerbach über Ring bis zu Kellcrmaun gilt. Allerdings Routine muß man einigen der bekanntesten Literaten ünbedingt zusprechen. Und Rontine kann viel. Sie täuscht bei Wassermann, Schnitzler, Salten und anderen darüber hinweg, daß auch sie den christlichen Menschen nur aus Büchern uiid als Reisende durch fremdes Land kennen. Reklame ihrer Stammesbrüder tut das übrige dazu, sie berühmt zu machen, so daß sie immerhin eine Weile auch von gut gläubigen christlichen Lesern als Schilderet׳ außerjüdischer Verhältnisse gelten gelassen werden. Umgekehrt ist es natürlich auch richtig. Tie Orzeszko ist dic große Ausnahme. Sacher Masoch, der eine Reihe ganz vorzüglicher Judengeschichten schrieb, war wohl Christ, stammte aber durch beide Eltern von Juden ab. Taneben gibt es nur Versuche, historisches Indentiim wiederzugeben. Kolbenheyers und mein Spinoza. Das ist aber geradeso, als wollte ein Jude einen Chri- In reichhaltigster Auswähl zu beziehen durch den Jüdischer Buch- und 00 Kunstverlag 00 Brünn, Adlergasse Nr. 9 Aus der Agudas Jsroel- Bewegung. Teutscher Delcgiertentag. Holbcrstadt. Tie hiesige Crtsgruppe trifft alle forderlichen Vorbereitungen für die an! 1-1. d. M. hier stcnromatt aus der Zeit Reros schreiben. Tazn; stattfiiidekide Tclegiertcnversammlnng der Agudas Fisgenügen genaue historische Studien. Und jeder, rocl. Fm unmittelbaren Anfchluß an de» öffentliche» gibt ja nur das Scheinleben, das seine Phantasie sich aus dem vorhandenen Material konstruiert, gibt es mit voller Bewußtheit dieser Tatsache. Meine feste Meinung ist, daß man jeden Autor jüdischer .Herkunft unter, eine für ihn falsche und darum auch ungünstige Betrachtweisc stellt, wenn man in ihm einen deutschen 'Antor, einen Ausdruck deutschen Wesens, deutscher Kultur sieht. Chamisso war germanischer Aristokrat, hatte einen germanischen Familiennamen, gleichwohl ist er nie restlos deutscher Dichter geworden. Selbst Fontane wird immer als Hugenottenabkömmling betrachtet werden müssen, ebenso Willibald Aleris. Bei den Juden sind der trennenden Momentc ungleich mehr. Die allgemein menschliche Basis haben wir freilich alle gemein, aber in der Kunst gerade kommt cs aus die feine, feinste Differenzierung an. Da versagt jeder notgedrungen dort, wo er über das rein Historische hinausgeht. Zlud das Historische ist immer Phantastik der von Juden geschriebene historische Judenronian ebenso wie der von Christen geschriebene. Wer aber nicht restlos aus eigener Seele schreibt, kommt im besten Fall nicht über den getreuen photographischen Apparat hinaus. Das meiste jedoch ist mechanischc Vervielfältigung, die gerne nianchmal von hoher Kunstfertigkeit zeugen kann. Es gibt in der Weltliteratur naturgemäß auch Mischprodukte, die aber bezeichnenderweise ungemein selten etwas Höheres leisten. Denn von Hopfen (der aber vielleicht reiner Jude war) und Heyse braucht man als von Größen von vorgestern nicht weiter zu reden. Es bleiben Mon- -!.eil der Tagesordnung findet im Logrnsaale eine Fugendvcrfaminlnng statt zur Gründung der Halbcrstädter ״Fngcndgruppe". Tic Herren Telegierten und Wau׳.' werden gebeten, etwaige Wünsche fotuic ihre Ankauf:.:,- Züge möglichst bald Herr» Aul ins Sichel. Halbersiadt, Tomplatz 2, 1. Stack, anzageben. Karlsruhe. Gestern fand hier eine Versaminlnng fiatt, die sich mit der Propaganda für die Agudas Aisracl beschäftigte. Herr Rabbiner Tr. Schiffer legte!