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Jüdische Volksstimme · 1913-09-05 · Heft 36 (5.9.1913) · page 10

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 36 (5.9.1913)
Date
1913-09-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. •׳זז*?י«?7!*t:ליי* * *״/r;ץ-*ר* Nr. 36. iji. x'iia-r wcil ״■ aus dem tiefsien Born der Religiosität sprüche verrichtet hatte, auf ein Pferd gefetzt; sie: geworden, erhielt er einen anonymen Brief, des schöpf!, erhedl er sich über den :Raum und über seine j ritt durch die Stadt. Die ganze Gemeinde ging Inhalts, er solle fein Werk ״rein erhalten und Zein ..;u» Grunde fömuc man — sagt F. Rohrs von! vor ihr her zu Fuß, der Bräutigam befand sich auier - die ganze Cimäialtung der christlichen Ge-! j״ öcr Mitte der Aeltesten, und vor der Braut, die allein nur zu Pferde war, trugen Jünglinge und Kinder brennende Fackeln und machten ein danlen und Wendungen lediglich als eine Akkomodation an lirclilimen und chriiiüchen Sprachgebrauch bezeichnein" Tenn,!nie der Herausgeber W. Lehmann in seiner jeuöneu und ireiilieli orientierenden Vorrede sagt: ״Tie Mbilit iji inlernntioual, an keine Lonsession, an kein Togma, an leine Nirche, an keine Gemeinschaft, an!eine Tombola, an leine Historien, an nichts von lautes Geschrei, so daß die gauze Stadt erschallte; mau machte die Runde in den Straßen und in allen jüdischen Höfen; die christlichen Bewohner sahen cs mit Vergnügen und niemand störte ׳ die Festlichkeit. Von Messina fuhr unser Reisen- Mensche» Gelegtes gebunden. Tie Mvslik ist die :lieli-j ver nach Nhodus, wo er zweiuudzwauzig jüdische Bayreuth bezw. Wahnsried, wo er zu Gast war, giou der einzelnen Seele, die Religion schlechthin." So ׳ Familieil traf. Sie waten alle arm und ernährabrcisen zu müssen. Von Hamberg aus bat er. cs nicht von einem Juden dirigieren lassen". Dieser Brief war den! Kapellmeister Levi von Richard Wagner selbst gezeigt worden, wobei ihm versichert worden war, ״daß auch nicht die leiseste Erinnerung an den Inhalt in ihn: bleiben werde". Damit war die Sache für den Meistcr Wagner abgetan. Hermann Levi glartbte aber dennoch, wohl um allen Mißverständnissen und Weiterungen aus dem Wege zu zehen, aus ist es denn auch weiter nicht verwunderlich, daß es dem ton sich kÜMUtcrlich von Geiuüsen; sie schlachteten Heruusgeber gelingt, die Predigten Taulers'in den grosteu Zuiutninenbung mynischer :lleligioiität einzustelle», der von Indien, Palänina, Griechenland bis in unsere Zeiten beriiberreichl. Richt verivunderlich ist es datier auch, dast uns in Taulers Gedankemvelt so vieles begegnet, das sich mit unserer, jüdischen, Masut, nahe berührt. Wenn Tauler sagt ״Gott ist alles daS nicht, das du bo» ihin nennen kannst," so erinnert die stelle fas! wörtlich au die Auffassuug Gottes als des ewigen! ״Wer" im Tobar >vgl, die llebersegung von Tohar 1, 1, in dem eben erschienen Tammelbnch ״Venn Judentum", Leipzig, .tturt Wolfs!, Tie Bezeichnung Gottes als des Nichis erinnert sehr an die kabbalistische Lehre der Schöpfung des;*׳* aus dem אץ. Ebenso finden wir die aus der jüdischen Mliiiii tvohlbekanute Lehre wieder, das; die Menschenseele ein ״Z-unke" Gottes ist. In der historischen Linleiiung, die der Herausgeber dem Werte vorauichiät, ist für uns besonders interessanl, das; der Verfasser der panlheistisch-immanenten Mniii! der Griechen die chrisilick-religöse als diejenige Richtung enigegensieilt, die zugleich die Transszendenz Gottes lehrt. Uns scheint hier jüdischer Einschlag vorznliegen: dem jüdischen Mustiker ist Gott, so nahe er seine Seele dem Wesen Gottes vertvandt fühlt, doch immer der Vater, an dessen transszendenter Wirklichkeit er nicht zweifelt. Lehmann meint — wie uns scheint, mit Unrecht -- das; hier ein Widerspruch vorliegt. (Vgl. die Abhandlung von Hugo Bergmann ״die Heiligung' des Ramens" «Uiddnsch bascheml in dem angeführten׳ Sammelbuch ״Vom Judentum".! Tie Predigten Taulers seien unseren Lesern stens empsohleu. Sie sind ein bedeutungsvolles T uient religiösen Lebens.!!G^^G>lG^WlG!T!sGllTlDl!Gl!G^^!T^sDlG!!GisGi