Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1913)
- Date
- 1913-10-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ,Jüdische Bolksstimiye". Nr. 42. Böhm.-Leipa. An den beiden Neujahrs-!um 7 Uhr abends im Vereinslokale der ״Mirtagen und am Verföhnungsfefte fungierte hier jam", Großer Platz. Sitzungen stattfinden. Die Herr Max Lustig aus Brünn (gegenwärtig in 1 Arbeitsstunde ist von (j—7 Uhr abends. Die Prag) als Baal-Schachrith und Baal-Tokea. Das einzelnen Vereine werden erstickt, ihre Vertreter wäre an und für sich nichts, wovon die Öcffentlichkcit zu erfahren brauchte. Wenn trotzdem darüber berichtet wird, so hat das folgenden ׳Grund. Herr Lustig ist kaufmännischer Privatbeamter, will sich jedoch dem kantoralen Berufe .zuwenden. Sein hiesiges Vorbeten war ein Deüut. Umfo angenehmer waren hier alle überrascht, zu finden, daß Herr Lustig, der schon äußerlich durch fein ganzes Wesen einen sehr angenehmen Eindruck macht, für seinen künftißen Beruf vorzügliche Qualifikationen besitzt. tiSv besitzt eine Stimme, die auch einen sehr großen Tempel auszufüllen vermag und in allen Lagen äußerst wohllautend ist. Sein Vortrag ist >ausgezeichnet und zeigt, daß er mit der Sprache der Gebete und ihrem Inhalte vertraut ist. Auch seine Leistung als Baal-Tokea war im höchsten Grade zufriedenstellend. Er hat hier allgemein sehr gut gefallen, und das veranlaßt uns, die Oeffen1stchke.it auf ihn aufmerksam zu mack)en. Möge er bald eine Stelle bekommen, die seinen .FÄHigkcitcn entspricht. Wien. Die Wahlen für den Anschluß der ״Wiener Zionistischen Vereinigung" ergaben für das kommende Semester folgendes Resultat: cand. ing. Karl Reumann, Präses׳, iur. Jakob Landau, Vizepräses׳, iur. Jakob Korn, Schriftführet״, c p. Artur Berger, Kassier; JUC. Nudolf Glanz, Beisitzer. Cinigrantcnfürsorgc der Israel. Allianz zu Wien. Während des Monates September i 1*13 wurden von der Zentrale der Israel. Allianz in Wien insgesamt 201, Emigranten, davon 203 russische und 3 rumänische lveitcrbefördert, und zwar 132 nach den Vereinigten Staaten, 40 nach Argentinien, 0 nach Kanada. 1 England, 18 nach Frankreich und 3 nach anderen Ländern. In ihre Heimat zurückbcfördert wurden 8 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien tour־ den im Monate September für 18 Personen zufammcn 79 Tage Logis und volle Verpflegung bezahlt und 94 זוס Personen zusammen 379 Speisemarkcn für die Israel. Volksküche aus-!gegeben. Stichwahl in der Lcopoldstadt. Bei der am 14. d. vorgenommeuen Stich- Wahl für das durch den Tod des Abg. Schumcier frcigcwordene Mandat wurde der christlichsoziale Tr. Mataja mit 9015 gegen M. Eldcrsch (8455) gewählt. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- SCHAFT, WIEN,!., ASPERNPLATZ 1. im eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka 400 Millionen Reserven cirka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tariie, Mitarbeiter werden überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit La/o jährlich fallender garantierte Prämie, Oeneral-Agentur für Wien. I., AspernplaU I. Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdmandsstr. 20. neu, Leiter Robert Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajoucha 3. Leiter L8bl Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan Rüssner, St. Sebastiane 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Hauptagentur fOr Brünn, Wawrastrassa 10. Leiter: Samuel Reiniger. Krünnee Nachrichten. Brünn. Der jüdische Volksvcrein ״Theodor Herzl" veranstaltet am Dienstag den 21. d. M. um 8 Uhr abends in Donaths Restaurant, Ferdinandsgasse, einen Vortragsabend, bei welchem Herr Tr. Albert Schönhof über den elften Kongreß referieren wird. Gäste willkommen! Brünn. Nationalfondstelegramme, Palästinamarkcn. Ansichtskarten, Bleistifte usw. sind siets vorrätig in den Papierhandlungen David Weiß und Isidor Weiner. Die Jüd. Nativnalsonds-Koininissiou gibt bekannt, daß von nun ab wieder jeden Mittwochs in die Nationalfondskommission zu entsenden. Eingejenäet Sehr geehrter Herr Redakteur! Die diesjährigen ״Jomim noroiin" waren nicht nur in gewöhnlichem, übertragenem, fondern auch in vollem, wirklichen Sinne ״furchtbar" aufregende, durch den nach dritthalbjähriger Verschleppung, gewiß nicht ganz ohne Absicht, auf die Zeit vor Eingang des Versöhnungstagcs angesetzten, zur ״Weltberühmtheit" gelangen sollenden, in der Metropole Südwestrußlands, dem Sitze der ״patriotischen" Volksbündler und des berüchtigten ״Kiewganin", unter leider ausgesprochener Patronanz ״Vaterchens", verhandelten Prozeß. Es ist bezeichnend, daß nicht nur das gesammtc Judentum, die ganze jüdische Presse, den unverkennbaren Stempel dieser furchtbaren Aufregung trägt — letztere, indem sie nahezu ihre ganze, unschätzbare