Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 45 (13.11.1913)
- Date
- 1913-11-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 45. ״Jüdische Bolksstimme". Seite 5 Krünner Nachrichten Brilnu. Am 1«. November um halb 2 Uhr nachmittags findet in Trencsen-Teplitz die Trauung des Herrn Dr. Theodor Haas mit Fräulein Margit Schlesinger, Trencsen-Teplitz, statt. Unscre besten Glückwünsche. Die Red. Brünn. Sonntag den 20. d. veranstaltet der zionistische Mädchenbund.״Mirjam" im grofr.11 Saale des Äünstlerhanses einen Rezitationsabend des Herrn Prof. Ferdinand Gregor!. Brünn. Der Schwimmsport unter den Juden. Bekanntlich setzt die Leitung des Charlottenbades alles daran, den äußerst gesunden Schwimmsport unter der Brunner Jugend zu heben. Mit grüßter Ausinerksamkeit werden Aufzeichnungen über die Fortschritte der Leistungsfähigkeit in! Schwinnneu jedes Einzelnen geführt. Der Schreiber dieser Zeilen hatte jüngst Gelegenheit, das offen im Charlottenbade auflicgende ״Schwimmerbuch" durchzusehen: dabei machte er die Beobachtung, daß eine relativ große Anzahl jüdischer Jungen zu den besten Schwimmern zählt, die Brünn aufzuweisen hat. Jedenfalls ein Beweis, daß die Behauptungen mancher Leute, als ob die Juden in bezug auf körperliche Hebungen den Ariern nachstünden, ein Märchen ist- Bekleidung armer Schulkinder der Bibelschule Machsike Hadas, Adlergasse 12. Wie alljährlich, werden auch Heuer die mittellosen Schüler (Knaben und Mädchen) mit Wäsche, Schuhen, Hüten und Kleidern beschenkt. Es ergeht an die jüdischen Kaufleute die dringende Bitte, der Bereinsleitung .Kleider, Wäsche, Schuhe usw. zur Verfügung zu stellen. Die eingelaugten Spenden werden ausgewiesen. Jüdische Toynbeehallc. Sonntag den 9. d. hielt Herr Dr. Mor. Brunner einen Bortrag über die hebräischen Sprachkurse. Die Ausfüllruugen des Vortragenden wurden mit Beifall aufgeuommen. Diskonto-Jesellschaft bei der - Nordösterreichischen Bankr fir Industrie, Handel und Landwirtschaft, refftet• rierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung In Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgescbtfte, hauptsächlich auch für den ע Eskompt offener Buchforderungen I unter den aUergünstfgsten Bedingungen. Üomfpondcnjen. Wien. Sonntag den 16. November 1!>16, um 1 Uhr mittags findet im Tempel Wien, 2., Tcmpelgasse, die Trauung des Herrn Tr. Nudolf Glücklich, Bahnkonzipist der k. k. Nordbahndirektion, mit Fräulein Josefine Wiuternitz statt. Unsere besten Glückwünsche. Die Ned. Wien. Der Hlroßrabbiner von Bulgarien beim Grafen Berchtold. Der Minister des Aeußern Graf Berchtold empfing in längerer Audicnz den in Wien weilenden Großrabbincr von Bulgarien Dr, M. Ehrenpreis. Wien. Die vom ״Misrachi" in der Vorwoche Nr. 14 angesagten Kurse haben bereits begonneu und werden noch Anmeldungen entgegengenommen. Wien. Sonntag den 23. November 1013, .