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Jüdische Volksstimme · 1913-09-11 · Heft 37 (11.9.1913) · page 13

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 37 (11.9.1913)
Date
1913-09-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Str 37. ״Jüdische BolfSstimm«.^ «ehe 13. gendsünde ist ja an und für sich eine dichterische Idee. Aber ist mit dieser Andeutung dem Buche gedient? Auch mit einer genauen Inhaltsangabe nicht. Nein objektiv betrachtet, weist das vorliegende Buch geradeso Vorzüge ivie Mängel aus. Allein, was sind ästhetische Schnitzer gegenüber der Fülle an Poetischem? Das Wesentliche jedes Werkes ist ja doch der Gehalt an Werten für die Seele des Lesers. Hier taucht sie in die ätherschwingende Seele eines Dichters und wird selbst geläutert und erhellt. Man meine aber nicht, daß man's mit einer allzu psychologisch vertieften und in blaffe Zerfaserungen sich verlierenden modernen Schreibweise zu tun bat. Das Psychologische ist hier nicht Selbstzweck, es schwimmt nur so mit wie Flimmer feinsten Goldes auf dem reinste» Wasser. Dieses ist klar wie ein Bergdach, und tief wie ein See und spiegelt eine Welt: Himmel, Berge, Bahnen, Dörfer, Städte, Stände, die ganze Schweiz, Menschen, Tiere. Kein Teich ist's, auch kein dünn rieselndes Flüßlein, sondern ein bedächtig breiter Strom. Eine richtige epische Erzählung muff Feit und Atem haben. Daher die 654 Seiten. Freie Zeit und Geduld gehört gewiß zum Lesen dieses Alpcnromans, allein man wird überreichlich belohnt. Zumal durch die saftvolle Sprache, durch urkräftigc Volksgestalten, wunderbar belebte Naturschilderungen, zwischcn Menschen und Bergen, zwischen Kultur und Natur. Die Menschen kämpfen, leiden und wandeln sich, die Berge stehen hoheitsvoll unverrückbar da und wirte» auf die Menschen erdrückend oder erhebend. Für den Helden Emil Manutz werden die Berge zu Anklägern, Zeugen und Richtern, in ihrem Anblick erwacht sein Gewissen, alte Schuld wird lebendig, schmerzvoll empfunden, offen gesühnt und vernünftig gutgcmacht. Hymnisch wird Fedcrers Sprache, wenn er die heilende Erhabenheit der heimatlichen Berge preist. Glücklich der Dichter, dem sein Vaterland sich so als Einheitliches und Einigendes darstellt und ans Herz gewachsen ist. M. S. Grundfragen der Erziehung. Von Otto Rühle. M. Bändchen der Kleinen Bibliothek. Verlag I. H. W. Dictz Nachf., Stuttgart. Zu beziehen durch den Jüdischen Buch- und Kunstvertag, Brünn. Inhaltsverzeichnis: 1. Theoretische Grundlagen und soziale Voraussetzungen. Erziehung. Aufgabe der Erziehung. Erziehungsidcalc. Abriß der Erziehungsgeschichtc. Individualistische und soziale Pädagogik. Erzichungsmittel: Psychologie und Kinderforschung. Das Normalkind. Mängel und Ausglcichsversuche. Ter sensorische und motorische Typus. Das proletarische Kind. •2. Die Erziehung int Hause. Vorgeburtliche Erziehung. Tie Familie und ihre erzieherische Mission. Gewöhnung und Nachahmung. Spiel und Arbeit. Phantasie und Miirchcnivelt. Sprache und Intellekt. Gehorsam. Strasc. Geheime Mitcrzichcr. 3. die Erziehung in der Schule. Elternhaus und Schule. Der kindliche Gedankenkreis. Schulbeginn. Kapitalismus und Schule. VoltSschnlelend. Allgemeine Volksschule und Einheitsschule. Das Drillsystcm. Die Arbeitsschule. Rcligionspaukerci und iveltliche Schule. 