Kraft und ihren Raum diesem traurigen ״Scnsationsprozcß", wie von dynamcr Kraft getrieben, widmet; erstcres, indem es in imposanten Monftrcversammlungen durch seine hervorragendsten Vertreter, mit der elementaren Gewalt der Entrüstung, welche die tiefverictztc Menschenwürde und das, in seinen leisesten, primitivsten Regungen beleidigte, menschliche Gefühl einzugeben vermag, feierstchen, flammenden Protest einlegt —; sondern auch die hervorragendsten Tagesblätter — in Ungarn mindest — dem Prozesse in Kiew spalienlange Berichte widmen, in einem Umfange, wie sic die Balkankrise nicht größer aufzuweisen hat, als wären wir mitten drinnen, in dem sensationellsten Teile des Dehfus-Prozesscs. Jedenfalls zeigt sich das Judentum — und in vorderster Reihe die jüdische Presse, die jüdischc Gcistesclite und die jüdische Intelligenz — aus der Höhe seiner Aufgabe. Neben dieser großzügigen Aktion wäre es aber auch an der Zeit, diesen furchtbar verheerenden Ausstreuungen auch in engeren Kreisen entgegenzutreten. Es ist zu staunen, wie diese giftigen Vazillen sich unsichtbar in den Organismus des gemeinen Volkes einnisten; um so mehr als diese von gewisser Seite im Stillen gezüchtet werden. Es ist auch merkwürdig, daß selbst die wohlwollende Intelligenz von Vorurteilen befangen erscheint, wo von Juden die Rede ist. Ich spreche aus Erfahrung. Ich hatte nämlich Gelegenheit, mich hierüber in engeren, maßgebenden Kreisen zu orientieren. Die Folge einer Aussprache mit einem höheren Dignitär, war die Herausgabe einer kurzgefaßten, knappgehaltcnen Studie über ״Nächstenliebe" im Judentum, welche ich dem Genannten auch widmete und auf dessen Anregung das ״Nachwort" in bezug auf die ״Blutlüge" 'anfügte — da eine solche auch gelegentlich des neuen Tempelbaues in Trencsin stark vcrbreitet wurde. Das Heftchen — natürlich in ungarischer Sprache — wurde auch auf Veranlassung der betreffenden Stelle an behördliche Persönlichkeilen — vom Obergespan und Reichtagsabgeordneten bis zum Krcisnotär — versendet. Ich glaube nun, daß auf diesem Wege, Hauptsächlich in Ungarn und besonders in den Komitaten der Peripherie — in jedem kleineren oder größeren Kreise aufklärcnd gewirkt haben könnte; finden sich ja doch in jedem Komitate einzelne Rabbiner oder andere Vertreter des Judentums, welche mit dem cincnm oder anderen höheren Dignitär in persönlicher Beziehung stehen. ׳Dies ist auch die Veranlassung, daß ich mir erlaubte, hierüber einige Zeilen zu schreiben und Ihnen, sehr geehrter Herr Redakteur, diese kleine Broschüre einzusenden. Hochachtungsvoll Obcrrabbiner M. Reich. Ban, 11. Tischri 5674. Sirnchas Thora. Gewidmet meiner lieben Mutter Frau Manuella Müller Treueste, beste Der Mütter alll An deinem Feste Mit Freudenschall Grüß' ich dich kindlich, du Traute! Die sür mich denket. Wenn hilflos ich bin. Und die mir lenket Den störrischen Sinn, Die stets mir die Seele erbaute. Wenn sie mich lehrte. Was redlich und schlicht Und mir verwehrte. Was gegen die Pflicht, Schuhend die Hände gebreitet. Die mich belehret Mit Lieb' und Geduld Und mich bekehret Schon nahe der Schuld, Die liebreich die Schritte mir leitet. Zu dir, die beschützet Körper und Geist, In allem, was nützet. Mich unterweist. Und Fülle des Segens mir spendet; Di: in der Freude Mich mahnt zu Bedacht, Im Schmerz und im Leide Mir hält treue Wacht, Zu dir sei mein Sinnen gewendet. Lehrst willig entsagen Und opfcrvoll Müh'n, Das Schwerste ertragen Mit mutigem Sinn Und freudig in Demut sich neigen. Dein jugendlich Blüh'n Tic Seele erhebt Und Hoffnungsgrün Dir im Herzen lebt Bei der Tugenden herrlichem Reigen. Tu lehrest mich weise Ten Vater verstch'n. Zu dem — schüchtern — leise — Ich wag' kaum zu geh'n. Des- Wesen mein Sinn nicht erfasset. Sein Vatcrtreue Weisest du mir Immer aufs neue. Trägst hoch sein Panier, Daß sein Bild in mir nimmer verblasset. Aus der Jugend Tagen Berichtest du mir. Mein Jubeln und Klagen Lebt frisch noch in dir — Weit, weit, bis an meine Wiegen. Erzähl', o erzähle! Ich lausche still. Und meine Seele, O Thora', will An den Schoß sich zärtlich dir schmiegen. Flora G r ü n w! 1913 Wochenkalender 5674. 7121 -־ א' דם• Hüttenfesttag 2 - כ' דש-וון. Hüttenfesttag שבת חרוז׳ם — t. Halbfesttag ־2 ב׳ דהוי* הסועד Halbfesttag 3 ■- נ׳ דחול הסועד. Halbfesttag 4 =־ ד' דחול הסועד. Halbfesttag!הושענא רב ~ Großer Bittag!שסיני עצרו — Schlussfest סזבירין נשמות י׳ ז״־,־״"״-שסחתתורה Freudenf. d. Th. י’השלם$ Josef Hanus, Brünn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damen-Modewaren, Bänder, Spitzen, Seiden. Stoffe, Posamenterie, und Zugehör für Damenschneider d Schneiderinnen. Spezial-Geschäft in Strumpf-1 Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel. Berthold Herrmann BrUtin, Herrengasse Nr. 8—10. m