־> Uhr nachmittags, findet im Festsaale des Hotel ״Continental", Wien, 2., Taborstraße 4, ein vom Verein der Sabbathfrcunde ״Schomre Schabos" veranstalteter Vortragsabend statt. Ter bestbekannte Künstler Herr akad. Maler David Kolm wird über das Thema: ״Welche Aufgaben hat ein ״Schomre-Schabos"-Verein zu erfüllen?" sprechen. — Tie allgemeine Hochschätzung, deren sich der Vortragende erfreut, läßt auf einen zahlreichen besuch und auf einen bedeutenden möralischen Erfolg für die Vereinsziele hoffen. — Gäste, auch Damen willkommen! Mähr.-Ostrau. Mittwoch den 22, und Donners- ( tag den 23. v. M. weilte Se. Exzellenz der Statthalter von Mähren Dr. Oktavian Regner Freiherr v. Blcyleben in Mähr.-Ostrau zum Besuche der Stadt, x’ltn' zweiten Tage seines Aufenthaltes cröffncte er die Reihe der Besichtigungen mit dem Besuche der Gotteshäuser. Programmgemäß um l) Uhr vormittags kam Se. Erz. der Statthalter in Begleitung des f. f. Bezirfshauptmanncs von Mähr.-Ostrau, Edler v. Gschmeidler, des Bürgermeisters Dr. Gustav Fiedler u. a. in. vor dem Tempel vorgesahren, woselbst er im Vestibül von dem Ausschüsse der israelitischen Knltusgemeinde erwartet und von dein Präsidenten, Herrn Dr. Alois Hilf, Ivärmstens begrüßt und zur Besichtigung des Tempels eingeladen wurde. Se. Erz. dankte für den herzlichen Einpfang und erkundigte sich eingehend über die Größe der Kultusgemcinde und deren Gedeihen. Im Tempel selbst, der bis auf das letzte Plätzchen gefüllt war, wurde der Statthalter von Ehrw. Rabbiner Dr. Tpira einpfangen, der seiner Freude über den hohen Besuch Ausdruck gab und über Se. Exzellenz den Segen des Himmcls für ein langes Leben zum Heile der engeren j Heimat und des ganzen Vaterlandes herabslehte. Hieraus stellte Se. Ehrw. Rabbiner Dr. Spira dem Statt- Halter die Herren Oberfantor Löwy und Kantor Kläger vor. Sc. Exzellenz dankte nochmals für den freundlichen Empfang und äußerte sich sehr befriedigt über die Schönheit des Gotteshauses. Hierauf verrichtete i Rabbiner Dr. Spira vor offener Bundeslade ein Gebct für Sr. Majestät den Kaiser, nach welchem vom Tcmpelchore und sämtlichen Anwesenden die Bolfshymne gesungen ivurde. Rach einigen anerkennenden Worten über die loyale und kaisertreue Gesinnung der Indenschaft verließ der Statthalter das Gotteshaus. — Bei dem am Mittwoch den 22. Oktober, 8 Uhr abei.ids, im großen Saale des ..Deutschen Hauses" stattgcfundenen Empfange der deutschen nichtpolitischen Vereinigungen von Mähr.-Ostrau wurden u. a. Sr. Exzellenz auch die Vertreterinnen des israelitischen Franen-Wohltätigkcits- Vereines, die Vertreter des Vereines ״Jüdische Volksschule", des Krankenvcreincs Bikur Cholim. des Vereines Gcmiluth Chasodim, des Hilfsvereincs Jüdischer Handwerker, des Jüdischen Turnvereines, des Vereines Bcth-Hamidrasch, des jüdischen Volksvcreines Zion und des Jüdischen Handlungsgehilsenverbandcs vorgestellt. Prag. Lese- und Redehallc südischer Hochschüler in Prag. In der am 25. Oktober stattgcsundenen Ausschußsitzung konstituierte sich der Ausschuß folgender-!maßen: MUC. Ludivig Lerger, Obmann: JUE. Moritz >. Grzyb, Obmannstellvcrtrcter: JUC. Ernst Lebenhart, ' l. Schriftführer: ing cand. Leo Lederer, 2. Schriftsührer; MUE. Franz Otto Fluß, 1. Kassier: JUE. Hugo Fleischer, 2. Kassier: JUE. Joses Pollak, jur. Alfred Raudnitz, jur Josef Parkus. Bibliothekare: JUC. Rudolf Raudnitzky, jur. Karl Weil, jur. Willy Glaser, JUC. Emil Hermann, jur. Ernst Desensy. 