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Jüdische Volksstimme · 1913-11-20 · Heft 46 (20.11.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 46 (20.11.1913)
Date
1913-11-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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wg.?י""-—י-«י7י ״=» י ״ ' ־ X1V|2. Jahrg. Nummer 46 י יז י sm*■! .Erscheint jeden Donnerstag WP Ul> i I Ul v JKr v4#׳t*P U4UIUIV« Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungarn, halbjährig . Kronen 5.20 ganzjährig.Kronen 10.— Deutschland, ganzjährig.Mark 10.— Rußland, ganzjährig.Rubel 6.— Balkan. Frankreich.Franks 12.— Einzelne Nummer 20 A. Herausgeber: Max Hickl. Inserate: die Ospaltige Petitzeike 3V h. Redaktion und Administration: Brünn. Adlergaff» g. , Geschäftsstelle, Wien: Rotenturmstratze Nr. 31. Postsparkaffakonto Nr. 312.842. Telephon 30VS/VM. Sprechstunden von 10—12 Uhr Unverlangte redaktionelle Beiträge werden nicht honoriert. — Manuskripten ist Rückporto beizufügen. Brünn-Budapest. Wien, f0• Prag—Lemberg. Aus dem Inhalte: Adolf Stand in Czernowitz. — Talmud und Blntlegende. — Rabbiner Tr. A. Schnüedl. — Wo bleibt die Agudas Jisroel in Mähren? — Eines Antisemitenhäuptlings Glück und Ende. - Aus dem gelobten Landes des AntisemitismuS. — Von den Juden in Südwestafrika. — Prager Brief. — Literatur. — Wiener und Brunner Nachrichten. — Rundschau. — Korrespondenzen. — Briefkasten. — 2. H. Mosenthal: Schlemilchen. — Tr. M. H. Friedländer, Wien: Der letzte Repräsentallt der spanischen Poetanim des Ist. Jahrhunderts. — M. T. Groß, Storozynetz: Das jüdische Lied. Adolf Stand in Czernowitz. > lieber Einladung des Jüd.-nat. akad. Pereines ״Emunah" sprach Herr A. Stand im Festsaale der neuerbanten Toynbeehalle im fünften zionistischen Seminar der ״Emunah" über den elften Zionistenkongreß. Nach einer warmen Begrüßungsansprache durch den derzeitigen Präses JUC. Ludwig Chaies, der besonders mit Freuden konstatierte, daß es seiner .Couleur vergönnt sei, in einem wahren jüdischeu Hanse ihre Vorträge abhalten zu können,! ergriff Herr Adolf Stand das Wort zu einer fast zweistündigen Rede, Nachdem er eingehend die letzten Vorgänge am Balkan besprochen und das Balkanproblem als solches charakterisiert hatte, ging er zur hebräischen Konferenz in Wien, welche knapp vor dem Kongresse tagte, über, der er eine besondere Bedeutung zuschrieb. Tie Rede des hebräischen Tichters CH. N. Bialik bildete den Clou dieser Konferenz, welche eine historische Bedeutung hatte. Auf den elften Zionistenkongreß kommend, beleuchtete Adolf Stand seine Bedeutung nach innen und nach außen, indem er auf seine positive Arbeit einerseits und auf seinen demonstrativen Charakter anderseits hinwies. Auch das Fernbleiben Nordaus streifte der Redner und meinte, es sei ein Glück für die Bewegung, wenn der Altmeister einmal vom Kongreß sernblieb. Immer war mau in der Meinung, man komme zu Nordau, nicht zum Kongreß. Sein Ausbleiben hat diese Ansicht zu- Nichte gen,acht. Aber auch Nordaus Kritik tangierte der Vortragende, indem er hinwies, daß der Zionismus keine registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung sei, daß hier ein kleiner Verlust, ein kleiner Mißerfolg keine Rolle spielt, zumal es sich hier um eine große Idee handle, welche nicht vom Körper..sondern von der Seele getragen wird. Ter grandiose Zug zum Grabe Herzls, das Turnfest auf der Hohen Warte jwar der demonstrative Teil des Kongresses. Ten Clou seines Vortrages bildete die Universitätsdebatke. Redner meint, daß die Gründung einer Universität drei Voraussetzungen haben muß. Schüler, Lehrer und CKld. 'Alle drei Bedingungen sind vorhanden. Ussischkin wird schon das Geld aufbringen. Bei dieser Gelegenheit verglich Stand den Zionismus mit dein Organismus des menschlichen Körpers. Er sagte: Ter Kopf war Herzl, der Mund Nordau, Chasanowicz der Fleiß. Bialik die Phantasie. Achad .Haan, das Gewissen. Birnbaum die 'Nerven und Ussischkin der Wille. Wenn dieser Mann etwas will, dann siegt er sogar im Kampfe gegen die verschwöreneu Elemente der Natur. Redner schloß mit einem Hinweis auf die politische Lage'in der asiatischen Türkei seinen Vortrag und meinte, daß alles wie bei einem sinkenden Schiff an Bord sein muß. Herr A. Stand hier als Redner zu loben, hieße Eulen nach Athen tragen. Er ist ein Mann, der über rethorische Gaben verfügt, die das Maß des TurchschnittsrednerS