Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 46 (20.11.1913)
- Date
- 1913-11-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ״Jüdische Bolksstimme". Nr. 46. Nachktänge zum Beilis-Prozeß. Ter Ltaaisaiiwalt im Beilis-Prozeß, Wipper, hat in einer II itter eedung mit Petersburger ׳^ournalificn ««■jiclti-rt, er werde gegen das Biewer Urteil Berufung l'eini Senal cinlege». Aus Jerusalem meldet die ״W. 0■ 11.", das dvrt «. i 11c Snmmllliig eingeleitet ivvrdc» isl. um Beilis i» das (Siolbcnc Buch des jüdischen Nationalfonds ein-!rage» zu lassen. Tie Beneidiger Beilis sind von den jüdische» Burgern in Charkow ins Goldene Buch eingeiragen worden. Nachdem die russische Regierung bereits!nährend der Verhandlungen im Bcilis-Prozessc die Mitglieder der Petersl'urgvr Advokatcntaininer wegen einer Resv- Intion gegen die gerichtliche :liitnalmordanklage gemaßregelt Halle, lvird jetzt ans tzharkoiv gemeldet, daß der dorlige Gouverneur die Medizinische Gesellschaft des lgouverneiueuts aufgelöst hat, »veil sie eine Tagesordnung gegen das Sitvrskische Gutachten angcnommen hat. sei! Neivvvrt hal sich ein Montiicc konslituicrt, das Beilis und seiner Familie die Millei zur Ausioandcrang nach eliaerita zur Verfügung stellen will. Demgegenüber hal eine Gruppe angesehener Miaua־ Juden eine ׳?!Ilion zur lgründung einer Adcrbankvlvnie in Valajlina eingeleiiel, die den Namen Beilis" lragcn und in der Beilis und seine Familie angcsicdclt ivcrdcn soll. Cinen Ausruf in gleichem Sinne veröffentlicht die jüdische Studentenschaft der Universität Nancy. $$cicffeapten. Wie». Wenden Sie sich an den Verein Tchamcr Schnvos. Tcinpelvesuchrr,, Brünn. Ihre Zuschrift eignet sich leider!!ich! zur Verösscutlichung, solche Leute verdienen »ich!, ernsl genomincn zu werden. — Besorgte Mutter. Wenden Tie sich an den Religionslchrcr. Die »inder vauchen an Sabvathen und Festtagen nicht zu schreiben. - Zionist. Sämtliche Bezalellsachcn können Sie durch den Buch- und Kunstverlag Brünn beziehen. At׳r. B. nl Ter Staatsamvalt sagte in seiner Antlagerede: ״Beilis war erwiesenermaßen ein solider und religiöser Mann, aber doch ist eS nicht ausgeschlossen, daß er Fanatiker sein kouule." — Wir konstatieren Flnein Wunsche und der Wahrheit gemäß, daß zwischen Religiosität und Fanatismus tatsächlich eine fast unnberbrüclvare Uluf! besteht. Tie Unreligiöscn neigen viel elier zum Fanatismus für ihre Anschauungen als die ivirllich F.ommcn. -- bl. Tas Verhalten der anlisemitischen ,׳'ritniigen zum Bcilisprozeß erinnert an das berühmt: SopkiSma. den ״jgrokodilschlnß". Fäminerliche Be ,Nue eiligen daraus hinaus, zu beweisen, daß Beilis ein Ritualmördcr isl und daß die Fudeii dafür bestraft iverdcn müssen, ivcil aber die Fudcn die Beschuldigung zurückwcisen, behauptet die antisemitische Presse, daß die sorgenvolle Abwehr die Schuld der Fnden verrate. Dr. RuMKaMcky gnv. reifer der l.cMrg. AMeiiRng der t<>de$Rrankenantt«lt »ob ol: Gcke?erd)ttand$jta$$e und Zadannergatt« <• ״.°״ ordiniert tSgilcd von 2 dir 4 vdr nach«. Fernrprecder vr SOS. Aoreelpoaäenzen. Hvllcschan. Pen׳ iiberaus zahlreichem Pulstitum hielt Sain&toi! den s. d. unser Delegierler Herr Pros, Hskar Lieben Ung.