1 I Eger. Bei der am 9. d. stattgefundenen j Koustimieruug des Kultusgemeindevorstandes wurde Herr Eduard Löwy einstimmig wieder ■ zum Kultusvorsteher, Herr Mar Abeles zu dessen : Stellvertreter, Herr Ferdinand Koretz zum Kaf- ׳ ficr, Herr Wilhelm Buchsbaum zum Rechnungs- * sichrer die Herren Bernhard und Edmund Kohn ׳ zu Tempelvorstehern und die Herren Leopold! Heller und JllTr. Viktor Kraus zu Beiräten! gewählt Strakouitz. Herr Nabbiuer Dr. B. Wolfs wurde zum Nabbiuer nach Raudnitz a. E. bestellt und hat am l. d. M. seinen Posten bereits angetreten. Berlin. Pom 18. bis 22. Oktober fand in der Krankcnpflcgeschulc des Krankenhauses der jüdischen Gemeinde die staatliche Prüfung von II, dem ״Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Berlin" angehörigen Lehrschwestern statt. 4 Schülerinnen bestanden die Prüfung mit dem Prädikate sehr gut, 8 mit gut, eine Schülerin erhielt das Prädikat genügend. Tic Prüfnng fand durch den staatlichen Kommissär Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Schlegtcndal und die ärztlichen Tirektoren Herren Professoren Dr. Israel und Dr. Strauß statt. In den Pslegedienst des im Frühjahr nächsten Jahres zu eröffnenden neu errichteten Krankenhauses der jüdischen Gemeinde in der Exerzier- und Schulskraße werden etlva 48 Schwestern zur Dienstleistung eingestellt werden. Geeignete Mädchen und unabhängige Frauen können sich zur Erlernung der Krankenpflege bei dem Vorstande oder bei der Oberin, Frl. Blau im Schwesternhcim, Auguststraßc 17, melden, woselbst jede Auskunft gern erteilt wird. Berlin. Einer der Besten und Frommsten unter den Mitgliedern unserer Adatz-Jisroel-Gemeinde ist uns plötzlich in den besten Mannesjahrcit entrissen ivordc». Isidor Link s. A. hat mit dein Ausgange der heiligen Fcjteszeit, erst 48 Jahre alt, das Zeitliche gesegnet. In Nctttra in Ungarn geboren, einer Faitiilie entstaininend, in der Frömmigkeit und ThorakenntniS ein altes Erl>- gut sind — sein Großvater s. A. >var der bekannte Ratapolczaner Raw — glühte auch in ihm das Feuer der Thvra und der Gottesfurcht, und wenn er gleich dem Kaufniaiinsstaiidc!ingehörte und die Bürde des Levens ihm nicht leicht wurde, so gehörte sein Herz ttnd seine Sehnsucht doch immer dem Talmud: jede freie Stunde galt seinem Studittm. feinen Schinr ließ er sich entgehen, und strahlend leuchtete sein Auge, wenn er ein ,דיי• תורד einen חדיין Horen oder Mitteilen konnte. Bor dreizehn Jahren kam er »ach Berlin, wo er ein treues Mitglied unserer Gemeinde Ivurde. Getreu dem Vorbild unseres Patriarchen Abraham gehörte er stets zu den מש״ימיס -z״ den ersten Besuchern des FrühgotteSdicnstcS und des sich anschließenden Morgenschiurs: gehörte er zu den רהמניס unb גייזלי חסדים zu den eifrigste» Mitgliedern nnserer Ehclvra Kadischa. Schlicht und still ging er seinen LebenSlveg; seine größte Auszeichnung fand er darin. לד,דבק בתלמידי חבמים mit de» vielen Talmudgrüßen nnserer Stadt sich in Verehrung und Anhänglichkeit verbunden zu fühlen. Tief schmerzte ihn itets der überhandnehmende Abfall