weit über steigen, er ist der Nordau des Ostens. Sein Vortrag wurde überall besprochen: im Theater, im Kaffeehaus, in allen Straßen. Ueberall hörte man ungeteiltes Lob, überall eine gewaltige Begeisterung. Seine Rede wurde des öfteren von einem brausenden Beifall unterbrochen. Als er schloß, wollte der Beifall nicht enden, und mußte der Redner einigeinale auf der Bühne erscheinen. Herr Adolf Stand soll aber auch die Früchte seines Vortrages sehen, wenn er einmal nach Czer- Wärme fort, .,mit ocr Zärtlichkeit einer Tochter Ihre» Onkel uepüegt. sie hat ihm ersetzt, was er so schmerzlich entbehrte, die Anhänglichkeit ein es Vi nverwandien." ״Mertwürd!,.'" erwiderte James lachend, seine großen Zälme zeigend, ״im Testament bat er von dieser ״Miß Kap" nichts erwähnt!" Bär,,,.״״, schwieg einen Augenblick be ,.Das ist es eben " fuhr er fort. ״Er wird sie bei Lebzeiten desto reicher bedacht haben!" nmerbrach ihn James lachend. ״Mit leinen, Groschen!" schrie Bärmann entrüstet auf. ״und ich verbiete eS Ihnen, mit solchen Gedanken das Mädchen zu verunglimpfen! Ich habe, nach der mir eingeräumten Voll macht in, Sinne Ihres Onkels über dieses Haus zu verfügen, Fräulein Katz ersucht, hier zu bleiben, und es ist Ihre Pflicht, für derer, Zukunft eine Verfügung zu treffen, denn es steht Ihne» nicht zu. die Mündel Ihres Onkels durch den Verlauf dieses Hause» ohne weiteres an die Luit zu setzen. Ich verbiete es Ihnen im Namen des Verstorbenen!" Mr. James hatte die Hände wieder in die Hosentaschen gesteckt und betrachtete von oben herab den kleinen Mann, der ihm imponieren ״Machen Sie sich nicht lächerlich. Bärmann." sagte er mit ironischen, Lächeln. ״Wenn Sie die Erbschaft meines Onkels auch in der Weise angetreten haben-, daß Sie Miß Katz bei sich im Feuilleton. Schlemilchen. Von S. H. M o s e n t h a l. Fortsetzung. ״Well," sagte er, ״das wird das beste Mittel sein, die Sache glatt zu machen. Ich habe keine Lust, ,!,ich hier lang zu stoppen (stop), noch weniger, mich hier zu setteln (settle) und so ein 1'ripparv-box lveitcrzuführen. Tas Geld verinteressiert sich besser in Amerika. Ich werde einen Bevollmächtigten aufstellen lassen vom Stadioffize, der die Bücher prüft, das Haus und das Geschäft verkauft, und so glaube ich", schloß r, indem er nach seinem Hute griff, ״ist zwischen uns alles all right" Bärmann streckte die Hand nach seinem Arme aus und hielt ihn zurück.?koch nicht alles," sagte er ruhig. ״Es ist zwischen uns noch eine Angelegenheit zu ordneu, eine Pflicht der Pietät gegen Ihren seligen Onkel, eine Pflicht der Dankbarkeit gegen eine James unterbrach ihn heftig, das Blut färbte seine breite Stirn purpurrot. ״Lassen Sic mich in Ruhe!" schrie er, ״und sprechen Sie mir hier nicht von Pietät und Tankbarkeit. — Erinnern Sie mich nicht daran, wie ich in diesem Hause behandelt worden bin. Ich bin keine», Pietät schuldig, keinem zu Tankburk,it verpflichtet. Daß ich, der einzige Blutsverwandte des alten Knausers, nicht elend verhungert bin. verdanke ich mir und diesen beiden Händen. Und mit diesen beiden Händen nehme ich. was mein ist und lasse mich um keineu Groschen betrügen. Ich bin ein Fremder in diesem Hanse, und der mich dazu gen,acht hat. mag's verantworten. Sie haben mein Eigentum zu verwalten gehabt und haben mit nur von nichts zu reden, als von business!" Er schlug mit der Faust auf den Tisch, daß er zitterte. Aber Bärmann zitterte noch heftiger, als er mit kurz hervorgestoßenen Worten er- ״ES ist auch nur von business, Herr Markus. daß ich mit Ihnen noch rede, denn eS Hanbeit sich um eine Ehrenschuld, die in diesen Büchern nicht verzeichnet ist." ״Was ist the matter?" fragte James ruhiger. .,Es handelt sich." fuhr Bärmann fort, ״un, Fräulein Kav!" ״Fräulein Katz? Wer ist Fräulein Katz?" ״Tie Tochter einer Verwandten, der Witwe Katz, deren Sie ׳ich erinnern werden; ihr Onkel war Vorinund der Waise und hat sie in seinen letzten Lebensjahren zu sich ins HauS genom- Ein frivoles Lächeln spielte u», die breiten Lippen des Amerikaners. ״Sie hat," fuhr Bärmann mit gesteigerter QR055ER d<15VERKdUr ist es noch nicht aber bis 30% billiger wegen Übersiedlung verkaufe alle Raucher-, Galanterie- und Lederwaren, Stöcke, Regenschirme, Feuerzeugei, elektrische Taschenlampen, Taschen- und Rasiermesser etc. FRANZ KUDA, Brünn (Bahnhofplatz, Pavillon).

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