Oegen verdorbenen Magen, Darmträgheit und Gicht. ,Sternhofer Bitterwasser“ Mild, doch zuverläßiieh. Sternhof. Post Sokolnitz bei Brünn. nie, aii* Furcht, mit ben dort wohnenden Griechen Unannehmlichkeiten zu bekommen. In Mairo wurde der Rabbi von dein Fürsten der Juden feierlich empfangen. In Jerusalem will er noch bedeutende Ucberrestc des salomonischen Tempels gesellen haben. Jüdisch-Sozialistisches zum Tode August Bebels.; An den Vorstand der deutschen Sozialdemo ״ihn der Dirigicrung des Parsival zu entheben". Daraufhin erhielt er folgendes Telegramm von Wagner: ״Kapellmeister Levi, Bantberger Hof, Bamberg, 30. Juni 1881. Freund, Sie sind auf das crnstlichste ersucht, schnell zu uns zurückzukehren, cs ist die Hauptsache schön in sichere Ordnung zu bringen. Wagner." Eine hebräische Enzyklopädie. Unter Redaktion des bekannten Orientalikratic. Berlin, ist folgendes Telegramm abge-^sten I. Markon-St. Petersburg, beginnt demgangen: _ j nächst eine Enzyklopädie des Judentums in he- Durch das Hinscheidcn des Stolzes der Arbrüischer Sprache (Enzyklopädie Jbrit, Ozar beiterklasse aller Völker tief bewegt, entbieten Hajahdut) zu erscheinen, welche das gesamte Gewir dem Vorstände der deutschen -sozialdemobjet der jüdischen Wisienschaft, Bibelkunde. Talkratic unser innigstes Beileid. Eine von unserer; mud, jüdische Geschichte und Literatur, jüdisches Westeuropäischen Liga abgeordnete Delegation Volksleben und jüdische Kulturgeschichte von den wird an der Bahre Bebels die Partei vertreten. ׳ älresten Zeiten bis zur Gegenwart umfassen soll, WK-. Das Zentralkomitee der Zionistisch-Sozia-! und sicher eine empfindliche Lücke in der hebräilisrischen Arbeiterpartei (S.-T.) Rußlands.! scheu Literatur ausfüllen wird. Die hervor- Auf der vorn Organisationskomitee verraacnSsten Gelehrten auf allen Gebieten der ösfentlichtcn Delegiertenliste finden sich auch die Wissenschaft des Judentums haben ihre Mitwir- Rainen Rain und Reger, die die Zionistisch-! kung dem großen Unternehmen zuaesagt, jeder Sozialistische Arbeiterpartei (S.-S.) repräscnaus'seinem'Spezialgebiet. Aus der Fülle der ticrten. . .. . zirka 200 Mitarbeiter seien hier nur wenige ge- Unter deimHundcrten .Kränzen wurde einer nannt, die auch in der Redaktion der Enzykloauch von der S.-S.-Delcgation niedergelegt. Es yädie als Fachredakteur sich beteiligen. Biblische ist dies ein großes Blumenarrangement von! Literatur und Massora — Pros. ׳Blau (Buda- Lorbeerblättern und weißen und raten Astern, pests. Mischnah — Dozent Dr. Bauet (Berlin), n Ernennung eines Juden zum amerikanischen : ppst), Ethik — Pros. Hermann Cohen (Berlin) Botschafter in .Konstantinopel. > und Dr. Guttmann (Breslau), Theologie — Zum Botschafter der Vereinigten Staaten i Prof. Köhler (Cincinnati). Besonderes Gewicht in Konstantinopel ist Mr. Henry Morganthau Wird gelegt aus Geschichte und Geographie Palaernannt worden. Damit ist die diplomatische stinas — Pros. Kraus (Wien) und die moderne Vertretung Amerikas bei der Pforte zum zweihebräische Literatur — Solokow (Berlin) und tenmal einem Inden anvertraut worden. Beder Dichter Saul Tscherntchowskt (Petersburg)., kanntlich gehört auch Mr. Oscar Straus, der Auch nanchaste nichtjudische Gelehrte werden sich vor einigen Jahren das gleiche Amt bekleidete, > an der Enzyklopädie beteiligen, darunter Prof, dem Judentum an. Mr. ׳Morganthau ist 1857 Vröckclmann (Halle), Prof. Budde (Marburg), in Deutschland geboren und wunderte in seiner! Prof. König (Bonn), Pros. Sachau (Berlin)!Kindheit nach Amerika aus, wo er an der City! und andere mehr. 1■ ... •j,. s ■0ד11 ״,. י and Columbia University znm Tr. jur. promo-j Der Redaktion zur Seite wird ein wissen- Eni Bcrrcht über Ätepina aux.׳ dem Hahrc 14/> -^iscrie. 