und die große Verständnislosigkeit der jüdischen Massen gegen unser angestammtes Goltesgesetz: da erwachte die קנאת ד׳ i״ ihm zur Flamme: er wollte nichts von der jtumpscn Gleichgültigkeit wissen, mit der wir uns an all -je Untreue und den Verrat in jüdische» Kreisen gewöhnt haben. In solch frommer Gejinnniig har der Tahingegangene sich auch sein eigenes HattS gegründet, darinnen er jetzt, nach nur dreizehnjährigen! aber reichem Glücke, eine trauernde Witwe und zwei Kinder zurückläßt. Ihrer Trauer schloß sich ein iveiter Kreis von Gliedern beider Gemeinden an; als am Sonntag פישת בראיבית die Beerdigung aus drin Friedhofe der Adaß-Jisrocl-Getneiiide jiattsand. Herr Rabbiner Dr. Munk widmete zuerst dem Freunde der Thora ivarinc Worte des Nachrufes, dann gab der älteste Bruder, Herr Rabbiner Tr. Link-Pilsen, der Trauer der Familie ergreifenden Anödruck. Möge der Allgütige die schinerzgevengte Witwe tröste» und ihr die Kcast geben, im Sinne ihres Gatten ihre Kinder zu frommen ttnd glaubensfesten Juden zu erziehe», damit in ihnen der Name des Toten segensvoll weiter lebe. Königsberg (Pr.i. Bei uns hier im Osten des Reiches findet alles, was drüben im angrenzenden Reiche der Ezinowiiiken vorgeht, leichter Widerhall als sonjlwo im ferneren Westen Deutschlands, und ist es nur selbstverständlich, daß der Kicwer Skandalprozeß, mit dem die russische Regierung vor der ganzen zivilisierten Welt ans lange Zeit hinaus sich bloßgestellt bat, die Gemüter noch mehr und intensiver bclvegt, als sonstwo in der gesamten jüdischen Welt außerhalb Rußlands. Wenn nun der Vorstand der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands in kalter Unbrüderlichkeit es ablehnt, i» öffentlicher Protesiversainmlung für die bedrängte» Brüder i sind es ja doch nur Ausländer -- und gar noch Russen 1 in die Bresche zu treten, soll hier deinnädiit von der Gemeindevorstehung ans, in der zahlreiche unscrer Gg. Sitz und Stimme haben, die Solidarität mit den Juden Rußlands vor aller Welt kundgegeben u>erden. Auch sonst herrscht hier ein ziemlich reges jüdisches Leben sowohl in religiösem als nationalem Sinne. -- Anfang September wttrde der aus Lobositz a. E. hierher berufene Rabbiner Tr. Salomo» Frankfurter feierlich installiert.dcr durch seine große Gelehrsamkeit sowohl als auch infolge seiner glänzenden Kanzelberedtsamfeit eine große Anzichniigskrast aus die Synagogenbesuchcr ansübt. Herr Tr. Frankfurter bat schon »nt seiner Antrittsprcdigt, die er als Erlviderung aus die seitens des Gemeindevorsitzenden .Kommerzienrat G. Marx an ihn gerichtete herzliche Begrüßungsansprache hielt, die Herzen der KünigSberger im Sturm erobert. Tie am Schabos-Schuwoh gehaltene, ebenso klare als scharfsinnige Pilpuldcraschah hak ihm außerdem die Belvunderung der zahlreichen KünigSberger Talinndükeii, die sich zumeist aus dem benachbarten Rußland rckrntieren, eingebracht. Tie hiesige jüdische Gemeinde erhält eine große Rcligionsschule, an der attßer dem 8 8 8 B Spezial-Geschäft in Strumpfu. Wirk- Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel. Wg Berthold Herrmann Brünn, Herrengasse Nr 8—10. S