-Hradisch sein Roiigreßrescral. Im Nennen des jüdischuationalen Mädcheuvereiues ״Sillamith" und der süd alad. Ferialvcrbinduug ״;)ephyra" begrüßte Frl. Hilde .\Sl'v, ui 11111 id)0 Erschienenen, iusbe- 0 sondere den Delegierten, und erteilte ihm das Wort zum Referate. Non den Beweisen für die Existenz der leiblichen und der moralischen ״Judennot" ausgehend, ging der Referent aus deren einzige Abhilfe, den Zionismus, über. Nach einer allgemein orientierenden Einleitung über den Aufbau der zionistischen Organisation besprach er in interessanter Form die Ergebnisse des elften Kongresses, erwähnte das immerwährende Anwachsen der Organisation und ihrer Fiuanzinslitnte sowie die stetige Cntwicklung der zionistischen Arbeit und schloß mit der Hoffnung, das; der Zonismus bald auch den altehrwürdigen Boden unserer Gemeinde für sich erobern werde. Den überzeugenden Anssühruugeu folgten auch die zahlreich erschienenen Zuhörer, die nicht im zionistischen Lager stehen, mit starkem Interesse. "Nach den Dankesworteu an den Delegierten eröffnete Gg. Julius Huth die Debatte, in welcher eine Reihe von aktuellen Gegenwartssragen zur Besprechung gelaugten. Pros. Lieben widerlegte sämtliche lautgewordeuen Einwände ui sachlicher und zutreffender Form, so das; die iskussion den Höhepunkt des Abends bildete und zu der Hoffnung auf eine Nertiefung des zionistischen Gedankens in unserer Gemeinde hoffen läßt. I. H. Olmütz. Es wird uns berichtet, das; der hiesige israel. Religionslchrer k. k. Professor ' Moriz Reiniger im Alter von 51» Jahren ver- > chied und am 16. d. zu Grabe getragen wurde.' Aus Mähr.-Wcißkirchen stammend, als, ohn des dortigen, durch feine talmudischen׳ .stenutniße und wegen seines Scharfsinnes bekannten Rabiners Jesaias Reiniger, verriet er chon in frühester Jugend große Begabung. Er eignete r!, .:.ist der üblichen allgemeinen Bildüng besondere Kenntnisse in Hebraicis und almudicis an und war ein tüchtiger Philologe, owohl in altklassischer Richtung als auch in den modernen Sprachen, besonders als Anglicist. Seinem Berufe als Jugendbildner widmete er sich mit Eifer und Hingebung. Nichts bot ihm ( so viel Genugtuung als das Bewußtsein, seinen! chülern einige Kenntnisse des Judentums fürs Leben bei gebracht zu haben. Als Meusti! im allgemeinen hinterläßt er' a׳:■ denkbar beste Angedenken, denn er war stets ein guier Mensch, immer bereit, nach Rräftcu gefällig zu sein und wohlzutun. Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit kennzeichnen ׳besonders das Wesen dieses hochbegabten und gelehrten Mannes, der mancherlei schweren Schicksalsschlag im Leben ertragen mußte. Das Leichenbegängnis fand unter zahlreicher Beteiligung statt. Eger. Unter zahlreicher Beteiligung von Trauergäften fand Sonntag nachmittags um halb :< Uhr das Leichenbegängnis des so rasch aus dem Leben geschiedenen Optikers Herrn Michael .stoborn auf dem hiesigen israelitischen Friedliese statt. Trotz 'der Ungunst des Wetters geleiteten nicht nur seine Glaubensgenossen, sonder« auch eine große Zahl von Ratholikcu den Nersrorbenen, der sich tatsächlich einer allgemeineu Wertschätzung zu erfreuen hatte, bis zum Grabe. Dort hielt der neue Rabbiner Herr Dr. Grünfeld dem Dahingcschicdenen einen längeren ehrenden N'achruf. Die wahren und vom Herzen kommenden Worte, mit