>! fesselnden Ausführungen sowohl die (üruudiüee der Agudas Fisroet als ihre praktische Wirksamkeit und ihre bisherige trntwicklung dar. Alsdann ergriff Herr M. Altmann das Wort, um die Ausführungen des Herrn Rabbiners zu ergänzen und zu bekräftigen. Hamburg. Am Ticnstag den 2. Tezember fand int Logcnhcim, Hartungstraße eine Mitgliedcroerfammlung der hiesigen Ortsgruppe der Agudas Fisroet statt. Ter Vorsitzende wies in seinen einleitenden Worten auf den universellen Gedanken, den die Agudoh pflegt, hin und betonte, daß die Aufgaben der Ortsgruppen nickt in einer örtlich begrenzten Wirksamkeit, sondern in einer Förderung der für die jüdische Allgemeinheit angestrebten Tätigkeit der Agudas Fisroet zu finden seien. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete ein Vortrag des Herrn Tr. Lichrig, der über ״Zweck und Ziele der Agudoh" referierte. Alsdann wurde die Wahl der Telegierten für den demnächst ftartfindcndcn Telcgierlcntag in Halberstadt vorgenommen. Gewählt wurden die Herren Rabbiner Tr. Lichtig, Karl Bodenheimer, Jakob Goldschmidt, Rechtsanwalt Tr. Cäsar Heckschcr. Lübeck. Am 30. November veranstaltete unser« Ortsgruppe eine Versammlung zur Vornahme der Telcgicrtcnwahl zur Halbcrstädter Tagung. Tie Versammlung war gut besucht und wählte Tc. Ehrw. Herrn Rabbiner Tr. Cariebach zum Telegierten und Herrn Kischinew. Gelegentlich einer Verfaiiimlung von 25 angesehenen Rabbinern des Gouvernements Besfaribien, die vom 13. bis 20. November hier tagte, ich׳ vierte Herr Rabbiner L. Zirelsohn über die Agudas Fisroet und schilderte mit begeisterten Worten die Eindrücke, die er ivährend eines Besuches in Franlinr! von den Beitrebnngrn der Agudoh gewonnen hat. Tie Versammelten faßten den Beschluß, dein Provisorißbeu Komitee in Franl'iir! ihr voilnes Vertrauen sowie ibre Bereitschaft, an der Förderung ver Agudob ini!;>׳,,!״. kcn. lniidziigeben. Pinsk Karlin. ׳Ans Finlialive unsere:- greiien Rabbiners, des Nejlvcs bei "אי; -v--׳, Ravvi Tav!d Friedman», haben eine große Anzahl führender ravvinistlier Autoritäten aus Rußland und Galizien, die an der Propaganda für die ‘"אגדי", ’'”—יא »luven Anleii :,ekinr». dieier Tage euien ״Offeneu Brie׳ an >u!!ere Brüder jeiiseiis des aitaiil,scheu Ozeans" ״»-• der ein denilicltes Zeugnis davon ablegt, ivie dieser Patriarch der ravbiniichen Well mit!t1gendli»t׳ei., A lve>!s>»u1e die Bedürfnisse der Zeit foitüt mit■ den z.-!!!.->,hlag des gesamte!! ׳.horatreuen Anöentuios funkt. Ncn1»vlk. Wie ein er׳ristbe!!der Windbauüi!virkie 'vier das Telegramm ,1! den T ageszeiiruigeii, dai׳, die Telegauon der Agudas z,sroe! zur Abreise bereu fr:. 'Alle <Klei»ugul1,gleit gegenüber Frage», die iveziell die :׳ei» :..eslrenei! als solche inl. testiere!!. alle Letbargie, l׳,c du,schwer auf den Geiiliiteri! lag und be, den Wr!