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Jüdische Volksstimme · 1913-11-05 · Heft 44 (5.11.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 44 (5.11.1913)
Date
1913-11-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 44. ״Jüdische SolftfHinine". Seite 5 ferten Beträge, die im abgelaufenen Jahre die Höhe van D. k. wird über einstimmigen Beschluß der 1500 .Kronen streifen. Das von der vorigen General-^ Versammlung das Ersuchen gerichtet, den für Versammlung beschlossene Jeincnitcnhaus wurde voll- Jänner 1014 geplanten .Kreistag nach Ung.- ^׳udet. j&raöiirf) einzuberufen und dieses Ersuchen mit Die Bibliothek wurde um «02 Bände vermehrt, dem Hinweis auf die günstige zentrale Lage die ,zahl der im Lesezimmer auflicgcndcn Zeitungen s begründet, um 14. Die von uns eingerichtete Bermittlungsstelle für Stunden und Hofmeisterposten hat zufriedenstellende Ergebnisse zu verzeichnen, desgleichen der Wohnungsnusschuß. Von den geschäftlichen Daten crivähnen wir folgendc: Es fanden 28 Ansschustsihungen und 21 Sitz»»- gen der verschiedenen .Kommissionen statt. Der Einlauf betrug etwa 1700 Schriftstücke, der Auslauf 1850 Schriftstücke und 5000 Drucksachen. Wir entsandten Vertreter in den Ausschuß der Toynbechalle, des Akademischcn Vereines für Scxualhygiene, in den Ausschuß für Beratung einer Abänderung der Prüfungsordnung Prof. v. Ehrenfels. Der neue Ausschuß konstituierte sich folgendermaßen: MUE. Ludwig Berger, Obmann: JUE. Moritz Grzyb, Obmaiiiistcllvcrtreter; INC. Ernst Lebenhart, 1. Schriftführer: tech. ,Leo Lederer, 2. Schriftführer; MUE. Franz Otto Fluß, 1. Kassier; JUC. Hugo Fleischer, 2. .kassier; INC. Josef Pollak, jur. Ernst Parkns, jur. Karl Raudnitz, Bibliothekare. vr Rudolf Hdtbolicky -ev. Ertfer d*r I.cblrs. HMtllaag der Caadrskranktttanstal! v»dat: €cke Jerdlnandtgassc und Jodamiergarre <.>««, ordiniert tlgllch von r Ns 4 Uhr nachm. Jcrwprtcher vr 603. Wien. In der Plenarsitzung des .Kultus- Vorstandes vom Mittwoch den 20. Oktober wurde Herr Tr. Mar Grunwald zum Rabbiner und Prediger für den Leopoldstädter Tempel bestellt. Tr. Grunwald, der sich als Historiker und Folklorist einen Namen gemacht, wirkte bisher als Rabbiner in Fünfhaus. Wien. Ter ״M i s r a ch i", Wien, eröffnet daselbst nächste Woche einen Gratis-Abendkurs für junge Leute für hebräische Sprache und Grammatik, bei Vortrag sonstiger Tisziplinen. Tie Anmeldungen sind an die Adresse des ״Misrachi", Wien, 2. Bez., ZirkuSgasse 20. oder an Herrn Rabbiner .Kramer, 2. Bez., Gr. Sperlgasse 40. zu richten. Einen ähnlichen Kurs für Knaben von 0—14 Jahren beabsichtigt der ״Misrachi" einzurichen, sofern genügende An- Meldungen hierzu bei obigen Adressen einlaufen. Emigrantenfürsorgc der Jsr. Allianz zu Wien. Während des Monats Oktober 101:1 wurden von der Zentrale der Jsr. Allianz in Wien insgesamt 130 Emigranten, davon 100 russische nnd :!0 rumänische weiterbefördert, und zwar 05 nach den Vereinigten Staaten, .4 nach Argentinien, 25 nach Kanada, 4 nach England, 11 nach Frankreich und 20 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbcfördert wurden 3 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden l im Monat Oktober für 21 Personen zusammen;140 Tage Logis und volle Verpflegung bezahlt und an 70 Personen zusammen 310 Speisemarfeit für die Jsr. Volksküche ausgegeben. Äorre!ponllenzen. Brünn. An § teile des verstorbenen Herrn Tr. H. Fialla wurde Herr Leopold Bauer zum Präsidenten und Herr .Hofrat Tr. S. Spitzer zum Vizepräsidenten gewählt. Boskowitz. Ter elfte Zionistenkongreß hat in allen Lagern des Judentums das Interesse für bas Hebräische wachgerusen. Auch zu uns drang die Botschaft der Erlösung und