'Aach Beendigung seiner Studien wandte! schastlicher Beirat stehen, im gehören u. a. an: er Gelehrter, Obadjah K׳r sich dem kausmännischen Berufe^zu. Er war, Prof. Berliner (Berlin), Abraham Epstein Vermi8clr1e8. Ein inngcr darüber an seinen Vater in einem hebräisch ge-ZMr. Morganthau, der aus verschiedenen Gebie-! schriebenen Brief. Roch bedeutend mehr pelin heute hatte er auf seinem Segler mit gen Winden zu kämpfen, mußte oft ans ' an״ Land und war mehrere Male nahe daran,! Yorker Free Synagoge und gehört dem Dirckertrinken, lieber Messina, das der Reisende! toriuni des jüdischen Mount Sinai-Hospitals an ׳«*;*•־ d-- i3ffn1tlid)en M״*!,mmm!,״,»;!1it widriist, bekundenauch für jüdische Dinge ucts warm-! ,Z, ,iSoä,״>״? ,״* «fr IÜJ׳ ÄÄS minels einer französischen Galeere von Paicrmo ans veinchle, enihäll der Brief die folgeiiden Angaben: Messina ist ein Handelsplatz für alle;Nationen: von allen Gegenden kommen Schisse galten. Vor kurzem wurde eine zionistische Verdahin, da Messina in günstiger Lage ncy befni-. oiiticome) ins Leben gerufen, die über eine stattlebhafte zur Ter Zionismus in Indien. Auch in Rangoon (Britisch-Birma) hat die?."^zionistische Bewegung siegreich ihren Einzug gedel, to day schifte ans deiii -)len und dem Mitgliederzahl verfügt und eine lebhas sten da Vorbeigehen, und auch deßeil.Hasen ist t entfaltet. Es gibt in iliangoon eine z׳ ^>ozig in seiner Art!11 der Well; rie größten Hälfte ans engliseti svrecheiideii Juden bestehen Schisse können hier bis ans User konnnen. Messina ist nicht so groß wie Palermo und hat auch nicht solche gute Onellen, erber die Stadt ist sehr schön und Hai ejue starke Festung. Es sind hier an-loo eigenen bestehende jüdische Gemeinde von mehreren hundert Personen. Ter Gründer der zionistischen Vcreiniguiig von Rangoon, .Herr I. Sternberg, weilt ., . gegenwärtig in Calcutta, wo er gleichfalls mit > indische ivauuheu, die ttmig 111 eine׳.! ogitem Erfolg für die zionistische Sache tätig ist. traß.e leben; sie lind reicher als eie > j.,, anderen Städten Indiens wird die in Palerino, und säst alle Mid .Handwerker, evchl (z;oii1idi!ng zionistischer Ortsgruppen vorberei gib: es auch einige Kanslenre linier ihnen. j tet, die späterhin zu einem zionistischen Landesbeiitzen eine Lynagoge m!« eurer Hotüalle. y!e verbände zusaniinengesaßt werden sollen. oben offen, aber an den vier Zeiten geschlossen i '. im in der Mitte der Srmagogc ist ein Brunnen i Aichard Wagner und ,ein indischer Kapellmeister, mit Oncklwasser. Sie haben eine Verwaltung.! Es ist verschiedentlich behauptet worden, bestehend aus ׳Auserwählten, die jedes Jahr'Richctrd Wagner habe seinen jüdischen Kapellneu ernannt werden, und sind in dieser, wie auch nteister Hermann Levi nur deswegen geehrt, weil in anderen Einrichtungen den Juden in Palermo j er ein tüchtiger und für seine Zwecke geeigneter ähnlich. Ich habe bei einer Trauung, der ich da-!Musiker gewesen. Wagner hatte ihn als Leiter selbst angewohnt habe, folgendes gesehen: Man! der Münchner Hoskapelle für die Dirigicrung Verteidigung vorgeschlagcne Gutachter, meist unhat die Braut, nachdem inan die sieben Segensdes Parsival anserschen. Kaum war dies bekannt tcr den nichtigsten Vorwänden, abgelehnt. So europa ein Sekretariat in Berlin eröffnet worden (Adresse: Berlin W-, Rosenheimerstraße 5, 2. St., Dr. M. Tackhcim.) Zum Kicwcr ״Ritualmord"-Prozeß. Zu dem Beilisprozeß sind 213 Zeugen vorgeladen. Als Verteidiger des Angeklagten Beilis werden die bekannten russischen Nechtsanwälte Grnsenberg, Karabtschewsky unb Zarudny fungieren, von denen der erstgenannte Jude ist. Die wichtigsten Zeugen sind bereits für den ersten Verhandlungstag geladen. Ter frühere Verleidiger Bcilis',3tcchtsanwalt Margulin, ist diesntal als Zeuge geladen. Unter den Zeugen bcfinden sich ferner die früheren Leiter der Nntcrsuchung. Oberst Iwanow, der Richter Fenenko, Staatsanwalt Lachkarew, der die erste Anklageschrift versaßt hatte, ferner der Journalisr Brasul-Bruschkowsky und der Detektiv Krassowsky, die aus Grund eingehender Forschungen zu der Ueberzcugung gelangt sind, daß die ^Mordtat von einer Diebesbande, an deren Spitze die berüchtigte Vera Tschcbyriak steht, verübt worden ist. Tic Anklage vertritt Staatsanwalt Wipper aus Petersburg. Das Kiewer Gericht hat fast alle von der

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