>,!»11. bie vrßere .stiiiände »erbeisiihren uiöchlen. ein '״eivln der Vereinsamung und der Hhunrartn erzeug!eu, isi mit eiiiiuiiial gciviclir». Noch habe» ürh die Te legierien der Agudoh nicht eingeschifit lind stbo» iuid hier umfassende Vorbereililugr'ii eiugelrite! zti ibrein tfuiviange und zur Schaffung von festen Sluvvuiitleu nie die Propaganda, die nach ihrer Ankniist iiiienüv beginnen soll, tfi» ״vorbereitendes .Komitee zum Kn! psauge der ׳Agudas Fisroel Telegierten" Hai sich .»rr aus den brrvvrrageudsleit Rabbiner» und Volisiubrrrit grvilder, das eine größere Verfammluiig eiuberief.!!,,׳ die zu treffenden Maßnahmen im einzelnen zu veip!. cheu. Tiefes Komitee gehören >m die :iiabviner Tr. Pl>. .Klein. S. A. Faffe, M. S. Margol!:-. T. A. Lew׳,!!״״:!Philadelphia!. Tr. M. H״a»1so11, F. H. ׳eöivenverg ,Ferse,! K'ili,!. P»ku:., Perl. Rüdelheiin. Tr. :01. Seidel, ferner die Herren Henru Fischei. N. B. Fsat»,!,. Sur», so». M. Freiinann, Koinaika, Z. H. Allirlml. Tr. F. Friedmaiin, L. M. Moris. H. Glaß und Fisch»»״,u Auch die .,׳Ajsoriatiou of r rtbodor Rabbis of lliiiier States an Kanada" hielt gestern elnr Sivnng »׳.b.!>! der beschlossen wurde, daß ihrerseits die Gäste de! l׳r r Landung von einer fünfgliedrigen Trptllalion »,!! vfaiige» iverdei!!ollen. Tunis. Hier sind die Freunde der Agudob »!irig au der ׳Arbeit, eine Ortsgruppe zu gründe,1. ivelrve i»> ivvhl hier als auch in ganz Tuueiieu dir Propiiaansa leite״ soll. Tas Fnieresse unter den fepbardifrlie,, >׳ll»!,1 beuSgeuosseu sür den Z,uia>u»le״scbl!!ß >״t> tKruudlagr des Agudob.Programiiis 1i! uugemei!! rege und es!vi!e an diese C rgaiiisalio» die Hoffuuiig getmipit, dai: es durch sie mit der Zeit gelingen iverde. der Fugender ,zirhuiig eine auderr .׳!lichtung zu gebe», als dir :»,»,!. dir hier aus Gnropa riiigrdruiigrn iii und dr,, :!,»>:״ gei!l l!> Verfall geraten ließ. migne (dessen Mutter Jüdin war), Robert Brow-I Emil Pohl zum Stellvertreter. Rechlsgulachten des R. Jsak den Jmanuel de Latas. l>on sr. M. H. F r i e d I ä ״ d r r. Ter güuilige rrrivlg, dru!ct! durch die Vrioi'rm l'.chuug der Hgiuneu. ״Pisuiouim" des!>l. Fsraei Na gara, uu Fahre!>>;'>>■> erzielte, eiferte iiiicl» au, auf d»> einmal betretenen Bahn auszuharreii und weitere.!>! der Hofbibliolhek ruhende Schatze zutage zu fördern. Fch widmete daher ,»eine freien Stunden, deren ick Zwar nicht viele Halle, mit besonderer Vorliebe den hebräische» Manuskripten der Hofbibliolhek. Unter den zahlreichen handschriftlichen hebräische״ Werke״ interessierten mit befonderS die .׳»iechrsgukachten des :>!. Fsak ben Fmanuel de LalaS, der vor den »10 deren jüdische» Hiiroriographen fo wenig gekannt and gewürdigt, von einem derselben sogar geringichäveud behandelt wurde. Fsak de Latas, der schon 1 111 Flalien lebte, und von seinen Zeitgenossen, ja selbst von hervorrageu den, weitberühinlen rabbinischen Autoritäten als eine talinudische Größe anerkannt wurde, flammte ans Frankreich ab. Seine Geburtsfladt toar Latas in der Provence, eine Landschaft im Südosien von Frankreich, daher er den Namen de Latas trug. Fn der trinleitniig seines Komentars zum ״Beshinal olani" von Fedaja hapcnini Bcdrafchi, der sich ebenfalls in der k. k. Hofbibliothek in Wien befindet, sagte er ausdrücklitb:

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