4. Die Erziehung im nachschulpflichtigen Alter. Mciiterlehre und Fabrikarbeit. Austritt aus der Schule. Fortbildungsschule. Staatsbürgerliche Er- Ziehung. Bürgerlicher und kirchlicher Iugcndfang. Die proletarische Jugendbewegung. Preis eines jeden Bändchens broschiert 75 Pf., gebunden 1 Mark. Arnold Rnesch: Freiheit, Unsterblichkeit und Gott. Theodor Thomas, Leipzig. Zu beziehen durch den Jüdischen Buch- und Kunst- Verlag, Brünn. Bei der großen Menge der Schriften über Ethik, die heutzutage krankhafte Anschauungen verteidigen und unserer leider zu empfindsamen Welt diese leicht aufdrängen, bildet ein Buch, das die Erkenntnisse Kants zum Ausgangspunkte nimmt und sic mit modcrner Realität in Einklang zu bringen sucht, eine Seltenheit. Was in Kants großem Werke eine Lücke geblieben ist, der richtige Ucbcrgang zwischen praktischer und reiner Vernunft, das gelingt diesem Philosophcn, lvcil er nicht von dem Bestehen eines absoluten Moralgesetzcs ausgcht, von der Freiheit des Willens, sondern alle ethischen Erscheinungen gleich Carneri auf das Streben nach Selbstbefriedigung, nach Glückseligkeit zurückführt. Mitleid und alle Handlungen, die bei geringerer psychologischer Analyse uneigennützig und insolgcdcfsci! auch vielfach unerklärlich erscheinen, lassen sich von diesem Standpunkte aus mit dem Bestreben der Befreiung von geistigem Schmerz, von Unlust erklären. Unsterblichkeit und der Gottesglaubc sind dann auch unter der Voraussetzung der Willensbeschränkung nicht notwendig und noch weniger zwingend. Moderne realistische Richtung und ernste wissenschafrlichc Denkarbeit lassen dieses Buch zu Erziehungszwecken geeignet sein, zumal sich der Autor einer versiändlichen Ausdruckswcise befleißigt und im Gegensatz zu den geistreichelnden Philosophierenden streng auf Bcgriffsabgrcnzung hält. Max Theermanns erste Liebe. Von Marie Vaerting. Verlag Albert Langen, München. Zu beziehen durch den Jüdischen Buch- und Kunst- Verlag, Brünn. In einer Frauenseele ist dies Buch entstanden, auf jeder Seite wird man sich dessen bewußt: unwillkürlich hält man nach der Lektüre der ersten Blätter innc, erstaunt, daß einem auf einmal so unbekannt und fremd erscheine, was uns bisher so wohl bekannt und vertraut schien. Doch allmählich finden wir uns hinein, gewöhnen uns daran. Längstgedachtes nochmals zu durchdenken — umzudenken, aus der so wenig begriffencn Seele der Frau heraus den Alltag zu besehen. WärS möglich? Das ist uns alles bisher entgangen, fragen wir uns unwillkürlich kleinmütig? Und da ist unser Interesse auch schon wachgerufen, gefesselt von dem eigentümlichen Reize dieses Buches, gefesselt von seiner reinen, mit sich selbst kämpfenden, nach Verständnis sich sehnenden Heldin, die in ihrer Schwermut so oft sich aut den Judenfriedhof flüchtet, um unter Genossen zu sein — eine Entrechtete unter Enirechteten. Doch sie findet vorbei an Verzweiflung und Schwermut aus dem Extreme zurück zu ruhigem Glücke, | das ihr fortan das des Geliebten bedeutet. Und Max! Theermann? Ein Mann von Charakter, nicht ange-j krankt von der moralischen Fäulnis unserer Zeit, voll jungenhafter Kraft und Gesundheit, kurzum — ein Mann. So finden sich die beiden, selbstbewußt, rein, unverderbt-natürlich. Tr Desy. לעגה טובה הכתב Jüdische Serie 1 200 Karten ca. 20 Sujets ״ 25 ״ ״ 200 2 , ״ 25 ״ . 200 3 - . K 5 — 650 8 — Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Grün», Adlergaffe 9, |g Johann Jecminek, אתרוגים לולבים והדסים מארץ ישראל liefert Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlorgasso Nr. 9. 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