Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1913)
- Date
- 1913-08-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 ״Jüdische Volksstimme". Nr. 35 Mctter. In allen fünf ים *ICCn wurde der Verblichene als ein überaus streng frommer, orthodoxer Israelit, als ein über vierzig Jahre bekannter, biederer, rechtschaffcncr, redlicher und reclcr Kaufmann geschildert. Neben den vielen Tugenden und schönen Eigenschaften des Verblichenen, die in der Rede hcrvorgehoben wurden, wurden aber zwei mit viel Nachdruck betont, und zwar die große Hingebung für die Erziehung seiner Kinder und das im Jahre 1897 aus eigenen Mitteln uin einen runden Betrag von 20.000 K erbaute Bcth Hamidrasch. Er gehörte zu den ganz wenigen, die man so seltenbei der orth. Partei findet, denen am Herzen liegt תרדה ׳עם דדך אךץ Und das eben war sein Ziel. sein Bestreben: die Kinder in der heiligen Thora zu erziehen, aber auch dieselben mit der modernen curopäischcn Kultur und Wissenschaft vertraut zu machen. Diese zwei großen Werke, die richtige Erziehung seiner Kinder und das aufgebaute Bcthaus, haben dem Bcr-, blichcnen in der Geschichte der Stanislaucr Judcnschast einen ewigen Namen zurückgelasscn. תנצבת London. Der Ost-Londoncr zionistische Nerein hat für den Zionistenkongretz unter seilten drei Delegierten Chiesrabi Dr. Hertz gewählt. Tr. H. zeigte sich in Südafrika stets als wariner Zionist, — als Chiefrabbincr Englands mutz er aber schweigen, und deshalb ist cs sicher, das; er das Mandat nicht annimnlt. Dr. Rudolf Katbolicky grv. Lette» der I.cblrg. JUtttnmg der Caiaeskrankrnanstalt «pobat: Ecke Jerdlnandspassc und Msnnergarre <«*>»« ««liniert tiglicb von 2 bis 4 Obr nach■.! Jeniiprecber kr 803. Spreehjaaf. Geehrte Redaktion! Dem Zionistenkongretz inöchte ich empfehlen, auch die Frage der jüdischen Kindcrcrziehung in Pcnsionatcn zu erörtern. Es geschieht leider allzuhäufig, datz jüdische Eltern ihre schulpflichtigen oder auch die der Schule entwachsenen Kinder init besonderer Vorliebe in christliche Häuser und Pensionatc geben. Selbstvcrstnädlich spielt der Kostenpunkt in solchen Fällen keine Atolle, denn der Preis in derartigen Häusern und Erziehungsanstalten ist gewöhnlich nicht allzu inätzig berechnet. Aber die betreffenden Eltern halten sich für etwas Besseres, weil sie sich dies leisten können und vergessen, datz sic sich und ihren Kindern dadurch den Stempel der Minderwertigkcit aufdrücken. Vom wirtsckMftlichen und ethischeu Standpunkte ist es geboten, datz die Juden die Erziehung ihrer Kinder wieder nur Juden anvertrauen. Jeder Jude, welcher behauptet, das; bei Juden die Erziehung nicht gut genug ist, verdient die vollste Verachtung und verdient, das; die Verachtung ihm deutlich gezeigt wird, selbst wenn er Kultnsvorslehcr oder Anhänger der jüdischnationalcu Partei ist. Wohl gebären Herrn Tr. M. St. Sie bclelircn mich darüber, das; das Feuilleton der ״N. Fr. Pr." ״Wohlgeboren" nicht den Massenmord Lebender verherrlicht, sondern n u r die ״Sterilisierung". Schau, schau! nur die Tterilisierung! Sie glauben wohl, das; das ein Harmloser Scherz für die Betroffenen ist. Tic fromme Lesergemeinde der ״N. Fr. Pr." hat eigenartige Anschauungen. Sic ist vermutlich von ,',unserer" Kultur genügend erfüllt. Merken Sie sichs, Herr Doktor! Die Sterilisierung ist eine schwere Verstüiiimeluiig