denen er das Leben und Wirken des Verstorbenen, namentlich dessen Wohltätigkeitssinn, schilderte, rührten viele, die Rohorn näher kannten, zn Dränen. Mit Drost- Worten an die trauernden Hinterbliebenen schloß Herr Rabbiner Dr. Grünfeld seine Rede. Die kantorale Funktion versah in schöner Weise Herr Oberkanror Wilkowitfch unter Assistenz des Hrn. .stanlor Lederer. Brunner ilucfiricfifcn Brünn. Tie Ausschußwahlen für das Winterseniester 1!»1;5—11 der Bereinigung der oftichen jüdischen Hochschüler, Brünn, ergab folgendcs Resultat: cand tiiech. M. Tclner, Präses; stud. mech. I. Nissenbnum, Nizcpräses, stud. mech. I. Schcftcl, Schriftführer; sind. mech. Epstein, kassier; stud. mech. L. Holpern, Bibliothekar; cand mech. D. Lichtenstein und stud. mech. A. Soivli.. .u,;er. Jüdische Toynbeehalle. ״Aus eigener und fremder T'chtermappe", so betitelte Herr Dr. I. Ekstein einen am 10. d. in der Toynbeehalle vor einer äußerst zahlreich erschienenen Zuhörerschaft gehaltenen R'ezitationsvortrag. Es genügt wenn wir bemerken, daß Herr Dr.'Ekstein nach jeder Piece, ob sie nun aus eigener oder fremder Tichtermappe stammte, ob sie ernsten oder heiteren Inhalts war, ob seiner trefflichen Tarbie-!nng raschenden Beifall erntete, und sich zu man- »igfachen Zugaben elltschließen mußte. — Sonnwg den 2:'». d. um 5, Uhr nachmittags hält im Saale des Mährischen Gewerbevereines Herr, Sekretär Gustav Bondi eine Vorlesung guter jüdischer Märchen, zn der ausnahniswiese auch schulpflichtige .Binder Zutritt haben. Gcsinttuilgsgenossen treffen sich jeden Samsabends im Cafe Margaretenhof, ■1. Stock. Auswärt!ge Gg. stets willkommen. Nationalfvndstclcgrainmc, -Marken, Ansichtskarten usw. sind stets vorrätig in den Pa- Pierhandlungen David Weiß, Johannesgasse, u. Isidor Weiner, Fcrdinandsgasse. Die Nationalfoudskonnnission tagt jeden Mittwoch von 0—!) Uhr im Vereinslokal der ״Mirjam", Großer Platz 2;). Zionistischer Mädchenbuud ״Mirjam" in Brünn. Rezitationsabend des Herrn Prof. Ferdinand Gr e g o r i am 20. November 11)13. — P rogra m m: Leo Rafaels: Psalm. Israel Auerbach: Da große Wecken. Martin Buber: Zwei Tänze. Morris Rosenfeld: Sturm. Paul Lehmann: Aus den ״Akabjah"-Büchern. Beer Hofmann: Aus dem ״Grafen von Charolais". I. L. Percz: Bonze Schweig. Heinrich Heine: .Das Sklavenschiff; Die Grenadiere. Ernst Lissauer: Aus dem Zyklus 1816״". Paul Wertheimer: Im Vorübergehcn. Naoul Auernheimer: Der höfliche Artur. 1913 Wocheukalender 5674. | חש,־ן N0V. Festtage הפטרה M יט 19 D כ 20 תענית חמישי F בא 21 S 22 היי שרה והמלך דוד S בג 23 M •ך 24 תענית שני כתרא D כה 25 M כד 26 D בז 27 יוב בפו- קטן(טוקדם׳ כה 28 Oummisf rümpfe kür Xrampkackerküke in allen (ZualitSten unck zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FIALA sen״ Brünn, Kröne 3—5. — Maßkarten postwendend. Marmor״“* ׳״' F. Mül & CD. BfODR, WM HF, 42. Mährische Agrar- und Industrie-Bank in Brünn Filialen: Prag, Kremsier, Mährisch Ostrau, Troppau, Trebitsch, Deutsch-Brod, Chrudim, Holeschau Aktienkapital K 12,000.000 Einlagen über K 25,000.000 Verzinst die Einiagsbüchel mit 49/<— 57« auf Laufende u. Einlagerechnung El; Kohle, DUngermittel und landwirtsche Samen. Zuckerabteilung. Waren-Abtei ung Reaitä tenabteilung Abteilung für Landwirtschaft. M