Auferstehung der vermeintlich toten hebräischen Sprache und wieder ist es die Jugend, die sich bereit erklärt, auch geistige Arbeit zu verrichten, um dem nationalen Wiederbelebungsprozeß zur Beschleunigung zu verhelfen. L0 wurde auch hier ein hebräischer Sprachkurs für Erwachsene, der stark besucht ist. eröffnet. Ter hiesige Sprachkurs ist dem eigenen Herzensbedürfnis der Teilnehmer entsprungen und ist daher doppelt freudig zu begrüßen. Dem rührigen zionistischen Mädchenbund ״Judith" gebührt die Anerkennung, durch die Errichtung dieses Kurses eine ansehnliche nationale Leistung absolviert zu haben. Wir versprechen uns gerade von diesem Kurse bedeureude Erfolge! llug.-Hradisch. Sonntag den 2. d. fand der über Auftrag des mähr.-schles. T. k. einberufene Kreistag des Kreises llug.-Hradisch statt, an dem sich über 30 Vertrauensmänner und Gäste der Eiuzclorganisationen und Ortsgruppen beteiligten. Vorsitzender Prof. Oskar Lieben begrüßte den Vertreter des T. K. Herrn Schwarz. Herrn kultnspräsidcntcn Siegmund Fürst, Hrn. Tr. Otto Winter als Ausschußmitglied der königlichen Stadtgemeinde und die Vertreter der diversen jüdischen Korporationen. Die durch Berufung Prof. Tr. Reachs nach Prag erledigte Kreisleitung wird im Sinne der gestellten Änträge der Zion-Vereinigung übertragen. Tein bisherigen Obmanne Tr. Reach wird einstimmig der Tank des Kreises votiert und seine Eintraguug in das ״G. B." beschlossen. An einen instruktiven Bericht des ״T. K."-Mitgliedes Herrn Schwarz schließt sich eine rege Debatte über die Möglichkeiten einer Vertiefung der zionistischen Arbeit für Organisation nnd Nationalfonds. Tie hierbei gegebenen Anregungen werden der Kreisleitung zur Prüfung überwiesen. An das Czcrnowitz. In der letzten Kultussitzung wurde der Beschluß gefaßt, den hebräischen 1111terricht in den Volksschulen als Sprachunterricht zu behandeln und nach den modernsten Methoden ihn zu erteilen. Möge dieses gute Beispiel Nachahmung finden. London. Tie Führer der englischen Judenheit, die Herren T. Alerander und Sir k. Montefiore, haben dem Ministerpräsidenten Grey ein neuerliches Meiiiorandum in Angelegenheit der Juden Rumäniens im Namen des allgemeinen englisch-jüdischen Komitees unterbreitet. Chanuka. Menaurath sowie passende Chanukageschenke für Kinder und Erwachsene zu beziehen durch den Jüdischen Buch- und Kunstverlag Brün» _Adlergasse Nr. 0. ____ Jluncljcfiaii. Eine hebräische Universität in Luxemburg. Ter hebräischen Tageszeitung ״Hazefirah" entnehmen wir, daß die Führer der russischen Judenhcit beschlossen haben, in Luremburg eine jüdische Universität für jüdische Studenten aus Rußland, die jetzt weder in Rußland, noch in Deutschland eine Universität besuchen können, zu errichten. Ein Gebäude hierfür ist bereits erworben worden. Pogrompanik in Kiew. Im Zusammenhang mit dem Beilisprozeß! wird in Kiew von ״patriotischer" Seite daran gearbeitet, einen Pogrom in großem Umfange zu veranstalten. Nachdem die ehrenwerten Männer vom ״Verbände des russischen Volkes" und vom ״doppelköpfigen Adler" samt den anderen organisierten Hooligans den Boden durch schriftliche und mündliche Agitation hinreichend vorbereitet baben, erachten sie jetzt den Zeitpunkt für gekommen, an das eigentliche Werk zu geben. Tieier Tage wurde der Polizei in Kiew gemelbet, daß im Stadtteil Podol eine geheime Versammlung von ״Verbändlern" und Hausbesitzern stattgefunden hat, in der über die Veranstaltung eines Pogroms beraten wurde. Es fehlte natürlich nicht an Reden über die von Juden ״zu Tode gemarterter Jünglinge". Tie allgemeine Stimmung war eine ״gehobene". Unerwarteterweise sprach sich aber am Schlüsse ein Redner gegen den Pogrom