von schweren physischen und pspchischeu Folgen Aber noch eins möchte ich Ihnen sagen, Sic gelehrter Kulturkämpfer: Verlassen Sie sich nicht daraus, das; Sie oder andere Augehörige der oberen Zehntausend immer die nötige Protektion haben würden, um einer derartigen Sterilisierung zu entgegen, gleichviel ot Sic die Bedingungen hierzu ererbt oder selbst aqniriert haben. Ter Verfasser der Notiz ״Mordkultur". liordrucKeref « « Pllssicranstalt « « « FAKTA, P0$tfla$$e 2. Zu den hohen jüdischen Feiertagen. Wir empfehlen dem P. T. Publikum den Ankauf von: Talcgim in Seide und Wolle in reichlichster Auswahl. Tcfillin, Tefillinbcutel, Arba Kanfaus. Goldborten zum Preise von 1 K 50 h bis 10 K. Machsarim, drei- und neunteilige, in den Preislagen von 5 K bis 20 K. Gebet- und Audachtsbücher, mit und ohne liebersctzung. Ehamuschiin, Haftarahbncher, Selichouth, Atlaskappen, Kittel, jüdische Neujahrskarten, Jomkippur-Wunschkartcn, Barmizwah- und Hochzcitsgcschcnkc in reichlichster Auswahl. Roschhaschouoh-Bisitkartcn, das Hundert zu 3, 4 und 5 K. Tchausranö. Esrogim, Lulovim Hadassim. Sclichothzettel werden über Auftrag prompt fertiggcstcllt. Mcsusous, Zizis, sowie sämtliche Devotionalien. Jüdischer Buch- und Kunstverlag Brünn, Adlergasse 0. Zum 11. Zionistenkongreß. Zum elften Zionistenkongretz empfehlen wir die Anschaffung folgender Schriften: Dr. Max Nordau: Ter, Zionismus. — Zweite Auslage ' K —.20 Hickls Jüd. Volkskalcndcr, 12. Jahrg. K 1.— Egon Lederer: Unsere Stellung zu den nichtzionistischcn Parteien K —.20 Felix Lazar Pinkus: Palästina und Syrien K 5.— Leo Pinsker: Autoemanzipation K —.80 Tr. A. Sandler: Anthropologie und'Zionismus K 1.— Tr. DH. Zlozisti: Vom Heimweg, geb. 3 K 00 71, broschiert K 2.40 Otto Kraus: Zionismu: -und Sozialismus—.50 Protokolle des 5. Zionistenkongresses K 1.50 David Rothblum: Goluth, geb. 3.00, brosch 2.10 Mor. Lederer: Ans jüdischer Sphäre Ii —.70 Dr. I. Günzig: Israel Baal Schein, der Stifter des Chassidismus K 2.— Dr. S. Krenbergcr: Ter Zionismus von heute K —.50 In Wien in den meisten Buchhandlungen zu haben. 1913 Wocheukalender 5673. אב Aug. Festtage הפטרה M — 27 D בד; 28 S בי 29 S בז 30 פיק שש־, מב־כ־ן ה־זדש. ראה עדה םרערה S בח 31 M בט 1 יי: כפור קטן• ערב ר׳ח אלוי5 D ד t 2 א׳ דראש חרש >- T. Rosch ch. M א -- 3 2 ר׳ ררארז חד־״ז. T. Rosch Ch. D S 5 F uä ö Krankheiten der Nerven, des Magens, Darmes etc. werden mit Erfolg in Dr. Mb an; Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert — Prospekte Ueber die Assimilation der Juden. Im Julihest der ״Diskussion" veröffentlicht Hans Lstwald eine Reihe hochinteressanter Artikel bedeutender Forscher, die sich auf dem Gebiete der Jndensrage schon hervorgetan haben, über die ,.Assimilation der Inden". Schmerzlich vermissen wir Zollschan und Bnber, die in einem Hefte, da-:׳ die Frage so vollständig als möglich behandeln will, um eine ״kurze aber cindringliche Information" zu ermöglichen, vertreten sein sollten. Wenden wir uns nun zum Artikel des Dr. Marcusc ״Die Assimilation der Juden in Deutschland". Zwei Fragen verneinen im Gegensätze zum Verfasser die erste Frage, weil wir absolut nicht annehmen können, das; bei Ver- Mischung zweier Rassen eine Edelrasse entsteht. die alle guten Eigenschaften der beiden Rassen in sich vereinigt, ferner weil bei dieser Assimilation unseres Erachtens