aus, da die Pogrome nur den ״Bar, füßern" und zugewanderten Arbeitern zugute kämen, während die Hausbesitzer, denen häufig bloß demolierte Wohnungen und ruinierte Mieter blieben, ganz leer ausgingen. Dieser triftige Grund blieb nicht ohne Wirkung, nnd die Persammlung ging auseinander, ohne einen positiven Beschluß gefaßt zu baben. Die Pogromagitation wird jedoch unter dem Abschaum der Bevölkerung mit großem Eifer fortgesetzt. Es scheint allerdings, daß die Behörden, die den Herren ״Patrioten" sonst uneingeschränkte Rede- und Preßfreiheit angedeihen lassen, diesmal entschlossen find, es zu keinem Pogrom kommen zu lassen. Tie Helden vom ״doppelköpfigen Adler" lassen es sich immerhin nicht nehmen, in den von Juden bewohnten Stadtvierteln ab und zu kleine Krawalle inS Werk zu setzen und jüdische Passanten zu verprügeln: sie müssen sich aber mit dieser ״Kleinarbeit" zufrieden geben, ohne ihre ״großzügigen" Pläne einstweilen verwirklichen zu können. Eröffnung einer neuen Eisenbahnlinie in Palästina. Tie neue Eisenbahnlinie Haifa—Akka, die sich seit Ende 1011 im Bau befindet, ist soeben dem Verkehr übergeben worden. Die Bahn ist 20 Kilometer lang und steht unter rein türkischer Verwaltung. Sie bildet eine Zweiglinie der großen Hedschasbahn. Turch die Eröffnung der neuen Strecke ist die wirtschaftliche Bedeutung Hiafas wieder erheblich gestiegen. Bekanntlich ist Haifa auch Ausgangspunkt der über 100 Kilometer langen, ebenfalls rein türkischen Eisenbahnlinie Haifa—Beisan—Samach—Ter'at. die seit 1004, bezw. 1000 in Betrieb ist. Erdölvorkommen in Syrien. Nachdem schon im Jahre 1000 ein deutschsyrisches Syndikat von der türkischen Regierung die Konzession für Erdölbohrungen an sechs verschiedenen Punkten des Jarmuk- und des Jordantales erlangt hatte, bildete sich im Novemder 1012, unter hauptsächlicher Beteiligung englischer Finanzkreise, die Syrian Erploration Company, Limited, mit dem Sitz in London und Haifa. Tie Gesellschaft nahm im April d. I. mit Hilfe englischer und amerikanischer Fachleute Bohrungen bei der Bahnstation El Makarin 'der Hedschasbahn (125 Kilometer von Haifa! vor. Nach Ansicht der Bohrmeister dürfte Erdöl erst in 350 bis 400 Meter Tiefe erreicht werden. Tie Syrian Erploration Co. hat zunächst 20.00 Pf. St. für die Bohrversuche bereitgestellt, ist aber entschlossen, das Kapital bei günstigen Ergebnissen nach Bedarf zu erhöhen. Auch am Westufer des- Toten Meeres sind von dem deutschen Geologen Tr. M. Blanken- Horn Erdölquellen und bituminöse Lagerungen entdeckt worden. Dieses Vorkommen dürfte in der nächsten Zeit ebenfalls durch Bohrversuche geprüft werden. Neben der genannten englischen Gesellschaft ist neuerdings eine amerikanische Gesellschaft ins Leben gerufen worden, die gleichfalls in Syrien Bohrungen nach Erdöl unternehmen will. Auch in der Nähe von Beirut hat man vor kurzem eine Petroleummine entdeckt, für deren Ausbeu tung sich der ägyptische Prinz Jussuf Pascha Ka mel interessiert, der in dieser Angelegenheit Ver Handlungen mit dem türkischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten angeknüpft hat. Diskontou9safIschaft bei der üerdSsteRHiebiseben Lenk Nr iadasM* Handel «ad Landwirtschaft, ragtet• rterte Oeaoescaschaft mft beschränkter Haftaäg In Brünn, Ferdlnandsgassn Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich Kr alle einschlägigen tanhgescbifte. hauptsächlich aach rar den ע Eskompt offener Buchferdarongen | enter den ailergfiastigstea Bedingaagen. s m H Spezial-Geschäft in Strumpfu. Wirk- Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel. 11 Berthold Herrmann Brünn, Herrengasse Nr. 8—10.

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