alle besonderen Eigenschaften, stc das Judenvolk in mancher Hinsicht vor den Deutschen voraus hat, verlorcngingen und weil so bei dem Vorgang die Juden jedenfalls die Verlierenden sein müßten, da sie ja spurlos verschwänden. Der Verfasser unterläßt es weiters, darauf zu reagieren, wieso das von ihm selbst zitierte Prinzip alle Differenzen in der Natur als wertvolle ENtwicklungscrgebnisse zu erhalten, falsch ist. Direkt schwach und ganz unzutreffend ist aber die Motivierung, ״die Juden müssen die Assimilation wünschen, weil für ihre Mehrzahl das Martyrium der Zugehörigkeit zum Judentum jeden Sinn verloren hat." Ja, worin besteht denn eigentlich dieses Martyrium? Etwa darin, daß die Juden nicht ״Reserveoffiziere oder Hochschulprofessoren werden können, ein anderes Martyrium als ein gesellschaftliches gibt es fürdie Juden in Deutschland doch nicht" und deshalb erst eine Unwahrheit nicht nur auszusprcchcn, sondern sein ganzes Leben hindurch zu tragen, ist sogar vom praktischen Standpunkt — wir wollen vom ethischen ganz absehen —total widersinnig. Denn täuschen wir uns nicht, unter 10.000 Täuflingen ist vielleicht einerder sich aus Ueberzeugung tauft und die Taufe mutz Meines -Erachtens unbedingt der vollständigen Assimilation vorangehen. Auf die zweite Frage, ist die Assimilation möglich, antworten wir mit einem glatten Ja. Wenn auf beiden Seiten, der Wille vorhanden ist, dann muß die Assimilation leicht vonstattcn gehen können. Ter nächste Artikel von Dr. Dehmel behandelt die Mischehen. Dehmel hält die Mischehe» für ersprießlich, ״als Ergänzung passender Anlagen" und verlangt aber, die Juden möchcn Dissidenten werden, ein Weg, auf dein eiiie Assimilation absolut unmöglich ist, da ja der zu assimilierende Teil sich in allem und jedem dem assimilierenden Körper anähneln mutz und sterzu unbedingt die Taufe erforderlich ist. Thcilhaber weist in einer Abhandlung ״Der Kindcrstand in ״jüdisch-christlichen Ehen" nach, das; die Mitschche äußerst kinderarm ist, so.datz eine Assimilation nicht zur Nasscnmischung, sonder zum Ausstcrbcn wenigstens des größten Teilcs der assimilierenden Juden führen müßte. Wir behalten Uns vor, auf die anderen Artikel des Heftes nächstens näher cinzugehcn. Nur eins wollen wir hervorheben. Fritz Mautner sagt selbst, die Seele der Zionistenbewegung kenne ich wenig und verstehe ich gar nicht. Wir erklären uns das Nichtverstehen aus dem Nichtkennen. Das; aber gerade Mautner die Frage Zionismus und Assimilation behandelt, mutz befremden. Daß ihm ״sein historischer Instinkt" sagt, datz der abendländische Jude von nur Vicrtclsknltur — nebenbei ein Ausdruck, den wir nicht verstehen — nicht daran denken wird, auszuwandern, und er es nicht begreift, wie deutsche Juden zionistisch empfinden können, ist auf sein Nichtverstehen zurückzuführen. Gummistrümpfe für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FlALA sen״ Brünn, Kröna 3—5. — Maßkarten postwendend Neueröffneter Friseur-Salon Leop. Rohacek Minoritengasse 16, Ecke Adlergasse empfiehlt sich dem P. T. Publikum, beste, solideste Bedienung. An der Oesterr.-ungar. isracl. Schule ״Goldschmidt-Stiftung in Konstantinopcl, ist die Stelle einer geprüften Kindergärtnerin sofort zu besetzen. Gehalt 100 Franken monatlich nebst Wohnung und Heizung. 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